Montag, 27. Dezember 2021

Blitzlicht: Tschüss 2021

Puhh, eins steht mal fest: dass ich so lange nichts von mir hören lasse auf dem Blog, war definitiv nicht geplant. Ich hätte eigentlich auch so viel schreiben können, Leseeindrücke, Rezensionen wollte ich schreiben (müsste ich sogar schreiben!), ich wollte euch die neuesten Harry Potter-Ausgaben mal genauer vorstellen, ich wollte ausführlich berichten, wie es mit meinen ganzen Lesevorhaben, Lesebingo etc. vorangegangen ist - und dann war plötzlich schon Weihnachten und das Jahr mehr oder weniger vorbei. Dieses Jahr hat mich das echt ziemlich kalt erwischt und so richtig in Weihnachtsstimmung und - laune bin ich auch die ganze Zeit nicht gekommen. (Ein Jammer!) 

Jedenfalls bin ich nicht dazu gekommen, soviel Zeit auf dem Blog und mit dem Blog zu verbringen, wie ich das eigentlich geplant hatte. Auch gelesen habe ich in der Zeit aber nur wenig. Überhaupt sieht meine Lesestatistik dieses Jahr katastrophal aus - aus meiner ganz persönlichen subjektiven Sicht. Ich hab nicht mal 75 Bücher dieses Jahr gelesen (werde ich wohl in den restlichen 4 Tagen auch nicht mehr schaffen), das ist für mich echt schon richtig wenig. Woran lag das? Ich bin dieses Jahr irgendwie aufs Basteln gekommen, habe da viel Zeit mit verbracht und das auch sehr gern gemacht. Mein Kopf ist voll mit Ideen und Vorstellungen, ich sammele und suche Materialien zusammen, die ich (bisher zumindest gedanklich) irgendwie gebrauchen werde. Diese Zeit ist dann aber natürlich zu Lasten des Lesens gegangen. Allerdings habe ich schon überlegt, ob ich in Anbetracht dieses neuen Hobbys nicht im nächsten Jahr doch mal versuchen werde, meine Abneigung gegen Hörbücher zumindest etwas einzudämmen und mich beim Basteln vielleicht ab und zu mal von einem Hörbuch unterhalten zu lassen. Mal sehen. 

Ansonsten stehen bei mir einige persönliche Veränderungen an. So wie es gerade aussieht, fange ich in der nächsten Zeit einen neuen Job an, was einiges verändern wird an meiner aktuellen Lage und auch Wohnsituation. Wahrscheinlich werde ich mir eine neue Wohnung suchen (müssen), was mich gerade in den letzten Wochen schon sehr beschäftigt hat. Wenn es hier Neuigkeiten gibt, lass ich mal davon hören. Aber vorerst wird meine Zeit am Laptop wohl weiterhin nicht für den Blog genutzt werden, sondern für Wohnungssuche draufgehen.

Trotzdem will ich in den verbleibenden Tagen des Jahres wenigstens noch ein bisschen was auch für den Blog machen. Das Lesebingo 2022 ist schon online (siehe oben und HIER), das stelle ich aber auch nochmal genauer vor. Auch einen kurzen Rückblick auf mein Lesejahr und meine geplanten Lesevorhaben 2022 will ich kurz vorstellen. Und dann vielleicht doch mal noch die ein oder andere Rezension schreiben, das wär schon ganz nett. Sind ja immerhin noch 4 Tage ;)


Dienstag, 19. Oktober 2021

"Der dunkle Tod und das Meer" - Stuart Turton

Tropen Verlag, 2021

25,00 Euro


HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)



Worum geht´s?

1634: Ein Schiff auf dem Weg von Indonesien nach Amsterdam. Eine dunkle Prophezeiung und ein Detektiv, der selbst Gefangener ist. Samuel Pipps und Arent Hayes stehen vor dem Fall ihres Lebens, denn der Teufel ist mit an Bord. Aberglaube, Hexenjagd, Machtgier – Stuart Turton führt uns ins dunkle Meer der menschlichen Abgründe.

Gerade noch hat Samuel Pipps im Auftrag der mächtigen Männer der Ostindien-Kompanie einen kostbaren Schatz in der Kolonie Batavia wiedergefunden. Nun befindet er sich auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und Freund Arent Hayes ist mit an Bord der Saardam. Genau wie der Generalgouverneur und seine Frau Sara Wessel. Doch kaum auf See, beginnt der Teufel sie heimzusuchen. Unerklärliche Morde geschehen, und ein Flüstern weht durch das Schiff, das alle an Bord dazu verführt, ihren dunkelsten Wünschen nachzugeben. Pipps muss seinem Freund Arent und Sara dabei helfen, ein Rätsel zu lösen, das alle Passagiere verbindet und weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bevor das Schiff sinkt und sie alle in die Tiefe reißt.


Meine Meinung:

Ich kann beim besten Willen nicht sagen, wann ich zuletzt ein Buch gelesen habe, das im 17. Jahrhundert spielt. Und noch dazu eins, das mit Worten wie "Abenteuer, Detektiv, Fluch, Unerklärliches" beworben wird. Als ich die Inhaltsbeschreibung las, war mir jedenfalls sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte - und das, obwohl (Schande auf mein Haupt!) "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" vom selben Autoren schon so viele Monate ungelesen bei mir herumliegt. Aber dieses Buch hier, "Der dunkle Tod und das Meer", das habe ich mir direkt geschnappt, als ich es bekam, und ich hab so schnell nicht wieder aufgehört.

Hier ist nämlich so ziemlich alles drin, was ich von einer spannenden und unterhaltsamen Abenteuergeschichte erwarte. Das Setting ist sehr begrenzt, denn obwohl die Handlung fast ausschließlich auf einem Schiff spielt, ist sie vielleicht genau deswegen echt gelungen. Niemand kann sich aus dem Weg gehen, niemand kann die zunehmende Beklemmung abschütteln und dem Misstrauen, das sich von Beginn an auf das Schiff schleicht, ausweichen. Denn auf der "Saardam" auf ihrem Weg nach Amsterdam geschehen schon kurz nach dem Start merkwürdige Dinge, zumal für Personen des 17. Jahrhunderts, die noch tief mit ihrem Glauben verwurzelt sind und ihr Leben danach ausrichten. Der Teufel ist mit an Bord - es dauert nicht lange, bis so manch einer davon felsenfest überzeugt ist. Es geschehen Todesfälle, es tauchen unheimliche Lichter auf dem Meer auf, Vieh wird abgeschlachtet, Personen werden an Fenstern gesehen, die dort eigentlich gar nicht sein können. Gruselig! Ja, durchaus, aber nicht auf so eine fiese-blutig-morbide Art. Nein, eher entwickelt die Story langsam eine düstere Sogwirkung; man möchte weiterlesen, man möchte verstehen, was da vor sich geht. Man möchte die zahlreichen Personen an Bord begleiten, manche davon mehr als andere - was kein Problem ist, weil man als Leser verschiedene Erzählperspektiven vorgesetzt bekommt.

Sympathieträger sind ohne Zweifel Detektiv Samuel Pipps und sein Kumpel Arent Hayes, aber es macht auch Spaß, Sara Wessels Sicht der Dinge zu verstehen, denn die hat eine für das 17. Jahrhundert erfreulich offene und kluge Weltsicht. Dies ist vielleicht das einzige, was man hier kritisch anmerken könnte (weil es unweigerlich auffällt): Die Art, wie die Frauen an Bord sich verhalten und mit-kombinieren dürfen, wie sie offen reden und auch mal widersprechen - das entspricht sicher nicht den Gepflogenheiten einer Dame im 17. Jahrhundert. Die Dialoge, die Lockerheit zwischen den Personen, gar so mancher Witz und Scherz im Buch - sicher hat sich im 17. Jahrhundert niemand wirklich so gegeben, schon gar nicht "besser gestellte" Personen. Aber das sollte auch gar nicht so sein, stellt Autor Turton in seinem Nachwort unmissverständlich klar. Ihm ging es eher um das historische Setting, das an sich auch völlig korrekt eingebettet ist, und nicht darum, auch noch jeden Dialog 1634-tauglich zu gestalten. Dann wäre das Buch vermutlich auch nicht so unterhaltsam geworden. 

Das Ende ist kurios, ich zumindest hätte nicht mit dieser Auflösung gerechnet, und das machte das Leseerlebnis für mich noch einmal besser. Mir hat "Der dunkle Tod und das Meer" sehr gut gefallen, und nun werde ich mir doch endlich auch mal "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" vornehmen.


Dankeschön an den Verlag und Literaturtest!


Mittwoch, 13. Oktober 2021

Blitzlicht: Von Netgalley, neuen Büchern und Basteleien

Hallo liebe Leseleute, Herbstfreunde, Weihnachten-Entgegen-Fieberer, Bastler und heutige Geburtstagskinder.

Am Wochenende hatte ich mal kurz einen "Rezensions-Flash", da hat es mich spontan gepackt und ich habe zwei Rezensionen runtergeschrieben und mir immerhin Gedanken über zwei weitere Bücher gemacht. Muss ja auch mal sein, zumal ich aktuell tatsächlich auch mal wieder ein, zwei Bücher von Verlagen bzw. als Leseexemplar in Form von ebooks liegen habe.

"Neu entdeckt" habe ich nämlich Netgalley - naja, neu entdeckt eigentlich nicht, ich wusste schon länger davon, aber angemeldet hatte ich mich bisher nicht. Vermutlich in erster Linie deshalb, weil ich im Grunde meines Herzens doch kein so richtiger Freund von ebooks bin und Netgalley nun mal darauf basiert, dass man die Bücher als ebooks erhält. Jedes Mal, wenn ich meinen Kindle in der Hand habe, dann denk ich mir, wie viel netter das jetzt mit einem "echten" Buch wäre. Und ich bin bei ebooks auch total knauserig, muss ich gestehen. Ich kauf mir eh selten welche und wenn dann nur mal eins, das es als Angebot gibt für maximal 5 Euro. Mehr würde ich für so ein elektronisches Irgendwas, das ich mir nicht ins Regal stellen kann, nie ausgeben, wenn ich mal ehrlich sein soll. Und wenn ich online sehe, dass ich für ein Hardcover beispielsweise 20 Euro bezahlen müsste, die ebook-Version selber aber auch schon 18 Euro kostet - na da ist doch klar, worauf meine Wahl fällt. Geht es euch auch so oder bin ich da komisch?


Und weil ich halt Verfechterin des "echten" Buches bin, sind eben genau solche auch wieder vermehrt in den letzten Wochen bei mir eingezogen. Neue Bücher - gibt´s was schöneres? (Rhetorische Frage! ;) ) Problem: Ich weiß überhaupt nicht, wann ich die alle noch lesen soll. Momentan habe ich sooo viele Bücher im Kopf, die ich gern lesen möchte, auch im Sinne von jetzt gleich, aber ich komm nicht dazu bzw. brauch einfach ewig, um andere fertig zu lesen, und dann braucht man seine Freizeit ja schon ab und zu auch mal noch für andere Dinge. Aktuell lese ich 5 Bücher parallel, keins davon ist übrigens auf diesem Foto zu sehen, denn abgesehen von "The Bronzed Beasts", das ich sehnsüchtig erwartet und deswegen wirklich auch innerhalb von 3 Tagen weggelesen hatte, hat es noch keins der neuen Bücher in meine Hände geschafft.    

Das wiederum liegt auch daran, dass ich aktuell total Lust auf Basteln habe. Also nicht so Teekränzchen-Beschäftigungstherapie-mäßig. Nee, ich hätte gern eine Mini-Bibliothek in meiner "richtigen" Bibliothek (aka meine Bücherregale). Ich habe das mal online gesehen, finde die Ideen total cool und niedlich und möchte mich da längerfristig gern selbst reinstürzen in dieses Miniatur-Dings. Wenn´s irgendwann mal hübsch und so ist, dann zeig ich mal ein Foto. Momentan besteht das Vorhaben größtenteils nur aus Gedanken und Ideen in meinem Kopf und einigen kleinen realen Teilstücken, die aber erst noch ein größeres Ganzes ergeben müssen. 

Und dann ist ja auch bald wieder Weihnachten (whoopwhoop!!) und da kann man seine bastlerisch-künstlerische Ader ja ruhig auch mal wieder spielen lassen. Auch da habe ich schon eine Idee im Kopf für ein beleuchtetes Weihnachtsdorf im Bilderrahmen und sogar schon alles parat liegen - ich müsste mich nur mal dransetzen, und im besten Fall auch noch vorm 1. Advent.

So oder so: Ich hab viel vor und viel zu wenig Zeit. Darauf erstmal die nächsten Seiten in meinem aktuellen Buch... :)


Sonntag, 10. Oktober 2021

"Der letzte Rabe des Empire" - Patrick Hertweck

Thienemann-Esslinger Verlag, 2021
17,00 Euro





Worum geht´s?
London 1888. Eine Mordserie versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Voller Entsetzen verfolgt Melvin die Ereignisse, denn er kannte jedes einzelne Opfer. Als auch noch das Mädchen getötet wird, das er heimlich liebt, setzt er alles daran, den Mörder aufzuspüren. Noch ahnt er nicht, dass in den dunklen Gassen des East End unheimliche Wesen auf ihn lauern. Und dass ihm ein einbeiniger Rabe auf Schritt und Tritt folgt …



Meine Meinung:
"Der letzte Rabe des Empire" ist das dritte Buch, das ich von Patrick Hertweck gelesen habe. Mein Favorit bleibt weiterhin die Geschichte von "Maggie", aber diese hier kann ähnlich gut unterhalten. Und das liegt vor allem an der Atmosphäre und der Stimmung, die im Buch verbreitet wird. Genau das gefiel mir auch in den anderen Büchern des Autoren. Man fühlt sich beim Lesen wie "dabei sein". 
Und so verschlägt es den Leser in diesem Buch hier ans Ende des 19. Jahrhunderts nach London. Jack the Ripper ist seit einiger Zeit in aller Munde und in jeder Tageszeitung zu finden, denn seine Morde an jungen Frauen verbreitet Angst und Schrecken. Mittendrin Melvin, ein jugendlicher Straßenjunge, der sich so durch den Tag schlägt und sich vom "Ripper" nicht allzu betroffen fühlt - bis er feststellt, dass er jedes einzelne der getöteten Mädchen persönlich von früher kannte. Plötzlich geschehen weitere merkwürdige Dinge in der Stadt, kuriose Personen und Gestalten tauchen auf, Melvin hat das Gefühl, verfolgt zu werden. Nach und nach dämmert ihm, dass er scheinbar mehr mit dem "Ripper" zu tun hat, als er je gedacht hätte... 
Wie schon gesagt, ich mochte das Setting des Buches sehr. Die düsteren, nebelverhangenen Straßen und Gässchen des früheren Londons kann man sich wunderbar in dieser Geschichte vorstellen. Außerdem wird es schnell mysteriös und undurchsichtig. Viele Einzelpersonen werden vorgestellt, jeder trägt Geheimnisse mit sich herum und scheint irgendwie involviert. Ein bisschen ungewohnt bzw. eigen erschien mir, dass der Autor sehr kurze Kapitel verwendet, oftmals nur ein paar Sätze, teilweise nicht mehr als eine Seite lang, und jedes aus einer anderen Perspektive geschrieben. Dadurch wirkt die Geschichte unglaublich schnell und dynamisch, spielt wohl auch deshalb insgesamt an nur wenigen Tagen. Man switcht beim Lesen schnell von einer Sicht zur nächsten - das hat den Vorteil, dass man sich eigentlich immerzu sagt "Ach, das nächste Kapitel auch noch, und das nächste..." - man also im Prinzip durch die Geschichte fliegt. Zugleich hatte das aber den Nachteil für mich, dass ich manchmal ein wenig brauchte, um wieder in die Story hineinzukommen, wenn ich dann doch mal für ein paar Tage Pause im Buch gemacht habe. Denn es werden soviele Fäden gesponnen, soviele Perspektiven eingenommen, die am Ende zwar alle zusammenlaufen, aber zuvor eben auch einiges an Konzentration erfordern. Hier und da hätte ich mir etwas mehr Details und Einblicke in die Gedanken und das Innenleben der Figuren gewünscht, muss ich sagen. Durch die sehr schnelle Schreibweise und das schnelle Hüpfen von einer Person zur nächsten blieben für mich Beschreibungen von Äußerlichkeiten oder Charaktereigenschaften ein wenig auf der Strecke, wenngleich Herr Hertweck mit seinen Figuren wieder sehr sympathische und kuriose Gestalten ins Leben geschrieben hat. Das hatte mir auch schon bei "Maggie" sehr gefallen. 
Letztlich ist "Der letzte Rabe des Empire" eine Geschichte voller Mysterien, Geheimnissen und Abenteuern. Es geht um Geheimbünde, einen Serienkiller, historische Alchemie-Versuche, um Freundschaft, das Verliebtsein, das Dazugehören-Wollen und der Suche danach. Dabei wird man immer wieder überrascht von so mancher Wendung, v.a. dann, wenn historisch belegte reale Personen oder Situationen hier in einen völlig neuen und ungeahnten Kontext gebracht werden, der dennoch stimmig wirkt. Ein "historischer Abenteuerroman", wie es im Titel schon beworben wird, das trifft es eigentlich sehr genau.


Ein herzliches Dankeschön an Netgalley und den Verlag!

Donnerstag, 30. September 2021

Vortex - Anna Benning; oder auch: Warum ich die Reihe wohl nicht weiterlesen werde

Fischer KJB Verlag, 2020

18,00 Euro



Worum geht´s?

Für Elaine ist es der wichtigste Tag ihres Lebens: In Neu London findet das spektakuläre Vortexrennen statt, und sie ist eine der Auserwählten. Hunderte Jugendliche jagen bei dem Wettkampf um den Globus – doch nicht zu Fuß. Sie springen in die Energiewirbel, die die Welt vor Jahrzehnten beinahe zerstört haben. Der Sprung in einen Vortex ist lebensgefährlich, doch gelingt er, bringt er einen wie ein geheimes Portal in Sekunden von einem Ort zum anderen. Elaine will das Rennen um jeden Preis gewinnen. Doch mitten im Vortex erwacht eine Macht in ihr, die die Welt erneut erschüttern könnte. Und der Einzige, der Elaine nun zur Seite stehen kann, ist ein Junge, der nichts mit ihr zu tun haben will...


Alle Bände der »Vortex«-Trilogie:
Band 1: Der Tag, an dem die Welt zerriss
Band 2: Das Mädchen, das die Zeit durchbrach
Band 3: Die Liebe, die den Anfang brachte



Meine Meinung:

ACHTUNG - Wird vermutlich Spoiler enthalten!

Ich gehöre nicht mehr zur Zielgruppe dieser Buchreihe, das ist mir schon klar. Die liegt sicher irgendwo so bei 15/16/17 und ich bin ... nun ja, doch schon etwas älter. Aber ich mag Bücher, gerade auch Jugendbücher, wenn man sie noch lesen kann und GUT finden kann, selbst wenn man schon älter ist. "Vortex" ist eine Buchreihe, die mir schon zig mal in den Sozialen Medien begegnet ist und die irgendwie alle toll finden. Nicht nur die Rezensionen sprechen für sich, auch die 5-Sterne-Bewertungen - aber alles geschenkt, auf sowas geb ich gar nicht mal soo viel. Wenn ich allerdings sehe und lese, dass andere BloggerInnen, von denen ich weiß, dass sie in meinem Alter sind, diese Buchreihe feiern und GANZ TOLL finden - naja, dann werde ich halt hellhörig und denk mir, ok, vielleicht auch was für mich.

Also hab ich mir "Vortex", den ersten Teil zugelegt. Und ja, ich finde, die Grundidee, die die Autorin Anna Benning hier verarbeitet, ist auch gar nicht mal so uninteressant und bietet durchaus Möglichkeiten für eine Story, auch eine mehrteilige. Warum es wieder mal eine dreiteilige sein muss - keine Ahnung. Zugleich bin ich da schon direkt bei meinem ersten Kritikpunkt: Ich weiß nicht, inwiefern und wie sehr die Autorin in den beiden Nachfolgebänden noch auf weitere Erklärungen eingeht, aber zumindest für den ersten Teil sind mir einfach schon mal zu wenige enthalten. Diese ganzen Vortexe, die plötzlich vor 70 Jahren auf der Erde auftraten und dann einfach ... DA waren und seitdem wie verschwurbelte Riesen-Wirbelspiral-Stürme über die Erde wandern und dabei die Möglichkeit bieten, durch sie hindurch zu wandern und an ganz anderen Ecken der Erde wieder rauszukommen. Äh... ja. Aber warum? Irgendwie hat mir das als Erklärung bzw. als "Welten-Entwurf", wie man so schön sagt, gefehlt. Ich finde, da hätte die Autorin einfach mal mehr erklärend liefern können, auch wenn es noch so schräg gewesen wäre. Mir persönlich war da zu wenig als Hintergrundinfo. Auch die Frage, warum denn alle Städte noch so heißen wie immer, trotz aller Verwüstungen und Schäden, die damals aufgetreten sind, aber einzig London heißt nun offenbar Neu-London. Aber noch viel wichtiger: Wo kamen die Vortexe denn her? Wieso halten die sich seit 70 Jahren? Haben da nicht mal irgendwelche Wissenschaftler kluge Theorien abgeliefert (Klimawandel, Sonneneruptionen, Marsschwingungen whatever)?! Kann ich mir gar nicht vorstellen, aber das wird so gar nicht angesprochen im Buch. Wie gesagt, vielleicht ja in den Folgebänden, aber hier war mir das zunächst zu wenig. 


Und dann verbaut sich Frau Benning in meinen Augen auch irgendwie selber den "Catcher", also diesen Effekt, dass man unweigerlich Lust auf die Fortsetzung kriegt und am liebsten direkt weiterlesen will. Denn Band 1 endet zwar nicht komplett abgeschlossen, nein, das nicht. Es ist schon klar, dass es noch irgendwie weitergehen muss in der Story von Elaine und Bale und Co. Aber an sich endet die Handlung aus Band 1 erstmal relativ in sich abgeschlossen, am Ende steht ein fast "happy" End und einen Cliffhanger oder irgendwie sowas gibt es schon gleich gar nicht. Konsequenz: Ich hab nach dem Zuklappen NICHT direkt Lust, Teil 2 weiterzulesen. Tatsächlich habe ich in der Mitte des Buches noch überlegt, ob ich mir vorausschauend nicht vielleicht gleich die Fortsetzung bestellen sollte, habe es dann aber doch gelassen, weil mir eine leise Stimme zuraunte, ich solle doch lieber erst mal das Ende abwarten. Zum Glück habe ich das getan, denn meine Motivation, diese Buchreihe weiterzulesen, ist nach dem Beenden des ersten Teils erstmal wieder fast auf Null zurückgegangen.


Weil Frau Benning mir aber auch keinen Grund zum weiter-Mitfiebern liefert. Wie schon gesagt, Cliffhanger oder lose, atemraubende Aspekte, die ein "Ich will weiterlesen!" fördern, gibt es am Ende von Teil 1 schon mal nicht. Dann macht sie aber auch noch den Fehler, dass sie die Liebesstory des Buches nicht nur schon einführt, sondern sogar gleich gewissermaßen in vollem Ausmaß darlegt (ja, ich spoilere jetzt hier mal ganz fies, NATÜRLICH geht´s um Elaine und Bale)! Die beiden kriegen sich, wow, das war ja jetzt ... hm, irgendwie gar nicht überraschend. Und dann gibt´s ja auch gar keine Plottwists, gar keine Hürden oder schlimme Geheimnisse mehr, die den beiden noch im Weg stehen würden... Heißt also, die beiden haben sich am Ende von Band 1 schon gesucht und gefunden. Ok, wo ist dann jetzt der Reiz, weiterzulesen? Irgendwie macht doch gerade so eine Jugendstory aus, dass es da ein bisschen Hin und Her gibt, erstmal unsägliche Qualen und Flirtereien und Missverständnisse und am besten verschwindet auch noch irgendwer, der dann gerettet werden muss. Oder seh ich das falsch? Klar, vielleicht kommt das in den Bänden 2 und 3 noch, kann ja sein. Dann hätte ich doch aber trotzdem nicht schon in Band 1 das ganze Pulver verschossen und die Beteiligten (17- und 18-Jährige btw) da schon das große L-Wort sagen lassen - denn mal ehrlich, wie öde ist das, wenn ich schon zum Ende von Band 1 lese, wie die beiden sich gekriegt haben? Da liegt doch letztlich auch der Reiz einer BuchREIHE drin, dass es eben nicht so leicht geht, sondern man als LeserIn erstmal ordentlich mitfiebern und mitleiden muss. So Liebeskummer-mäßig. (Selbst mit über 30 geht das noch sehr gut!)

Das verstehe ich also echt nicht, warum Frau Benning hier schon alle Fäden zusammenlaufen lässt, was die Lovestory ihrer Helden betrifft. Dazu kommt, dass ich Hauptfigur Elaine nicht besonders mochte, was ja auch schon immer schlecht ist für den Leser. Elaine ist mir einfach viel zu wenig blickig, zu impulsiv, sie handelt vorschnell ohne nachzudenken, und noch dazu handelt sie oftmals so dumm und unnötig, dass ich echt nicht anders konnte, als die Augen zu verdrehen. Echt mal, so eine Heldin muss man auch erstmal hinkriegen, die irgendwie völlig unbedacht handelt und dadurch immer nur Chaos und Durcheinander stiftet. Es wirkt halt irgendwie nicht so clever, wenn Elaine 10 Minuten lang gesagt bekommt, sie soll untertauchen und sich verstecken und sich BLOß nicht zeigen - und Elaine dann keine 5 Minuten später auf einen überfüllten Platz rennt und rumschreit und damit - oh, Überraschung! - alle Blicke auf sich zieht. Naja, das soll wohl beherzt und sympathisch wirken, ich fand es nervig. Überhaupt wirft sie ihre Maximen und Überzeugungen recht schnell über den Haufen und hinterfragt nicht viel. Was sie 17 Jahre lang eingebläut bekommen und gelernt hat, ist ohne jegliche Erklärung nach 2 Tagen unter der Grunder-Gemeinschaft inmitten von Wald und Bäumen vergessen. Sie wechselt sehr schnell die Seiten, und auch da hat es sich die Autorin in meinen Augen zu leicht gemacht, ist zu schnell in ein typisches Schwarz-Weiß-/Gut-Böse-Denken geswitcht. Das zeigt sich irgendwie auch daran, dass die Charaktere der (Neben-)Figuren so stereotyp vorhersehbar geraten sind: die dumme und zickige Mia, die nur stänkert; oder der anbetungswürdige und vom Ehrgeiz zerfressene Holden, der doch nur von seinem Vater gesehen werden will und dafür über Leichen geht. Für mich war manches hier leider zu plakativ und manches hat einfach nicht gepasst.


Wie gesagt, es kann sein, dass sich das alles in den beiden Nachfolgebänden noch ändert und vertieft wird und völlig unerwartete Wendungen und Charakteränderungen aller Beteiligten auftreten. Dass es auch viel mehr Erklärungen zu den Vortexen und der Story-Welt an sich gibt. Aber am Ende von Band 1 habe ich aktuell nicht genügend Lust und Interesse an der Story, um direkt weiterlesen zu wollen. Vielleicht läuft mir Band 2 irgendwann mal im Preis reduziert über den Weg. Vielleicht greife ich dann spontan zu. Aber momentan...nicht.


Samstag, 18. September 2021

Blitzlicht: Urlaub in Sicht

Ok, ok, das war mal wieder nichts mit meinem Vorhaben, präsenter auf dem Blog zu sein und vor allem mehr Rezensionen bzw. Bucheindrücke zu schreiben. Keine Ahnung, woran es zuletzt lag, aber ich habe tatsächlich wenig Zeit online verbracht und kaum Eindrücke für Bücher notiert. Natürlich habe ich Gedanken zu einer Geschichte im Kopf, wenn ich einen Buchdeckel zuklappe, aber mich zieht es dann eben einfach nicht zum Aufschreiben. Geht´s da nur mir so? Ich habe immer das Gefühl, andere sind da "disziplinierter" oder nehmen sich nach dem Auslesen oftmals noch mehr Zeit, die Geschichte sacken zu lassen und zu reflektieren, was das Gelesene für einen bedeutet. Vielleicht nehme ich mir dafür manchmal echt zu wenig Zeit.

Oder aber ich brauche diese Zeit wiederum gar nicht. In den letzten Tagen habe ich mich beispielsweise noch einmal durch die komplette "Silber"-Reihe von Kerstin Gier gelesen. Neulich blieb mein Blick an diesen Büchern im Regal kleben und ich fragte mich, warum mir die Reihe damals, als ich die vor ein paar Jahren gelesen hatte, irgendwie nicht so richtig gefallen hat. Ich wusste heute nicht mehr viel von dem Inhalt, aber ich konnte mich erinnern, dass ich die Story an sich doof und irgendwie viel zu wenig besonders fand. Mich hatten die Bücher damals nicht vom Hocker gehauen (erstaunlich, dass ich dann aber doch alle drei gelesen habe), aber warum genau - das wusste ich nicht mehr. Also habe ich sie erneut gelesen - und fand sie dieses Mal wieder nicht so berauschend. Ich glaube, diese "Silber"-Reihe zieht bei mir einfach zwangsläufig den Kürzeren, weil ich weiß, dass mir die "Edelstein"-Trilogie von Frau Gier so gut gefallen hat. Gegen die ist "Silber" nur ein müder Abklatsch, der über drei Bände gezogen wurde, ohne wirklich Inhalt zu haben. Jetzt hab ich mir meine Erinnerung an "Silber" also wieder aufgefrischt, aber eine Buchbewertung muss ich dazu ja echt nicht schreiben...


In den letzten Tagen gingen meine buchigen Gedanken aber ohnehin eher zu der Frage "Welche Bücher nehme ich mit?". Denn ich habe URLAUB und fahre morgen ein paar Tage weg. Und ich freu mich wie blöde, denn das ist das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten, dass ich wirklich mal wieder rauskomme und was anderes sehe als das mir ohnehin vertraute. Ich bin deswegen gedanklich sehr auf Urlaub eingestellt und zum Urlaub gehört natürlich Lektüre, ist ja logisch. Ich habe daher meine Bücher durchforstet und konnte mich nicht wirklich entscheiden. (Ebenfalls logisch.) Letztlich habe ich diese hier zusammengepackt:


Auf keinen Fall werde ich die in den paar Tagen alle schaffen, das ist mir klar. Für mich gibt´s im Urlaub aber nichts schlimmeres, als festzustellen, dass man a) zu wenige Bücher mitgenommen hat und/oder b) sich falsch entschieden hat und sich mit seinem Buch überhaupt nicht anfreunden kann, weil man es aus welchen Gründen auch immer doof findet. Und dann keine Alternative dabei hat. Schrecklich! Also nehme ich lieber ein paar mehr mit (dank Anreise mit dem Auto unterliege ich keinen Gepäck- und Gewichtsbeschränkungen - zum Glück!!), wenn auch eher schmalere. Ausnahme: "Für ein Leben" von Ulrich Woelk, das recht seitenintensiv ist und das ich als Rezensionsexemplar erhalten, bisher aber nur mal die ersten Seiten gelesen habe. Da muss ich echt mal dringend weiterlesen... Ich hoffe, ich habe damit ein bisschen Auswahl zwischen Spannung, Romantik, Abenteuer und Science-Fiction.


Es bleibt also auch die nächsten Tage eher ruhig auf dem Blog, aber dann geb ich mein Bestes, mal wieder mehr hören zu lassen. Definitiv stehen noch ein paar Rezensionen aus. Habt ein schönes Wochenende!


Samstag, 28. August 2021

"Von hier bis zum Anfang" - Chris Whitaker

Piper Verlag, 2021

22,00 Euro



Worum geht´s?

Cape Haven, Kalifornien. Eine beschauliche Kleinstadt vor dem Panorama atemberaubender Küstenfelsen. In diesem vermeintlichen Idyll muss die 13-jährige Duchess nicht nur ihren kleinen Bruder fast alleine großziehen, sondern sich auch um ihre depressive Mutter Star kümmern, die die Ermordung ihrer Schwester vor 30 Jahren nie verwinden konnte. Als deren angeblicher Mörder aus der Haft entlassen wird, droht das fragile Familiengefüge, das Duchess mühsam zusammenhält, auseinanderzubrechen. Denn der Atem der Vergangenheit reicht bis in das Heute und wird das starke Mädchen nicht mehr loslassen ...


Meine Meinung:

Eigentlich hatte ich gar nicht vor, dieses Buch zu lesen. Rein von der Inhaltsbeschreibung hätte es mich nicht erwischt und auch weil schon so viel darüber erzählt wurde als "neues Jahreshighlight etc.", bewirkt dies bei mir zumeist eher das Gegenteil: nämlich kein Interesse, sondern Ablehnung oder zumindest Vorsicht. Dann habe ich "Von hier bis zum Anfang" aber unerwartet als Leseexemplar zugeschickt bekommen und hatte gewissermaßen "keine andere Wahl", als es zu lesen. Zum Glück!

Ich würde rückblickend nicht sagen, dass es mein Jahreshighlight wird oder eins der besten Bücher, die ich je lesen werde. Nein, das nicht. Aber das Buch hinterlässt Eindruck. Es ist ungemütlich, bewegend und aufrüttelnd, dabei merkwürdig unterhaltsam. Es ist brutal und Krimi-mäßig, ohne dabei wirklich eine Kriminalgeschichte zu sein. Es ist dramatisch, ohne Drama zu sein. Es ist herzschmerzig, ohne kitschig oder Klischee-mäßig zu sein. Nein, es ist echt alles andere als Klischee-mäßig, das steht mal fest, denn eigentlich wird man immerzu überrascht angesichts von Wendungen, die man nicht hat kommen sehen. Tatsächlich steckt man als Leser schnell in einem Sog, weil man einfach wissen will, wie es weitergeht. Trotzdem ist "Von hier bis zum Anfang" ein ungewöhnlich ruhiges Buch, ganz ohne wirkliche Aufregung - sieht man von zwei, drei Szenen mal ab. Viele leise Töne, die mich beim Lesen ganz nachdenklich gemacht haben. Genauso, wie mich manche Dialoge ganz verrückt gemacht haben. Zum einen verzichtet Autor Whitaker gern mal darauf, konkret zu schreiben, wer von zwei Personen da z.B. gerade spricht. Manchmal ist das gar nicht ganz ersichtlich und das hat mich dann irgendwie aufgeregt. Noch mehr aufgeregt haben mich aber auch manche Dialoge an sich, weil sie so lückenhaft sind, Figuren einfach nicht auf gestellte Fragen antworten, sondern einen Augenblick später etwas völlig anderes erzählen. Das passt zum Kontext, ja. Es passt auch zum Buch, weil es hier eben irgendwie auch genau darum geht: dass so vieles nicht gesagt wird, dass so vieles nicht ausgesprochen und thematisiert wird, bis es dann manchmal schon (fast) zu spät ist. 

"Von hier bis zum Anfang" ist letztlich die Geschichte von zwei Personen, die durch ein Erlebnis miteinander verbunden sind, wenn auch zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Polizist Walk musste vor 30 Jahren miterleben, wie die kleine Schwester seiner Schulfreundin Star ums Leben kam. Dieses Erlebnis wirft seine Schatten bis heute, wo Duchess, die Tochter von Scarlett, mit den Auswirkungen des Todes ihrer ihr völlig unbekannten Tante zurecht kommen muss. Das Drama dieser recht amerikanischen Geschichte nimmt seinen Lauf, als der damalige Täter nach 30 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.

Insgesamt hat mir trotz aller anfänglichen Vorbehalte "Von hier bis zum Anfang" ziemlich gut gefallen und - wie schon gesagt - Eindruck bei mir hinterlassen. Es ist eine Geschichte, die noch länger in meinem Kopf herumschwirren wird. Was ja nicht jedes Buch schafft.


Freitag, 27. August 2021

Freitagsgedanken: Neue Bücher

Diesen Monat habe ich den Blog ja mal wieder ziemlich vernachlässigt, obwohl ich das so wirklich gar nicht vor hatte. Ich saß nur echt gar nicht so oft vorm Laptop und eigentlich bedauere ich das gar nicht :D Ich habe eine ganze Menge gelesen im August (ist ja auch noch gar nicht vorbei), auch "volumige" Bücher fürs Dicke-Bücher-Camp, das ja am 31.8. wieder endet. 

Und ich wollte definitiv mal wieder einige Rezensionen schreiben; ja, ich hatte richtiggehend Lust aufs Rezensionen-Schreiben, und das kommt bei mir ja leider gar nicht mehr so häufig vor... Insofern habe ich das ganz oben auf der Liste stehen, die ich in den nächsten Tagen abarbeiten will. Auch zu den "dicken Büchern" werde ich vielleicht wenigstens kurze Leseeindrücke schreiben. Immerhin ist das hier ein Lese- und Bücherblog, also muss ich mir das wirklich mal wieder bewusst vornehmen, daran zu denken. Zuletzt lief es aber eher so ab, dass ich nach dem Auslesen eines Buches meist direkt ein anderes gegriffen habe, und dann waren alle möglichen Gedanken und Ideen, die ich vielleicht zu einem Buch entwickelt hatte, schnell wieder schwammig oder nicht mehr so wichtig oder auch ganz weg. Aber ich nehm´s mir fest vor!


In der Zwischenzeit zeige ich euch mal die neuen Bücher, die in den letzten Tagen und Wochen bei mir eingezogen sind. Irgendwie alle davon wollte UNBEDINGT haben, wie das halt so ist bei Büchern; aber manche standen dann doch länger auf der Wunschliste, andere haben es ganz spontan in den echten oder virtuellen Warenkorb geschafft und andere - tja, die waren irgendwie eher so Zufallskäufe. 

Gewartet habe ich auf "Die Anomalie", weil es echt schräg klingt und gerade zuletzt auch von vielen "gehyped" wurde (wobei ich darauf tatsächlich gar nicht soviel gebe). Sehr neugierig war und bin ich auch auf "Anarchie Déco" und ich muss gestehen, dass ich hoffe, dass das kein totaler Fehlkauf ist, weil es zu kurios klingt und es auch gut sein kann, dass das gar nicht meinen Geschmack trifft. Ich bin mal gespannt. "Vortex" und "Neon Birds" sind so Käufe, um die ich schon länger herumschwirrte (ja, zugegeben, auch weil so viele sie so gut finden), und nun habe ich dem inneren Drang halt mal nachgegeben :o (Zumindest bei "Vortex" sehe ich das mittlerweile leider doch etwas kritisch, denn das habe ich schon ausgelesen und habe nun am Ende ziemlich viele Kritik- und Meckerpunkte. Vielleicht Hoffentlich Höchstwahrscheinlich wird das also eine der ausstehenden Rezensionen.) Total spontan sind dagegen "Das Reich der Asche" und "Where dreams descend" sowie "Die letzte Bibliothek der Welt" bei mir eingezogen, weil ich ja finde, dass man Impulskäufe nicht unterschätzen sollte. So. Klingen halt alle irgendwie gut, auch wenn sie ganz unterschiedlich sind.

Vielleicht ist ja auch was für euch dabei, lasst euch inspirieren, wenn ihr wollt, und berichtet mir gern, was ihr euch zuletzt gekauft habt! ;)


Samstag, 24. Juli 2021

"Carolines Bikini" - Kirsty Gunn

OKTAVEN im Verlag Freies Geistesleben, 2021

24,00 Euro


HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)



Worum geht´s?

Es hat gefunkt beim ersten Anblick. Evan ist in Liebe zu Caroline entbrannt. Alles Weitere soll seine gute alte Freundin Nin für ihn festhalten. Am besten in Form eines Romans – den sie bei unzähligen Treffen in diversen Londoner Pubs bereden. Die Geschichte müsste bald Fahrt aufnehmen, meint Nin, als deren Erzählerin. Obwohl sie  … andererseits …

Aber es gibt ja berühmte literarische Vorbilder für diese Art von Liebe.


Meine Meinung:

Warum wollte ich dieses Buch lesen? Nun, zugegeben, meine Gründe waren recht einfache: 1. Ich heiße Caroline, dachte also, es wäre doch ganz nett, etwas über eine Namensvetterin zu lesen. 2. Ich habe ein Faible für schwurbelige, komplizierte Liebesgeschichten, die schließlich aber doch - irgendwie - ihr Happy End finden. Und ich bin davon ausgegangen, hier genau so etwas zu finden.

Leider... war das nicht der Fall. Das Buch hinterlässt ziemlich gemischte Gefühle bei mir, weil es einige Punkte gab, die mich gestört oder sogar sehr genervt haben. Allen voran leider (und da liegt wohl schon das Hauptproblem für mich): ich konnte mit den Hauptfiguren nichts anfangen. Gar nichts. Sowohl Emily als auch Evan waren mir so unsympathisch, mir so gleichgültig, dass es mir letztlich total egal war, was mit ihnen passiert. Ob Evan seine Caroline, in die er sich so sehr Hals über Kopf verguckt hat, am Ende tatsächlich erobert, oder vielleicht auch nicht - nach einem Viertel des Buches war mir das einfach egal. Evan ist so oberflächlich; er rühmt sich damit, schon in vielen verschiedenen großen Städten gewohnt und gearbeitet zu haben, "kosmopolitisch" zu sein - bezüglich seiner Persönlichkeit und seines Charakters ist er aber leider so flach und leer geraten wie ein Briefumschlag. Emily nimmt sich letztlich ebenso wichtig; sie rühmt sich damit, ab und zu eine Kurzgeschichte zu veröffentlichen, was sie insgeheim scheinbar zu einer großen, leider verkannten Schriftstellerin macht. Offenbar reicht das aber schon aus, um sich im Leben richtig wichtig zu fühlen. Die beiden saufen sich durch die Buchseiten, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn beide sind während der kompletten Handlung eigentlich nur in Pubs und/oder beim Trinken anzutreffen. Klar, das steht letztlich schon in der Inhaltsangabe drin, aber kann das echt der ganze Inhalt sein?! Alkohol wird hier gefeiert wie nichts anderes, ein Umstand, der der Autorin Kirsty Gunn offenbar so wichtig war, dass sie in ihrem "Zugaben"-Teil am Ende des Buches doch allen Ernstes noch eine Liste der im Buch erwähnten Gin-Sorten abdrucken musste - als müsste sich der geneigte Leser direkt erstmal was zum Picheln zulegen.


Was mich letztlich ebenso sehr gestört hat, war der Schreibstil. Ich fand es unfassbar anstrengend, dieses Buch zu lesen, weil Emily in ihrer Art zu erzählen so ausufernd, leiernd und nervend ist, dass ich nicht nur das Buch, sondern direkt am liebsten Emily schütteln wollte. Teilweise unglaublich lange Schachtelsätze ohne wirklichen Inhalt. Ich hab es nicht ganz verstanden, scheinbar bemüht sich die Autorin Gunn, hier insgeheim ein besonderes Erzählmaß anzuwenden, das von "literaturhistorischer" Bedeutung ist. Was sich dahinter versteckt, kann ich nicht sagen. Mich hat das Lesen genervt. Ständig sind Fußnoten eingebettet, die letztlich aber so nichtssagend sind, dass man sie sich auch gut sparen könnte - nach einigen Seiten habe ich sie auch gar nicht mehr gelesen. Außerdem macht Frau Gunn in echt und Emily als ihr Sprachrohr im Buch ein unheimliches Gewese um den "Zugaben"-Teil am Ende des Buches. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass man an dieser und jener Stelle unbedingt den Zusatz-Teil lesen solle für ergänzende Informationen. Aber warum? Ich fand den Zugaben-Teil irgendwie überflüssig, denn er hat doch mit der eigentlichen Story gar nichts mehr zu tun. Wie schon gesagt, da sind so "wichtige" Sachen drin wie die Aufzählung der Gin-Sorten oder Gegenden in London. Hä? Keine Ahnung, der Sinn dahinter hat sich mir hier echt nicht erschlossen und ich hab mich dann irgendwann gefragt, ob das nicht eigentlich alles ironisch gemeint ist. 

Wie oben schon angedeutet, die eigentliche Handlung war mir irgendwann total egal. Ich hab Absätze überflogen, quergelesen, ganze Seiten überschlagen - und hatte am Ende das Gefühl, trotzdem absolut nichts verpasst zu haben.

Das klingt jetzt alles ganz schön böse, ich glaube aber tatsächlich, dass dieses Buch wirklich seine Fans finden kann - eben weil es so anders ist und aus der eigentlichen Masse an "herkömmlich geschriebenen Romanen" heraussticht. In der Hinsicht es etwas besonderes. Es war nur eben leider nicht mein Buch.


Trotzdem vielen Dank an den Verlag Freies Geistesleben!!


Sonntag, 4. Juli 2021

Halbjahres-Update Challenges 2021

Der Juni ist vorbei, Wahnsinn, oder? Ein halbes Jahr schon wieder komplett vorbeigegangen... Jetzt sind wir im Juli, einen Monat, den ich echt nicht mag, das hab ich ja neulich schon geschrieben. Aber der geht auch vorbei, das ist das Gute daran ;)
Jedenfalls hatte ich mir vorgenommen, Ende Juni einen kurzen Check zu machen, wie weit ich bei den verschiedenen Leseaktionen bin, bei denen ich in diesem Jahr teilnehme. Nun ist heute schon der 4. vom neuen Monat, aber das macht nichts. Vorher bin ich nicht dazu gekommen. Das ist letztlich auch der Grund, weshalb ich jetzt an dieser Stelle tatsächlich nur für mich meinen aktuellen Stand aufliste, und nicht noch bei allen Teilnehmenden ein Update zusammenfasse. Dafür fehlt mir gerade einfach ein bisschen die Zeit - und wenn ich ehrlich sein soll, auch die Lust. Lieber nutze ich die freie Zeit zum Lesen. 
Mich interessiert es natürlich trotzdem sehr, wie es bei euch, den Teilnehmenden, so aussieht mit den Leseaktionen, insofern: Schreibt gern, wie es bei euch läuft. Ob es irgendwo Schwierigkeiten gibt, passende Bücher zu finden oder sonstwas. 

"Lesebingo 2021":
Da bin ich bisher ziemlich zufrieden, denn ich habe schon 17 der 25 Kategorien lesenderweise erfüllt (Stand siehe HIER). Was Rezensionen zu den gelesenen Bücher betrifft, sieht es deutlich schlechter aus. Aber irgendwie habe ich seit einiger Zeit wirklich so absolut gar keine Lust, Rezensionen oder Leseeindrücke zu schreiben. Das tut mir selbst total Leid, denn letztlich soll es in dem Blog ja auch vor allem darum gehen. Ich habe auch eine Liste mit ausstehenden Rezensionen im Kopf und will in den nächsten Tagen mein Bestes geben, mal daran zu denken. Das Gute ist ja: Rezensionen schreiben ist kein Muss fürs Lesebingo, also keine Panik!
Ich bin zuversichtlich, die restlichen Kategorien für das Lesebingo ebenfalls abzuarbeiten, und vielleicht brauche ich dieses Jahr nicht mal einen Joker! Meine größte "Problem-Kategorie" hier ist momentan tatsächlich "Ein Buch, das dich zum Lachen bringt", denn ich habe schon ziiiiemlich lange kein wirklich lustiges Buch mehr gelesen und habe dafür auch noch keins im Auge. Das ist bei den anderen ausstehenden Kategorien anders, da habe ich zumindest eine Idee, was passen könnte. 
Habt ihr Tipps für lustige Bücher?

"Klassiker lesen in 2021":
Ok, da sieht es echt mau aus, das muss ich zugeben. Vor einigen Tagen habe ich "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte ausgelesen, nach nur wenigen Stunden, weil mich das Buch irgendwie ziemlich gefesselt hatte. Ich rechne mir dieses Buch mal für diese Challenge an, weil es ein bisschen als "moderner Klassiker" gilt, zumindest habe ich das mehrfach gelesen. Aber eigentlich hatte ich natürlich vor, "ganz andere" typische Klassiker zu lesen (siehe meine Liste HIER), aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher einfach noch gar keine Lust auf eins dieser Bücher hatte. Ein heißer Favorit für weitere wird noch "Momo" sein, das ich endlich mal lesen will, und vielleicht eins von Garcia Márquez. Aber sonst? Zieht es mich trotz meines Vorsatzes für dieses Jahr bisher nicht wirklich in die Klassiker-Ecke...

"21 Bücher für 2021":
Dafür kann ich bei dieser Leseaktion glänzen, und ich bin ziemlich stolz auf mich. Die 21 ausgesuchten Bücher waren alles ungelesene Bücher, die teilweise schon länger in meinen Regalen vor sich hin schmorten. Und irgendwie muss ich Ende 2020, als ich diese 21 spontan ausgesucht habe, ein glückliches Händchen gehabt haben, denn ich hatte in den letzten 6 Monaten echt richtig Lust auf diese Bücher. Deswegen fiel es mir bisher auch überhaupt nicht schwer, die ausgesuchten Bücher wegzulesen, und so habe ich schon 11 von den 21 beendet (Liste siehe HIER). Zwei weitere sind angefangen. Das ist für mich ein echt guter Schnitt, denn in den letzten 3 Jahren, in denen ich auch bereits bei dieser (Instagram-) Aktion teilgenommen hatte, war ich immer total schlecht. Ich hab da kaum welche von den ausgesuchten Büchern gelesen, weil andere dazwischen gekommen sind. Aber dieses Jahr? Bin ich sehr zuversichtlich, dass ich da viele von meiner Liste streichen kann. Ob alle 21, das glaube ich nicht, aber 3 oder 4 weitere werde ich sicher noch in Angriff nehmen. Die Leseaktion hat sich echt gelohnt, weil ich mal ganz bewusst zu ein paar ungelesenen Büchern gegriffen habe.


Wie sieht es denn bei euch aus? Welche Challenge/ Leseaktion läuft bei euch richtig gut, welche vielleicht nicht so toll? 


Dienstag, 29. Juni 2021

Das #dickebüchercamp geht wieder los

Es gibt nicht allzu viel, was ich am Juli mag. War schon immer so. Sommer und ich, das passt einfach nicht. Und aktuell befinden wir uns in meiner persönlichen Hass-Jahreszeit, der ich absolut nichts positives abgewinnen kann. Am liebsten würde ich mich nur bei verdunkelten Zimmern und mit ausreichend kühlen Getränken zuhause verkriechen und erst wieder rauskommen, wenn es Richtung Oktober und damit Herbst geht. Klappt ja aber leider nicht so wirklich.


Immerhin hat der Juli einen Vorteil: Bei Instagram läuft im Juli und August wieder das #dickebüchercamp, das Marina alias @nordbreze ausgerufen hat. Das gibt es jetzt schon seit ein paar Jahren (4, glaube ich) und ich war jedes Jahr mit dabei. Eigentlich versteckt sich dahinter nur der Gedanke, dass man im Sommer bewusst nach dicken Schmökern greifen könnte, die viele viele Seiten Unterhaltung versprechen. Gemeint sind alle Bücher, die mehr als 500 Seiten haben. 

Ich mache auch dieses Jahr wieder gern mit. Ich werde natürlich nicht nur solch dicke Bücher lesen, dafür habe ich noch viel zu viele andere tolle (dünnere) Bücher hier liegen. Aber ich habe mir eben auch ein paar der dickeren Bücher herausgekramt, die mich aktuell ansprechen. Das sind:


- "Die Landkarte der Zeit" von Felix J. Palma

- "Böses Blut" von Robert Galbraith

- "Der Astronaut" von Andy Weir

- "Die Romanows" von Simon Sebag Montefiore und

- "Straße der Wunder" von John Irving


Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich schon sehr lange kein Buch mehr von John Irving gelesen habe. Seine letzten beiden habe ich zwar, habe aber nie reingelesen. Früher habe ich jeden Sommer ein Buch von ihm gelesen - vielleicht sollte ich das dieses Jahr auch endlich mal wieder machen.

"Die Romanows" habe ich seit ein paar Jahren im Regal stehen und will schon ewig mal reinlesen. Ich mag so dicke Schinken über Familiendynastien. Einer meiner besten Sommer wird immer der bleiben, als ich eine Biografie über die Medici gelesen habe... :D Herr Montefiore soll jedenfalls sehr gut und sehr spannend schreiben, daher bin ich mal sehr neugierig. Ich glaube allerdings nicht, dass ich das Buch komplett schaffe, eher werde ich wohl portionsweise darin lesen.

Ansonsten reizen mich "Böses Blut", der 5. Teil der Reihe um Cormoran Strike, sowie "Der Astronaut" sehr, da hab ich richtig Lust auf die Geschichten. Ich habe, auch wenn noch nicht Juli ist, auch am Sonntag schonmal ein paar Seiten bei "Böses Blut" reingelesen. (Pssst!)

Und "Die Landkarte der Zeit" steht auch schon sehr lange ungelesen in meinem Regal. Neyasha empfahl mir dieses Buch vor einer Weile, als ich nach Bücher zum Thema Zeitreise gefragt hatte. Ich lasse mich mal überraschen.


So. Auf ins Büchercamp, würde ich mal sagen. Was lest ihr denn so zur Zeit?


Donnerstag, 3. Juni 2021

Von ausrangierten Büchern und verpassten Chancen


Kennt ihr das? Ihr habt irgendwann mal ein Buch gelesen, es nur so für lala gehalten, euch gedacht "Das lese ich sowieso nie wieder und ein Favorit war es auch nicht, gebe ich es halt weiter" - und dann habt ihr es verschenkt, verkauft, ausgelegt, was auch immer. Weg war das Buch. Und dann, ein paar Jahre später, habt ihr plötzlich wie aus dem Nichts eine Erinnerung an genau dieses Buch im Kopf, eine Szene, die euch noch einfällt, irgendein Detail; oder vielleicht auch gerade nicht genug, dass ihr versucht, euch an etwas spezielles aus eben genau diesem Buch zu erinnern - und es fällt euch nicht mehr ein. Oder plötzlich, nach einer Weile, hat man das Gefühl, man würde manche Dinge, Szenen oder Zusammenhänge aus diesem Buch viel besser verstehen, plötzlich würde da etwas Sinn machen, was es vorher beim Lesen nicht tat. (Weshalb man es vielleicht nur so lala fand.) Und dann denkt man sich "Hm, hätte ich das Buch mal noch hier..."


Kennt ihr das? Habt ihr das schon mal gehabt? Dass ihr euch plötzlich wünscht, genau dieses Buch, das man damals weggeben hat, doch wieder zu haben? Weil man nochmal etwas nachlesen will, oder vielleicht sogar das ganze Buch noch einmal, weil man heute (!!) das Gefühl hat, heute würde einem dieses Buch soviel mehr geben als damals.

Echt schräg. Aber genau so geht es mir seit ein paar Tagen. Neulich hatte ich auf einmal den Gedanken an ein Buch im Kopf, das ich vor ein paar Jahren gelesen habe. Ich weiß gerade weder, wie es heißt, noch wer es geschrieben hat. (Eine Frau, glaube ich.) Es war dystopisch in dem Sinne, dass die Welt gerade einen halben Weltuntergang erlebt hatte, war dabei aber nicht so Action-und Spannungsmäßig, sondern ein ganz ruhiges nachdenkliches Buch. Aus mehreren Perspektiven berichteten mehrere Personen, wie sie die letzte Zeit erlebt hätten. Alle waren miteinander verbunden durch eine Person, einen Professor oder Schauspieler oder Autor oder so...? 

Ich weiß noch, dass mir das Buch damals, glaube ich, zu langatmig war - zu viel Gerede, zu wenig Apokalypse oder so. Vermutlich hatte ich ganz andere Erwartungen, aber das weiß ich nicht mehr. Könnte auch sein, dass ich das hier auf dem Blog besprochen habe (wahrscheinlich sogar), aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, mich durch Jahre von Posts zu scrollen, zumal ich nicht mal mehr sagen könnte, wieviele Jahre das her ist. Und dafür ist es mir letztlich auch nicht wichtig genug. Ich MUSS dieses Buch jetzt nicht wiederfinden. Ich habe es damals weggegeben, verkauft, glaube ich. Weil ich mir dachte: das lese ich eh nie wieder. Und jetzt? Würde ich glatt mal wieder darin rumblättern.


Sowas macht mich natürlich nachdenklich darüber, wie ich mit gelesenen Büchern umgehe. Ob es richtig ist, Bücher wirklich irgendwann auszusortieren (denn mal ehrlich: das muss man einfach, wo sollen die sonst alle hin?!). Ob gerade Bücher, die man nicht grottenschlecht, aber eben wirklich nur so lala fand, so mittelmäßig, ob man solchen Bücher nicht prinzipiell die Möglichkeit zu einer zweiten Chance einräumen sollte. Ich hab das schon oft gehabt, dass ich ein Buch einfach zur falschen Zeit angefangen habe und doof fand, und als ich es Monate später nochmal probiert habe, hat es mir dann sehr gefallen. Aber wer weiß das schon? Und Bücher dafür jahrelang zu horten, nur weil es sein könnte, dass...? Kann ja auch nicht die Lösung sein.

Naja. Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Post schreiben, aber das hier ging mir gerade durch den Kopf. Also einfach mal raus damit. Wie geht ihr damit um? Und bitte, BITTE, sag mir jemand, dass es ihm/ihr schon mal genauso gegangen ist, dass plötzlich ein schon lang ausrangiertes Buch sich gedanklich wieder in Erinnerung rief und man ernsthaft überlegte, ob es ein Fehler war, es wegzugeben... 

Danke.



Donnerstag, 20. Mai 2021

Ich habe Bücher gekauft.

Ich habe mir Bücher gekauft in der letzten Zeit.

Ziemlich viele, wenn ich mal ehrlich sein soll - und das schlimmste: in noch gar keins davon habe ich bisher mal reingelesen. Weil ich noch so viele andere Bücher angefangen habe oder zumindest zuerst lesen möchte. Trotzdem zeige ich euch heute mal meine neuen Bücher. Die auf dem obersten Bild habe ich alle gekauft, tatsächlich alle, da gibt´s gar nichts schön zu reden: ich hab halt echt Geld für Bücher verprasst :o


Aber klingen halt auch alle gut, was soll ich da machen. Um manche davon wurde ziemlich viel Werbung und Wirbel in den sozialen Medien und auch bei den Verlagen gemacht, so z.B. "Mr. Parnassus´ Heim für magisch Begabte" oder auch "Die Nacht der Acht". "Night of Crowns" und "A history of us" klingen zugegeben eher so nach jugendlich-leichter Herzschmerzlektüre, aber manchmal muss es eben auch sowas sein, finde ich. Auf "Imperator" von Kai Meyer, das zusammen mit Lisanne Surborg geschrieben wurde, bin ich sehr gespannt. Es geht wieder nach Italien! "Singularity" von Joshua Tree fiel mir neulich mal zufällig online ins Auge, und diese Sciene-Fiction Virtual Reality Geschichte klang irgendwie gut. 

Und schließlich noch "Kleine Wunder um Mitternacht", auf das ich schon vor einigen Wochen online gestoßen war - es klang ziemlich nett. Ich tu mich zwar irgendwie schwer mit asiatischen Autoren, das merke ich leider immer wieder, aber ich dachte, ich probiere es einfach mal wieder. Denn dieses Buch war in der letzten Schmökerbox vom April und nach vielen Monaten habe ich dieses Überraschungs-Buch-Prinzip mal wieder für mich ausprobiert. Was auch daran lag, dass die kleinen Tipps, die für das Buch vorher in der Beschreibung gegeben wurden, mich vermuten ließen, dass es sich bei dem "Book Blind Date" in der Schmökerbox um eben dieses Buch handeln würde - und ich hatte Recht. Es ist erst die dritte Schmökerbox, die ich mir überhaupt bestellt habe. Meistens waren die "Goodies" und Co., die mit als Überraschung in der Box enthalten waren, für mich irgendwie nichts, eher so Staubfänger oder Dinge, die ich einfach nicht gebrauchen konnte. In der April-Box waren ganz nette Dinge dabei, vor allem das schöne Briefpapier gefällt mir total gut, ebenso wie das Tokio-Notizbüchlein. Zusätzlich gab es einen Kugelschreiber, ein kleines Schälchen und zwei Kerzen. Schon ok, es mal wieder mit einer Schmökerbox probiert zu haben.

Dann hatte ich Ende April auch noch Geburtstag und bei mir gibt es ja keinen Geburtstag ohne Buchgeschenke (zum Glück). Ich nutze meinen Geburtstag daher auch ganz gern, um mir bewusst Bücher zu wünschen, die ich mir selbst meistens nicht kaufen würde, auch wenn sie mich interessieren (z.B. weil sie mir zu teuer sind, aber pssst!). Gewünscht habe ich mir daher dieses Mal auch eher etwas teurere Sachbücher ("Atlas der Gefahren") bzw. einen Ausstellungskatalog über die Werke von Gerhard Glück, einem Illustrator und Cartoonisten, dessen Bilder ich sehr mag. Dazu gab es "Doktor Oldales geographisches Lexikon", auf das mich Neyasha neulich neugierig gemacht hat, als sie das gelesen hat. Dazu gab es den (hoffentlich) gruselig angehauchten Roman "Die zehnte Muse" von Alexander Pechmann und als Überraschungsgeschenk eine signierte Gryffindor-Ausgabe von "Harry Potter and the Philosopher´s Stone" - ich hab nicht schlecht geguckt! :D (Dabei bin ich laut dem Test auf Pottermore gar kein Gryffindor, aber das ist ja eigentlich auch egal...) Ich hab mich jedenfalls riesig über alles gefreut und brauche jetzt nur richtig richtig viel Zeit, um mich in alle Seiten vergraben zu können. :D


Samstag, 15. Mai 2021

"Der große Sommer" - Ewald Arenz

Dumont Verlag, 2021

20,00 Euro



Worum geht´s?

Die Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Frieder: Nachprüfungen in Mathe und Latein. Damit fällt der Familienurlaub für ihn aus. Ausgerechnet beim gestrengen Großvater muss er lernen. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann - und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird.
Hellsichtig, klug und stets beglückend erzählt Ewald Arenz von den Momenten, die uns für immer verändern.



Meine Meinung:

Ein Sommer in den 80ern für Frieder, seine Schwester Alma und ihre Freunde. Ein Sommer wie jeder andere, könnte man sagen, und doch ist er in der Erinnerung von Frieder genau das nicht. Denn dieser Sommer bedeutete für ihn rückblickend das Ende der Kindheit und den Übergang zum Erwachsensein. Frieder, wegen seiner schlechten Noten und damit einer ernsthaften Versetzungsgefahr zum Lernen bei den Großeltern verdonnert, lernt neben Latein und Mathe an diesen schwül-heißen Sommertagen aber auch, was es heißt, sich zu verlieben, als Freund gebraucht zu werden und vor allem: wie schnell so ein Sommer vorbei sein kann und mit ihm alles, was er enthielt.

Dies ist das erste Buch, das ich von Ewald Arenz lese, obwohl ich schon viel Gutes über seine Bücher gehört habe. Ich war neugierig, was er zu erzählen haben würde, und wurde letztlich nicht enttäuscht. Er schafft es, diese heißen hellen Sommertage auf die Buchseiten zu bannen und mit ihnen all die kleinen und großen Wunder und Besonderheiten, die Frieder und seine Freund in diesem Jahr erleben. Nicht nur schönes, nein, auch der Ernst des Lebens meldet sich zu Wort. Mir hat gut gefallen, wie sehr ich mir diese Begebenheiten durch seine Art zu schreiben vorstellen konnte. Zugleich ist es für mich ein eher kurzweiliges Buch, schnell im Gelesenwerden, und irgendwie ebenso schnell vorbei wie der Sommer von Frieder; zugleich aber weniger in der Lage, bei mir ebensolche Spuren zu hinterlassen. Ich hab das Buch gern gelesen, aber das war´s dann halt auch. Im Sommer werde ich daran wohl schon nicht mehr denken. Das lag vielleicht auch daran, dass ich anfangs dachte, es würde "mehr" passieren, wobei ich mit diesem "mehr" nicht zwingend mehr Aktion und Spannung meine, sondern vermutlich eher - ja, mehr gedankliche Spuren vielleicht. Irgendein Paukenschlag. Ich denke, das lag auch an den hier und da eingestreuten Abschnitten im Text, die in der Zukunft von diesem Sommer (also heute) spielen. Diese ließen mich vermuten, dass in diesem besagten Sommer wohl etwas so unwiderruflich besonderes oder eindrückliches geschehen müsste, dass es den Frieder von heute noch so gedanklich beschäftigen würde. Am Ende bleibt einiges offen, was man sich als Leser unweigerlich fragt, der die vier Freunde lesend durch diesen Sommer begleitet hat. Trotzdem hat mir "Der große Sommer" gut gefallen. 


Sonntag, 2. Mai 2021

Blitzlicht und Mai-Bücher

Hallo ihr Lieben!
Einen schönen Sonntag wünsche ich euch. Ich hoffe, ihr macht es euch heute noch mit einem guten Buch gemütlich; bei mir zumindest ist das Wetter herrlich verregnet und bäh - da bietet sich Lesen optimal an ;)

Aktuell lese ich "Die kuriosen Symptome der Liebe" von Colleen Oakley, das bestimmt schon 3 oder 4 Jahre bei mir herumstand, bevor ich es Ende des letzten Jahres in meine #21für2021 Leseliste von ungelesenen Büchern mit aufgenommen habe. Und es ist mal wieder ein typisches Beispiel für "Wieso habe ich das nicht schon viel früher gelesen?!" Ich mag das Buch total, bin schon gespannt, wie es weitergeht. Es ist eine Liebesgeschichte, bisher aber völlig kitschfrei oder übertrieben. Es geht um Jubilee, die mit einer ungewöhnlichen Allergie geboren wurde: eine Allergie gegen Menschen. Sie kann niemanden berühren oder läuft sonst ernsthaft Gefahr, an der Berührung zu sterben. Bisher hat sie das in ihrem Einsiedlerleben nicht weiter gestört, aber jetzt hat sie Eric kennengelernt - naja, und sich irgendwie verliebt...
Bisher eine wirklich schöne, toll geschriebene und kurzweilige Geschichte. Ich tipp hier noch schnell fertig, dann lese ich weiter :D

Ansonsten sind Bücher bei mir in den letzten Tagen irgendwie sehr präsent. Ich habe einige Bücher bestellt, die nach und nach angekommen sind, habe meiner Schwäche für Mängelexemplare mittels einer Bestellung bei Arvelle nachgegeben und hatte Geburtstag, weshalb auch da ein paar neue Bücher eingezogen sind. In den nächsten Tagen mache ich mal ein Foto meiner neuen Bücher und zeige sie euch.
Dann gibt´s ja neue Verlagsvorschauen von verschiedenen Verlagen und ich hab es noch gar nicht geschafft, mir mal irgendeine anzuschauen. 
Und ich habe mal geschaut, welche Bücher jetzt im Mai erscheinen, die mich interessieren. Folgende sind es geworden:



Vorbestellt habe ich schon vor einigen Wochen eine signierte Ausgabe von "Mister Impossible" von Maggie Stiefvater. Irgendwie habe ich mich da mitreißen lassen, wenn ich jetzt so drüber nachdenke. Denn ich brauche weder zwingend die amerikanische/englische Ausgabe sofort, noch brauche ich die signierte (auch wenn´s natürlich nett ist) und obendrein habe ich noch nicht mal Teil 1 dieser Spin-off Reihe um Ronan Lynch, der bei den Raven Boys ja schon eine wichtige Rolle hatte, gelesen. Naja. Was soll´s. Irgendwann in den nächsten Wochen kommt jedenfalls dieses Buch bei mir an. Ich kann´s ja dann mal zeigen.

Vorbestellt ist ebenfalls "Imperator" von Kai Meyer und Lisanne Surborg, das es bereits als Hörbuch-Edition gab, das ist allerdings völlig an mir vorbei gegangen (vermutlich, weil ich keine Hörbücher konsumiere). Alle Episoden wurden nun in Romanform zusammengefügt und "Imperator" ist das Ergebnis. Das hat mich irgendwie neugierig gemacht, es geht um Rom in den 60ern, und außerdem hatte ich mal wieder Lust auf was von Kai Meyer.
Gerade gestern erst entdeckt habe ich "Das Vierzehn-Tage-Date" von René Freund. Es geht um Corona und Quarantäne und Dating in Zeiten von Quarantäne. Ganz ehrlich? Hab ich Lust, noch mehr als ohnehin schon von Corona zu hören und zu lesen? Eigentlich nicht. Nur bei Herrn Freund mache ich da eine Ausnahme, denn seine Bücher und Romanideen mag ich eigentlich immer sehr. Und ich kann mir gut vorstellen, dass diese Geschichte hier auch sehr liebenswert sein wird. Für 160 Seiten finde ich 18 Euro zwar ziemlich happig, muss ich sagen, aber vielleicht überwiegt Ende des Monats einfach meine Neugier.
Auch Herr Musso bringt mal wieder (natürlich!) ein Buch heraus, "Eine Geschichte, die uns verbindet". Es geht offenbar um Romanfiguren, die ein Eigenleben entwickeln, zumindest ist das mein Eindruck vom Lesen der Inhaltsangabe. Aber zugleich denke ich mir, dass Herr Musso doch sowas schonmal geschrieben hat ("Das Papiermädchen"), außerdem nervt mich tatsächlich auch ein bisschen, dass es schon wieder in New York und Paris spielt. Irgendwie immer dasselbe bei ihm. Ich hab ja schon ein paarmal geschrieben, dass ich mit seinen Büchern irgendwie so eine Hassliebe verbinde. Dieses Buch werde ich mir wohl direkt erstmal nicht zulegen, sondern ein paar Stimmen abwarten. Vielleicht wäre ich da wieder viel zu enttäuscht nach dem Lesen.

Und dann noch zwei fantasy-angehauchte Bücher, die mir aber vielleicht ein bisschen zu jugendlich sind, also zumindest für jüngere Leser geschrieben; und ich bin mir nicht sicher, ob ich da gerade so Lust darauf habe. Auch hier warte ich sicher erstmal ein paar Stimmen ab: "All our hidden gifts - Die Macht der Karten" von Caroline O´Donoghue, das wegen der Tarotkarten zwar ganz interessant klingt, aber eben auch sehr Schulmädchen-mäßig. Und "Fluch der sieben Seelen" von Adalyn Grace, das mit Piraten, Seelenmagie und Ungeheuern irgendwie kurios klingt, mich dadurch aber zugleich skeptisch macht. Mal sehen.

Soweit erstmal dazu. Gibt es Mai-Bücher, auf die ihr schon wartet oder die ihr gar schon vorbestellt habt? Habt einen schönen Sonntag!

Freitag, 16. April 2021

Freitagsgedanken: Zeitreisen gesucht!

Also genauer gesagt: Bücher über Zeitreisen gesucht!

Irgendwie habe ich derzeit total Lust auf eine gute und spannende Zeitreise-Geschichte. So sehr, dass ich - mal wieder - mein altes und schon in die Jahre gekommenes Exemplar von "Das Jesus Video" von Andreas Eschbach rausgekramt habe und seit gestern ein wenig darin schmökere. Auf dem Foto ist mein Buch zu sehen. Es ist mittlerweile 21 Jahre alt (!!!) und wurde in der Zwischenzeit bestimmt 7x von mir gelesen. Mindestens. Dafür sieht es noch erstaunlich gut aus, finde ich, bis auf einige Leserillen an der Seite, die angestupsten Ecken und - naja, die mittlerweile leider etwas vergilbten Seiten. Wenn mein Buch nach 21 Jahren schon so aussieht - wie müssen dann erst die Papiere aussehen, die im Buch nach 2000 Jahren eingegrabenen Daseins in der Erde gefunden werden?! :D

Übrigens: Das damalige Cover finde ich eigentlich katastrophal gruselig mit diesen beiden vermummten Gestalten da drauf. Und das ganze Cover als solches ist auch irgendwie fürchterlich trostlos-nichtssagend. Eigentlich nicht sehr verlockend zum Kauf. Trotzdem hab ich es mir damals zugelegt und habe das bis heute nicht ein einziges Mal bereut. Im Gegenteil: Ich finde, "Das Jesus Video" ist einer der besten Zeitreise-Romane, die ich je gelesen habe. Mir gefällt die Story immer wieder, sie ist stets wieder spannend (wenn man einige Zeit verstreichen lässt zwischen mehrmaligem Lesen) und regt ordentlich die Fantasie und das Vorstellungsvermögen an.


Allerdings will ich ja nun nicht auch immer nur "Das Jesus Video" lesen. Im Laufe der Jahre habe ich auch andere Bücher zum Thema Zeitreisen gelesen; einige davon waren - zugegeben - aber eher Geschichten aus der Jugendliteratur (z.B. die "Edelstein-Trilogie" von Kerstin Gier oder "Zeitenzauber" von Eva Völler), die aber auch sehr unterhaltsam und gut gemacht sind, wie ich finde. Andere Bücher, die mir spontan einfallen, sind z.B. "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens, "Die Frau des Zeitreisenden" von Audrey Niffenegger (das steht in meinem Regal, aber ich habe es noch nie gelesen, weil ich befürchte, dass das ganz katastrophal traurig endet...), oder "Die vielen Leben des Harry August" von Claire North, das ich gern noch dieses Jahr lesen möchte (auch weil ich es auf meiner #21für2021 Liste stehen habe). Mir fallen gerade gar keine weiter ein, aber ich habe definitiv auch noch mehr in meinen Regalen stehen - gelesen und ungelesen.


Kennt ihr gute Zeitreise-Romane? Habt ihr Bücher, in denen es um Zeitreisen geht, und die ihr empfehlen könnt?


Ich bin erstmal total unvoreingenommen und habe keinerlei Vorstellungen oder Wünsche, worum es konkret im Buch gehen soll. Auch ob es sehr wissenschaftlich-physikalisch wird, total hirnverknotend oder völlig unglaubwürdig - ich freu mich sehr über Vorschläge oder Lesetipps!


Freitag, 9. April 2021

Freitagsgedanken und Leseeindrücke

Hallihallo!
April, April, der macht, was er will. Ich mag April! Er bedeutet Frühling, der Sommer ist glücklicherweise noch lange genug weg, dafür ist es aber auch nicht mehr so unfassbar kalt draußen. Das Wetter ist herrlich unvorhersehbar und überrascht einen jeden Tag, sodass man trotz Regen und Sturm schon die blühenden Blumen auf den Grünflächen und die Blüten an den Bäumen bewundern kann. (Die dem Sturm dann hoffentlich trotzen...) Außerdem mag ich die Zahl 4 und April ist ja schließlich der vierte Monat... ;) (Merkt ihr was? Meine Laune ist heute deutlich besser als beim letzten Post. Liegt vielleicht am April.)

Die letzten Tage über Ostern und die restliche Woche kann ich gut und gerne die "Woche der beendeten Bücher" nennen, denn ich habe in diesen vergangenen Tagen alleine 5 Bücher ausgelesen! Hey!! 
Gut, natürlich habe ich nicht alle 5 Bücher kurz vorher erst begonnen; nein, vielmehr hing ich an manchen Büchern doch schon etwas länger dran und war unterschiedlich weit fortgeschritten im Lesen. Dazu kommt, das muss ich so ehrlich sagen, dass ich alleine 2 der Bücher irgendwann so unerträglich oder aus irgendwelchen Gründen so uninteressant fand, dass ich sie nur noch quergelesen und nur noch alle paar Seiten einige Abschnitte gelesen habe. Welche Bücher das waren? Nun...


Joel Dicker "Das Geheimnis von Zimmer 622"
Ja, leider muss ich da wirklich dieses Buch hier nennen. Ich mag "Harry Quebert" und ich mag auch Herrn Dicker, denn der war sehr sympathisch, als ich ihn mal bei einer Lesung live erlebt habe. (Prä-Corona, puhh, das muss ja ewig her sein...) Na jedenfalls tut es mir deswegen echt Leid, das so sagen zu müssen, aber: Das war irgendwie nix. Neulich habe ich es in meinem letzten Post schon mal angedeutet. Mir ist in seinen anderen Büchern nie aufgefallen, WIE plump und oberflächlich er seine Figuren schildert. Vielleicht war es bisher aber auch noch nie so schlimm wie hier. Aber hier hat keine Figur wirklich Tiefe, man versteht ihre Motive und ihr Denken nicht; manchmal passiert alles holterdipolter-schnell ohne Sinn und Verstand. Die Dialoge sind teilweise echt schrecklich, einfach nicht so, wie "normale" Menschen in der Situation reagieren würden. Obendrein kommt, dass sich Herr Dicker hier halt auch selbst als Figur in seinen Roman geschrieben hat, von allen immer schleimig als "Herr Schriftsteller" angesprochen, mit Namen und Aussehen von ihm selbst. Warum? Ich meine, das verstehe ich echt nicht. Das hat was sehr überheblich-wichtiges an sich, wenn ein Schriftsteller auf sowas zurückgreift, finde ich. Zumal ich nicht verstehe, was ausgerechnet ihn zur Rolle des ermittelnden Schriftstellers prädestiniert hat. Hätte auch jeder andere Autor sein können, jeder andere ausgedachte Schriftsteller hätte genauso gut geklappt. Das mochte ich nicht, das hatte irgendwie was arrogantes, wichtigtuerisches an sich. Dann die Handlung, die schlechte Schreibe - schwupps, hatte ich immer wieder einige Seiten quer gelesen. Am Ende aber doch genügend Inhalt mitbekommen, um zu verstehen, worum es ging. Das hier ist definitiv nicht mein liebster Dicker von Herrn Dicker.


Diego Galdino "Der erste Kaffee am Morgen"
Dieses Buch habe mir vor einigen Monaten mal als Mängelexemplar in einer "Ramschkiste" mitgenommen, weil es eigentlich ganz nett klang. Ein Bistrobesitzer in Rom verliebt sich in eine junge (natürlich unglaublich gut aussehende) Dame aus Frankreich, die aber wohl ein Geheimnis zu haben scheint. Irgendwie klang das ganz nett und ich hab angefangen reinzulesen und schon nach wenigen Seiten festgestellt, dass es mich so richtig jetzt nicht fesseln kann. Dazu kam mein persönliches Kopfkino, das ich beim Lesen unweigerlich immer habe. Hier entwickelte sich mein Kopfkino aber schon auf den ersten Seiten dahingehend, dass ich beim Lesen immer einen "typisch schmierigen Italiener" vor mir gesehen habe, mit gegelten Haaren und schwarzen Lack-Lederschuhen, der den ganzen Tag nur Siesta macht und mit seinen ausschließlich männlichen Kumpels wichtig über Fussball und Frauen fachsimpelt und den ganzen Tag nur redet und redet. Ich weiß, ich weiß, ich tu damit gerade tausenden Italienern Unrecht und das tut mir auch sehr Leid. Gibt sicher auch andere Italiener, aber vermutlich gibt´s nun mal auch solche, und tatsächlich entpuppten sich Massimo und seine Freunde in dieser Bar eben genau so. Und da hatte ich schnell keine Lust mehr drauf. Auch hier habe ich dann angefangen querzulesen. Kein Buch, das ich dringend empfehlen würde.

Darüber hinaus habe ich "Ready Player Two" von Ernest Cline, "Fast genial" von Benedict Wells und "Effi liest" von Anna Moretti ausgelesen. Zu denen muss ich mal in den nächsten Tagen noch kurze Eindrücke formulieren. Fühlt sich gerade ganz gut an, dass ich von meinem Stapel der angefangenen Bücher nun einige guten Gewissens beendet habe.
Aktuell lese ich "Cryptos" von Ursula Poznanski, das mir bisher sehr gut gefällt. Nach den künstlichen Welten aus "Ready Player Two" hatte ich offenbar noch nicht so richtig Lust, lesemäßig wieder in die Realität zurückzukehren, daher bin ich wohl erneut in ausgedachten Welten gelandet. Denn darum geht´s auch in "Cryptos": um künstliche Welten, in die sich die Menschen der Zukunft flüchten. Eigentlich sollen diese recht sicher sein, aber Weltendesignerin Jana entdeckt eines Tages Fälle von Mord und Manipulation in ihren designten Welten. Sehr spannend und gut geschrieben, typisch Poznanski eben ;)

Obendrein erreichte mich eben die online Vorankündigung, dass ich heute noch Post erhalte. "Scarlett & Browne", das Neue von Jonathan Stroud dürfte mich damit heute noch erreichen - pünktlich zum Wochenende! :D Das macht dann "Cryptos" gleich wieder Konkurrenz und damit habe ich dann direkt wieder mehrere angefangene Bücher - ein endloser Kreislauf bei mir... Apropos Wochenende: Neyasha und Lyne machen ein Lese-Wochenende (Infos hier). Vielleicht mach ich da kurzentschlossen mit, mal sehen.


Womit macht ihr euch denn das Lese-Wochenende schön? Habt ihr neue Bücher, auf die ihr euch direkt stürzt?


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