Mittwoch, 26. April 2023

"Florentia - Im Glanz der Medici" - Noah Martin

Droemer Knaur Verlag, 2023

18,00 Euro


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Worum geht´s?

Die ganze Stadt feiert die Hochzeit von Lorenzo de' Medici, dem Sohn der märchenhaft reichen Bankiersfamilie und zukünftigen Herrscher.  

Drei der Hochzeitsgäste – Giuliano de' Medici, der ewig Zweitgeborene; die aufstrebende Malerin Fioretta Gorini und der junge, noch unbekannte Leonardo da Vinci – ahnen noch nicht, wie eng ihre Schicksale mit dem der Stadt verknüpft sind. Denn während die drei nach ihrem Platz in der Welt suchen, wird Florenz  schon bald von allen Seiten bedroht, und den Feinden der Medici ist jedes Mittel recht, die Familie zu bekämpfen. Als sich sowohl Fioretta als auch Leonardo in einen Medici verlieben, werden sie schon bald tief in ein gefährliches Spiel aus Intrigen, Politik und Verrat gezogen, das tödlich enden wird. 


Meine Meinung

Mit 16 war ich zum ersten Mal in Florenz und seitdem bin ich ein bisschen in diese Stadt verliebt. Damals in jenem Sommer habe ich mich passend zur Atmosphäre in der Stadt durch eine ganze - zugegeben schmale (sie enthielt nur die wichtigsten Daten) - Biografie über die Medici, die wohl einflussreichste Familie dieser Stadt, gelesen und war völlig hin und weg von all der Geschichte, der Kultur, all den kleinen und großen Dramen und Tragödien von Florenz und der mächtigen Familie Medici.

Noah Martin, eigentlich Kunsthistorikerin und Verlagslektorin, hat nun ein Buch über die Medici geschrieben, einen Roman, der zwar nur einen kleinen, aber wichtigen und prägenden Teil der ganzen Familiengeschichte in Florenz beleuchtet. Im Roman gehen Kunst, Kultur und Geschichte Hand in Hand, und das hat mich doch sehr interessiert, sodass ich mich richtiggehend auf dieses Buch gestürzt habe. Und leider bereits im ersten Kapitels einen Dämpfer bekommen habe. Ich bin keine wirkliche Leserin von historischen Romanen, das muss ich dazu sagen, aber wenn ich mal zu einem greife, dann erwarte ich ehrlich gesagt eine der entsprechenden Zeit angepasste Sprache, damit das ganze authentisch daher kommt. Das ist hier im Buch auch im Großen und Ganzen der Fall; allerdings war ich beim Lesen des Wortes "Sparringspartner" auf der ersten Seite des ersten Kapitels derart überrumpelt, dass ich das Buch gleich erstmal wieder zugeschlagen habe. Ich glaube kaum, dass Guiliano de Medici im Jahr 1469 schon jemals vom Wort "Sparringspartner" gehört hat. Auch bin ich mir nicht sicher, ob das heute so übliche "A****loch" schon damals wirklich ein gebräuchliches Schimpfwort war - aber gut, da kenn ich mich zu wenig aus. Aber das hat mich im Buch gestört, muss ich zugeben. 

Ansonsten ist "Florentia" eine gelungene und trotz kleiner Längen unterhaltsame Darstellung der historischen Ereignisse der für die Medici so bedeutenden Jahre um 1470/1480. Besonders gut gefallen haben mir auch die ständigen Querverweise und Verflechtungen zur Kunst von Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli (aus dieser Zeit stammt z.B. "Die Geburt der Venus"), die hier durchaus wichtige und tragende Rollen im Roman spielen. Irgendwann war ich ein bisschen erschlagen von all den historischen Zusammenhängen, welche Stadt liegt mit welcher im Clinch, wer unterstützt sich gerade, wer zieht im Verborgenen an irgendwelchen politischen Fäden usw. Hier hätte ich mir am Anfang vielleicht einen kurzen sachlichen Überblick gewünscht, um all die Fehden und Zwiste der Städte untereinander besser zu verstehen. Ich habe etwa ab der Mitte des Buches angefangen, nebenbei bestimmte Personen und insbesondere die Gemälde und Werke von Leonardo und Botticelli zu googeln, um mir besser vorstellen zu können, was ich gerade lese. Und das war sehr gut so, für mich hat das das Lesen viel wirklicher und tatsächlich spannender gemacht. Plötzlich hatten die Figuren im Buch Gesichter, denn es handelt sich ja wirklich um reale verbürgte Personen. In der Hinsicht hat die Autorin wirklich gut und viel recherchiert und Fakten spannend miteinander verbunden. 

"Florentia" hatte für mich ein paar kleine Längen, aber insbesondere die zweite Buchhälfte hat mir gut gefallen. Vor allem aber habe ich nun nach dem Lesen selbst so eine Lust, Florenz auch noch einmal selbst zu sehen, dass ich direkt meine Urlaubspläne überdenken werde.


Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Leseexemplar!


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