eichborn Verlag, 2023
25,00 Euro
Worum geht´s?
Mitte der 90er-Jahre in Massachusetts: An einer U-Bahn-Station trifft Sadie, hochbegabte Informatikstudentin und angehende Designerin von Computerspielen, ihren früheren Super-Mario-Partner Sam wieder. Die beiden beginnen, gemeinsam an einem Spiel zu arbeiten, und schnell zeigt sich, dass sie nicht nur auf freundschaftlicher, sondern auch auf kreativer Ebene ein gutes Team sind. Doch als ihr erstes gemeinsames Computerspiel zum Hit wird, brechen sich Rivalitäten Bahn, die ihre Verbundenheit zu bedrohen scheinen.
Ein Jahrzehnte umspannender Roman über Popkultur und Kreativität, Wagnis und Scheitern, über Verlust und über die Magie der Freundschaft.
Meine Meinung
Wenn John Green über dieses Buch tatsächlich gesagt hat "Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe", dann tut er mir eigentlich ein bisschen Leid, denn dann hat er scheinbar noch nicht so viel gutes in seinem Leben gelesen. Was nicht heißen soll, dass "Morgen, morgen und wieder morgen" schlecht wäre oder ein "nicht gutes Buch". Nein, es ist ok. Es ist in meinen Augen aber den ganzen Hype nicht wert, der seit Monaten darum gemacht wird. Ich zumindest habe der Geschichte offenbar nicht so viel bedeutendes und augenöffnendes entnehmen können, dass es mich nachhaltig beeindruckt hätte.
Die Story um Sam und Sadie ist ganz nett zu lesen, mir persönlich aber leider viel zu langatmig. Ich habe schon nach etwa 50 Seiten nicht mehr so richtig Lust zum Weiterlesen gehabt, habe dann entsprechend auch andere Bücher dazwischen geschoben und mich schnell dabei erwischt, wie ich Seiten in "Morgen, morgen und wieder morgen" überblätterte. Teils bin ich in der Geschichte mal eben 30-40 Seiten vorgesprungen und hatte absolut kein Problem, an späterer Stelle wieder einzusteigen. Und das, obwohl die Story auf mehreren Zeitebenen geschrieben ist und diese Sprünge im Erzählen mitunter auch recht wahllos geschehen. Die wesentlichen Eckpunkte der Geschichte habe ich mitbekommen: die Freundschaft, der Neid, die Missgunst, das Vermissen, das Nicht-ohne-Einander-Sein-Können zwischen Sadie und Sam. Gar nicht mal so auf eine gezwungene romantische Art, und das rechne ich Gabrielle Zevin in dem Kontext hoch an, in dem es weniger um die Liebe, sondern eher um die berufliche Entfaltung und Verwirklichung von Träumen geht.
Richtig auf die Kosten kommen sicher diejenigen, die hier auch jede Menge der erwähnten Spiele kennen und vielleicht selbst gespielt haben. Ich bin keine typische Gamerin, eher eine "Wohlfühl-Spielerin in fremden Welten", weshalb ich Sadies Vorliebe für ein Spiel wie "Harvest Moon" in der Tat gut nachvollziehen konnte. Ansonsten kannte ich viele der genannten Spiele nicht, auf die sich hier bezogen wird, aber das war letztlich auch ok.
Das ganze Buch war ok - aber in meinen Augen eben nicht mehr. Bei mir hat es wenig Eindruck hinterlassen und ich bezweifle, dass ich mich in ein paar Wochen oder Monaten an wesentliche Inhalte der Story noch werde erinnern können. Insofern kann ich persönlich John Green mit seinem Ausspruch nicht zustimmen.



