Freitag, 31. Juli 2020

Freitagsgedanken

Bloggen oder Lesen? Vor dieser Frage saß ich eben vorm Laptop, wollte eigentlich schon den Deckel schließen und mich auf mein Buch stürzen, aber dann dachte ich, dass ich diese kleine Seite ja hier auch mal wieder ein bisschen betreiben und am Laufen halten könnte. Also bin ich sitzen geblieben.
Zur Zeit ist mir nicht so nach langem Bloggen, nach Schreiben und Tippen, aber auch nicht wirklich nach Besuchen anderer Blog-Seiten oder überhaupt online Surfen. Gelegentlich drehe ich mal eine kleine Blogrunde, aber tatsächlich bin ich aktuell wenig online. Dann gucke ich schon eher mal kurz bei Instagram vorbei. Mich selbst stört das überhaupt nicht, ich bin gerne offline und kann eh nicht verstehen, wie manche Leute den ganzen Tag an ihrem Handy hängen können. Was gucken die sich denn da stundenlang an? Und immer wieder von vorne? Keine Ahnung.

Gestern saß ich am späten Nachmittag eine Weile draußen im Grünen (gestern war es leicht windig, nicht so knackig heiß wie beispielsweise heute, da war das draußen-Sitzen erträglich) und habe den vierten Teil der "Spiegelreisenden"-Reihe von Christelle Dabos ausgelesen, "Im Sturm der Echos" heißt dieser Teil. Irgendwie wurde es für mich mal Zeit, dieses Buch zu beenden; es lag schon einige Tage so herum. Und das lag wohl am ehesten daran, dass mich dieser vierte und letzte Teil irgendwie nicht packen und überzeugen konnte wie die anderen drei davor. Für mich hat sich im vierten Teil nicht alles so ganz stimmig angefühlt, viel kompliziertes, das einem beim Lesen ein bisschen das Hirn verknotet - erst recht, wenn man es nicht fortlaufend liest, sondern eben wirklich ein paar Tage dazwischen Zeit verstreichen lässt. Ich schreibe jetzt hier keine Rezension, aber Band 4, in den ich letztlich sehr viele Hoffnungen gesteckt hatte bezüglich Handlung, Auflösung (Wer ist der Andere???) und vor allem Finale (Was wird mit Thorn und Ophelia???), hat mich tatsächlich ein kleines Bisschen enttäuscht. Oder vielleicht nicht enttäuscht, aber zumindest nicht so richtig glücklich und zufrieden gemacht. 
Vermutlich auch deswegen brauchte ich jetzt irgendetwas anderes zum Lesen. Spontan gegriffen habe ich zu "Das Haus der verlorenen Düfte" von Melisse J. Rose, das ganz nett und schmökerig klingt. Es geht um geheimnisvolle Düfte und Parfüms, um Familiengeheimnisse und tragische Liebesgeschichten. Weit bin ich noch nicht, mal sehen, was mich erwartet. 

Darüber hinaus habe ich neulich auch "Das Gottesspiel" von Danny Tobey begonnen, bin jetzt etwa beim Drittel des Buches. Es geht um eine Künstliche Intelligenz, die in einer Art Online-/Reality-Game Einfluss auf das Leben verschiedener Personen nimmt. Die Idee fand ich ganz interessant, beim Lesen habe ich bisher ab und an das Gefühl, dass es sich etwas zieht und irgendwie nicht so recht in die Gänge kommt. Außerdem erinnert es mich (bisher!) arg an "Erebos" von Ursula Poznanski (was ich damals ziemlich genial fand), daher fänd ich es etwas schade, wenn dieses Buch genau in die gleiche Richtung geht.  Ich hoffe hier sehr auf Wendungen und Überraschungen. Aber auch hier muss ich dafür erstmal weiterlesen.
Und das mache ich jetzt. Habt ein schönes Lese-Wochenende!


Donnerstag, 23. Juli 2020

Halbjahres-Check: Leseaktionen und Co.

Wochenlang hatte ich im Kopf, dass ich zum Ende Juni mal einen Rundum-Check machen wollte bei den "Challenges" und Lese-Aktionen, an denen ich 2020 teilnehme. Einfach um mal zu sehen, was sich in 6 Monaten so angelesen hat und ich mir damit vielleicht schon für die Aktionen anrechnen kann. Wochenlang habe ich mir immer wieder gedacht "Ach, das hat doch noch Zeit, ich muss doch erst Ende Juni schauen." Dann war aber plötzlich schon Ende Juni und ich hatte natürlich nichts vorbereitet - typisch. Nun haben wir mittlerweile zwar schon fast Ende Juli, aber zu spät ist es ja letztlich noch nicht. 2020 ist ja noch nicht vorbei :)

Lesebingo 2020
Im alljährlich stattfindenden Lesebingo stehe ich ziemlich gut da, muss ich mal sagen. Ich habe bisher 17 Bücher gelesen, die ich mir für die Kategorien anrechnen kann. Ok, fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich nur zu den wenigsten davon auch eine Rezension oder einen Leseeindruck geschrieben habe. Dieses Hintertürchen habe ich mir ja bewusst in meinen Lesebingo-Regeln offen gehalten, weil ich mich diesbezüglich nicht selbst unter Druck setzen wollte - und das klappt ja seit mehreren Jahren ziemlich gut. (Und euch gefällt´s auch, glaube ich...) ;) 
Jedenfalls sieht das bisher gar nicht so schlecht aus, auch wenn es ein paar Kategorien gibt, bei denen ich ich wirklich noch gar keine Idee für ein Buch habe, so z.B. "Ein Buch, das mit Afrika zu tun hat" , "Ein Buch über eine Legende" oder auch "Ein Buch, das in Ost-Europa spielt". Da muss ich mir noch was überlegen, außerdem gibt´s ja die Möglichkeit des Jokers. 


Aktion "Lieblingsbücher lesen"
Diese Aktion von mir war eine sehr sehr spontan ausgerufene, zugegeben; aber ich fand´s schön, dass sich dennoch (zumindest anfangs) drei weitere Personen gefunden haben, die mitmachen wollten.  Ob die aktuell selbst noch aktiv an der Aktion teilnehmen, weiß ich nicht und das lässt sich auch nicht bei jedem zweifelsfrei auf dem Blog feststellen. Ziel ist es, 2020 einfach mal in Lieblingsbücher anderer Personen hineinzuschnuppern und zu schauen, ob einem selbst diese liebsten Bücher von Anderen vielleicht ebenso gut gefallen. Mein Blog sollte dafür in erster Linie eine Art Plattform sein, auf dem ich von den Teilnehmern die Lieblingsbücher für alle sichtbar darstelle. 
Anfangs tat ich mich mit meinem eigenen Vorhaben recht schwer, aber im Laufe der Zeit habe ich mir von allen anderen drei Teilnehmern trotzdem etwas rausgepickt, das ich tatsächlich gern lesen würde. 
Bereits gelesen habe ich "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury, für das ich aus lauter Verstörtheit nach dem Lesen meinerseits aber noch keinen Leseeindruck geschrieben habe. Vorgenommen habe ich mir darüber hinaus "Die Vier Farben der Magie" von Victoria Schwab, "Und dann gab´s keines mehr" von Agatha Christie und "Amy on the Summer Road" von Morgan Matson. Dann hätte ich (mindestens) ein Lieblingsbuch jedes Teilnehmers gelesen. Das könnte bis Ende des Jahres gut zu schaffen sein.

Sachbuch-Challenge 2020
Bei meiner anfänglichen Bauchweh-Challenge (denn ich bin echt kein Sachbuch-Leser) stehe ich erstaunlich gut da. Bisher habe ich sechs von acht geforderten Sachbüchern gelesen, für fünf davon auch schon eine Rezension geschrieben. Nicht schlecht, wie ich finde. Genügend Sachbücher habe ich noch parat liegen, die mich prinzipiell auch interessieren. Kann also noch werden bis Ende des Jahres.

20 Bücher für 2020
An der Aktion habe ich letztes Jahr schon teilgenommen, aber eher so semi-erfolgreich. In diesem Jahr habe ich bis zum heutigen Tag sechs von meinen ausgesuchten 20 Büchern gelesen. Also gar nicht soo übel. Könnte natürlich noch mehr werden, aber das Jahr hat ja auch noch ein paar Monate übrig. Allein im #dickebüchercamp, das ja noch bis Ende August läuft, habe ich zwei der 20 Bücher auf dem Plan, also vielleicht kommen mindestens die beiden noch dazu. 


Wie sieht´s bei euren Leseaktionen für 2020 im Halbjahresstand aus?


Donnerstag, 9. Juli 2020

"Dein Lächeln um halb acht" - Laura Jane Williams

Droemer Knaur Verlag, 2020
10,95 Euro



Handlung:

Was wäre, wenn du die Liebe deines Lebens jeden Morgen knapp verpasst?

Normalerweise nimmt die Londonerin Nadia die 7:30-U-Bahn – es sei denn, sie verschläft oder übernachtet bei ihrer Freundin Emma oder es kommt eben sonst irgendetwas dazwischen. Schließlich ahnt Nadia nicht, dass Daniel jeden Morgen auf sie wartet, seit er sie in einem mit Kaffee bespritzten Kleid gesehen und sich nicht getraut hat, sie anzusprechen. Dann entdeckt Nadia eines Tages eine Anzeige in der Zeitung: »An die hinreißende Frau mit den Kaffee-Flecken auf dem Kleid: Ich bin der Typ, der immer in der Nähe der Tür steht und darauf hofft, dich wiederzusehen. Lust auf einen Drink?«
Nach einer schweren Enttäuschung glaubt Nadia nicht mehr so recht an die Liebe, trotzdem stimmt sie nach einigem Zögern einem Treffen in einer Bar zu. Doch kurz bevor sie eintrifft, wird Daniel zu einem familiären Notfall gerufen ...




Meine Meinung:
Wer sich beim regelmäßigen Fahren in Zug oder U-oder S-Bahnen vielleicht schon mal ein bisschen in jemanden verguckt hat, der kann die romantische Grundidee dieses Romans sicher ganz gut nachvollziehen.
Es geht um Daniel und Nadia, die fast jeden Morgen die gleiche U-Bahn in der Londoner Innenstadt nehmen, nämlich die um 7:30 Uhr. Um Daniel ist es recht schnell geschehen, als er Nadia erblickt; Nadia dagegen bemerkt nicht, dass a) es ihn gibt und b) er ein Auge auf sie geworfen hat. Da Ansprechen in der U-Bahn einen automatisch als Tourist (oder als Psychopath, wie die Autorin erklärt) outet, bleibt Daniel nur eins: in einer Zeitschrift schaltet er eine Anzeige, um Nadias Aufmerksamkeit zu erlangen. Das klappt auch, irgendwie zumindest, und fortan geschieht eine Situation nach der anderen, in der die beiden sich fast, aber eben nur fast, über den Weg laufen und sich kennenlernen. Ob das Hin und Her irgendwann doch noch zu einem "Hallo" führen wird?
Die Grundidee des Romans mochte ich sehr, die ersten Seiten konnten mich auch gut fangen und machten mich neugierig auf diese hippe Romantikgeschichte. Nur... war sie mir vielleicht einfach ein bisschen zu "hip". Ein bisschen zu "modern". Ich weiß nicht, der Funke dieser Geschichte wollte bei mir einfach nicht überspringen. Zum einen ist die Geschichte von Daniel und Nadia so im Heute verankert, dass einfach nichts ohne Social Media geht. Wer nichts mit Instagram, Twitter (und das sind ja noch die bekannteren), Tinder oder Hinge anfangen kann, der wird auch bei dieser Story hier irgendwann auf der Strecke bleiben. Alles muss geteilt, mitgeteilt, bewertet werden. Das mag zwar (leider) realistisch heute sein, aber es hilft nicht, ein echtes, realistisches Bild von beiden Hauptfiguren zu zeichnen. Wer sind sie, was mögen sie, was wollen sie? 
Dazu sind Nadia und Daniel eben typische junge Londoner, deren Tag gefühlt nur aus Arbeit und einem Feierabend-Absacker danach besteht. Nur geht hier eben absolut nichts ohne Alkohol, könnte man glatt das Gefühl kriegen. Dem Trinken wird in der Story sehr zugesprochen, und so ging es in einigen Kapiteln einfach nur um Geplänkel unter Freunden in verschiedenen Bars - selbst unter der Woche an einem Werktag. Wenn sich Nadia schon am Montagabend so volllaufen lässt, dass sie total betrunken nach Hause kommt und am nächsten Morgen heillos verschläft, dann weckt das nicht unbedingt meine romantischen "Chick-Lit" Sympathien, sondern eher ein befremdliches Gefühl. Auch auf schöne London-Impressionen hatte ich gehofft, diese hier aber leider kaum gefunden. 
Darüber hinaus fand ich schade, dass einfach zu wenig Gefühl in der ganzen Geschichte eingebaut war, zumindest zu wenig für eine Liebesgeschichte. Das leichte Verknalltsein nahm ich Daniel gerade noch ab, diese Schwärmerei, die er für Nadia entwickelt, wenn er sie morgens in der Bahn sieht. Aber zugleich war Nadia mir so ein fremder, ungreifbarer Charakter mit so wenig eigener Persönlichkeit, dass ich romantische Gefühle hier absolut nicht empfangen und auch nicht nachvollziehen konnte. Zwischen den beiden knistert es einfach nicht genug, was auch daran liegt, dass zwar viel passiert, aber eben nur oberflächlich. Die Wege der beiden kreuzen sich mehrfach zufällig, ohne dass beide das merken; aber es passiert de facto nichts zwischen beiden und das wiederum hat eine dahinplätschernde Wirkung, ohne in die Tiefe zu gehen.
Wahrscheinlich habe ich ein bisschen mehr erwartet von dieser Story, die in ihrer Grundidee sehr nett ist, deren moderne, hippe, schnelllebige Umsetzung mir aber einfach zu oberflächlich und zu wenig gefühlsbetont erscheint.

Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag!

Dienstag, 7. Juli 2020

Das #dickebüchercamp 2020

2018 hatte Marina (alias @nordbreze) auf Instagram die Idee, im Sommer bevorzugt dicke Bücher zu lesen, also Bücher mit mehr als 500 Seiten. 2019 folgte die Fortsetzung und auch in diesem Jahr heißt es wieder #dickebüchercamp - los geht´s.
Ich habe 2018 und 2019 doch recht erfolgreich daran teilgenommen - "erfolgreich" in dem Sinne, dass ich mich in den Monaten Juli und August tatsächlich etwas mehr manchen dickeren Büchern in meinen Regalen gewidmet habe. Bei der Aktion auf Instagram geht´s letztlich um nichts, es gibt keine Gewinner oder Verlierer (selbst wenn man dann die ganzen zwei Monate seine dicken Bücher doch nicht ansieht). Das ist eher eine Aktion für sich selbst. Und ich find sie gut, das dritte Jahr in Folge, und mache deswegen auch wieder mit.

2020 habe ich mir diese Bücher hier rausgesucht:
- "Die Gestirne" von Eleanor Catton 
- "Zeit der Schwalben" von Nikola Scott
(beide Bücher stehen ohnehin auf meiner #20für2020 Liste (HIER))
- "Im Sturm der Echos" von Christelle Dabos - den dritten Teil der Reihe habe ich gerade eben durch, jetzt geht´s ins Finale!
- und "Wenn die Dunkelheit endet" von Constance Sayers, das ich als erstes begonnen habe. Mittlerweile bin ich etwa bei der Hälfte und bin noch ziemlich hin und her gerissen. Ich will unbedingt wissen, wie das alles weitergeht, aber hier und da gibt´s in der Story auch kleinere Längen, finde ich. Ich lese natürlich trotzdem weiter. 





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