Mittwoch, 26. September 2018

"Bienenkönigin" - Claudia Praxmayer

cbj Verlag, 2018
17,00 Euro


Handlung:

»In meiner zitternden Handfläche liegt, matt in der Sonne schimmernd, eine nachtschwarze Biene.«


Doch jenes unheimliche Wesen, das Mel eines Tages vor dem Bienenstock im Garten ihrer WG findet, ist keine der samtigen Bienen, die sie so liebt. Ganz im Gegenteil: Es ist eine tödliche Miniatur-Drohne, die es offensichtlich auf ihre lebenden »Artgenossen« abgesehen hat. Nur, wer würde die ohnehin bedrohten Bienenvölker um San Francisco ausrotten wollen? Mel und ihre vier WG-Freunde sind entsetzt und beginnen nachzuforschen. Und ihre Ermittlungen führen sie unversehens mitten hinein in eine hochbrisante Verschwörung ...





Meine Meinung:
"Bienenkönigin" ist ein spannender, kurzweiliger Roman, der ein aktuelles und sehr wichtiges Thema auch, aber nicht nur, für jüngere Leser anspricht. Es geht um die Bienen. Und um die traurige Tatsache, dass sie immer weniger werden. Claudia Praxmayer gelingt es, in ihrer Geschichte Fakten und Fiktion gut miteinander zu kombinieren, um auf diesen alarmierenden Umstand aufmerksam zu machen. 
Eingebettet wird die Geschichte um die Bienen in eine nette gemütliche WG in San Francisco, in der sich ein paar junge Leute zusammengefunden haben, um gemeinsam grüner und umweltbewusster zu leben. Hauptprotagonistin ist Mel, die aktuell gar nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen und in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Ihre Leidenschaft sind die Bienen, und zu denen hat sie auch eine ganz persönliche Verbundenheit. Sie kann mit den Bienen "singen" und sich so in ihren Gemütszustand einfühlen. Genau dadurch bemerkt sie eines Tages auch, dass etwas nicht stimmt: In ihrem Bienenstock im Garten hat sich eine kleine schwarze, Bienen-ähnliche Drohne eingeschlichen. Dieser Fund ist nur der Auftakt zu einigen unschönen Erlebnissen, die das Leben der Bienen weltweit bedrohen könnten - und damit unweigerlich auch das Leben der Menschen. 
Mir hat die Geschichte gut gefallen, weil sie sich gut weglesen lässt, und dennoch nachdenklich stimmt. Dass das Bienensterben ganz real ein Problem in unserer Welt ist, ist längst bekannt. Und die Autorin spinnt diesen Gedanken hier weiter; was wäre, wenn manche aus diesem Umstand auch noch Profit schlagen wollen? Mel und ihre WG-Bewohner versuchen, die merkwürdigen Vorkommnisse zu verstehen. Als Leser bekommt man einen Einblick, was es bedeuten kann, wenn die Bienen zum Bestäuben von Bäumen und ganzen Obstplantagen fehlen. Das fand ich sehr gut und eindrücklich geschrieben. Und zumindest mir ging es so, dass ich mich beim Lesen gefragt habe, wann ich eigentlich zuletzt eine Biene gesehen habe. Leider schon viel zu lange her. 

Freitag, 21. September 2018

"Wicker King" - Kayla Ancrum

dtv, 2018
16,95 Euro


Handlung:
Lass dich mitnehmen in die Welt von Jack und August! Aber gibt es sie wirklich?
Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der »Wicker King«, und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.


Meine Meinung:
Erster Eindruck: Holla, da hat sich der Verlag aber nicht lumpen lassen. Das Buch kommt optisch ziemlich beeindruckend daher, mit leuchtenden Mustern auf dem Buchcover und den -deckeln, mit Fotos und Kritzeleien im Inneren, mit dunklem Farbverlauf auf den Buchseiten. Je dunkler die Seite wird, umso schlechter steht es um Jacks Gesundheit und Geisteszustand. Am Ende sind die Seiten schwarz. 
Der zweite Eindruck nach einigen Seiten Lesen ist dann schon weniger euphorisch: Ich komme nicht umhin, die einzelnen (ultra kurzen!) Kapitel ziemlich banal und belanglos zu finden. Die Kapitel mit meistens nicht nachvollziehbaren Überschriften gehen oft nicht über eine Seite hinaus, und das bei ziemlich großer Druckschrift! In den Kapiteln selbst steht eigentlich nicht viel bedeutendes drin. Nichts, was mich begeistert hätte, zumindest. Der Schreibstil ist nichtssagend, die Dialoge flach und ebenso nichtig. Immer, wenn es mal interessant wird und sich zwei Personen in einer Unterhaltung endlich mal einem wesentlichen Punkt nähern - ist das Kapitel vorbei. Irgendwie wird immer nur an der Oberfläche gekratzt. Das hat mich nach etwa 80 Seiten unglaublich gestört. Zudem habe ich bemerkt, dass man absolut nichts verpasst, wenn man nicht jede Seite (und damit nicht jedes Kapitel) liest, einfach, weil nun mal nichts passiert. Querlesen ist also gut möglich. 
Und vielleicht sollte man diese Geschichte hier auch nur quer lesen, denn zumindest mich hat sie unglaublich ärgerlich und wütend gemacht. Aber nicht inhaltlich, sondern weil die Autorin so unbedarft und nachlässig mit einem solchen Thema umgeht und das auf eine Weise umsetzt, die mir völlig gegen den Strich geht. Meine Befürchtung hier ist, dass manche Leser diese Halluzinationen von Jack (und Augusts Reaktion darauf) vielleicht so toll und außergewöhnlich finden könnten, so kurios und ungewöhnlich als Romanidee, dass sie das wirklich Traurige und Gefährliche dahinter gar nicht mehr erkennen. Dass sie Jacks und Augusts Erlebnisse hier nur als "coolen Roman, den ich total spannend fand" erleben. Dass sich manche vielleicht denken "Was für ein Abenteuer!"
Aber dahinter steckt viel mehr, und ich finde, dass gerade August hier überhaupt kein gutes Bild und Vorbild abgibt. Ich finde es beängstigend und unverantwortlich, wie vermeintliche Freunde jemanden, der so offensichtlich akut psychotisch ist, beim Verfall und - ja - letztlich Sterben zusehen! Denn aufs Sterben würde Jacks Situation irgendwann hinauslaufen, wenn August & Co. hier einfach so weitermachen. Es wissen mindestens 4 Personen in dieser Geschichte, dass Jack unter gefährlichen Halluzinationen leidet, und NIEMAND tut etwas! Das ist unfassbar. Alle treffen sich lustig in der Schule oder nachmittags zum "Abhängen" und schauen Jack zu, wie er sich selbst verliert, ermuntern ihn sogar noch dazu. Freundschaft hin oder her, warum sich hier niemand genötigt fühlt, Jack einem Mediziner vorzustellen, ihn ins Krankenhaus zu bringen, untersuchen zu lassen, IRGENDWAS zu tun, weil er so offensichtlich abdriftet - das ist mir unbegreiflich. Zumal es ja auch nicht bei bloßen Halluzinationen bleibt, August selbst driftet in dieser Scheinwelt ja völlig weg, hinterfragt nichts mehr nach Richtigkeit, sondern lässt sich in schräge, illegale und lebensbedrohliche Situationen hineinziehen.
Die Autorin begründet dies in ihrem Nachwort mit "Co-Abhängigkeit" und "Vernachlässigung". Ja, das mag sein. Es gibt solche Fälle, Personen, die niemanden haben, der sich um sie kümmert. Traurig genug. Noch trauriger jedoch, dass Jack hier sehr wohl Personen um sich hat, denen er wichtig ist. Und die einfach nur aus den falschen Motiven und Selbstsüchtigkeit heraus NICHTS tun.
Das, was hier in diesem Buch beschrieben wird, ist somit einfach krank. Das finde ich zum einen, weil ich Psychologin bin, im psychiatrischen Bereich gearbeitet habe und einfach weiß, dass man akut psychotische Personen nicht einfach so ihrem Schicksal überlassen und sie in den Halluzinationen lassen darf. Zum anderen habe ich schlicht und einfach meinen gesunden Menschenverstand eingeschaltet! Eine von der Autorin vorgeschobene Abhängigkeit zwischen zwei Personen hin oder her, aber als bester Freund (=August) kann man doch nicht dabei zusehen, wie der andere derart verfällt. Sein eigenes Leben so zu riskieren, nur um den halluzinierenden Freund glücklich zu machen, das bewirkt bei mir echt nur fassungsloses Kopfschütteln und zugleich die Befürchtung, dass manche Leser wirklich "toll" und "außergewöhnlich" finden könnten, was sie hier lesen.

Der "Wicker King" hat mich nicht überzeugt, nicht nur in Bezug auf Inhalt, sondern auch angesichts Sprach- und Erzählstil. Es hat mich wütend gemacht, vielleicht ist das schon was wert. Denn sonst konnte ich aus dem Buch nichts mitnehmen, nur Kopfschütteln über soviel Rücksichtslosigkeit, die darin mitschwingt, und die sich manche vielleicht als Vorbild nehmen könnten, um mal ein Abenteuer zu erleben. 

Montag, 17. September 2018

Mein Problem mit Musso

Kennt ihr die Bücher von Guillaume Musso? Mittlerweile gibt es ja eine ganze Menge, da Herr Musso offenbar jedes Jahr eins herausbringt. Das kann gut sein und das Leserherz ob der Neuerscheinungen erfreuen, oder aber auch nicht. Seit etwa 3 Jahren (und damit 3 Büchern von ihm) hinterfrage ich mein bis dato bestehendes Musso-Fansein, weil seine Bücher mich tatsächlich immer mehr aufregen. Warum? Das versuche ich jetzt mal zu erklären.



An und für sich finde ich es ja toll, wenn Autoren dem Bedürfnis ihrer Fans und Leser nach neuen Geschichten so gut nachkommen und fleißig schreiben, schreiben, schreiben; dass man sich quasi drauf verlassen kann, jedes Jahr ein neues Buch von ihm in der Hand zu halten. Schwierig wird es dann, wenn unter der Quantität die Qualität zu leiden hat. Und leider ist genau das nämlich mein Eindruck bei den Büchern von Herrn Musso. Ich - und vermutlich viele viele andere - sind durch sein 2012 auf Deutsch erschienenes Buch "Nachricht von dir" auf ihn aufmerksam geworden. Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen, wie man z.B. in meiner Rezension von damals nachlesen kann. Damals kaufte ich mir in meiner Begeisterung auch gleich noch ältere Bücher von ihm, z.B. "Wirst du da sein?" oder "Weil ich dich liebe". Auch das 2014 herausgebrachte "Vielleicht morgen" fand ich noch gut. Sämtliche Bücher, die danach erschienen, hinterließen bei mir jedoch stets einen faden Beigeschmack oder sogar richtig große Enttäuschung. Woran liegt das?

1. Vor allem seine letzten Bücher folgen irgendwie immer dem gleichen Muster bezüglich Figuren, Plot und Handlung. Mann und Frau begegnen sich unter kuriosen oder ungewöhnlichen Umständen und sind fortan gezwungen, etwas gemeinsam (manchmal auch alleine, aber mit den Gedanken bei dem Anderen) zu ermitteln oder aufzudecken. Irgendein Rätsel zu lösen, das unweigerlich immer tief in die eigene Vergangenheit hineinreicht und ebenso große Auswirkungen auf die eigene Zukunft haben wird. Als ich noch neu im Musso-versum war, fand ich genau das total spannend. Eine Mischung aus Roman, Rätselraten, ein bisschen Romantik und noch dazu flott und locker geschrieben. Wenn das immer gleiche Muster aber wieder und wieder bemüht wird und jede Geschichte das gleiche Schema X aufweist, geht mein Interesse flöten. Ich glaube, das ist das, was mich in den Tiefen meines Herzens wirklich richtig ärgert und enttäuscht: dass Herr Musso mich mit seiner Art, zu schreiben, und der Art, seine Geschichten aufzubauen, einfach nicht mehr überraschen kann. Man weiß bei ihm total, woran man ist. Man bekommt genau das, was man schon in all seinen Büchern zuvor bekommen hat. Und das ist schade.

2. Es tauchen auch immer wieder die gleichen Muster bezüglich der Reisen der Figuren auf. Stets sind Frankreich und die USA Schauplätze der Handlung, ganz selten zieht es jemanden auch mal woanders hin. Das wäre an sich ja auch noch ok, aber was mich wirklich jedes Mal fuchsig macht beim Lesen, ist diese gespielte Leichtigkeit und Unbekümmertheit, mit der die Figuren hier lustig über den Erdball reisen - und vor allem in einem erzählerischen Tempo! Stets ist es das gleiche: Jemand stellt fest, dass ein Hinweis ihn nach Frankreich respektive USA führt und er steigt prompt in das nächste Flugzeug, das in der Welt von Guillaume Musso offenbar auch direkt betankt gleich um die nächste Ecke steht und nur auf die Passagiere wartet. NIE hat hier jemand Probleme, überhaupt einen Platz in einem ultra-spontan gebuchten Flug zu bekommen. VON DEN KOSTEN MAL GANZ ZU SCHWEIGEN!! NIE hat hier jemand Geldprobleme, sondern kann sich ganz problemlos Flüge über den großen Teich leisten, gern auch mehrere innerhalb weniger Tage. Der nächste Flug geht übrigens auch immer innerhalb der nächsten Stunde und dann befindet sich die betreffende Person nach nur wenigen Flugstunden frisch und munter im anderen Land und kann dort direkt weiter ermitteln oder suchen oder was auch immer tun. Jetlag oder Müdigkeit oder einfach dieses "Boah, war die Reise anstrengend, ich kann nich mehr und seh auch aus wie ausgekotzt"- Gefühl, das man zuweilen nach einer (Flug-)Reise hat - keine Spur davon! Völlig egal, ob jemand gerade eben (vor einer Stunde!!) erst einen operativen Eingriff hatte (wie in "Das Atelier in Paris"), das macht doch nichts, nur wenige Minuten später sitzt sie im Flieger.
ACHTUNG SPOILER: Völlig egal, ob jemand am nächsten Tag allen Ernstes eine Operation am Gehirn haben soll, Herr Musso schickt die Person bis wenige Minuten davor erstmal noch lustig auf Schnitzeljagd durch New York. Noch dazu jemand, der sich über sein eigenes Handeln gar nicht mehr im Klaren ist.  !! (so geschehen in "Nacht im Central Park") Im Ernst? Wie geht sowas durchs Lektorat? Wie kann man denn sowas echt schreiben und vertreten? Dieses kleine, aber neurologisch-fachlich katastrophale Detail nehme ich Herrn Musso übrigens wirklich sehr übel. Da ich mich mit diesem Thema ganz gut auskenne (und gerade darin promoviere), stört mich diese medizinische Unbekümmertheit (und Unwissenheit), die er da an den Tag legt, ungemein. Fiktion und ausgedachte Details - schön und gut, aber irgendwie nachvollziehbar muss es doch bleiben in Büchern, die nicht explizit als Fantasy ausgeschrieben sind. SPOILER ENDE.
Diese unrealistischen Momente häufen sich in den Musso-Büchern. Diese kleinen Details, bei denen man sich an den Kopf fasst und bei denen man sich, wenn man ehrlich ist, eigentlich die ganze Zeit denkt "Im realen Leben läuft das so aber nicht ab. Bei mir würde das nie so funktionieren.". Klar, es ist künstlerische Freiheit, Herr Musso kann schreiben, was und wie er will. Aber wenn es trotzdem manchmal so offensichtlich am realen Leben vorbeigeht, hinterlässt das bei mir einen faden Beigeschmack.

3. In meinen Augen wird es wirklich bedenklich, wenn ein Autor eine bereits genutzte Hauptfigur, deren Geschichte eigentlich schon zu Ende erzählt war und die ihr Happy End bereits erhalten hat, "reaktiviert" und sie einfach nochmal in ein neues Buch aufnimmt. Ich meine, was ist denn das? Reicht die Fantasie ernsthaft nicht aus, um sich noch jemand anderen auszudenken und demjenigen die neue Geschichte auf den fiktiven Leib zu schreiben?! Ich nehme ihm wirklich total übel, dass er die Figur "Madeline" aus dem Buch "Nachricht von dir" in seinem letzten Buch "Das Atelier in Paris" erneut zur Hauptfigur gemacht hat, und das nicht mal mit erkennbarem Grund. Die Geschichte, die in "Das Atelier in Paris" erzählt wird, hätte JEDE neu ausgedachte Figur erleben können. Wirklich. Es hätte nicht Madeline sein müssen. Denn so lässt es "Nachricht von dir", mein Musso-Lieblingsbuch, jetzt nur noch belanglos wirken.


Ich weiß auch nicht, irgendwie fehlen mir in seinen Büchern auch zunehmend seine Empathie und das Einfühlungsvermögen in seine Figuren. Dieses Gefühl, das man beim Lesen manchmal hat, wenn man merkt, einem Autor ist wirklich wichtig, was hier mit seiner Figur passiert und was sie durchmacht. Immerhin hat er sie geschaffen, da will er doch dann auch wissen, was so mit ihr alles passiert, denke ich mir zumindest. Das vermisse ich mittlerweile in den Büchern von Herrn Musso. Diese erinnern mich mittlerweile eher an "Massenware", die schnell geschrieben und schnell produziert und gedruckt wird. Ich kenne nicht viele Autoren, die tatsächlich jedes Jahr ein Buch rausbringen. Herr Musso tut es. 
Und - Zufall oder nicht - tatsächlich finde ich in seinen letzten Büchern auch immer mal einen Rechtschreibfehler oder Fehler in der Formatierung der Überschriften oder ähnliches. Klar, das lässt natürlich keine Rückschlüsse auf die französische Originalausgabe zu. Aber irgendwie ist es in meinen Augen immer passend und es bestärkt mich in meiner Meinung, dass das hier wieder ein "schnell gemachtes Buch" ist, wenn ich so einen Fehler bemerke.
Bisher habe ich dennoch jedes erschienene Buch von Herrn Musso gekauft und gelesen. Warum? Naja, weil ich letztlich immer wieder hoffe, doch mal wieder von ihm überrascht zu werden. Doch mal wieder ein Buch wie das damalige "Nachricht von dir" in den Händen zu halten und so richtig begeistert zu sein. Stattdessen wächst zunehmend von Buch zu Buch mein Frust.

Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass im November wieder ein neues von ihm rausgebracht wird, dieses hier nämlich. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses dann auch wieder lesen werde.

Kennt ihr die Bücher von Guillaume Musso? Geht es euch beim Lesen vielleicht genauso wie mir? Welches Buch von ihm mögt ihr am liebsten?

Freitag, 7. September 2018

"Winterhaus" - Ben Guterson

Verlag Freies Geistesleben, 2018
20,00 Euro



Handlung:

Elizabeth ist unglaublich gut im Spielen mit Wörtern und Rätsellösen. Aber wird das ausreichen, die codierten Botschaften zu entschlüsseln, die sie im Hotel Winterhaus erwarten? Und warum wurde sie überhaupt dorthin geschickt? Immerhin hat sie in letzter Zeit ungewöhnliche Kräfte an sich entdeckt…
Diese Geschichte hat alle Zutaten, die man sich für ein besonderes Buch mit viel Winteratmosphäre wünscht: ein zwielichtiges Paar (gefährlich?), einen netten Hotelbesitzer (nur manchmal verdächtig) mit langem Stammbaum, Riesenpuzzles und codierte Botschaften, eine sensationelle Bibliothek und ein magisches Buch, geisterhafte Erscheinungen und tolle Ausflüge in die verschneite Landschaft.

Und mittendrin Elizabeth, die einen guten Freund sucht und ihre Eltern nicht kennt.

Meine Meinung:
"Winterhaus" entpuppt sich als gemütliche Geschichte, die sich vor allem zur Weihnachtszeit gut wegschmökern lassen dürfte. Zum einen, weil die Geschichte von Elizabeth selbst zu Weihnachten spielt, zum anderen aber auch, weil man sich in der behaglichen und gemütlichen Welt des "Winterhauses" gut bei Lebkuchen und heißem Kakao verlieren kann. Die im Buch so heiß begehrte Leckerei namens "Flurschen" gibt es in der Realität ja leider nicht...
Elizabeth verbringt ihre Weihnachtsferien im "Winterhaus", einem vornehmen Hotel, für das sie doch aber eigentlich gar kein Geld besitzt, um es sich leisten zu können. So glaubt sie zumindest, und sie kann sich auch nicht erklären, warum sie plötzlich dennoch eine Einladung in den Händen hält, genau in diesem Haus ihre 3-wöchigen Ferien zu verbringen. Das Hotel entpuppt sich bald als Glücksfall für sie, denn nicht nur die hauseigene Bibliothek lässt Elizabeth´ Herz höher schlagen, sondern inmitten des netten und zuvorkommenden Personals und den vielen Beschäftigungen und Ablenkungen des Hotels fühlt sie sich auch einfach pudelwohl. Auch die ersten Freundschaften schließt sie gleich am ersten Tag - es könnte also alles nicht besser sein. Doch warum hat sie dennoch das Gefühl, dass irgendetwas im "Winterhaus" vor sich geht? Dass zumindest ein Teil der anderen Hotelgäste etwas zu verbergen hat, ja, sogar etwas Böses im Schilde führt? Elizabeth macht sich auf, die Rätsel und Geheimnisse des "Winterhauses" zu lösen und stellt schon bald fest, dass sie mehr mit dem Haus und seiner Geschichte zu schaffen hat, als sie jemals geglaubt hätte.

"Winterhaus" ist eine schöne und unterhaltsame Geschichte vor allem für jüngere Leser, aber auch ich als "Ü30-Leserin" hatte noch meinen Spaß hierbei. Und das lag zum einen an den unglaublich schönen Illustrationen im Buch, die das Geschriebene perfekt aufgefangen und dargestellt haben. Auch die Umschlaggestaltung (mit kleinen ausgeschnittenen Fenstern, die den Leser direkt auf den Buchdeckel schauen lassen) und die ebenso farbig bedruckten Buchdeckel sind ein wirklich tolles und liebevolles Detail. Ein wahrer Augenschmaus, das ganze Buch! 
Zum anderen kommen Rätselrater, Wortleiter-Bastler und Code-Knacker hier auf ihre Kosten, denn man kann sich als Leser beim Entziffern von kniffeligen Wörterrätseln probieren und selbst versuchen, dem Geheimnis vom "Winterhaus" näher zu kommen. Sowas finde ich in Kinder- und Jugendbüchern immer sehr amüsant und einfallsreich. Als kurzweiliges und unterhaltsames Jugendbuch mit schönen Illustrationen und Rätselraterei werde ich das "Winterhaus" daher auch in Erinnerung behalten. Ein weiterer kleiner Literatur-Schatz aus dem Verlag Freies Geistesleben.

Ein herzliches Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben!


Montag, 3. September 2018

Aus der Rubrik "Muss das sein?": "Die Wissenschaft hinter Harry Potter"

Als ich dieses Buch am Wochenende online entdeckte, dachte ich mir zuerst "Aha" und beim Lesen der Inhaltsangabe dann "Echt jetzt?!". Damit ihr wisst, worum es geht, hier kurz die Inhaltsangabe:


"Die Wissenschaft hinter Harry Potter: 
Magische Phänomene naturwissenschaftlich erklärt"
von Mark Brake & Jon Chase
Riva Verlag, 2018
19,99 Euro

Fliegende Besen, magische Wesen und Zaubersprüche machen die Welt von Harry Potter so außergewöhnlich. Natürlich gibt es diese Dinge in Wirklichkeit nicht – oder etwa doch?
Ist es durch einen biologischen Zufall möglich, dass ein dreiköpfiger Wachhund wie Fluffy existiert? Könnte die Existenz von Gravitationsfeldern erklären, warum der Nimbus 2000 fliegen kann? Und ist ein Greif nichts anderes als der inzwischen ausgestorbene Dinosaurier Protoceratops?
Die Wissenschaft hinter Harry Potter betracht die mysteriösen Phänomene rund um Hogwarts und erklärt, ob und wie diese auch in unserer Muggelwelt vorkommen könnten. Ein lehrreiches und unterhaltsames Buch voller Überraschungen.


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Ich kann nicht umhin, mir zu denken, was dieses Buch soll. Ich habe nicht rein gesehen oder es gelesen oder sonst was, kann daher zum Inhalt absolut nichts sagen. Vielleicht ist es sogar richtig gut gemacht. Aber mal ehrlich:
Jeder echte Harry Potter-Fan mag die Buch- (und vielleicht auch die Film-) Reihe, gerade eben, WEIL ES UM MAGIE GEHT!! Weil das etwas ist, was man als Leser selbst nicht kann. Das ist ja gerade das Wesentliche an der ganzen Geschichte: da gibt es Personen, die können ZAUBERN! Die können einfach so Dinge auftauchen oder verschwinden lassen, umwandeln, sich Dinge herzaubern oder etwas weghexen, etwas schöner oder hässlicher, langsamer oder schneller machen, die können nur per Gedanken andere beeinflussen, die können die Zeit rückwärts drehen, die haben sich bewegende Bilder an den Wänden und können per Feuer reisen, verdammich noch eins! Die Personen in der Welt von Harry Potter können schlicht und einfach Dinge, die wohl sicher jeder irgendwann in seinem Leben gern mal gekonnt hätte. Und sei es nur "Nox" zu sagen, damit man nicht nochmal aufstehen muss, um das Licht zu löschen, wenn man im Bett schon halb weggedöst ist. 

Das ist Magie, das ist etwas, was es in unserer schnöden realen Welt nicht gibt. (Zumindest ist mir  leider nichts diesbezüglich bekannt.) Das ist etwas, das GIBT es in den Büchern einfach, ohne dass man es erklären kann. Und ganz ehrlich: WILL man es erklärt bekommen? Wie Magie funktioniert? Wir reden ja hier nicht über Kartentricks oder darüber, wie man jemandem hinter dessen Ohr eine Münze hervorzaubert. Sondern von "richtiger" Magie, von richtigem Zauber, der überall enthalten ist, und der nun mal so viele Millionen auf der Welt "verzaubert" hat. 
Ganz ehrlich, ich will nicht erklärt bekommen, was im menschlichen Körper EIGENTLICH passieren müsste, wenn man ganz in echt Vielsafttrank zu sich nehmen und sich entsprechend verwandeln würde. Ich will nicht wissen, welchen physikalischen und mathematischen und was-weiß-ich-noch-für Elementen man ein Schnippchen schlagen müsste, um tatsächlich auf einem Besen zu fliegen. In der Welt, in die ich abtauche, wenn ich Harry Potter lese, fliegen Besen nicht wegen irgendwelcher Gravitationsfelder auf der Erde, sondern weil J.K. Rowling es so geschrieben hat. Weil es einfach so ist. Basta.

Warum muss man echt versuchen, all diese Magie in den Büchern realistisch und wissenschaftlich erklären zu wollen? Warum kann man diese Magie nicht einfach als die Magie der Harry Potter Bücher hinnehmen? Warum kann Magie nicht einfach Magie bleiben?

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