Samstag, 24. Juli 2021

"Carolines Bikini" - Kirsty Gunn

OKTAVEN im Verlag Freies Geistesleben, 2021

24,00 Euro


HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)



Worum geht´s?

Es hat gefunkt beim ersten Anblick. Evan ist in Liebe zu Caroline entbrannt. Alles Weitere soll seine gute alte Freundin Nin für ihn festhalten. Am besten in Form eines Romans – den sie bei unzähligen Treffen in diversen Londoner Pubs bereden. Die Geschichte müsste bald Fahrt aufnehmen, meint Nin, als deren Erzählerin. Obwohl sie  … andererseits …

Aber es gibt ja berühmte literarische Vorbilder für diese Art von Liebe.


Meine Meinung:

Warum wollte ich dieses Buch lesen? Nun, zugegeben, meine Gründe waren recht einfache: 1. Ich heiße Caroline, dachte also, es wäre doch ganz nett, etwas über eine Namensvetterin zu lesen. 2. Ich habe ein Faible für schwurbelige, komplizierte Liebesgeschichten, die schließlich aber doch - irgendwie - ihr Happy End finden. Und ich bin davon ausgegangen, hier genau so etwas zu finden.

Leider... war das nicht der Fall. Das Buch hinterlässt ziemlich gemischte Gefühle bei mir, weil es einige Punkte gab, die mich gestört oder sogar sehr genervt haben. Allen voran leider (und da liegt wohl schon das Hauptproblem für mich): ich konnte mit den Hauptfiguren nichts anfangen. Gar nichts. Sowohl Emily als auch Evan waren mir so unsympathisch, mir so gleichgültig, dass es mir letztlich total egal war, was mit ihnen passiert. Ob Evan seine Caroline, in die er sich so sehr Hals über Kopf verguckt hat, am Ende tatsächlich erobert, oder vielleicht auch nicht - nach einem Viertel des Buches war mir das einfach egal. Evan ist so oberflächlich; er rühmt sich damit, schon in vielen verschiedenen großen Städten gewohnt und gearbeitet zu haben, "kosmopolitisch" zu sein - bezüglich seiner Persönlichkeit und seines Charakters ist er aber leider so flach und leer geraten wie ein Briefumschlag. Emily nimmt sich letztlich ebenso wichtig; sie rühmt sich damit, ab und zu eine Kurzgeschichte zu veröffentlichen, was sie insgeheim scheinbar zu einer großen, leider verkannten Schriftstellerin macht. Offenbar reicht das aber schon aus, um sich im Leben richtig wichtig zu fühlen. Die beiden saufen sich durch die Buchseiten, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn beide sind während der kompletten Handlung eigentlich nur in Pubs und/oder beim Trinken anzutreffen. Klar, das steht letztlich schon in der Inhaltsangabe drin, aber kann das echt der ganze Inhalt sein?! Alkohol wird hier gefeiert wie nichts anderes, ein Umstand, der der Autorin Kirsty Gunn offenbar so wichtig war, dass sie in ihrem "Zugaben"-Teil am Ende des Buches doch allen Ernstes noch eine Liste der im Buch erwähnten Gin-Sorten abdrucken musste - als müsste sich der geneigte Leser direkt erstmal was zum Picheln zulegen.


Was mich letztlich ebenso sehr gestört hat, war der Schreibstil. Ich fand es unfassbar anstrengend, dieses Buch zu lesen, weil Emily in ihrer Art zu erzählen so ausufernd, leiernd und nervend ist, dass ich nicht nur das Buch, sondern direkt am liebsten Emily schütteln wollte. Teilweise unglaublich lange Schachtelsätze ohne wirklichen Inhalt. Ich hab es nicht ganz verstanden, scheinbar bemüht sich die Autorin Gunn, hier insgeheim ein besonderes Erzählmaß anzuwenden, das von "literaturhistorischer" Bedeutung ist. Was sich dahinter versteckt, kann ich nicht sagen. Mich hat das Lesen genervt. Ständig sind Fußnoten eingebettet, die letztlich aber so nichtssagend sind, dass man sie sich auch gut sparen könnte - nach einigen Seiten habe ich sie auch gar nicht mehr gelesen. Außerdem macht Frau Gunn in echt und Emily als ihr Sprachrohr im Buch ein unheimliches Gewese um den "Zugaben"-Teil am Ende des Buches. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass man an dieser und jener Stelle unbedingt den Zusatz-Teil lesen solle für ergänzende Informationen. Aber warum? Ich fand den Zugaben-Teil irgendwie überflüssig, denn er hat doch mit der eigentlichen Story gar nichts mehr zu tun. Wie schon gesagt, da sind so "wichtige" Sachen drin wie die Aufzählung der Gin-Sorten oder Gegenden in London. Hä? Keine Ahnung, der Sinn dahinter hat sich mir hier echt nicht erschlossen und ich hab mich dann irgendwann gefragt, ob das nicht eigentlich alles ironisch gemeint ist. 

Wie oben schon angedeutet, die eigentliche Handlung war mir irgendwann total egal. Ich hab Absätze überflogen, quergelesen, ganze Seiten überschlagen - und hatte am Ende das Gefühl, trotzdem absolut nichts verpasst zu haben.

Das klingt jetzt alles ganz schön böse, ich glaube aber tatsächlich, dass dieses Buch wirklich seine Fans finden kann - eben weil es so anders ist und aus der eigentlichen Masse an "herkömmlich geschriebenen Romanen" heraussticht. In der Hinsicht es etwas besonderes. Es war nur eben leider nicht mein Buch.


Trotzdem vielen Dank an den Verlag Freies Geistesleben!!


Sonntag, 4. Juli 2021

Halbjahres-Update Challenges 2021

Der Juni ist vorbei, Wahnsinn, oder? Ein halbes Jahr schon wieder komplett vorbeigegangen... Jetzt sind wir im Juli, einen Monat, den ich echt nicht mag, das hab ich ja neulich schon geschrieben. Aber der geht auch vorbei, das ist das Gute daran ;)
Jedenfalls hatte ich mir vorgenommen, Ende Juni einen kurzen Check zu machen, wie weit ich bei den verschiedenen Leseaktionen bin, bei denen ich in diesem Jahr teilnehme. Nun ist heute schon der 4. vom neuen Monat, aber das macht nichts. Vorher bin ich nicht dazu gekommen. Das ist letztlich auch der Grund, weshalb ich jetzt an dieser Stelle tatsächlich nur für mich meinen aktuellen Stand aufliste, und nicht noch bei allen Teilnehmenden ein Update zusammenfasse. Dafür fehlt mir gerade einfach ein bisschen die Zeit - und wenn ich ehrlich sein soll, auch die Lust. Lieber nutze ich die freie Zeit zum Lesen. 
Mich interessiert es natürlich trotzdem sehr, wie es bei euch, den Teilnehmenden, so aussieht mit den Leseaktionen, insofern: Schreibt gern, wie es bei euch läuft. Ob es irgendwo Schwierigkeiten gibt, passende Bücher zu finden oder sonstwas. 

"Lesebingo 2021":
Da bin ich bisher ziemlich zufrieden, denn ich habe schon 17 der 25 Kategorien lesenderweise erfüllt (Stand siehe HIER). Was Rezensionen zu den gelesenen Bücher betrifft, sieht es deutlich schlechter aus. Aber irgendwie habe ich seit einiger Zeit wirklich so absolut gar keine Lust, Rezensionen oder Leseeindrücke zu schreiben. Das tut mir selbst total Leid, denn letztlich soll es in dem Blog ja auch vor allem darum gehen. Ich habe auch eine Liste mit ausstehenden Rezensionen im Kopf und will in den nächsten Tagen mein Bestes geben, mal daran zu denken. Das Gute ist ja: Rezensionen schreiben ist kein Muss fürs Lesebingo, also keine Panik!
Ich bin zuversichtlich, die restlichen Kategorien für das Lesebingo ebenfalls abzuarbeiten, und vielleicht brauche ich dieses Jahr nicht mal einen Joker! Meine größte "Problem-Kategorie" hier ist momentan tatsächlich "Ein Buch, das dich zum Lachen bringt", denn ich habe schon ziiiiemlich lange kein wirklich lustiges Buch mehr gelesen und habe dafür auch noch keins im Auge. Das ist bei den anderen ausstehenden Kategorien anders, da habe ich zumindest eine Idee, was passen könnte. 
Habt ihr Tipps für lustige Bücher?

"Klassiker lesen in 2021":
Ok, da sieht es echt mau aus, das muss ich zugeben. Vor einigen Tagen habe ich "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte ausgelesen, nach nur wenigen Stunden, weil mich das Buch irgendwie ziemlich gefesselt hatte. Ich rechne mir dieses Buch mal für diese Challenge an, weil es ein bisschen als "moderner Klassiker" gilt, zumindest habe ich das mehrfach gelesen. Aber eigentlich hatte ich natürlich vor, "ganz andere" typische Klassiker zu lesen (siehe meine Liste HIER), aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich bisher einfach noch gar keine Lust auf eins dieser Bücher hatte. Ein heißer Favorit für weitere wird noch "Momo" sein, das ich endlich mal lesen will, und vielleicht eins von Garcia Márquez. Aber sonst? Zieht es mich trotz meines Vorsatzes für dieses Jahr bisher nicht wirklich in die Klassiker-Ecke...

"21 Bücher für 2021":
Dafür kann ich bei dieser Leseaktion glänzen, und ich bin ziemlich stolz auf mich. Die 21 ausgesuchten Bücher waren alles ungelesene Bücher, die teilweise schon länger in meinen Regalen vor sich hin schmorten. Und irgendwie muss ich Ende 2020, als ich diese 21 spontan ausgesucht habe, ein glückliches Händchen gehabt haben, denn ich hatte in den letzten 6 Monaten echt richtig Lust auf diese Bücher. Deswegen fiel es mir bisher auch überhaupt nicht schwer, die ausgesuchten Bücher wegzulesen, und so habe ich schon 11 von den 21 beendet (Liste siehe HIER). Zwei weitere sind angefangen. Das ist für mich ein echt guter Schnitt, denn in den letzten 3 Jahren, in denen ich auch bereits bei dieser (Instagram-) Aktion teilgenommen hatte, war ich immer total schlecht. Ich hab da kaum welche von den ausgesuchten Büchern gelesen, weil andere dazwischen gekommen sind. Aber dieses Jahr? Bin ich sehr zuversichtlich, dass ich da viele von meiner Liste streichen kann. Ob alle 21, das glaube ich nicht, aber 3 oder 4 weitere werde ich sicher noch in Angriff nehmen. Die Leseaktion hat sich echt gelohnt, weil ich mal ganz bewusst zu ein paar ungelesenen Büchern gegriffen habe.


Wie sieht es denn bei euch aus? Welche Challenge/ Leseaktion läuft bei euch richtig gut, welche vielleicht nicht so toll? 


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