Ich liebe ja die Buchreihe "Lockwood & Co.". Tatsächlich so sehr, dass die in meiner Gunst um meine liebste Buchreihe an manchen Tagen "Harry Potter" hinter sich lässt. Lucy, Lockwood und George sind mir so ans Herz gewachsen, die Story um Geister und ihre Bekämpfung in einer Art alternativem London - ich liebe es! Autor Jonathan Stroud hat´s schon ziemlich drauf. Ich habe mich beim Lesen immer mal ein bisschen gegruselt, aber "nett gegruselt" (in einem Buch würde es wohl mit "wohlige Schauer" umschrieben werden), und genau das hat den Reiz der Reihe für mich ausgemacht. Die Freundschaft zwischen den dreien, die Abenteuer, die sie erleben, die Kämpfe, die sie austragen (und nicht nur die gegen echte Geister, sondern auch durchaus echte Personen); all das hat sich ganz fest in mein Leserherz gegraben und ich kann die Bücher gut und gerne zum sechsten Mal lesen und würde sie nicht auf einer einzigen Seite langweilig finden.
Insofern bin ich natürlich höchst hellhörig geworden, als bekannt wurde, dass die Buchreihe als Netflix-Serie adaptiert werden würde. Nun, ich hab ja kein Netflix. Ich bin damit vielleicht ein Exot, keine Ahnung, manchmal habe ich das Gefühl, die Leute um mich herum unterhalten sich nur über irgendwelche Serien, von denen ich noch nicht mal gehört habe. Netflix-Serien halt. Ich hab´s bisher nicht wirklich vermisst, muss ich sagen, dafür sehe ich letztlich dann doch zu wenig fern.
Aber "Lockwood & Co. " als Serie auf Netflix?!?!?! - Uff! Da muss ich doch wohl dranbleiben, habe ich mir gedacht. Das hat mich zugleich höchst neugierig als auch höchst skeptisch gemacht. Schon zu oft habe ich erlebt, dass ich von Verfilmungen eines Buches enttäuscht war, ob nun als Film oder als Serie. Immer wieder sind da irgendwelche Dinge, die nicht stimmen, die anders dargestellt werden, Personen, die nicht aussehen wie im Buch beschrieben, und am allerschlimmsten sind ja wohl die Momente, in denen man feststellt, dass geliebte (mitunter wichtige) Szenen umgeschrieben oder gar ganz weggelassen wurden in der Verfilmung. (Ich werde nie mein "Waaaaaas?!" vergessen, als ich im verfilmten 5. Teil der "Harry Potter"-Reihe feststellte, dass da rund um Cho Chang und ihr unrühmliches Ende irgendwie alles im Film verändert wurde...)
Also sehe ich die Verfilmung mit sehr gemischten Gefühlen. Ich freue mich einerseits total darauf und bin so gespannt, wie die das alles umgesetzt haben. Gleichzeitig bekam meine Vorfreude gestern direkt einen Dämpfer, als endlich der Hauptcast vorgestellt und gezeigt wurde.
Der Cast:
Ruby Stokes als Lucy Carlyle
Cameron Chapman als Anthony Lockwood
Ali Hadji-Heshmati als George Karim
Ivanno Jeremiah als Inspektor Barnes
Jack Bandeira als Quill Kipps
Luke Treadaway als The Golden Blade
Morven Christie als Penelope Fittes
Ben Crompton als Julius Winkman
Hayley Konadu als Flo Bones
Rhianna Dorris als Kat Godwin
Paddy Holland als Bobby Vernon
Quelle: hier
Mit Lucy und Lockwood kann ich gut leben. Zumindest auf diesem Foto hier passen die ganz gut in die Vorstellung, die ich mir persönlich von beiden durchs Lesen gemacht habe. Aber George? Wo ist denn George? Das ist doch nicht der da auf dem Foto. Beim ersten Draufsehen war mir gar nicht klar, welcher von beiden denn jetzt Lockwood sein soll. George im Buch ist ein etwas pummeliger Typ mit eher dunkelblonden Haaren, oder nicht? Leicht vertrottelt und gammelig, aber sehr sympathisch. Das sehe ich in ihm hier, Ali Hadji-Heshmati ist sein Name, leider gar nicht. Auch Jack Bandeira ist nicht Quill Kipps, zumindest nicht der Quill, den ich in den Büchern gelesen habe. (Und wo ist die blonde blasse Gestalt von Flo Bones hin?)
Klar, das sind nur Fotos. Die in völlig anderen Kontexten entstanden sind. Kann schon sein, dass die vor laufender Kamera ganz anders wirken und dann eher zu den Figuren werden, wie sie im Buch beschrieben sind. (Und vielleicht färbt irgendjemand Jack Bandeira auch noch die Haare rot...)
Zumindest hoffe ich das. Sehr. Ganz schlimm fänd ich, wenn das nur so eine lose Adaption der Buchreihe ist, mit ganz vielen eigenen Wendungen und Ideen der Drehbuchschreiber, die mit dem Original von Jonathan Stroud nicht mehr viel zu tun haben.
Ich werde das mal im Auge behalten. Die Chancen stehen gut, dass ich mir die Serie "Lockwood & Co." ansehen werde, trotz meiner Vorbehalte, und ich freue mich, wenn ich am Ende positiv überrascht werde. (Hoffentlich.)

