Heyne Verlag, 2019
12,99 Euro
Handlung:
Evie Summers, Assistentin in einer renommierten Filmagentur, hat ein Problem: Ihr wichtigster Klient, der attraktive Drehbuchautor Ezra Chester, weigert sich, das längst überfällige Drehbuch für eine RomCom abzuliefern. Er glaubt schließlich nicht an die romantische Liebe!
Also muss Evie ihn zum Schreiben bewegen, und die beiden schließen einen Pakt: Wenn Evie beweisen kann, dass es die romantische Liebe und schicksalhafte erste Begegnungen auch im wahren Leben gibt, schreibt er das Drehbuch.
Evie bleibt nichts anderes übrig, als sich in die RomCom-Challenge zu stürzen. Sie erlebt ein verrücktes Szenario nach dem anderen. Leider ist die Liebe in Wirklichkeit etwas komplizierter, und plötzlich weiß Evie nicht mehr, wo ihr das Herz steht ...
Meine Meinung:
Also ich mag ja diese sogenannten "Romantic Comedies", wie diese Filme so genannt werden, und stehe auch dazu. Ich mag Filme mit Happy End. Ich könnte mir so etwas nicht jeden Tag und zu jeder Zeit ansehen, schon klar, aber mittendrin gern immer mal wieder.
Insofern war ich neugierig auf dieses Buch hier, "Happy End für zwei" von Rachel Winters. Evie arbeitet als Assistentin in einer Filmagentur und bekommt die unliebsame Aufgabe, Ezra Chester für ein neues romantisches Drehbuch zu begeistern und antreiben zu müssen. Ezra selbst ist der Liebe gegenüber aber nicht so positiv eingestellt wie Evie und sieht das alles sehr viel nüchterner. Eine RomCom aus seiner Feder wird trotz Vertrag immer unwahrscheinlicher. Evie schließt daher einen Deal mit ihm: sie probiert sich an romantischen "zufälligen" Situationen im Alltag aus, wie sie in besagten Filmen immer wieder vorkommen, und liefert Ezra damit den Beweis, dass es die zufällig entstandene große Liebe durchaus geben kann. So zumindest die Theorie. Irgendwie ... kommt aber natürlich alles ganz anders.
Ich mochte die Geschichte von Evie ganz gern, was auch an ihrer Charakterzeichnung lag. Evie ist irgendwie trotz ihres Jobs vergleichsweise "normal geblieben", hat ebenso an einer unschönen Trennung zu knabbern wie jeder andere auch; vor allem aber hat sie echt gute Freunde. Tatsächlich machen gerade diese Freunde und die ausgetauschten Nachrichten zwischen ihnen und Evie einen besonderen Reiz des Buches aus. Auch hier wird nicht an Klischees gespart, zugegeben. So war es irgendwie klar, dass Evies bester Freund natürlich schwul sein muss - so wie das eben irgendwie in jeder guten RomCom der Fall ist. (Warum auch immer.)
Überhaupt hat mich diese 4er Gruppe um Evie immer sehr an Bridget Jones und ihre verrückten 3 Freunde erinnert; vermutlich war das aber auch gewollt von Frau Winters. Denn letztlich macht sie in ihrem Buch genau das: Sie nimmt Szenen und Momente, die einem "irgendwie bekannt vorkommen", zumindest so ein bisschen, wenn man eben ein paar solcher Filme gesehen hat, und hält ihnen einen Spiegel vor. Dadurch, dass Evie all diese gewollt-romantischen Momente durchlebt, wird nicht nur ihr selbst, sondern auch dem Leser schnell klar, wie unwahrscheinlich und zugleich mühsam diese im "echten" Leben wären. Auf die Art und Weise hat man beim Lesen viele Deja-vues an Szenen aus bekannten Filmen im Kopf. Frau Winters kopiert zwar nicht 1:1 und klaut auch nicht bei bekannten Stories, keine Sorge, aber es schwingt immer so ein bisschen "Das kommt mir irgendwie bekannt vor" mit. Das kann einen natürlich stören, mir persönlich hat es ganz gut gefallen. Letztlich weiß man ja, worauf man sich einlässt, wenn man ein solches Buch zum Thema RomCom liest.
Und so hat mir die kurzweilige Lektüre von "Happy End für 2" eigentlich sehr gut gefallen. Schade fand ich letztlich nur, dass das Ende tatsächlich ein bisschen zu kitschig geraten ist für meinen Geschmack. Das ganze Buch kommt im Wesentlichen ohne allzu großen Kitsch aus, ohne diese Momente, die ein (zumindest inneres) Augenrollen erfordern - aber als es dann letztlich wirklich ums "Happy End" geht, meint es Frau Winters doch ein bisschen zu gut. Aber das tut der Gesamtgeschichte keinen Abbruch, mir hat "Happy End für zwei" ziemlich gut gefallen, trotz mancher Vorhersehbarkeit und Klischees.
Dankeschön an das Bloggerportal für das Buch!



