Mittwoch, 29. April 2020

"Das legt sich wieder" - Steffi von Wolff

Droemer Knaur Verlag, 2020
9,99 Euro



Handlung:
Die 44-jährige Betty, Anwalts-Empfangsdame und zweifache Mutter, ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Jugendliebe und ihrem (zu?) perfekt funktionierenden Familien-Leben. Susannas Ehemann entpuppt sich als A...loch und reicht die Scheidung ein, durch die Susanna von heute auf morgen vor dem Nichts steht. Caroline kann seit einiger Zeit einfach nicht mehr aufhören, Dinge zu kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten kann, und ihr Mann weiß nichts von dem wachsenden Schuldenberg … Die drei besten Freundinnen aus Schultagen stecken in einer handfesten Krise und brauchen dringend eine Auszeit! Zum Glück besitzt Susanna ein Segelboot. Und so machen sie einen Segeltörn von Hamburg bis zur Bretagne, bei dem die Freundinnen jede Menge Ideen haben, wie sie ihr Leben wieder in den Griff kriegen – und jede Menge Spaß, auch wenn es manchmal kracht!




Meine Meinung:
Steffi von Wolff ist mir als Autorin von "Frauen-Romanen" durchaus ein Begriff, allerdings habe ich von ihr noch nie etwas gelesen. Das hat sich mit "Das legt sich wieder" zwar nun geändert, leider hat mich die Geschichte jedoch nicht wirklich von sich überzeugen können.
Es geht um Susanna, Caroline und Betty, drei langjährige Freundinnen, die alle mit verschiedenen Problemchen und Katastrophen des mittleren Alters zu kämpfen haben. Die weibliche Midlife Crisis sozusagen. Die drei beschließen, einen Segeltörn nach Frankreich zu unternehmen, um den Kopf mal wieder frei zu kriegen und sich vielleicht auch Rat und Tat der Busenfreundinnen bezüglich diverser Dilemma einzuholen.
So weit so gut. Die Ausgangsidee fand ich wirklich nett. Der Grundgedanke, dass so lange Freundschaften trotz räumlicher Distanzen überstehen können, und dass langjährige Freundinnen einfach immer für einen da sind und Unterstützung bieten, selbst zu wirklich schwierigen und holprigen Zeiten, macht Mut und ist gerade in der heutigen Zeit der schnell- und kurzlebigen Online-Bekanntschaften sicher doppelt soviel wert. Insofern war ich zu Beginn sehr aufgeschlossen und neugierig, was sich abspielen würde. Jede der drei Freundinnen bekommt ihre eigene Erzählperspektive, jede hat ihre sympathischen, aber eben auch ihre unbequemen Ecken und Seiten. Vor allem aber hat jede ihre sprichwörtlichen Leichen im Keller, das wird schnell klar. 
Leider hat mich die Geschichte von Anfang an aber wenig unterhalten und von sich einnehmen können. Die Ausführungen über die Lebensstile der drei am Anfang wirkten für mich noch ein bisschen dröge und altbacken, das änderte sich im Verlauf dann aber glücklicherweise. Als die drei erstmal aufeinander treffen und in See stechen, wird es zwischen ihnen lockerer und direkter, die ganze Erzählung nimmt mehr Fahrt auf. 
Gleichzeitig habe ich mir bei manchen Dialogen aber von Beginn an fast an den Kopf gefasst - so bieder und gestelzt-trocken unterhält sich doch niemand...?! Schon gar nicht drei Frauen, die sich so lange kennen und wirklich schon jeden Mist der anderen miterlebt hat. Die Dialoge waren für mich also teilweise echt holpig.
Das wär aber irgendwie alles noch ok gewesen. Was mir jedoch wirklich nicht gefallen hat in dieser Geschichte ist die völlig unglaubwürdige Ansammlung von Klischees, die Seite für Seite passieren. Egal, was man sich vorstellen mag an Irrungen und Wirrungen, Skandalen und Unmöglichkeiten in einem Roman - hier in diesem Buch begegnen sie einem irgendwie alle. Wenn man glaubt, schräger und vorhersehbarer geht es nicht, schreibt Frau Wolff noch eins drauf. Egal ob Scheidung, Untreue, Rachegelüste, Mordanbahnungen, Affären, schnelle Nummern auf hoher See, Geldprobleme, Raub, Männertausch, missratene Kinder und/oder Ehemänner - ein übertriebener Aspekt nach dem anderen gibt sich die Klinke in die Hand. Es gibt hier wahrlich nichts, was es nicht gibt - aber ziemlich viel von Dingen, die man schon einer Romanfigur alleine nicht zumuten möchte, geschweige denn gleich dreien auf einmal. 
Vor allem wird auch alles so schnell abgehakt und verziehen und - ach Schwamm drüber, weiter geht´s, im nächsten Kapitel wird die nächste Klischee-Leiche ausgepackt. Und das war mir dann tatsächlich doch zuviel. Wäre das ein Film im Abendprogramm gewesen, hätte ich ihn sicher nach 15 Minuten wegen völliger Unglaubwürdigkeit abgestellt, tut mir Leid. Ich finde es ok, wenn es in Romanen locker und auch mal übertrieben zugeht, wenn man das alles mit einem Augenzwinkern lesen sollte (immerhin ist es Fiktion), aber wenn an dieser Geschichte wegen sooo vielen bemühten Klischees und Vorhersehbarkeiten einfach nichts mehr passt und glaubwürdig ist - dann ist das mit Sicherheit kein Buch, das ich gern empfehlen kann.


Ein herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag!


Freitag, 17. April 2020

Höchste Zeit für Re-Reads!!

Ich bin ja jemand, der Bücher gern mehrfach liest und nicht nur einmal, bevor das Buch dann auf Nimmerwiederlesen im Bücherregal verschwindet. Gerade, wenn es sich um eine Buchreihe handelt und ein neuer Teil dieser Reihe mit seinem Erscheinungsdatum winkt, lese ich ganz gern noch einmal entweder alle bisher erschienenen Teile, wenigstens aber den zuletzt erschienenen erneut. Um nochmal alles aufzufrischen. Um nochmal einzelne Details und Zusammenhänge frisch im Kopf zu haben, bevor ich mich auf die Fortsetzung der Erzählung einlasse. Manchmal auch, weil es einfach nötig ist, um mich überhaupt richtig erinnern zu können, was bisher alles passiert ist.

Nun habe ich bisher kaum Verlagsvorschauen für die nächsten Monate angesehen, habe aber trotzdem einige Bücher online entdeckt, die in den nächsten Monaten erscheinen werden. (Ich bestelle zwar kaum noch bei amazon, Bücher schon gleich gar nicht, aber man muss ehrlicherweise sagen, dass diese Querverweise und dieses "Andere Kunden interessierten sich auch für..." Gold wert sind, wenn es darum geht, neue Bücher zu finden - Bücher, die man eigentlich gar nicht gesucht hat.) Dabei bin ich mehrfach fast vom Stuhl gefallen sehr überrascht worden, weil ich plötzlich Bücher erblickte, mit denen ich gar nicht mehr gerechnet hätte! Bei diesen Büchern ist ein Re-Read der Vorgänger nun irgendwie sehr angezeigt und sicher vorteilhaft. Welche Bücher sind das? Ich zeige euch mal vier, bei denen es mir wirklich in den Fingern juckt, wenn ich an einen Re-Read denke:

"Reckless"
Ich habe gesehen, dass im Oktober ein neuer und damit der vierte Teil der "Reckless"-Reihe von Cornelia Funke erscheinen soll, unter dem Titel "Auf silberner Fährte". Yippieyayeah, sag ich da nur! Irgendwie war mir gar nicht so bewusst, dass da ein neues Buch kommt. In meinem Kopf war ganz weit unten abgespeichert, dass Teil 3 doch irgendwie so abgeschlossen endete...?! Oder? Naja, vielleicht auch nicht - und diese Unsicherheit zeigt mir zugleich, dass ich von der bisherigen Handlung der Buchreihe echt nicht mehr viel weiß. Ich erinnere mich grob an manche Inhaltsstränge, aber tatsächlich kaum an Details. Auf dem Instagram-Kanal von Thalia habe ich ja neulich eine kleine Live-Lesung und Q&A-Session von Cornelia Funke angesehen (das hatte ich euch in einem vorherigen Post HIER schon berichtet, als ich erzählte, dass sie inhaltliche Änderungen vorgenommen hat). Da hat sie u.a. erzählt, dass es von der "Reckless"-Reihe fünf Bände geben wird (:o) und sie auch schon am Schreiben eines vierten Teils der "Tintenblut"-Reihe ist, welcher wohl vielleicht/hoffentlich im nächsten Jahr erscheinen soll. 


"Tribute von Panem"
Diese Reihe habe ich tatsächlich schon 2 oder 3x gelesen. Und finde sie immer wieder gut. Vor einiger Zeit habe ich gesehen, dass im Mai nun ein weiterer Teil in dieser Reihe erscheinen wird. Jedoch wird die Geschichte von Katniss und Peeta nicht fortgeführt. "Die Tribute von Panem: Das Lied von Vogel und Schlange" wird stattdessen einige Jahre früher, zur Zeit der 10. Hungerspiele spielen und offenbar wird es um Snow und seine Vergangenheit gehen. 
Ganz ehrlich? Ich weiß nicht, ob es so eine "nicht-so-richtige" Fortsetzung der Reihe wirklich gebraucht hätte. Für mich war die Reihe so gut, wie sie war, und sie war gut beendet. Warum jetzt wieder anfangen mit dem Ganzen? Wenn ich noch dazu sehe, dass das Hardcover tatsächlich 26 Euro (!!) kosten soll, bin ich wirklich am Überlegen, ob es mir das wert ist, weiterzulesen. Auf jeden Fall werde ich abwarten, bis es ein paar Stimmen dazu gibt. Ein Re-Read der Reihe wäre trotzdem mal wieder eine Idee.


"One of us is lying"
Dieses Buch von Karen M. McManus hatte mich sehr positiv überrascht. Es war spannend, es war neuartig erzählt, es hatte irgendwie was Besonderes. Allerdings war die Geschichte für mich am Ende tatsächlich abgeschlossen - es sei denn, ich erinnere mich jetzt völlig falsch daran. Aus dem Grund war ich sehr überrascht, als ich sah, dass es hier ebenfalls eine Fortsetzung geben wird. "One of us is next" wird im Mai erscheinen und ein Jahr nach den Geschehnissen aus dem Vorgängerbuch spielen. Das macht mich tatsächlich sehr neugierig, muss ich sagen, sodass dies hier ein heißer Anwärter auf "Muss ich haben" wird. Was gleichzeitig bedeutet, dass ich vorher eigentlich noch einmal "One of us is lying" lesen müsste, um inhaltlich wieder up to date zu sein.. 
Nicht zu verwechseln (was aber aufgrund des Aussehens der Cover leicht passiert) ist übrigens, dass ein weiteres Buch von ihr, "Two can keep a secret", nicht mit in diese Reihe gehört. 



"The Diviners"
Es ist ein paar Jahre her, dass der erste und der zweite Band der übernatürlichen Reihe "The Diviners" von Libba Bray auf Deutsch erschienen sind. Damals fand ich die Bücher klasse, den ersten Teil noch ein bisschen mehr als die Fortsetzung. Dann kam nichts mehr. Einige Zeit. Online habe ich gesehen, dass Libba Bray ihre Reihe durchaus irgendwann weiter geschrieben hat (es gibt mittlerweile schon 4 Teile), aber natürlich nur auf Englisch. Hier in Deutschland passierte irgendwie nix und so dachte ich irgendwann, dass diese Reihe wohl auch eine dieser unglückseligen Buchreihen werden würde, wie es sie leider immer wieder mal wieder gibt: Ein Verlag entscheidet, aufgrund zu geringer Verkaufszahlen eine Buchreihe nicht weiter fortzusetzen, also ins Deutsche zu übersetzen und herauszubringen. Da sitzt man dann als Leser einer Buchreihe und hat die ersten Teile auf Deutsch stehen, den letzten Band darf man dann aber in anderer Sprache und anderer Optik noch hintendran stellen - sofern man denn dann überhaupt noch Lust hat, sich diesen letzten Teil anzuschaffen.
Aber weit gefehlt bei den "Diviners". Vor ein paar Wochen habe ich wirklich nicht schlecht geguckt, als ich online sah, dass Teil 3 TATSÄCHLICH doch noch auf Deutsch erscheinen wird! Woah! Beim Datum bin ich mir zwar nicht sicher, beim großen A... steht "1. November 1950", was - wenn man bedenkt, wann die Buchreihe spielt - irgendwie lustig ist. Keine Ahnung, aber da sogar schon ein deutscher Titel feststeht ("Und im Nebel die Geister") bin ich einfach mal optimistisch, dass dieser dritte Teil tatsächlich auch bald bei uns erscheinen wird. 

Gibt es Neuerscheinungen (und Reihenfortsetzungen), auf die ihr sehnsüchtig wartet?




Mittwoch, 15. April 2020

"Das Buch der verborgenen Dinge" - Francesco Dimitri

Heyne Verlag, 2020
14,99 Euro



Worum geht´s?
Fabio, Mauro, Tony und Arturo sind schon seit ihrer Schulzeit befreundet, und obwohl das Leben sie inzwischen in alle Himmelsrichtungen verstreut hat, treffen sie sich einmal im Jahr in ihrem apulischen Heimatdorf Casalfranco. Das haben sie sich versprochen, das ist der Pakt. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn Arturo taucht nicht auf. Ausgerechnet er, der sie einst auf den Pakt eingeschworen hat. Beunruhigt fahren die drei Freunde zu Arturos abgelegenem Bauernhof – nur um das Anwesen völlig verlassen vorzufinden. Sofort ist ihnen klar, dass ihrem Freund etwas zugestoßen sein muss, und sie machen sich auf die Suche nach ihm. Eine Suche, die sie nicht nur in ihre eigene Vergangenheit führt, sondern auch zu einem magischen Geheimnis ...



Meine Meinung:
"Das Buch der verborgenen Dinge" ist eins jener Bücher, bei denen die Erwartung überhaupt nicht konform geht mit dem, was man letztlich im Buch bekommt. Was meiner Meinung nach bei diesem speziellen Buch hier aber vor allem auch am Cover liegt. Ich weiß nicht, wie es anderen Lesern geht, aber wenn ich mir die Inhaltsangabe in Kombination mit dem Cover ansehe, dann erwarte ich eine mysteriöse, geheimnisvolle, vielleicht spannende, vielleicht traurige Geschichte, gewürzt mit verrückten Wendungen, Ausflügen in längst vergangene Zeiten und vielleicht noch ein paar übernatürlichen Aspekten.
Nun, nein, das ist "Das Buch der verborgenen Dinge" nicht. Eher handelt es sich dabei um eine Kriminalgeschichte im Mafia-Setting, was ich anhand des Covers nun wirklich nicht erwartet hatte - da hat der Verlag mich doch glatt kalt erwischt.
Trotz meiner nicht erfüllten Erwartungen ist die Geschichte der vier befreundeten jungen Männer aber keinesfalls schlecht oder nicht lesenswert, sie ist eben nur ... anders. Jedes Jahr treffen sich Fabio, Mauro, Tony und Art in einer Pizzeria in ihrem Geburtsort, um übers Leben zu reden und gemeinsam zu trinken, inmitten des heißen, versandeten, öden Nichts von Süditaliens Stiefelspitze. Anhand der Schilderungen kann man leicht das Gefühl bekommen, sich dort nahezu am Ende der Welt zu befinden. Zumindest passiert dort nicht viel, und schon gar nicht passiert dort etwas ohne die Zustimmung und das Wohlwollen der Corona, der in Süditalien recht aktiven Mafia. Das zu lesen, fand ich etwas befremdlich, aber da der Autor selbst dort in dieser Gegend geboren wurde, kann man wohl nicht anders, als ihm einfach zu glauben. 
Wie jedes Jahr findet sich traditionell also einer nach dem anderen der Vier zum gemeinsamen Treffen ein - bis auf einen, Art nämlich, der einfach nicht auftaucht und auch im Verlauf nicht aufzufinden ist, trotz aller Suchen und Bemühungen seiner Freunde. Die stoßen stattdessen auf diverse komische und fast unheimliche Dinge; verrückte Inhalte, mit denen Art sich hobbymäßig beschäftigt hat, die ihn dabei jedoch offenbar so vereinnahmt haben, dass er - so scheint es - die Grenzen zwischen Realität und Einbildung nicht mehr auseinander halten konnte. Seine Versuche, dies in einem Buch (dem "Buch der verborgenen Dinge") nieder zu schreiben, fällt seinen Freunden als Manuskript in die Hände und führt sie in den nächsten Tagen zu verschiedenen Personen, die mit Art Kontakt hatten. Den dreien wird bald klar: Art ist längst nicht mehr die Person, die sie von früher kennen. Eher eröffnet sich vor ihren Augen ein ganz neues, unerwartetes - und erschreckendes - Bild von Art.
"Das Buch der verborgenen Dinge" ist spannend geschrieben, noch dazu aus drei verschiedenen Erzählperspektiven, da jeder der drei Freunde von Art seine Sicht der Dinge wiedergibt. Tatsächlich aber geht´s letztlich kaum um Geheimnisse oder mysteriöse Verwicklungen, viel eher wird es eben "mafiös": es geht blutig zu, fies, ignorant, manchmal wird die Erzählung arg freizügig, für mich wird sie manchmal auch nicht ganz nachvollziehbar. Das Ende ist auch nicht ganz das, was ich erwartet habe (wie gesagt: mit der Erwartung ist das in diesem Buch so eine Sache), lässt bei mir auch Fragen offen, passt aber letztlich als Abschluss ganz gut ins Bild. 

Bei "Das Buch der verborgenen Dinge" habe ich nicht das bekommen, was ich erwartet habe, aber ich habe einige Stunden gute und spannende Unterhaltung bekommen. Bei dem Buch handelt es sich eher um einen Krimi als um eine Abenteuergeschichte, und wer vor Mafia und Pistolen nicht zurückschreckt, kann hier gut zugreifen.

Dankeschön an das Bloggerportal!


Freitag, 10. April 2020

Inhaltliche Änderungen in der Neuauflage?!

Vor ein paar Wochen habe ich davon gelesen, dass die "Reckless"-Reihe von Cornelia Funke als Taschenbuch erscheint. Mit neuem Cover. Ok.
Ziemlich verwundert war ich jedoch bei der Nachricht, dass Frau Funke den ersten Teil der Reckless-Reihe ("Steinernes Fleisch") zudem auch inhaltlich "grundlegend" überarbeitet habe. Aha?! Was soll das denn heißen, hab ich mich gefragt. 
Vorgestern habe ich sie bei einer kleinen Live-Lesung auf dem Thalia-Instagram-Kanal gesehen, bei dem sie anschließend auch ein paar Fragen beantwortete. Sie sagte, dass sie jetzt rückblickend mit den Anfängen der Geschichte nicht mehr zufrieden sei. Nun, wo sie mit der Gesamthandlung schon weiter sei, könne sie manches, das sie vor Jahren im ersten Teil geschrieben habe, einfach nicht so stehen lassen. Gerade bezüglich der Story von Jacob und Fuchs habe sie wohl einiges geändert, Dialoge verändert und (Achtung Spoiler!) den Aspekt der kleinen Dreiecks-Verliebtheit mit Klara im ersten Teil komplett gestrichen, weil das ihr "nicht mehr richtig" vorgekommen sei. 

Hmmm. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich das finden soll. Mir ist bekannt, dass formale Änderungen (also z.B. Schreibfehler, fehlende Kommas etc.) bei Neuauflagen entsprechend geändert werden, und damit habe ich absolut kein Problem. Aber ein ganzes Buch inhaltlich zu verändern - 10 Jahre, nachdem es erschienen ist?! Eine ganze Storyline rauszustreichen, weil sie einem rückblickend nicht mehr gefällt? Irgendwie schräg. (Oder nicht? Machen andere Autoren das auch und ich habe es nur nie mitbekommen?!)
Klar, der wesentliche Inhalt, die Geschichte als Großes und Ganzes hat sich nicht geändert, sagt Frau Funke. Das glaube ich ihr auch. Aber dennoch bleibt bei mir irgendwie so ein schales Gefühl, dass ich das trotzdem blöd finde. Letztlich hat es ja auch ein bisschen was von einem Marketing- und Werbetrick. Keine Ahnung, ob das wirklich reiner Zufall war; ob Frau Funke das veränderte Manuskript schon seit Jahren in der Schublade liegen hatte und die Änderungen nun erst anlässlich des Taschenbuch-Erscheinens umgesetzt wurden. Oder ob Frau Funke diese Veränderungen im Text jetzt erst extra wegen der Ankündigung einer Taschenbuch-Auflage vorgenommen hat. Ist letztlich auch egal.

Aber ich überlege nun tatsächlich, ob ich mir (wenigstens) Teil 1 wirklich auch noch als Taschenbuch hole, weil ich nun mal Bücher-verrückt bin und mir denke, ich hätte gern die inhaltlich aktuellste Ausgabe und vor allem möchte ich doch mal wissen, was genau sie da alles verändert hat! Dazu kommt, dass mir gerade bei Taschenbuch Teil 1 (die anderen beiden Teile sind übrigens auch schon erschienen) das Cover weitaus besser gefällt, als das damalige vom Hardcover 2010 (siehe unten). Das hat mir echt noch nie gefallen. Schon alleine deswegen wäre die Taschenbuch-Edition natürlich schöner im Regal. Aber dann ist der Weg nicht mehr weit, dass ich sage, wenn ich schon Teil 1 als TB habe, dann müssen auch die anderen beiden Teile als TB ins Regal einziehen. Eine Kette ohne Ende! ;)
Und ja, mir ist klar, dass das Luxusprobleme sind, aber hey, das ist ein Bücherblog - wenn ich es hier nicht erzählen kann, wo dann?! :D


Reckless Teil 1 als Hardcover


Reckless Teil 1 als Taschenbuch


 Was sagt ihr dazu? Kennt ihr das von anderen Büchern/Autoren, dass für eine Neuauflage ganze inhaltliche Änderungen vorgenommen werden? Kauft ihr euch diese "neuen" Bücher dann - deswegen - auch?

Donnerstag, 9. April 2020

"Das Haus der Frauen" - Laetitia Colombani

Fischer Verlag, 2020
20,00 Euro


Handlung:
In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im »Haus der Frauen« schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe - an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten - und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.



Meine Meinung:
"Das Haus der Frauen" behandelt ein inhaltlich und gesellschaftlich wichtiges Thema, dessen Ausführung im Buch mich dennoch nicht wirklich abholen und überzeugen konnte. Mir hat hier einfach einiges gefehlt, an Inhalt, an Dialogen, an Wendungen, an Besonderem. Irgendwie erschien es mir zeitweise so, dass die Autorin diese Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird, nur so "runtergeschrieben" hat, ohne wirklich mit dem Herzen dabei zu sein.
Dabei ist das Thema des Romans ein ziemlich wichtiges. Nicht nur in Frankreich, wo dieses Buch spielt, sondern überall. Denn leider ist es eine Tatsache, dass gerade Frauen heutzutage immer noch  sehr viel Ungerechtigkeiten und Gefahren erleben müssen, dass sie den verschiedensten Arten von Unterdrückung und Gewalt unterworfen werden und dass vielerorts viel zu wenig - oder nichts - für sie getan wird. Dabei geht es gar nicht mal um die Auslebung von Feminismus (ja DAS Schlagwort der heutigen Zeit), sondern schlicht und einfach um die Sicherstellung der Grundbedürfnisse eines jeden Menschen. 
Laetitia Colombani setzt sich mit ihrem Roman nun zum Ziel, die Geschichte der Heilsarmee und der daraus resultierenden "Frauenhäuser" aufzuarbeiten, indem sie eine selbst von Depression betroffene Frau als offizielle Schreiberin in eben einem solchen "Haus der Frauen" ehrenamtlich arbeiten lässt. Zugleich erzählt sie in einem zweiten Erzählstrang, wie sich dieses Frauenhaus bilden konnte, welche für die damalige Zeit unglaublich starke, mutige und unbeugsame Frau (Blanche Peyron) die Vorreiterin dieser Institution ist - und warum es dazu kam.
Um dieses "Warum", diese Notwendigkeit für die Frauenhäuser damals und heute zu verdeutlichen, spricht die Autorin manche solcher Probleme und Geschichten von Frauen an, kratzt dabei jedoch meines Erachtens nach stets nur an der Oberfläche. Das finde ich schade, das Potential für viel tiefer gehende und deutlich eindrucksvollere Bilder, die zugleich die Wichtigkeit solcher Institutionen erkennen lassen hätten, wäre da gewesen. So kommt das alles ein wenig zu kurz. Es wirkt auf mich, als hätte die Autorin den Vorsatz gefasst, sich mit dem Thema "Frauenhäuser und ihre Aufgaben" zu beschäftigen, dann aber auf dem halben Weg der Umsetzung in einen Roman keine rechte Lust mehr drauf gehabt und sich deshalb nur noch an der Oberfläche bewegt. Sie gibt den Frauenschicksalen wenig Raum, wenig Tiefe, dabei wäre das nun gerade in diesem Buch irgendwie besonders wichtig gewesen. Zumindest erscheint es mir so. Für mich blieb die ganze Geschichte daher ziemlich fad und nichtssagend, wobei mich die Geschehnisse der Anfänge der Frauenhäuser in den 1920ern da noch deutlich mehr bewegen konnte. Aber gerade die Geschichte von Solène ist blass, nichtssagend und so lieblos runtergeschrieben, ohne wirklich ein bleibendes Bild der Trägerin dieses Romans zu hinterlassen. Das Buch hat mich letztlich mehr enttäuscht als interessiert.
Das finde ich schade, es führt aber zugleich auch dazu, dass mein Interesse am ersten Roman der Autorin, "Der Zopf", der weltweit sehr gefeiert wurde, mittlerweile abgeflaut ist, da ich mir vorstellen kann, dass Erzählstil und - struktur dort ähnlich gelagert sind wie bei diesem Roman hier.


Samstag, 4. April 2020

Stay home & read: Lese-Wochenende auf dem Blog

Sonntag 17:10 Uhr

OK, auch heute nicht viele Wortmeldungen von mir, aber egal, ist halt so. Ich war eine Weile im Garten und habe dann tatsächlich auch ein bisschen in "Legendary" gelesen. Das Buch liegt schon eine Weile bei mir, aber bisher hatte ich irgendwie immer kein richtiges Interesse daran, die Geschichte von "Caraval" weiter zu lesen, obwohl mir der erste Teil ganz gut gefallen hat. Jetzt scheint aber offenbar meine Zeit für dieses Buch gekommen zu sein, denn gerade könnte ich in einem fort darin lesen :)
Eben gab es dann Tee und Kuchen und ich zeige euch mal noch schnell meinen gestern gebackenen Zebra-Kuchen. Ich will mich nicht selbst loben, aber den hab ich optisch und geschmacklich ziemlich gut hingekriegt :D



10:00 Uhr

Guten Morgen!
Tja, wie schon erwartet, gab es hier gestern nicht wirklich viel von mir zu lesen. Ich hatte einfach nicht so recht Lust und Zeit, online zu sein und Beiträge über meinen Samstag zu schreiben. Tatsächlich habe ich am Nachmittag zwar noch ein bisschen in "Haus der Frauen" gelesen, aber immer nur ein paar Seiten. Und ich habe ein paar kurze Ideen zu gelesenen Büchern notiert, die aber noch nicht richtig in Worte und Sätze verpackt sind. Soo untätig war ich also doch nicht am Lese-Wochenende ;) Aber dann hatte ich einfach keine Muße, mich an den Laptop zu setzen und zu schreiben, oder auch um bei anderen Blogs vorbeizugucken. Ich versumpfe dann immer gern mal online (Keine gute Voraussetzung zum Bloggen! ;) ), wenn ich einmal vorm Bildschirm sitze, und darauf hatte ich gestern echt keine Lust...
Ob das heute wirklich anders wird, weiß ich noch nicht. Jetzt ist erstmal ein bisschen Saubermachen angesagt, mittags soll ein bisschen gegrillt werden, spätestens nachmittags will ich dann aber wieder ein Buch vor der Nase haben. Momentan ist mir am ehesten nach "Legendary" von Stephanie Garber, daher werde ich das endlich mal weiterlesen.
"Das Haus der Frauen" liest sich trotz des nicht immer leichten Themas (Frauenhaus, Frauen in Not usw.) eigentlich sehr gut und schnell weg. Ist auch ein eher dünnes Büchlein, zu dem ich allein aber vermutlich eher nicht gegriffen hätte. Die Wichtigkeit des Themas ist mir bewusst, aber inhaltlich trifft das nicht wirklich mein Lese-Interesse. Ich habe das Buch aber (unangefordert) für eine Rezension zugeschickt bekommen, also lese ich mich natürlich trotzdem mal rein.



Samstag 14:05 Uhr

Heute und morgen ist Lese-Wochenende bei Neyasha und Lyne. Eigentlich eine schöne Idee, denn Lesen ist momentan ja eine ziemlich gute Freizeitbeschäftigung. Rezensionen müsste/könnte ich allerdings auch mal wieder ein paar schreiben, oder zumindest kurze Leseeindrücke.

(Die Eule ist herrlich, oder?! :D)

Ich habe Lesen auch fest eingeplant an diesem Wochenende, jedoch bin ich bisher irgendwie noch gar nicht dazu gekommen. Das ist nicht ungewöhnlich bei mir, Samstags liegen bei mir irgendwie immer zig andere Sachen an. Dann ist draußen gerade auch so nettes Wetter, dass es sogar mich gerade eher in den Garten hinaus trägt (aber da kann ich mir ja ein Buch unter den Arm klemmen...). Vorhin war mir irgendwie nach Backen, da habe ich dann erstmal ein Rezept rauskramen müssen, weil ich unbedingt mal diese Zebra-Kuchen-Variante ausprobieren wollte. Kennt ihr das, so einen gestreiften Kuchen? Sieht toll aus, aber erschien mir ziemlich schwierig (ein Tipp: ist es nicht), ich wollte es dennoch mal ausprobieren. Ich hatte auch alles im Haus (Hefe scheint ja gerade überall heiß begehrt zu sein, glücklicherweise brauchte ich die für den Kuchen nicht), also ging es direkt los. Mal sehen, ob ich euch nachher, wenn ich ihn anschneide, mal das Resultat zeigen kann. 

Nach kurzem Überlegen, was ich lesen könnte, habe ich mir drei Bücher gegriffen, die ohnehin angefangen bei mir herumliegen. Vielleicht schaffe ich es ja mal, eins fertig oder zumindest etwas weiter zu lesen. Das sind:

"Das Haus der Frauen" von Laetitia Colombani
"Legendary" von Stephanie Garber und
"Der Freund der Toten" von Jess Kidd

Fertig "gesuchtet" habe ich gestern abend noch "Neuschnee" von Lucy Foley, das wirklich nicht nur sehr spannend, sondern auch wirklich gut geschrieben war. Ich lese ja nicht soo oft Thriller und Krimis, aber dieser war genau richtig für mich. Man weiß bis zum Ende nicht, wer der Mörder ist (kurioserweise weiß man in diesem Buch bis fast zum Ende nicht mal, wer die Leiche ist!), es wird ein bisschen fies, aber nicht allzu sehr und auch nicht zu blutig. Hat mir echt richtig gut gefallen - direkte Leseempfehlung für alle, die mal Lust auf einen guten Thriller haben.



Donnerstag, 2. April 2020

Neuerscheinungen im April

April, April...
April ist mein Lieblingsmonat, und das liegt nicht nur daran, dass ich in dem Monat Geburtstag habe. (Mit zunehmendem Alter eher genau das nicht mehr...)
Nein, April mochte ich einfach schon immer. April ist nicht mehr tiefster Winter, aber auch noch kein knackeheißer Sommer. Man kann ihn für gewöhnlich gut aushalten, auch wenn sich das Wetter da bekanntermaßen ein bisschen austobt. Meistens ist Ostern im April und zu Zeiten, als ich angestellt war, bedeutete das immer ein paar extra freie Tage. April ist schon so weit im Jahr, dass man objektiv feststellen kann, ob irgendwelche Vorsätze (mal wieder) nicht geklappt haben - aber auch noch nicht zu weit im Jahr, als dass man daran nichts mehr ändern könnte und noch Pläne und Ziele fürs Restjahr entwickeln kann. Und und und - ich könnte eine Menge Vorteile vom April finden.
Gerade in diesem Jahr April kommen aber auch einfach jede Menge ziemlich gute neue Bücher heraus - das ist im buchigen Kontext ja mit der herausragendste Vorteil.

Ich habe längst nicht alle Verlagsvorschauen in den letzten Monaten durchgeackert, dafür hat mir die Zeit und auch die Lust gefehlt. Einige Bücher habe ich aber dennoch gefunden (auch durch Querverweise bei anderen Homepages) und die zeige ich euch heute mal.




*Für Inhaltsangaben anklicken, das führt euch zu den Verlagsseiten*

Da hätten wir z.B. das neue Buch (Thriller) von Riley Sager, "Verschließ jede Tür". Im letzten Jahr habe ich "Schwarzer See" von ihm gelesen, das ich echt spannend fand. Auch hier klingt die Inhaltsangabe nicht nur mysteriös, sondern auch schön fies und nervenkitzelnd.
In die eher fiktionale Ecke geht "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep", das direkt auch ein Geburtstagswunsch von mir geworden ist. Dabei können Figuren aus Büchern in die Realität gelesen werden. Die Idee erinnert sehr an "Tintenherz" von Cornelia Funke, zugegeben, trotzdem bin ich gespannt auf die Geschichte. Ein weiteres Buch, in dem die Grenzen von Realität und Fiktion verwischen, ist "Das Buch der gelöschten Wörter" von Mary E. Garner, in dem ein Buchladen ein Portal in die Bücherwelt darstellt. 
Eher romantisch wird es (hoffentlich) bei anderen Büchern, die im April erscheinen, so z.B. bei "Save the date" von Morgan Matson, in dem ein Hochzeitswochenende ansteht und zu vielerlei Trubel führt. Um Hochzeiten geht es auch in "Das zauberhafte Hochzeitshotel" von Jill Mansell. Ich habe schon zwei oder drei Bücher von Jill Mansell gelesen und sie immer gemocht. Das sind keine hochtrabenden, sehr anspruchsvollen Romane, sondern eher was fürs Herz - aber in Momenten, in denen es eben auch mal sowas sein muss, sind die sehr geeignet. Daher freue ich mich auf dieses neue Buch von ihr, das im April jedoch erst als Ebook erscheint, die Taschenbuch-Ausgabe kommt später im Jahr. Romantisch wird es sicher auch in "Royal Blue", in dem sich der britische Kronprinz in den amerikanischen Sohn der Präsidentin verliebt. Mal was anderes, ich bin gespannt. Und in "Verliebt in deine schönsten Seiten" tauschen zwei Schriftsteller, die mit Schreibkrisen zu kämpfen haben, kurzerhand ihre Romane und schreiben diese weiter. Klingt auch nach Feel-Good-Lektüre. 
Nach Schmöker-Roman klingt schließlich auch "Die kleinen Geheimnisse des Herzens", das ich mir hier als letzte Neuerscheinung unter den vielen ausgesucht habe. Dabei spielen Freundschaften und Lebensentscheidungen eine große Rolle. 

Habt ihr Bücher, auf die ihr im April sehnsüchtig wartet?


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