Droemer Knaur Verlag, 2020
9,99 Euro
Handlung:
Die 44-jährige Betty, Anwalts-Empfangsdame und zweifache Mutter, ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Jugendliebe und ihrem (zu?) perfekt funktionierenden Familien-Leben. Susannas Ehemann entpuppt sich als A...loch und reicht die Scheidung ein, durch die Susanna von heute auf morgen vor dem Nichts steht. Caroline kann seit einiger Zeit einfach nicht mehr aufhören, Dinge zu kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten kann, und ihr Mann weiß nichts von dem wachsenden Schuldenberg … Die drei besten Freundinnen aus Schultagen stecken in einer handfesten Krise und brauchen dringend eine Auszeit! Zum Glück besitzt Susanna ein Segelboot. Und so machen sie einen Segeltörn von Hamburg bis zur Bretagne, bei dem die Freundinnen jede Menge Ideen haben, wie sie ihr Leben wieder in den Griff kriegen – und jede Menge Spaß, auch wenn es manchmal kracht!
Meine Meinung:
Steffi von Wolff ist mir als Autorin von "Frauen-Romanen" durchaus ein Begriff, allerdings habe ich von ihr noch nie etwas gelesen. Das hat sich mit "Das legt sich wieder" zwar nun geändert, leider hat mich die Geschichte jedoch nicht wirklich von sich überzeugen können.
Es geht um Susanna, Caroline und Betty, drei langjährige Freundinnen, die alle mit verschiedenen Problemchen und Katastrophen des mittleren Alters zu kämpfen haben. Die weibliche Midlife Crisis sozusagen. Die drei beschließen, einen Segeltörn nach Frankreich zu unternehmen, um den Kopf mal wieder frei zu kriegen und sich vielleicht auch Rat und Tat der Busenfreundinnen bezüglich diverser Dilemma einzuholen.
So weit so gut. Die Ausgangsidee fand ich wirklich nett. Der Grundgedanke, dass so lange Freundschaften trotz räumlicher Distanzen überstehen können, und dass langjährige Freundinnen einfach immer für einen da sind und Unterstützung bieten, selbst zu wirklich schwierigen und holprigen Zeiten, macht Mut und ist gerade in der heutigen Zeit der schnell- und kurzlebigen Online-Bekanntschaften sicher doppelt soviel wert. Insofern war ich zu Beginn sehr aufgeschlossen und neugierig, was sich abspielen würde. Jede der drei Freundinnen bekommt ihre eigene Erzählperspektive, jede hat ihre sympathischen, aber eben auch ihre unbequemen Ecken und Seiten. Vor allem aber hat jede ihre sprichwörtlichen Leichen im Keller, das wird schnell klar.
Leider hat mich die Geschichte von Anfang an aber wenig unterhalten und von sich einnehmen können. Die Ausführungen über die Lebensstile der drei am Anfang wirkten für mich noch ein bisschen dröge und altbacken, das änderte sich im Verlauf dann aber glücklicherweise. Als die drei erstmal aufeinander treffen und in See stechen, wird es zwischen ihnen lockerer und direkter, die ganze Erzählung nimmt mehr Fahrt auf.
Gleichzeitig habe ich mir bei manchen Dialogen aber von Beginn an fast an den Kopf gefasst - so bieder und gestelzt-trocken unterhält sich doch niemand...?! Schon gar nicht drei Frauen, die sich so lange kennen und wirklich schon jeden Mist der anderen miterlebt hat. Die Dialoge waren für mich also teilweise echt holpig.
Das wär aber irgendwie alles noch ok gewesen. Was mir jedoch wirklich nicht gefallen hat in dieser Geschichte ist die völlig unglaubwürdige Ansammlung von Klischees, die Seite für Seite passieren. Egal, was man sich vorstellen mag an Irrungen und Wirrungen, Skandalen und Unmöglichkeiten in einem Roman - hier in diesem Buch begegnen sie einem irgendwie alle. Wenn man glaubt, schräger und vorhersehbarer geht es nicht, schreibt Frau Wolff noch eins drauf. Egal ob Scheidung, Untreue, Rachegelüste, Mordanbahnungen, Affären, schnelle Nummern auf hoher See, Geldprobleme, Raub, Männertausch, missratene Kinder und/oder Ehemänner - ein übertriebener Aspekt nach dem anderen gibt sich die Klinke in die Hand. Es gibt hier wahrlich nichts, was es nicht gibt - aber ziemlich viel von Dingen, die man schon einer Romanfigur alleine nicht zumuten möchte, geschweige denn gleich dreien auf einmal.
Vor allem wird auch alles so schnell abgehakt und verziehen und - ach Schwamm drüber, weiter geht´s, im nächsten Kapitel wird die nächste Klischee-Leiche ausgepackt. Und das war mir dann tatsächlich doch zuviel. Wäre das ein Film im Abendprogramm gewesen, hätte ich ihn sicher nach 15 Minuten wegen völliger Unglaubwürdigkeit abgestellt, tut mir Leid. Ich finde es ok, wenn es in Romanen locker und auch mal übertrieben zugeht, wenn man das alles mit einem Augenzwinkern lesen sollte (immerhin ist es Fiktion), aber wenn an dieser Geschichte wegen sooo vielen bemühten Klischees und Vorhersehbarkeiten einfach nichts mehr passt und glaubwürdig ist - dann ist das mit Sicherheit kein Buch, das ich gern empfehlen kann.
Ein herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag!















