Samstag, 31. Dezember 2022
Silvesterlesen bei Neyasha
Freitag, 30. Dezember 2022
Freitagsgedanken: Tschüss 2022
2022 war nicht mein Jahr. Gar nicht. Heute, einen Tag vorm letzten Tag dieses Jahres sitze ich hier und kann als Zusammenfassung wirklich nur das sagen. Das war ein Jahr, in dem viel schief gegangen ist, manches nicht geklappt hat, es traurige Verluste gab, die heute noch schmerzen, in dem sich Pläne nicht verwirklicht haben, in dem Hoffnungen wie Seifenblasen zerplatzt sind.
Über 2022 will ich gar nicht viele weitere Worte verlieren. Es war ein Mist-Jahr und es wird Zeit, dass es vorbeigeht. Ich bin kein Typ für Vorsätze und große Pläne, aber 2023 kann in der Hinsicht nur besser werden. Die ersten Monate 2023 stehen für mich jedoch erstmal im Zeichen von Lernen und Ausarbeiten, weil ich im Frühjahr meine Approbationsprüfung zur Zulassung als Psychologische Psychotherapeutin haben werde. Dann habe ich dieses leidige Kapitel endlich abgeschlossen, da freue ich mich schon drauf. Bis dahin heißt es aber: wenig Freizeit und viel Lernstoff.
Wie es danach weitergeht? Keine Ahnung. Wahrscheinlich gönne ich mir dann erstmal ein paar ruhige Tage an irgendeinem netten Ort ;)
Auch bezogen aufs Lesen kann 2023 nur besser werden, denn 2022 habe ich so wenig gelesen wie schon seit Jahren nicht mehr. Mit nicht mal 55 ausgelesenen Büchern habe ich gerade mal halb so viel gelesen wie sonst in meinen "besten" Lesejahren. Wirkliche Highlights habe ich in diesem Jahr auch nicht für mich entdecken können, daher überlege ich gerade noch, ob ich überhaupt einen buchigen Jahresrückblick für den Blog machen werde, vielleicht lohnt sich das auch gar nicht.
Für 2023 nehme ich mir lesemäßig nicht viel vor. Ich will einfach nur gute Bücher lesen und dabei eine gute Zeit haben. Zum ersten Mal seit einigen Jahren wird es bei mir auch kein Lesebingo geben. Ich kann das gar nicht mehr gut vertreten, weil ich das Lesebingo seit gut 3 Jahren selbst so stiefmütterlich behandele. In diesem Jahr habe ich noch nicht ein einziges Mal selbst auf das Bingofeld geschaut, um zu sehen, welche Bücher ich vielleicht wofür anrechnen könnte. Gefühlt ist da ein bisschen die Luft bei mir raus und ich sehe ja auch an den Teilnehmerzahlen, dass das Interesse immer weiter zurück gegangen ist. Vielleicht tut eine Pause hier mal ganz gut.
Auch sonst plane ich bisher keine weiteren Challenges oder sonstige Lese-Vorhaben, obwohl ich wirklich versuchen möchte, mehr Sachbücher zu lesen, abseits der üblichen Romane, die ich sonst vor der Nase habe. Es gibt so wahnsinnig viele gute Sachbücher zu zig Themen, die mich interessieren - und trotzdem nehme ich mir für diese nie die Zeit.
Nehmt ihr an Lese-Challenges teil oder führt ihr vielleicht sogar selbst welche auf eurem Blog/Kanal durch? Schreibt mir gerne, ob es irgendwo tolle Aktionen oder Ideen gibt, vielleicht lasse ich mich ja doch noch überreden... :)
Kommt gut ins neue Jahr!
Freitag, 4. November 2022
"Zehn Jahre du und ich" - Pernille Hughes
dtv, 2022
13,95 Euro
Worum geht´s?
Becca und Charlie kennen sich schon seit Jahren – seit Charlie und Beccas beste Freundin Ally an der Uni ein Paar wurden. Und seit sie sich kennen, verbindet die beiden eine leidenschaftliche Feindschaft. Eigentlich sollte Allys viel zu früher Tod dazu führen, dass Becca und Charlie sich nie wiedersehen müssen. Aber Ally hatte andere Pläne … und eine unvollendete Bucket List. Wie es aussieht, werden Becca und Charlie noch eine Weile miteinander zu tun haben, während sie versuchen, mit ihrer Trauer und einem Leben nach Ally umzugehen. Und dabei weiter das Schlimmste ineinander hervorrufen. Oder doch nicht?
Meine Meinung
Becca und Charlie können sich nicht leiden, konnten sie noch nie. Ihre einzige Verbindung zueinander ist Ally - Beccas beste Freundin und Charlies feste Freundin. Zu dritt können sie sich auf diese Art und Weise einige Jahre gut arrangieren. Bis Ally stirbt. Und beiden Aufgaben hinterlässt, bei deren Ausübung die beiden ihre Asche verstreuen sollen. Diesen letzten Wunsch können sie ihr nicht abschlagen, allen Vorbehalten einander gegenüber zum Trotz. Und so kommt es, dass Becca und Charlie sich einige Jahre notgedrungen weiter miteinander beschäftigen müssen - Ally zuliebe. Oder vielleicht auch aus einem anderen Grund...?
"Zehn Jahre du und ich" ist eine niedliche Geschichte übers Trauern, Verlieren guter Freunde, aber zugleich übers Verliebtsein und zweite Chancen geben. Gleich das erste Kapitel hat mich gut in die Geschichte reinwerfen können, denn das startet mit der Beerdigung und ich musste direkt weinen. Wenn das ein Buch schafft, kann´s schon einmal nicht ganz schlecht sein, also bin ich gespannt dran geblieben, was mir aber auch leicht fiel. Denn ich mochte sowohl Becca trotz ihres schrägen Charakters, als auch Charlie wegen seines spießigen Charakters. Im Laufe der Jahre lernen beide sich durch die gestellten Aufgaben noch besser kennen und teilen schnell nicht nur Erinnerungen, sondern auch Vorlieben und Erfahrungen miteinander. Für mich war der vorgegebene Zeitraum von 10 Jahren ein bisschen zu lang, um tatsächlich die Entwicklung zwischen beiden darzustellen. Natürlich passiert in 10 Jahren viel, was Autorin Hughes auch versucht, entsprechend aufzufangen. Aber zugleich konnte ich mir beim Lesen schwer vorstellen, dass man es jahrelang schaffen soll, sich trotz gleichem Freundeskreis (fast) nur ein einziges Mal im Jahr zu sehen. Es gibt ein paar Überraschungen und nicht ganz geradlinige Wendungen im Buch, was mir gut gefallen hat. Das Ende kann man sich - ganz ohne zu spoilern - ja durchaus so ein bisschen denken, immerhin befinden wir uns hier im Genre "Liebesroman"; es ist aber trotzdem nach einigen Hin und Her (das in meinen Augen nicht hätte sein müssen) ganz nett geworden. "Zehn Jahre du und ich" ist ein durchaus lesenwerter und charmanter Roman zum Einkuscheln und Genießen.
Freitag, 21. Oktober 2022
Freitagsgedanken
Samstag, 3. September 2022
Neue Bücher im September
Samstag, 27. August 2022
Update (oder eher Abschluss) Dicke-Bücher-Camp
Ja gut, der August ist noch gar nicht vorbei, ich weiß. Ich könnte noch ganze 4 Tage richtig ranklotzen und meine Lesestatistik für die beiden letzten Monate verbessern. Zugleich weiß ich, dass ich das nicht könnte. Lesen unter der Woche klappt bei mir seit einigen Wochen gar nicht mehr gut; irgendwie fehlt mir immer die Zeit oder die Ruhe. Selbst im Zug habe ich nach einem entsprechend anstrengenden Tag zur Zeit gar keine Lust, dann noch etwas zu lesen. Da setz ich mir lieber die Kopfhörer auf und hör was gutes.
Insofern könnte ich heute und morgen noch lesen, das werde ich auch tun, aber nicht Bücher fürs "Dicke Bücher Camp". In meinem letzten Post unter diesem hier (Gott, habe ich in der ganzen Zwischenzeit gar nichts gepostet?! :o) hatte ich euch ja die Bücher gezeigt, die ich mir dieses Mal rausgesucht hatte.
Nun, das Fazit nach diesen zwei Monaten voller dicker Bücher sieht bei eher ernüchternd aus. Ich habe "Violas Versteck" von Marc Raabe gelesen und habe eigentlich auch noch vor, dazu noch ein paar Sätze zu schreiben. In die anderen drei Bücher auf dem Foto habe ich natürlich reingelesen, ganz gewissenhaft. Ich habe allen drei Büchern eine Chance gegeben, ganz objektiv, habe von jedem gute 70 Seiten oder sogar noch mehr gelesen. Und dann ernüchtert festgestellt, dass mich irgendwie keins der drei vom Hocker hauen konnte.
Am längsten "ausgehalten" habe ich bei "Die Stadt aus Messing" von S.A. Chakraborty, das ich anfangs wirklich noch ziemlich interessant fand. Aber nach und nach habe ich gemerkt, dass ich für Stories über Dschinns und irgendwelche ähnlichen Wesen wohl nicht offen genug bin. Außerdem hab ich vieles nicht verstanden, mir haben hier immer wieder Erklärungen gefehlt, welches Völkchen von Wesen jetzt was ist, warum die einen so heißen und was sie auszeichnet im Gegensatz zu den anderen. Ich kann´s jetzt schon gar nicht mehr wiedergeben, das hab ich alles wieder aus meinem Kopf gelöscht (der ist zur Zeit eh viel zu voll mit vielen Dingen), und das Buch irgendwo vergraben, daher kann ich gerade auch nicht nochmal nachschauen. Ich wurde verwirrter mit zunehmendem Lesen, habe irgendwann nur noch quergelesen, alle paar Seiten mal einen Absatz. Dadurch habe ich den wesentlichen roten Faden schon noch verfolgt und am Ende festgestellt, dass es mich echt nicht ausreichend interessiert hätte, das ganze Buch zu lesen. Nicht mein Fall und in die Fortsetzungen brauch ich auch nicht mehr reinschauen.
Ich weiß, dass "Der Name des Windes" viele Fans hat; letztlich hat mich das ja neugierig drauf gemacht. Auch hier habe ich gute 70/80 Seiten gelesen, kam aber irgendwann nicht umhin, festzustellen, dass es doch irgendwie arg langweilig ist. Es passiert gar nichts, zumindest nichts, was mich direkt so fesseln würde, dass ich voller Überzeugung sage, "Hey, da will ich aber wissen, was weiter passiert". Das spannendste war noch die Sache mit diesen Spinnenartigen Wesen, aber das war auch nur ein Absatz und dann schon wieder vorbei. Und dann nur so nebenbei: Der Held heißt Kvothe, möchte aber (aus Gründen, die ich noch nicht erlesen habe) gern unerkannt bleiben und ein neues Leben leben und nennt sich deshalb... ähm, nun ja, Kote. Äh... okay? Der Einfallsreichtum schreit einem hier nicht gerade ins Gesicht. Keine Ahnung, vielleicht war das Buch einfach gerade nicht das richtige für mich. Vielleicht lese ich in ein paar Wochen oder Monaten nochmal rein. Denn die ganzen positiven Bewertungen kommen ja nicht von ungefähr, irgendeinen Reiz muss das Buch ja haben.
Schließlich noch "Die Lügen des Locke Lamora", das mich ein bisschen an "Das Gold der Krähen" von Leigh Bardugo erinnert, streng genommen aber zuerst da war. Ich fand den Anfang ganz ok, auch nicht übermäßig fesselnd, aber ich kann mir schon vorstellen, dass ich hier mal weiterlesen werde. Die Erzählweise ist eher etwas ausufernd und gemächlich, daher muss man halt wirklich auch Zeit und Geduld mitbringen. Davon hatte ich zuletzt scheinbar einfach nicht genug. Daher liegt auch dieses Buch vorerst pausiert bei mir herum.
Ja, und das war´s dann auch schon. Mehr dicke Bücher hat es bei mir in den letzten Wochen nicht gegeben, ich habe mir tatsächlich lieber ab und zu schmalere Exemplare geschnappt. Und die dann aber auch nicht fertig gelesen...
Sonntag, 3. Juli 2022
Das "Dicke Bücher Camp" hat wieder aufgemacht
Donnerstag, 9. Juni 2022
"Die gigantischen Dinge des Lebens" - Susin Nielsen
Urachhaus Verlag, 2022
18,00 Euro
HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)
Worum geht´s?
Selbstoptimierung für Anfänger Wilburs Lebensphilosophie lautet: Unsichtbar sein. Kopf runter. Mund zu. Einfach schauen, dass man den nächsten Schultag überlebt. Doch dann trifft Charlie ein, Wilburs Austauschschüler. Und entpuppt sich als Austauschschülerin. Und was für eine... Wilbur wird von gigantischen Gefühlen ergriffen. Aber wie wird man zu einem begehrten, coolen Typ, wenn man gerade eben noch völlig unsichtbar war?
Meine Meinung
Ich mag die Bücher aus dem Urachhaus Verlag bzw. Verlag Freies Geistesleben. Vor allem deshalb, weil man bei ihnen immer wieder kleine außergewöhnliche Perlen entdeckt, die etwas ganz besonderes sind und einfach ein bisschen aus der Reihe fallen. Ich hatte in der Verlagsvorschau direkt einen Blick auf "Die gigantischen Dinge des Lebens" geworfen, mir gedacht, dass ich Wilbur zu gern kennenlernen würde und wurde beim Lesen dann auch nicht enttäuscht. Die Geschichte von Wilbur ist niedlich, schön zu lesen, mutmachend und optimistisch. Dabei ist es ganz egal, dass ich eigentlich gar nicht mehr in die Alters-Zielgruppe falle.
"Sal und ich hüpften ins Becken. In der folgenden Stunde ging ich auf eine Art und Weise aus mir raus wie sonst nirgendwo. Ich schleuderte die Arme hoch, schüttelte verwegen meine Schultern und tanzte unter Wasser Cancan. Aquagymnastik für alle ab 60+ zählt definitiv zu den Höhepunkten meiner Woche." (S. 31)
Ganz ehrlich? Mit diesem Satz hatte mich Wilbur erwischt. Nach diesem Satz wusste ich, dass dies ein wunderbares Buch werden würde.
Wilbur hat es nicht leicht. Eigentlich ein echter Sympathieträger mit Anstand und Manieren (die er sich nicht zuletzt bei seinem besten Freund, dem 85-jährigen Sal, abgeguckt hat), wird er in der Schule immer mal vom fiesen Mitschüler Tyler gemobbt und bemüht sich deshalb, einfach lieber unsichtbar zu bleiben. Keinen Anlass zu geben, aufzufallen. Genau das wird aber zum Problem, als durch einen Schüleraustausch die bezaubernde Charlie aus Paris in sein Leben tritt. Plötzlich möchte Wilbur gar nicht mehr so unscheinbar sein, sondern zeigen, was in ihm steckt. Glücklicherweise kann er sich gerade zur rechten Zeit auf die richtigen Leute in seinem Leben verlassen, die ihm helfen, das beste aus sich rauszuholen.
Ich habe Wilburs Geschichte sehr gern gelesen, habe auch gelacht und mitgelitten und die Daumen gedrückt, damit bei Wilbur mal alles glatt geht. Es ist eine schöne und zugleich wertvolle Geschichte vom An-sich-glauben und Sich-beweisen, die noch dazu völlig mühelos Themen wie Diversität und Respekt behandelt. Am Ende kommt doch alles irgendwie ein bisschen anders für Wilbur, aber das macht nur einen weiteren Reiz des Buches aus. Klare Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Urachhaus Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dienstag, 7. Juni 2022
Wieder anfangen
Die letzten Wochen war es hier sehr ruhig. Der letzte Eintrag ist, ach Gott, fast 3 Monate her. Geplant war das nicht, aber es war einigen Umständen geschuldet. Der schlimmste machte sich ab Mitte März bemerkbar, als klar wurde, dass es meiner Hündin so schlecht geht, dass sie nicht mehr lange da sein würde. Genau so war es dann leider auch, Ende März musste ich mich unglaublich schweren Herzens nach über 11 Jahren von ihr verabschieden. Es war so schwer. So schwer und so sinnlos, plötzlich ohne sie zu sein. Nach 11 Jahren ist ein Hund so sehr ein fester Bestandteil im Leben, im Alltag, in allem, was einen auch selbst ausmacht, dass ich nach all der Zeit auch wirklich ein Stück von mir selbst verloren habe, weil sie nicht mehr da ist. Sie fehlt. Jeden Tag.
Die Tage und Wochen waren scheiße, da brauch ich nichts schön reden. Richtig mies. Jeder Tag war zum Vergessen. "Leichter" gemacht hat es irgendwann die Routine, das Arbeiten, das Abgelenktsein, auch wenn man das natürlich gerade in so einer Situation gar nicht haben (und schon gar nicht wahr haben) will. Mittlerweile geht es besser, auch wenn diese dumpfe Leere weiterhin jeden Tag im Hintergrund mitläuft. Dass es leichter ist, liegt sicher auch an einer neuen Vierbeinerin, die vor wenigen Tagen bei meinen Eltern eingezogen ist und die seitdem alle Herzen im Sturm erobert. (Sturm ist übrigens wortwörtlich gemeint, sie hat manchmal ihre sehr wilden 5 Minuten...)
In den letzten Wochen war mir jedenfalls alles relativ egal. Das Lesen, Bücher, der Blog, aber auch meine Basteleien und das Malen - ist alles zu kurz gekommen, hat mich alles nicht interessiert. Meine Lesestatistik für dieses Jahr sieht katastrophal aus, aber eigentlich ist mir das im Grunde ziemlich egal. Ich hatte zuletzt kaum Sinn und Nerven für Geschichten. Mittlerweile habe ich wieder mit dem ein oder anderen Buch angefangen, mal reingelesen, mal reingeschnuppert. Richtig hängen geblieben bin ich noch bei keinem, vielleicht muss mir erstmal wieder ein echt guter Reißer über den Weg laufen.
Aber ich habe mir vorgenommen, wenigstens mal wieder aus der Versenkung aufzutauchen, mich wieder mit Büchern zu beschäftigen und mich auch hier auf dem Blog mal wieder sehen zu lassen. Ich habe auch noch Rezensionen offen, die ich eigentlich (ziemlich) dringend schreiben und posten müsste. Aber alles nacheinander. Jetzt erstmal wieder vorwärts. Wieder anfangen.
Freitag, 18. März 2022
Freitagsgedanken: Verfilmung "Lockwood & Co."
Ich liebe ja die Buchreihe "Lockwood & Co.". Tatsächlich so sehr, dass die in meiner Gunst um meine liebste Buchreihe an manchen Tagen "Harry Potter" hinter sich lässt. Lucy, Lockwood und George sind mir so ans Herz gewachsen, die Story um Geister und ihre Bekämpfung in einer Art alternativem London - ich liebe es! Autor Jonathan Stroud hat´s schon ziemlich drauf. Ich habe mich beim Lesen immer mal ein bisschen gegruselt, aber "nett gegruselt" (in einem Buch würde es wohl mit "wohlige Schauer" umschrieben werden), und genau das hat den Reiz der Reihe für mich ausgemacht. Die Freundschaft zwischen den dreien, die Abenteuer, die sie erleben, die Kämpfe, die sie austragen (und nicht nur die gegen echte Geister, sondern auch durchaus echte Personen); all das hat sich ganz fest in mein Leserherz gegraben und ich kann die Bücher gut und gerne zum sechsten Mal lesen und würde sie nicht auf einer einzigen Seite langweilig finden.
Insofern bin ich natürlich höchst hellhörig geworden, als bekannt wurde, dass die Buchreihe als Netflix-Serie adaptiert werden würde. Nun, ich hab ja kein Netflix. Ich bin damit vielleicht ein Exot, keine Ahnung, manchmal habe ich das Gefühl, die Leute um mich herum unterhalten sich nur über irgendwelche Serien, von denen ich noch nicht mal gehört habe. Netflix-Serien halt. Ich hab´s bisher nicht wirklich vermisst, muss ich sagen, dafür sehe ich letztlich dann doch zu wenig fern.
Aber "Lockwood & Co. " als Serie auf Netflix?!?!?! - Uff! Da muss ich doch wohl dranbleiben, habe ich mir gedacht. Das hat mich zugleich höchst neugierig als auch höchst skeptisch gemacht. Schon zu oft habe ich erlebt, dass ich von Verfilmungen eines Buches enttäuscht war, ob nun als Film oder als Serie. Immer wieder sind da irgendwelche Dinge, die nicht stimmen, die anders dargestellt werden, Personen, die nicht aussehen wie im Buch beschrieben, und am allerschlimmsten sind ja wohl die Momente, in denen man feststellt, dass geliebte (mitunter wichtige) Szenen umgeschrieben oder gar ganz weggelassen wurden in der Verfilmung. (Ich werde nie mein "Waaaaaas?!" vergessen, als ich im verfilmten 5. Teil der "Harry Potter"-Reihe feststellte, dass da rund um Cho Chang und ihr unrühmliches Ende irgendwie alles im Film verändert wurde...)
Also sehe ich die Verfilmung mit sehr gemischten Gefühlen. Ich freue mich einerseits total darauf und bin so gespannt, wie die das alles umgesetzt haben. Gleichzeitig bekam meine Vorfreude gestern direkt einen Dämpfer, als endlich der Hauptcast vorgestellt und gezeigt wurde.
Der Cast:
Ruby Stokes als Lucy Carlyle
Cameron Chapman als Anthony Lockwood
Ali Hadji-Heshmati als George Karim
Ivanno Jeremiah als Inspektor Barnes
Jack Bandeira als Quill Kipps
Luke Treadaway als The Golden Blade
Morven Christie als Penelope Fittes
Ben Crompton als Julius Winkman
Hayley Konadu als Flo Bones
Rhianna Dorris als Kat Godwin
Paddy Holland als Bobby Vernon
Quelle: hier
Mit Lucy und Lockwood kann ich gut leben. Zumindest auf diesem Foto hier passen die ganz gut in die Vorstellung, die ich mir persönlich von beiden durchs Lesen gemacht habe. Aber George? Wo ist denn George? Das ist doch nicht der da auf dem Foto. Beim ersten Draufsehen war mir gar nicht klar, welcher von beiden denn jetzt Lockwood sein soll. George im Buch ist ein etwas pummeliger Typ mit eher dunkelblonden Haaren, oder nicht? Leicht vertrottelt und gammelig, aber sehr sympathisch. Das sehe ich in ihm hier, Ali Hadji-Heshmati ist sein Name, leider gar nicht. Auch Jack Bandeira ist nicht Quill Kipps, zumindest nicht der Quill, den ich in den Büchern gelesen habe. (Und wo ist die blonde blasse Gestalt von Flo Bones hin?)
Klar, das sind nur Fotos. Die in völlig anderen Kontexten entstanden sind. Kann schon sein, dass die vor laufender Kamera ganz anders wirken und dann eher zu den Figuren werden, wie sie im Buch beschrieben sind. (Und vielleicht färbt irgendjemand Jack Bandeira auch noch die Haare rot...)
Zumindest hoffe ich das. Sehr. Ganz schlimm fänd ich, wenn das nur so eine lose Adaption der Buchreihe ist, mit ganz vielen eigenen Wendungen und Ideen der Drehbuchschreiber, die mit dem Original von Jonathan Stroud nicht mehr viel zu tun haben.
Ich werde das mal im Auge behalten. Die Chancen stehen gut, dass ich mir die Serie "Lockwood & Co." ansehen werde, trotz meiner Vorbehalte, und ich freue mich, wenn ich am Ende positiv überrascht werde. (Hoffentlich.)
Freitag, 11. März 2022
Freitagsgedanken: Ich habe gelesen. Endlich.
Hallihallo!
Es ist Freitag, liebe Leute, und noch dazu im März. Wo ist eigentlich die Zeit geblieben, dass wir schon im dritten Monat des Jahres stecken?! Das frage ich mich momentan wirklich an manchen Tagen. Und so sehr ich mich am Ende einer Woche auf das Wochenende freue, umso mehr erschreckt es mich, wenn ich realisiere, dass die Woche schon wieder vorbei ist...
Aber Zeit hin oder her - ich habe endlich mal wieder ins Lesen gefunden! Nachdem Lesen und Bücher wochenlang bei mir zu kurz kamen, ich einfach keinen Sinn oder Gedanken dafür hatte, hat mich die Leselust in den letzten Tagen dann doch schwer erwischt. Ich habe in kürzester Zeit endlich mal den dritten Teil der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe, "Die Hornisse", gelesen, was ich längst tun wollte. Nun ist schon der Abschluss der Reihe erschienen, da hat das gut gepasst. Teil 3 hat mir gut gefallen, besser als der Teil davor, den ich komisch und verworren und düster fand. Dieser hier ist auch nicht ohne, aber er endet mit einem coolen Cliffhanger, der eben direkt Lust auf Teil 4 macht - zum Glück habe ich mir den bereits zugelegt. Ebenso rasch durchgelesen habe ich "Die Spur der Bücher" von Kai Meyer, das ich einem spontanen Impuls folgend aus dem Regal gezogen habe, nachdem es dort schon ziemlich lange stand. "Die Spur der Bücher" ist ein Ableger der "Die Seiten der Welt"-Reihe von Herrn Meyer um die Bibliomanten; allerdings konnte ich mit der eigentlichen Reihe gar nichts anfangen. Teil 1 hatte ich zweimal angefangen zu lesen und schon nach wenigen Seiten entnervt wieder weggelegt; mittlerweile habe ich das Buch auch verkauft. Ich habe nur diese Ableger-Serie "Die Spur der Bücher" behalten und da hat mir Teil 1 erstaunlicherweise ziemlich gut gefallen. Ich kann nicht erklären, warum dieses und das andere dafür nicht. Ist vielleicht auch egal. Vom Ableger werde ich jedenfalls auch noch Teil 2 lesen. Der steht günstigerweise auch schon in meinem Regal parat ;)
Und dann habe ich noch "Aurora erwacht" von Amie Kaufman & Jay Kristoff durchgesuchtet, das muss ich echt so sagen. Eigentlich wollte ich dieses Buch gar nicht lesen, gar nicht haben. Das Cover spricht mich null an, erinnert mich eher an ein Kinderbuch. Aber andere Blogger und Leser fanden dieses Buch soo gut, dass ich doch neugierig geworden bin. Und es ist wirklich gut! Eine schräge Science-Fiction Buchreihe, die im All spielt, mit einem bunt zusammengewürfelten Team, bei dem der eine schräger ist als der andere. Ich fand´s herrlich und freue mich auf Band 2! (Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen, aber auch dieser Band 2 steht bereits wartend in meinem Regal. Nichts ist schlimmer, als nicht direkt weiterlesen zu können!!)
Zuvor, aber das ist jetzt schon einige Tage her, habe ich "Das Haus der tausend Fenster" von Laura Andersen gelesen, endlich das zweite Buch der Autorin. Hat mir auch gut gefallen, wie schon das erste Buch von ihr. Vielleicht setze ich mich die Tage noch an einen kleinen Leseeindruck.
Unabhängig davon überlege ich, ob ich meine alte liebgewonnene Blog-Rubrik "Die Lektüre meiner Zugnachbarn" wieder reaktiviere. In den letzten Jahren bin ich eher wenig Zug gefahren, da bot sich das nicht mehr an, den Leuten über die Schulter zu schauen und nach deren Büchern zu schielen. Aber mittlerweile bin ich wieder mehrfach in der Woche am Fahren und sehe mit Freude, dass es immernoch lesende Menschen im Zug gibt! Vielleicht bietet es sich demnächst mal an, jemanden vorzustellen. Ganz anonym natürlich ;)
Euch wünsche ich erstmal ein schönes Wochenende und ein gutes Buch in der Hand!!
Samstag, 12. Februar 2022
Blitzlicht: Auf dem Weg zur Routine
Hallo ihr da draußen.
Man mag es angesichts der mageren Blogbeiträge-Frequenz hier kaum glauben, aber mich gibt es noch. In den letzten Wochen war alles etwas viel, chaotisch, ungewiss und neu. Ja doch, diese Worte treffen es irgendwie ziemlich gut. Der Blog ist dabei total zu kurz gekommen, aber nicht nur der. Auch jede Form von Entspannung, Lesen oder auch einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Kopf mit tausend Dingen voll, to do´s und wo sind eigentlich alle möglichen Unterlagen hingekommen, die man irgendwann mal bekommen hat?! Meine Leserate neigte sich schon gen Null, aber heute! Heute habe ich endlich mal wieder richtig nach einem Buch greifen und mich eine Weile darin vertiefen können. Gut, dass mich diese Woche der dritte Teil der "A History of Us"-Reihe von Jen DeLuca erreichte, denn den habe ich mir heute, an meinem freien Samstag direkt geschnappt. Kennt ihr die Reihe? Die ersten beide Bände habe ich schnell weggelesen und danach auch direkt eine Meinung dazu im Kopf, aber wie mir das ja leider öfter mal so geht, hat es diese Meinung dann in getippter Form aus Zeit- oder Motivationsmangel nicht auf diesen Blog hier geschafft. Schade. Vielleicht schreibe ich am Ende der Trilogie dann einfach einen Leseeindruck über die ganze Reihe.
Tja, aber woran lag´s? Wie ich schon erwähnt habe, habe ich im Februar einen neuen Job angefangen. Für mich war das eine ziemliche Umstellung - ist es noch -, denn in den Monaten davor hatte ich sowas wie einen festen "9 to 5 Job" nicht mehr, aber aus freiwilligen Gründen nicht mehr. Im Rahmen meiner Psychotherapie-Weiterbildung habe ich ambulant Patienten behandelt, habe mich eine zeitlang ausschließlich darauf konzentriert, und das eben nach eigener Zeiteinteilung. Nun wurde es aber mal Zeit für Veränderung und etwas Neues, daher habe ich nun doch wieder einen "richtigen" Job mit Anstellung und allem, was dazu gehört. Mein Konto wird es am Ende des Monats definitiv freuen, aber ich habe an der Umstellung mit allen Vor- und Nachteilen aktuell noch etwas zu knabbern, weil es auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Fürs erste habe ich aber gut reingefunden und fühle mich in manchen Stunden schon, als hätte ich nie was anderes getan ;)
Vor allem hat es den Vorteil, dass ich nun guten Gewissens doch auch wieder Zeit für anderes haben kann. Und mich auch wirklich wieder einem Buch widmen kann, ohne gedanklich eigentlich bei ganz anderen Dingen zu sein (und sein zu müssen). Entsprechend habe ich in den letzten Tagen auch gleich etwas über die Stränge geschlagen und habe Bücher bestellt und gekauft, Bücher über Bücher. Irgendwie beruhigt und entspannt und freut mich das letztlich immer am meisten. Hat so einen Belohnungscharakter, und belohnen konnte ich mich in den letzten Tagen ja nun wirklich für alles Mögliche (gibt ja viel, was bei einem neuen Job so anfällt: 1. Tag geschafft, 1. Woche geschafft, 1. Bewährungsprobe geschafft usw. :D ). Nee, Quatsch, so Belohnungssüchtig bin ich nun auch wieder nicht. Aber es sind schon einige Bücher geworden, die da neu bei mir eingezogen sind oder es in den nächsten Tagen noch tun werden. Ich hoffe, ich denke daran und zeige sie mal alle. Wenn ich irgendwann auch gefühlt wieder mehr Ruhe habe, dann möchte ich auch unbedingt mal wieder Rezensionen oder Leseeindrücke schreiben, schließlich geht´s hier ja darum. Bis dahin vertiefe ich mich aber erstmal wieder in "A History of us - Nur drei kleine Worte" und genieße es :)
Mittwoch, 26. Januar 2022
"Morgen schreib ich dir ein Happy End" - Tash Skilton
Knaur Verlag, 2021
14,90 Euro
Worum geht´s?
Meine Meinung:
Ich liebe den Film "Email für dich", ganz ehrlich. Ich mag die Story, ich mag die Darsteller in dieser Konstellation, die Atmosphäre, ich mag die Grundidee dahinter: zwei Personen schreiben sich zunehmend verliebt unbekannterweise Nachrichten, finden sich im echten Leben aus Gründen aber eher ziemlich unausstehlich. Als ich die Inhaltsangabe zu "Morgen schreib ich dir ein Happy End" las, erinnerte mich das direkt an den Inhalt von "Email für dich" und meine Neugier war geweckt. Würde sich hier vielleicht eine ebenso charmante und niedliche Story verbergen?
Nun, nein. Den Zahn kann und muss ich gleich mal zu Beginn jedem ziehen, der vielleicht ebenso darauf gehofft hat. Die Story von Miles und Zoey ist anders und längst nicht so nett. Ich glaube, das größte Problem, das "Morgen schreib ich dir ein Happy End" hat, ist, dass hier einfach alles unfassbar oberflächlich ist. Oder vielleicht auch nur unfassbar oberflächlich für mich, keine Ahnung. Aber sowohl die Figuren Miles und Zoey sind so ohne Tiefen und Charakter, wie auch ihr Job und Leben - und das, was ihnen passiert. Vielleicht ist es eher eine Grundsatzfrage, die man unserer heutigen Gesellschaft stellen muss, als den Autorinnen (Tash Skilton ist ein Pseudonym für zwei Autorinnen). Denn wenn Menschen heutzutage wirklich ihr Geld damit verdienen, anderen Leuten, die online chatten/schreiben und dadurch jemanden kennenlernen wollen, die Texte vorzuschreiben, ihnen die Worte in den Mund zu legen oder gar gleich das Schreiben, Reagieren und Posten selber für besagte flirtwillige Menschen übernehmen - dann finde ich das echt unsäglich traurig für die Menschheit an sich. Das mag hochtrabend klingen, aber es ist so. Hier ist ja nichts echt. Keine ausgetauschten Worte, keine spontanen Äußerungen, keine netten Flirtereien - nichts kommt mal einfach so aus jemandem heraus und wirkt dadurch natürlich, sondern alles kommt von einer Art Ghostwriter, von jemand völlig Außenstehenden, der munter Beziehungen der anderen knüpft.
Miles und Zoey haben nun genau diese Jobs, sollen zwei Personen inkognito miteinander "matchen" (verkuppeln sagt man heute wohl nicht mehr), schreiben sich also munter Nachrichten hin und her. Finden sich in Form ihrer unbekannten Online-Alter Egos selber zunehmend toll, denn es passiert bei diesem Job-Modell natürlich das, was man vermuten würde: unweigerlich lässt man einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit in diese Nachrichten und Chats einfließen, die man ja eigentlich im Namen einer anderen Person schreibt. Im realen Leben finden sich Miles und Zoey aber eigentlich ziemlich blöd wegen diverser Vorurteile und Missverständnisse. Die Dinge nehmen also ihren Lauf und mittlerweile hat das Ganze leider wirklich gar nichts mehr mit "Email für dich" zu tun.
So ganz überraschend ist das Ende der Story dann natürlich nicht; ist ja klar, stört mich bei diesem Genre aber auch überhaupt nicht. Was die Autorinnen aber vorher noch für Storyplots und -twists einbauen, welche weiteren (wirklich dummen) Missverständnisse da am Ende noch eine Rolle spielen, das war mir dann aber doch auch zuviel. Wirklich nicht gut fand ich auch, dass Drogenkonsum hier sehr verherrlicht und normalisiert wird (und ich bin kein Spießer), gewissermaßen als Geheimrezept dargestellt wird, damit man gut durch den Tag kommt. Das war mir dann wirklich zu schräg.
Irgendwie wirkte die Story für mich am Ende jedenfalls nicht rund und so nett ich die Anfänge zwischen Miles und Zoey auch fand, habe ich leider an keiner einzigen Stelle irgendwelche Funken zwischen ihnen bemerkt. "Morgen schreib ich dir ein Happy End" ist eine Story, die mir leider nicht lange im Kopf bleiben wird, weil mich so wenig daran begeistert hat.
Dankeschön an Netgalley und den Knaur Verlag!
Dienstag, 25. Januar 2022
"Hitze" - Raven Leilani
Atlantik Verlag, 2021
22,00 Euro
Worum geht´s?
Die dreiundzwanzigjährige Edie lebt in Bushwick, Brooklyn, und hält sich nach ihrem abgebrochenen Kunststudium finanziell mit einem Assistenzjob in einem Verlag und emotional mit wechselnden Liebschaften über Wasser. Dann beginnt sie eine Affäre mit Eric, einem weißen Mann, der in einer offenen Ehe lebt und fast doppelt so alt ist wie sie. Während sich Edie mit Erics Ehefrau und vor allem mit der Adoptivtochter des Paares, Akila, einem Schwarzen Mädchen, anfreundet, verschieben sich alle Perspektiven. Edie scheint die einzige andere Schwarze Person zu sein, die Akila kennt, und die Beziehung zwischen den beiden wird bald wichtiger als alles andere. Auf einmal muss Edie sich mit ihrer eigenen Einsamkeit und dem schon immer in ihrem Leben gewesenen Rassismus und Sexismus neu auseinandersetzen.
Meine Meinung:
Der Hype, der um dieses Buch online gemacht wurde von Verlag, Lesern, sozialen Medien und Co., erschließt sich mir nicht. Vorher schon nicht und jetzt nach dem Lesen auch nicht. Was man bei "Hitze" geliefert bekommt, ist eine platte und langweilige Story, die vorhersehbar ist und unweigerlich zum Augenrollen einlädt. Der erste Teil beschreibt nur immer wieder diverse erotische Aufeinandertreffen von Edie, völlig ziellos und nichtssagend, die zugleich unnötig derb und vulgär geschildert sind. Keine Ahnung, warum das der Autorin so wichtig war. Darüber hinaus ist diese platte Story dann aber auch noch schlecht geschrieben. Die Sätze der Autorin sind unsäglich lang, verschachtelt, beinhalten nur monotone, nüchterne Aussagen. Insgesamt kommt hier wenig Emotion oder Leben auf den Seiten auf, und das, obwohl das Buch doch so sehr mit großen Schlagworten wie "Rassismus, Affären, Sexualität, Armut" für sich wirbt. Da hätte man doch etwas erwarten können. Das bietet das Buch in meinen Augen aber nicht. Ich fand bereits die ersten Seiten langweilig, Edie unerträglich jammerig und dumm, mir erschloss sich der Sinn der Story null. Nach etwa einem Drittel des ohnehin nur kurzen Buches habe ich dann angefangen quer zu lesen, habe die wesentlichen Aspekte dennoch irgendwie mitbekommen und das Buch am Ende mit dem Gedanken "Was für ein nichtssagender Blödsinn" zugeklappt. Für mich einmal mehr der Beweis, dass man nicht jedem Hype glauben sollte.








