Montag, 26. August 2019

"Dick schickt der Himmel" - Sophie Kinsella

Goldmann Verlag, 2019
10,00 Euro



Handlung:
Fixie führt den Tante-Emma-Laden ihrer chaotischen Familie in London. Für mehr hat sie eigentlich keine Zeit – außer für Ryan, den besten Freund ihres Bruders, zu schwärmen. Als sie den Laptop eines Fremden vor einer einstürzenden Decke rettet, ist das ihre Chance, Ryan nahezukommen. Denn der Jungunternehmer Sebastian besteht darauf, Fixie einen Gefallen für ihre gute Tat zu schulden. Und so bittet sie ihn kurzerhand, den arbeitslosen Ryan einzustellen. Die Bitte stellt sich jedoch als fatal heraus, denn in Sebs Unternehmen zeigt Ryan sein wahres Gesicht. Und so ist es plötzlich Fixie, die dem charismatischen Sebastian einen Gefallen schuldet ...



Meine Meinung:
Sophie Kinsella ist mittlerweile ja so etwas wie eine Institution im Bereich der romantischen und kurzweiligen "Frauen-Romane" (abfällig gern auch mal "Chick-Lit" genannt), aber tatsächlich ist "Dich schickt der Himmel" erst das zweite Buch, das ich von ihr überhaupt lese. Und während ich damals in der Story über ihre ungeschlagene Heldin Becky Bloomwood ("Die Schnäppchenjägerin") sehr gut mitgehen, mitlachen und mitfühlen konnte und gerade die Heldin erfrischend anders und ehrlich empfand, hat dies bei diesem Buch hier leider kaum funktioniert. Schuld daran ist Hauptfigur Fixie, die mich nicht nur Nerven, sondern auch viel Geduld gekostet hat - ich könnte glatt das Wortspiel bringen, dass ich nach dem Lesen des Buches irgendwie "fix(ie) und fertig" war.

Ich habe beim Lesen selten eine "Heldin" vor mir gehabt, die mich so unglaublich frustriert und ungeduldig macht. Die ich so gern an den Schultern schütteln oder der ich sogar mal einen kleinen Klaps ins Gesicht geben und schreien möchte "Fixie, jetzt reiß dich doch mal zusammen und SAG endlich, was du wirklich denkst!!" Fixie ist eigentlich nicht auf den Mund gefallen, auch nicht übermäßig schüchtern oder dergleichen. Aber sie ist ein unglaublicher Drückeberger und Gutmensch, der sich alles gefallen lässt und nie den Mund aufmacht, wenn ihr etwas gegen den Strich geht. Die nie sagt, wenn andere sie verletzen oder über ihren Kopf hinweg entscheiden, die sich ausnutzen lässt. Und das mag in solch einem Roman ja mal lustig sein, mal nachvollziehbar, mal das Zünglein an der Waage für die nachfolgenden Handlungen - aber nicht auf Dauer. Sie lässt sich von ihren Geschwistern über den Mund fahren, lässt sich bevormunden und einfach ausbooten, weil sie es in den wichtigen Momenten nicht schafft, sich zu wehren. Und das hat mich bald kirre gemacht, da man gerade im Zusammenspiel mit Sebastian, den sie über ungewöhnliche Zustände kennenlernt, sieht, dass Fixie eigentlich ganz anders ist: selbstbewusst, interessiert, selbstbestimmt. Hier erlebt man, dass Fixie auch ganz anders kann als immer nur zu kuschen. Warum also dieses übertriebene Duckmäusertum? Das wird letztlich bis zum Schluss auch nicht ausreichend geklärt. 

Klar, mit Ausnahme ihrer Mutter ist Fixies Familie auch echt ekelhaft und unerträglich, jeder ist egozentrisch und verletzend den anderen gegenüber. Und alle müssen ein Familienunternehmen führen, was logischerweise immer wieder zu Reibereien führt. Aber für meinen Geschmack hat Frau Kinsella ihre Fixie hier einen Tick zu lang und zu oft das arme kleine Cinderella-Mäuschen spielen lassen, als dass ich das noch als amüsant empfunden hätte. Denn die Wendung, dieser Aha-Moment, der plötzlich bei allen Beteiligten am Ende einsetzt, geschieht mir dann auch ein bisschen zu unerwartet und zu endgültig. Auf einmal ist alles wieder in Butter und alle ekligen Charaktereigenschaften der anderen sind wie weggeblasen. 
Die Idee für die Geschichte um Fixie Farr und ihre Familie ist eigentlich eine ganz nette, aber mich hat insbesondere die Hauptfigur Fixie - ja, ich muss es so sagen - wahnsinnig gemacht. Daher konnte auch die Handlung als solche nicht so bei mir punkten, wie sie es mit einer anderen Heldin vielleicht gekonnt hätte. 

Dankeschön an den Goldmann Verlag!


Mittwoch, 21. August 2019

"OMG, diese Aisling!" - Sarah Breen & Emer McLysaght

Bold Verlag, 2019
14,90 Euro


Handlung:
Auf den ersten Blick führt Aisling ein beschauliches Leben. Mit 28 wohnt sie noch bei ihren Eltern in ihrem Heimatort Ballygobbard und träumt, wovon man in dieser verschlafenen Kleinstadt so träumen kann: einem Ring am Finger und der ganz großen Liebe. Doch selbst ein gefangener Brautstrauß und ein romantischer Trip nach Teneriffa bewirken bei ihrem Freund nichts. Kurzerhand nimmt Aisling ihr Glück selbst in die Hand. Sie macht Schluss mit John und zieht nach Dublin zu ihrer hippen Kollegin Sadhbh. Die Folgen: neue, glamouröse Freundinnen (mit durchaus unglamourösen Problemen), ein Finanzskandal (mit dem sie hoffentlich nichts zu tun hat) und ein turbulentes Liebesdreieck (das in einem Viereck zu münden droht). Klingt nach Chaos? Klingt ganz nach Aisling!



Meine Meinung:
"OMG, diese Aisling" ist ein amüsanter, kurzweiliger "Frauen-Roman", dahingehend, dass es sich bei der Hauptfigur um eine Frau mit typischen Frauenproblemen handelt, die wiederum v.a. Frauen ansprechen dürften.
Die Geschichte um Aisling ist eigentlich als eine Abfolge von einzelnen Kurzgeschichten um die Figur Aisling von beiden Autorinnen entstanden. Diese führen seit 2006 eine Facebook-Seite über Aisling und veröffentlichten dort die einzelnen Geschichten. Einige Jahre später erscheinen diese nun gesammelt in dem Buch "OMG, diese Aisling".
Die Idee fand ich interessant, die Beschreibung klang auch nett, also war ich aufs Lesen dieses Buches gespannt. Letztlich erhalten wir Einblicke in das Leben von Aisling, Ende 20, zwar liiert, aber eher unglücklich liiert, weil ihr langjähriger Freund ihr einfach nicht die Frage aller Fragen stellen will. Kurzerhand trennt sie sich und zieht aus der irischen Pampa nach Dublin in eine WG voller Yuppie-Mädels. 
Ich hatte eine gute Zeit beim Lesen von Aislings Geschichte, ich fand das Buch ganz unterhaltsam, wenn sie manchmal auch arg ins Schwafeln gerät und vom eigentlichen Inhalt abkommt. Als Leser muss man Geduld mit ihr haben, bevor sie mal auf den Punkt kommt. Man bekommt mit ihr das Bild einer typischen Irin vorgeführt, (oder zumindest das, was man dafür hält): trinkfest, partyfest, schlagfertig und nicht auf den Mund gefallen. Die Autorinnen bedienen damit natürlich einige typische Klischees, die man mitunter tatsächlich über Iren haben kann. Ob sie dies mit Absicht tun oder ob Iren WIRKLICH so sind, sei einfach mal so dahingestellt.
Authentisch und zugleich mühsam fand ich die Namensgebung der Figuren im Buch: ich fand es schön, dass die Autorinnen klassisch-irische Namen ausgewählt haben, auch auf die Gefahr hin, dass diese niemand außer ihren eigenen Landsleuten einwandfrei lesen können. Aisling (gesprochen wie Äschling) selbst ist da noch "verträglich", Namen wie "Sadhbh" oder "Fionnuala" erscheinen da schon zungenbrecherischer und wurden von mir gedanklich bestimmt konsequent das ganze Buch über falsch gelesen...
Was mir letztlich nicht ganz einleuchtete, war dieses Vorhalten und Übertreiben von Aussagen oder Anmerkungen wie "Das ist typisch Aisling", denn das habe ich ehrlich gesagt nicht immer verstanden. Es machte manchmal den Anschein, als würden die Autorinnen Personen, die wie Aisling gestrickt sind, geradezu vorführen wollen, sich lustig machen oder mit dem Zeigefinger drauf halten, nach dem Motto "Schaut mal her, es gibt tatsächlich solche Leute!" Ja, natürlich gibt es tatsächlich solche Leute, es gab Momente, in denen ich mich voll und ganz in Aisling wiedergefunden habe. Nicht immer, zugegeben, mir persönlich war sie ein bisschen zu geizig und knauserig, wenn es um Geldausgaben und Sparen geht; und ein bisschen zu wenig selbstsicher, da sie sich stets sehr auf die Meinungen und Vorschläge von anderen verlässt. Aber sonst fand ich Aisling und ihre Motive glaubwürdig. Den Originaltitel ("#completeaisling") und das ganze Tamtam fand ich daher irgendwie eher unglücklich.
Denn die Story um Aisling ist eigentlich eine ganz nette, mit Höhen und Tiefen, mit glaubwürdigeren und unglaubwürdigeren Parts, die man lesen kann, aber nicht muss.

Montag, 12. August 2019

Neue Bücher im August: Auszug aus meiner Wunschliste

Gut, der August ist schon 12 Tage alt und manche der Bücher, die ich hier zusammen gesucht habe, sind auch bereits erschienen. Aber bisher bin ich nicht dazu gekommen, mir einen Überblick zu verschaffen, welche SCHÄTZE der August eigentlich bringen wird. Und - mannomann - das sind eine Menge!! Der August wird, was die Kosten für neue Bücher betrifft, somit ein recht teurer Monat - aber mal ehrlich, drauf verzichten kann ich deswegen trotzdem nicht! 

Immerhin sind auch so lang ersehnte Bücher oder Fortsetzungen dabei, die einfach gekauft und gelesen werden MÜSSEN, wie beispielsweise "Erebos 2" von Ursula Poznanski oder "Zimmer 19", der zweite Teil der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe, deren 1. Teil davon mich im letzten Jahr ziemlich begeistert hat. Ebenso erscheint auf Deutsch "King of Scars", ein weiteres Buch aus dem Grishaverse von Leigh Bardugo, das ich mir zwar bei Erscheinen auch auf Englisch gekauft, bisher aber nicht gelesen habe - vielleicht lese ich es daher direkt auf Deutsch, mal sehen. Neugierig machen mich auch die neuen Bücher von Adriana Popescu ("Goldene Zeiten im Gepäck") sowie Jenn Bennett ("Hinter dem Zelt der Sterne"). Außerdem bin ich auf "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" gestoßen, das herrlich schräg und spannend klingt. Und dann erscheinen im August auch noch die Taschenbuch-Versionen zweier Bücher, um die ich auch schon lange herumschleiche, nämlich "Dunkelgrün fast Schwarz" von Mareike Fallwickl und "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky. Vielleicht sollte ich dann jetzt doch mal endlich zuschlagen, bei einem Taschenbuch hat man ja wirklich fast keine Ausrede mehr... ;)




Im August erscheinen außerdem zwei Bücher, die die beiden Blogger Florian Valerius (alias der "literarischernerd") und Mareike Fallwickl ("the_zuckergoscherl") zusammen geschrieben haben. Beiden folge ich schon eine Weile auf Instagram, finde beide total sympathisch und lustig und habe durch beide nicht selten Tipps für neue Bücher erhalten. Jetzt haben sie sich dran gemacht, genau solche Buchtipps kompakt in einem "Nachschlage-Buch" aufzuschreiben, und aus dieser Idee sind gleich 2 Bücher entstanden, nämlich "Bücher auf Rezept" und "Leseglück". Beide machen mich neugierig und so glaube ich, dass ich mir diese auch mal genauer ansehen werde.

Welche Bücher möchtet ihr denn im August unbedingt haben? Welche stehen auf eurer Liste?

Freitag, 9. August 2019

Blitzlicht: Von Titeln und einem #dickebüchercamp-Zwischenstand

Hallo ihr Lieben!
Heute gibt es mal wieder ein Lebenszeichen auf dem Blog. Zuletzt hat mir die Zeit zu allem gefehlt, insbesondere aber zu solchen ablenkenden Dingen wie Lesen, Schreiben oder Bloggen. Der Grund dafür ist ein einfacher und erfreulicher:

Ich habe endlich meine Doktorarbeit abgeschlossen, in dieser Woche erfolgreich verteidigt und darf mich bald, sobald meine Urkunde eintrifft, offiziell Frau Doktor nennen!

Das ist in der Tat schon ziemlich cool, vor allem aber bedeutet es für mich, ein lange offenes und immer wieder ein schlechtes Gewissen verursachendes Kapitel endlich beenden zu können. Ich habe diese Doktorarbeit lange mit mir herumgeschleppt - länger als ich es eigentlich gemusst hätte, zugegeben. Aber wie das nun mal manchmal so ist im Leben, läuft nicht immer alles so, wie man es zuerst plant. Und dann sind andere Dinge wichtiger oder die Zeit fehlt, oder was auch immer. Rückblickend ist es auch egal, denn jetzt ist es durch und ich hab´s geschafft. Die ganze Mühe und Arbeit, aber auch die Kopf- und Rückenschmerzen vom langen Sitzen vorm Laptop, diese Unmengen an wissenschaftlicher Literatur, die gelesen werden wollten und mussten - alles zu Ende. Und es fühlt sich richtig gut an! :D

Allerdings hänge ich jetzt auch ziemlich durch, bin immer müde und völlig schlapp, vermutlich, weil die ganze Anspannung der letzten Tage und Wochen nun langsam abfällt. Dem werde ich auch ganz ohne schlechtes Gewissen erstmal nachgeben und nachher wohl eine Runde extra schlafen... ;) Und dann möchte ich mich endlich mal wieder bewusst dem Lesen widmen, was irgendwie zu kurz kam zuletzt. Auch, weil das #dickebüchercamp (siehe hier) ja noch bis Ende August läuft, und ich dafür schon gern das ein oder andere dicke Buch schaffen möchte. 
Aktuell habe ich einige der von mir geplanten dicken Bücher angefangen und habe bei 3en davon etwa ein Viertel gelesen, nämlich "Das dunkle Land" von Elizabeth Kostova, "Weisser Tod" von Robert Galbraith und "Strange the dreamer" von Laini Taylor. (Ich neige ja zum parallel-Lesen...) Alle gefallen mir gut, alle haben ihren Reiz, aber ... naja, aus bekannten Gründen bin ich da noch nicht so voran gekommen. Dazu kam, dass mir auch ein paar andere Bücher dazwischen kamen - deutlich dünnere Bücher, die sich dann nun eben doch schneller weglesen lassen. So beispielsweise "OMG, diese Aisling", ein ziemlich nettes Buch über eine typisch irische junge Frau. Ich werde aber in den 3 benannten dickeren Büchern weiterlesen und mal sehen, wie weit ich bis Ende August komme.

Wie kommt ihr voran mit dem Lesen, ob ihr nun dicke oder dünne Bücher lest? Welches Buch begeistert euch zur Zeit?

Donnerstag, 1. August 2019

"Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" - Anne Freytag

heyne fliegt, 2019
16,00 Euro


Handlung:
Rosa und Frank begegnen sich am anderen Ende der Welt. Durch Zufall oder weil es so sein soll. Sie sind sich ähnlich und doch grundverschieden – Rosa widersprüchlich, Frank ruhig. Zusammen sind sie nicht nur weniger allein, sondern ziemlich nah dran an vollständig. Sie beschließen, gemeinsam weiterzureisen und einen alten Camper zu kaufen. Doch dann taucht unerwartet Franks bester Freund David auf, und mit ihm ändert sich alles. Sind drei einer zu viel oder hat genau er noch gefehlt? Diese Frage stellt sich immer wieder, während sie zu dritt Tausende Kilometer durch Australiens unendliche Weite fahren, vor ihnen nur der Horizont, über ihnen nichts als Himmel und zwischen ihnen mehr, als Worte je beschreiben könnten.



Meine Meinung:
Eigentlich ist "Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" das erste Buch, das ich von Anne Freytag lese - lässt man das eine andere außer Acht, dass sie unter einem Pseudonym geschrieben und das mich damals ziemlich begeistert hat. Aber während seit vielen Jahren viele Leser von den Büchern von Anne Freytag schwärmen und ihre Bücher auch oft nominiert für oder sogar ausgezeichnet sind mit verschiedenen Preisen, habe ich in dieses Freytag-Universum bisher noch nicht richtig reingeschnuppert. Das ist nun mit diesem Buch hier passiert. Und nun ich bin ge-freytagt.
Ich glaube, das liegt eher an ihrem Schreibstil und an ihrer Art, Dinge und Gedanken auszudrücken, als tatsächlich an der Handlung. Denn ganz ehrlich: wer ein "spannendes" Buch mit viel Handlung sucht, der ist bei "Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" an der falschen Adresse. Die Handlung ist schnell erzählt: Rosa und Frank sind auf der Reise durch Australien. Gerade erst kennengelernt, stellen sie fest, dass sie gut kompatibel sind (vielleicht auch mehr?) und reisen zusammen los. Aus zwei wird drei, als plötzlich Franks bester Freund David vor beiden steht, der erst nicht mit, dann aber doch nach Australien wollte. Fortan gibt es Spannungen der verschiedensten Art zwischen den drei jungen Reisenden.
Die Handlung ist also eher überschaubar. Und die Drei sind Personen mit Ecken und Kanten und manchmal komischen Vorstellungen, niemand, den man als Leser sofort ins Herz schließt, zumindest ging es mir so. Genau das macht sie aber zugleich so real und unglaublich gut getroffen. Ihre Gedankengänge, ihre Gefühlswelt, ihre Regungen und gerade auch die Nicht-Regungen eines jeden der Drei - genau da hat Frau Freytag das Herz ihres Buches hinein gelegt. Das ist das Besondere dieser Geschichte. So unterschiedlich Rosa, Frank und David irgendwie auch sind, ich konnte jedem seine Erzählung nachfühlen. Ich habe nachempfinden können, was in ihnen vorgeht, und das schafft nicht jedes Buch. Bei manchen Büchern bleibt es eine Geschichte auf Seiten, aber hier glaube ich sofort, dass genau das Beschriebene in Australien anderen - echten - Personen auch wirklich passieren könnte.
Es fällt einem ja auch nicht schwer, sich gedanklich in die Hitze und den Reibungen der Reise hineindenken zu können. Die Kapitel des Buches sind selten länger als drei Seiten und gleichen eher einer Momentaufnahme der jeweiligen Gedanken- und Gefühlswelt der 3 Protagonisten, als wirklich große Handlungsstränge aufzufahren. Die Sätze sind manchmal arg abgehackt und wie atemlos ausgestoßen, was mich anfangs schier ungeduldig gemacht hat, zugleich aber den Reiz des Buches ausmacht und irgendwann einen solchen Sog entwickelt hat, dass das Buch bei mir keine zwei Tage ungelesen blieb. 
Das Ende dann ist ... ungewöhnlich, muss ich sagen, damit hätte ich nicht gerechnet, auch wenn es irgendwie die ganze Zeit auf der Hand lag. Mutig, aber auch ehrlich finde ich es vor allem von Frau Freytag, dieses Ende zu wählen und dazu zu stehen. Vielleicht ist auch gerade das ein weiterer besonderer Punkt der Freytag-Schreibe. 

Ein herzliches Dankeschön an Testleser und den heyne fliegt Verlag!


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