Dienstag, 31. Oktober 2017

"Selbstzerstörungsaktivierung" - Daniela Rohr

Kindle Edition, 2017
ebook: 2,00 Euro

(als Taschenbuch: 5,00 Euro)

-> Teil 4 aus der Reihe "Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All"

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Handlung:
Kein Sprit, kein Kaffee und keine Rettung in Sicht. Auf halber Strecke zum nächsten Ziel geht der Titanicus der Saft aus und die provisorische Crew – bestehend aus Kiki, Max und Pieh – muss improvisieren, um nicht wochenlang durchs All zu driften. Ein abenteuerlicher Plan zur Selbsthilfe ist schnell gefasst. Alles, was es dazu braucht, sind eine selbstmörderische Außenmission und die Bereitschaft, reihenweise Gesetze zu brechen. Ein bisschen Sachverstand, Erfahrung und Besonnenheit wären mindestens genauso wichtig, doch Kiki und ihre Gefährten müssen sich wohl einfach auf ihr Glück verlassen.


Meine Meinung:
Kiki ist wieder da - allerdings nicht wirklich in Hochstimmung, denn ihr Kaffeevorrat ist leider schon vor diversen Kapiteln ausgegangen und das wirkt sich alles andere als positiv auf ihre Stimmung und ihre Reizbarkeit aus. 
Teil 4 von "Kaffeesucht, Sex und ein Ticket ins All" ist also erschienen. Ich muss gestehen, mir war die Pause zwischen Teil 3 und 4 ein bisschen zu lang, ich hatte schlicht und einfach nicht mehr genau auf dem Schirm, was zuletzt so passiert ist. Bei Kiki und ihrer weltraumabenteuerlichen Reise passiert ja aber eine ganze Menge, daher kam mir die Kurzzusammenfassung am Anfang von Teil 4 sehr gelegen. Auch Teil 4 hat mich wieder durch den Wortwitz, die kurzweiligen Kapitel-Episoden und vor allem die Aneinanderreihung von irrwitzigen Ideen und Einfällen überzeugt. Zu Beginn dieser "Buchreihe" habe ich ein bisschen daran gezweifelt, ob Daniela Rohr wirklich genügend Material und Inhalte findet, um damit 11 geplante Episoden (!!) zu füllen, aber mittlerweile mache ich mir da keine Sorgen mehr. Jede Episode ist wie eine Folge einer kleinen Soap Opera im Weltall, herrlich durchgeknallt und nicht ganz so ernst zu nehmen - dennoch aber beeindruckend, weil Daniela mit einer Leichtigkeit abstruse Science-Fiction Einfälle mit physikalischen Elementen und teils derbem Wortwitz verpackt - und am Ende klingt das alles wunderbar logisch und durchaus so, dass man es mit einem Kopfnicken hinnimmt! Wenn Kiki mal eben die Technik und Elektronik checkt und sich dann ins Shuttle schwingt - ja, genau so muss das sein! Und genügend Herzschmerz und Missverständnisse und Irrungen und Wirrungen wie in einer TV-Soap gibt´s auch allemal. Teil 4 hat mir auch inhaltlich ziemlich gut gefallen, weil hier ein Problem im Vordergrund steht, das Kiki, Max und Pieh zumindest halbprofessionell angehen, um sich zu retten. Ein Kompliment an dieser Stelle übrigens mal an die Namensgebung der Figuren, die haut mich manchmal echt weg. Ich schätze, auch wenn er im Buch leider kein echter Held ist, den Namen Krass Pauer werde ich eine Weile gedanklich in Ehren halten, einfach, weil er so echt daherkommt ;)

Ich freue mich auf die Fortsetzungen!


Dankeschön an Daniela für die neue Episode rund um Kiki!

Sonntag, 22. Oktober 2017

"Das Wunderreich von Nirgendwo" - Ross Mackenzie

Verlag Freies Geistesleben, 2017
19,00 Euro



Handlung:
Das Wunderreich von Nirgendwo kann jederzeit in jeglicher Stadt auftauchen. Das Labyrinth seiner Räume enthält unglaublich viele Sensationen. Doch am Eingang muss man einen Preis zahlen, ohne es zu wissen. Als Daniel auf seiner Flucht in das geheimnisvolle Geschäft in Glasgow hineinstolpert, öffnet sich für ihn die Tür zu einer Welt voll atemberaubender Magie und lauernder Gefahr.


Meine Meinung:
Irgendwo habe ich gelesen, dass dieses Buch mit "Harry Potter" verglichen und zugleich mit diesem Vergleich beworben wird. Nun ja, seien wir ehrlich: ein neuer Harry Potter ist Daniel Holmes nicht. Und die Geschichte um ihn herum hat auch nicht das Zeug zu einer Buchreihe, wie sie um Harry herum geschaffen wurde. Als Leser kommt man jedoch nicht drumherum, einige Parallelen zwischen Daniel und Harry zu erkennen, die sicher auch so gewollt waren. Zudem fielen mir einige Szenen, Figurenbeschreibungen oder Motive auf, die mich an andere Bücher erinnert haben, eben "Harry Potter" oder auch "Die unendliche Geschichte". Diese offensichtlichen Ähnlichkeiten fand ich ein bisschen schade.
Aber "Das Wunderreich von Nirgendwo" hat mir dennoch ganz gut gefallen. Das fängt schon bei der äußeren Gestaltung des Buches und dann bei den Illustrationen im Buch an. Die sind wirklich ein Hingucker und führen dazu, dass man auf dem Ladentisch wohl erstmal interessiert zum Buch greift, um zu lesen, was einen erwartet. Und das, was man dann als Leser erleben darf, bietet Kindern und Jugendlichen sicher einige Stunden gute Leseunterhaltung. Viele Themen werden angesprochen, in denen man sich wiederfinden kann, von Freundschaft über nicht gelebte Träume und Ängste bis zum gefühlten Anderssein als andere. Dabei verliert sich der Autor nicht so sehr in Beschreibungen oder Ausführungen von Gefühlswelten, sondern verlegt sich eher auf das Vorantreiben der Handlung. Es geht um Wunder, es geht um Magie. Wie ergeht es Daniel, der plötzlich von einem Niemand zu jemand Besonderem wird, der die Fähigkeit besitzt, Wunder zu erschaffen? Wie kann er mit dieser Verantwortung umgehen? Und was führt eigentlich der undurchsichtige Vindictus Sharpe im Schilde? Einen kleinen Applaus übrigens für die Namensgebung im Buch, manche Namen haben mir außerordentlich gut gefallen! Auch die geschaffenen Wunder, die im Buch vorgestellt werden, fand ich toll; solche würde ich gern selbst einmal ansehen und erleben.
Und obwohl ich manche Punkte der Handlung insgesamt leider ein bisschen vorhersehbar fand, hat mir der Weg zur Auflösung am Ende dennoch sehr gut gefallen, als Daniel und seine Wunderkraft gefragt sind.
Zusammenfassend ist "Das Wunderreich von Nirgendwo" schöne kurzweilige Literatur für eher jüngere Leser, empfehlenswert für alle, die gern träumen, wie gern selbst mal ein Wunder erleben und sich in fremde Welten entführen lassen wollen.


Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben!

Sonntag, 15. Oktober 2017

"Die Melodie meines Lebens" - Antoine Laurain

Atlantik Verlag, 2017
20,00 Euro


Handlung:
Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden …


Meine Meinung:
"Die Melodie meines Lebens" ist das erste Buch, das ich von Antoine Laurain lese, und wenn dieses exemplarisch steht für den Schreibstil, den Aufbau seiner Geschichten und der Art, wie Figuren dargestellt werden, dann - befürchte ich - wird es auch zugleich das letzte sein, das ich von ihm gelesen habe. Denn irgendwie ist der Funke, den so viele Leser beim Lesen seiner Bücher anpreisen, bei mir nicht übergesprungen. 
Ich fand die Geschichte zu großen Teilen langweilig, kaum spannend, kaum überzeugend. Es fängt schon damit an, dass sich Herr Laurain scheinbar nicht entscheiden konnte, wen er denn zu seiner Hauptfigur der Geschichte kürt. Eigentlich soll es wohl Alain sein, der eines Tages einen Brief mit großer Verspätung erhält, einen Brief, der damals sein Leben hätte verändern können. Zugleich läuft jedoch sein ehemaliger Bandkollege "JBM" - neuer bescheidener Präsidentschaftskandidat Frankreichs - Alain den Rang als Plotträger ab, denn er ist nicht nur weitaus interessanter als Alain, sondern auch viel präsenter. Vielleicht hat Herr Laurain selbst während des Schreibprozesses bemerkt, dass JBM mehr hergibt als Alain, denn in meinen Augen spricht er JBM den weitaus größeren Rahmen in seinem Buch zu. Sympathisch ist - mal so nebenbei - jedoch keine von den dargestellten Figuren.
Dazu kommt ein Hin und Her der Erzählebenen. So viele (Neben-)Figuren bekommen ein eigenes Kapitel und dürfen etwas über ihre Vergangenheit erzählen. Das an sich hat mich nicht gestört, das war eigentlich ein interessanter Einfall. Aber die Wortmeldungen sind mitunter so banal, so wenig zielführend für die Geschichte, dass ich mich mehrfach gefragt habe, was mir als Leser diese 5 Seiten jetzt bringen sollten. Keine der Figuren wird einem dadurch nahe gebracht. Und mir haben die Emotionen, die Beschreibungen, das "Persönliche" im Buch gefehlt. Es ist ein Abriss von Geschehnissen, die passiert wären oder auch nicht, völlig egal, ob es jenen besagten Brief gegeben hätte, den Alain mit so viel Verspätung erhält. Der Brief und die Geschichte der Band "Hologrammes", die Alain und Co. in den 80ern gegründet haben, ist völlig nebensächlich für alles, was im Buch geschieht. Und da fühlte ich mich als Leser ein bisschen veralbert...


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