Dienstag, 26. November 2019

"Melmoth" - Sarah Perry

Eichborn Verlag, 2019
24,00 Euro


Handlung:
Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern - und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?


Meine Meinung:
Vielleicht wäre mir "Melmoth" nie in die Hände gekommen, wenn es nicht dieses Cover gehabt hätte. Ich war im Buchladen und ließ meinen Blick so schweifen, eigentlich mit der festen Absicht, KEIN Buch zu kaufen. Dann erspähte ich "Melmoth" und die Elster in mir erwachte und rief "Geh hin!". Das tat ich und dann habe ich mich an diesem glänzenden, glitzernden, schimmernden, dunkelblau leuchtenden Cover nicht satt sehen können. Also musste ich es kaufen, trotz des wirklich stolzen Preises von 24 Euro für ein Buch mit nicht mal 400 Seiten. Das tat ich aber erst, nachdem ich die Inhaltsbeschreibung auf dem Buchrücken las und feststellte, dass dieser Text eine herrlich gruselig-düster-mysteriöse Geschichte vermuten ließ und damit noch einen Grund mehr lieferte, das Buch zu kaufen. 
"Melmoth" hat mich dann ein paar Tage lang begleitet, denn irgendwie wollte es mir nicht gelingen, hier konsequent dran zu bleiben. Die Geschichte ist durchaus mysteriös und düster - ja, schon. Gruselig war sie weniger, zumindest in meinen Augen. Und irgendwie konnte ich nicht vermeiden, mit zunehmendem Lesen enttäuscht zu sein. (Was ich angesichts des Covers nicht so erwartet hätte; aber gut, Cover und Geschichte sind halt zwei unterschiedliche Dinge.) Die Geschichte über "Melmoth", wie Sarah Perry sie hier schreibt, ist nicht schlecht. Sie lässt die Fantasie anspringen und sie verbindet gekonnt eine uralte Legende, die man sich hier und da auf der Welt erzählt, mit einem aktuellen Setting und Schauplatz im Hier und Jetzt. Man kann sich die düsteren verschneiten kleinen Gassen in Prag, auf denen Helen unterwegs ist, gut vorstellen. Und man kann sich dank der Erzählung vorstellen, wie eben genau dort in den dunklen Nischen der Gassen eine noch dunklere kleine Gestalt steht - und auf Helen wartet. Das hat schon das Zeug für eine Gruselgeschichte, ohne Frage. Aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Und das lag meiner Meinung nach zum einen am sehr distanzierten Erzählstil, der mich eher befremdet als angesprochen hat. Für mich blieb die Geschichte eben nur genau das: eine Geschichte. Das ist komisch, weil sich bei mir beim Lesen meistens ganz von allein das Kopfkino anschaltet und seine eigene Verfilmung des eben Gelesenen startet. Eben so, als würde es vor meinen Augen gerade wirklich passieren. Das war hier nicht der Fall. Hier blieb das alles nur gedruckt auf den Seiten, und besonders schlimm für mich haben es manche Sätze der Autorin gemacht, mit denen sie den Leser direkt angesprochen hat. Hier und da ließ sie einen Satz fallen wie "Und wenn Sie sich genau umsehen, werden Sie die dunkle Gestalt sehen, die unten vor dem Fenster steht und wartet." Vielleicht sollte das den Grusel bewirken, so als wäre es dadurch realer - für mich hat es das aber nur abstrakter gemacht, so als wäre es eine Art Regieanweisung. Komisch. 
Die Geschichte von Helen, die in Kontakt mit der alten Legende von Melmoth kommt und fortan selbst von ihr verfolgt wird, hat mich letztlich auch inhaltlich nicht annähernd so überzeugen können wie das Buchcover, muss ich gestehen. Sie ist einfach zu langweilig, zu "wenig gruselig", um so zu tun, als wäre sie doch genau das. Gerade das Ende war meines Erachtens nach gespickt mit allzu offensichtlichen Zufällen und günstig platzierten Vorkommnissen, die man hinterfragen kann - aber in dieser Geschichte vielleicht nicht sollte. 
Insofern wird "Melmoth" alleine aufgrund des Buchcovers einen festen Platz in meinen Bücherregalen bekommen, die Geschichte selbst jedoch wird vermutlich kein zweites Mal gelesen.



Montag, 11. November 2019

"Dear Evan Hansen" - Val Emmich

cbj Verlag, 2019
18,00 Euro


Handlung:
Ein nie für die Augen anderer bestimmter Brief lässt Evan Hansen als engsten Freund eines toten Mitschülers erscheinen. Dem einsamen Evan eröffnet sich durch dieses Missverständnis die Chance seines Lebens: endlich dazuzugehören. Evan weiß natürlich, dass er falsch handelt, doch nun hat er plötzlich eine Aufgabe: Connors Andenken zu wahren und den Hintergründen seines Todes nachzuspüren. Alles, was er tun muss, ist weiter vorzugeben, Connor Murphy habe sich vor seinem Selbstmord allein ihm anvertraut. Plötzlich findet sich der unsicht- und unscheinbare Evan im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar der des Mädchens seiner Träume – Connors Schwester.


Meine Meinung:
Die Geschichte "Dear Evan Hansen" ist zunächst als Musical in den USA, Kanada und in London erschienen, bevor sie in Buchform geschrieben wurde. Als ich das gehört habe, war ich gleichermaßen neugierig und skeptisch. Schon während des Lesens konnte ich die Musical-Vorgeschichte kaum glauben und habe mich mehrfach gefragt, wie man diese Story ernsthaft als Musical darbieten will...?! (Aber es stimmt: man muss nur mal ein wenig googeln und wird spätestens bei Youtube fündig und kann sich Trailer und Songs aus den verschiedenen Versionen des Musicals in den USA und UK anschauen.)
So skeptisch war ich vor allem deshalb, weil dieses Buch voll von Gedankengängen und von Beschreibungen emotionaler Befindlichkeiten der Hauptfigur Evan Hansen ist. Und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man all das, diese Intensität und Eindringlichkeit des Seelenlebens von Evan, in ein Musical packen wollte. Ob das letztlich gelungen ist oder nicht, kann ich auch nicht beurteilen. Ich kenne nur das Buch und die paar Trailer, die man online finden kann. Die haben mich tatsächlich nicht überzeugt, und ich bin froh, dass ich die Geschichte von Evan Hansen als Buch kennenlernen konnte und nicht als Musical. Das Musical würde ich (nach diesen ersten Eindrücken) nicht sehen wollen.

Aber worum geht´s eigentlich, fragt sich jetzt vielleicht mancher. Es geht um Evan Hansen, ein geborener Außenseiter und Einzelgänger in seinem letzten Schuljahr. Eigentlich möchte er das gar nicht sein - allein und außen vor bei den anderen -, aber er ist es nun mal. Der soziale Umgang fällt ihm schwer, Kontaktaufnahme zu anderen findet kaum statt. Freunde hat er nicht, eine Freundin dagegen hätte er schon ganz gern, und zwar Zoe, für die er schon eine ganze Weile heimlich schwärmt. Ich fand es im Buch etwas schade, dass man so wenig über die Hintergründe seiner sozialen Schwierigkeiten erfährt. Anfangs dachte ich, mal wieder wird das Autismus-Syndrom bemüht (passiert in letzter Zeit meiner Meinung nach viel zu oft!), dann dachte ich an eine Soziale Phobie. Aber das scheint es alles nicht zu sein, und so bleibt diese Frage - "Warum ist Evan so?" - für mich letztlich ein wenig ungeklärt, was ich schade, aber nicht störend für die Handlung fand. Evan soll laut seines Therapeuten jeden Tag einen positiven Brief an sich selbst schreiben. Einer dieser Briefe gelangt durch Zufall in die Hände von Schulrüpel Connor, zufällig Zoes Bruder. Am Tag darauf begeht Connor Selbstmord - und plötzlich glauben alle, Evan und Connor seien beste Freunde gewesen. Evan, der zum ersten Mal in seinem Leben von Anderen positive Rückmeldungen und Aufmerksamkeit erhält, schafft es nicht, die Wahrheit zu sagen. Aber wie lange kann er diese Lüge vor den anderen, aber auch vor sich selbst, aufrecht halten?

Die Geschichte von Evan ist ein Auf und Ab der Gefühle und man weiß gar nicht so recht, welches Gefühl man eigentlich zulassen und welchem man nachspüren sollte. Man leidet man Evan mit, freut sich mit ihm, aber auch diese unterschwellige Traurigkeit, das Gefühl von Einsamkeit und Verzweiflung gingen zumindest mir sehr an die Nieren. Mich hat die Geschichte definitiv nicht kalt gelassen, und das ist ja eigentlich mit das Beste, was ein Buch bewirken kann. Es ist kein Buch zum herzlich-mitfühlenden Weinen, auch laut Lachen wird einem eher selten passieren. Aber am Ende denkt man über sehr viel nach, finde ich, trotz mancher Schwächen in der Geschichte. 
Auf das Musical kann ich gut und gerne verzichten, aber dass ich das Buch gelesen habe - darüber bin ich froh. 

Mittwoch, 6. November 2019

Fünf Fragen am Fünften - November

Ihr Lieben, es ist November! Ist das nicht herrlich? Endlich Herbst mit allem Drum und Dran, endlich nicht mehr so warm, endlich ist dann auch die Vorweihnachtszeit ganz laaaangsam wieder in Sicht. (Ich liebe ja Weihnachten und freue mich schon im Mai jeden Jahres darauf!)
Ich würde ja am allerliebsten schon jetzt das ganze Weihnachtsprogramm mit Basteln, Backen, Geschenke suchen/kaufen/einpacken durchziehen, aber tatsächlich ist das doch noch etwas früh (was soll ich sonst noch im Dezember machen?!) und momentan bin ich dank einiger medizinischer Problemchen mit meiner rechten Hand auch etwas gehandicapt (im wahrsten Sinne des Wortes) und kann gar nicht so Rumwerkeln, wie ich gern möchte. 
Tippen geht aber, also mach ich doch das. "Fünf Fragen am Fünften", auch diesen Monat gestellt von luziapimpinella


1. Was hast du in letzter Zeit gebraucht gekauft? Flohmarkt, Second Hand und Vintage Krams ... ist das ein Thema für dich?
Hm, nein, eigentlich ist das kein wirkliches Thema für mich. Ich weiß, es wäre wünschenswerter und sinnvoller, auch gebrauchte Sachen nochmal zu verwenden und ihnen noch(mal) einen Sinn zu verleihen, aber tatsächlich tue ich mich mit gebrauchten Sachen schwer. Zumindest dann, wenn ich wirklich nicht weiß, von wem sie kommen. Das betrifft vor allem Kleidung oder eher persönliche Dinge, aber auch Bücher. Ich habe beim Kauf von gebrauchten Büchern leider schon sehr schlechte (und eklige) Erfahrungen gemacht, daher schrecke ich da meistens vor zurück. Bücher kaufe ich dann lieber als Mängelexemplare, die vielleicht hier und da eine kleine Schramme oder geknickte Ecke haben - dafür aber ansonsten echt eben noch "neu" sind. Auch sonst kaufe ich mir eigentlich fast gar nichts gebraucht, und in letzter Zeit schon gar nicht. Ich habe mir mal in Dänemark ein Bild gekauft, das jemand vorher in seiner Wohnung hängen hatte (riecht leider heute noch ein bisschen nach Rauch), und auch Vintage Ohrringe aus den 60ern, die etwas überarbeitet und aufpoliert wurden, habe ich mir mal gegönnt (weil sie echt scharf aussahen!). Aber sonst werden Second Hand und ich keine Freunde mehr, befürchte ich.

2. Welches Gericht würdest du am liebsten jeden Tag essen? Gibt es etwas, das du ständig und immer wieder essen kannst, ohne dass es dir jemals zum Hals raushängen würde?
Also wirklich jeden jeden jeden Tag nicht, aber ich bin ziemlicher Pasta-Freund und würde nicht nein sagen, wenn mir häufig Nudeln auf dem Teller angeboten werden würden. Davon habe ich (fast) nie die Nase voll, zumal die sich ja auch so schön abwandeln lassen. Mal als Spaghetti Bolognese, mal mit Pesto, mal angebraten mit Ei und Maggi... Gibt ja tausend Varianten, Nudeln zuzubereiten, und vermutlich sind die mir daher auch noch nie langweilig geworden. Außerdem sind die vergleichsweise einfach herzustellen (ins Wasser, kochen und fertig) und übersteigen somit auch meine dürftigen Kochkünste nicht ;)

3. Ist irgendwann mal deine größte Befürchtung eingetreten? Oder blieben die meisten nur ein Kopfkino?
Oha. Ich habe gar keine "größte Befürchtung", befürchte ich... :D Nein, tatsächlich würde mir jetzt kein Gedanke einfallen, den ich schon lange als schlimme Möglichkeit mit mir herumgetragen und der sich irgendwann bewahrheitet hätte. Gott sei Dank. Ich bin glücklicherweise relativ immun, wenn es darum geht, kurze spontane Gedanken aufzubauschen und sie als unabänderliche Wahrheiten anzusehen. Dieses "Aus einer Mücke einen Elefanten machen" lag mir persönlich noch nie, ich glaube, dafür bin ich nicht gemacht. Ich weiß lieber, woran ich bin. Und letztlich liegt das vermutlich auch an meinem Job als Psychologin (und Psychotherapeutin in the making), sodass ich schon aus beruflich-fachlicher Sicht natürlich ein gutes Vorbild sein und den Leuten zeigen sollte, dass nicht jeder negative Gedanke, der einem so durch den Kopf schießt, wahr und unveränderlich sein muss. 

4. Würdest du gern in einem anderen Land leben? Denkst du manchmal übers Auswandern nach?
Nein und nein. Ich würde wahnsinnig gern mehr von der Welt sehen, Länder besuchen und sehen, was es noch alles auf der Erde zu entdecken gibt. Aber mit Betonung auf "besuchen". Ich habe bisher noch nicht allzu viel von der Erde gesehen, zugegeben, aber ich habe auch noch keinen Ort gefunden (oder von ihm gelesen/gehört usw.), bei dem ich mir hätte vorstellen können, dort für immer und ewig zu leben. Ich lebe eigentlich ganz gern in Deutschland und denke schon, dass man hier ein sehr privilegiertes Leben haben kann - verglichen mit vielen anderen Ecken der Welt. Klar gibt´s auch schönere Gegenden oder Landstriche, oder eben Länder, bei denen man das Gefühl hat, da läuft´s mit der Gesellschaft, mit der Demokratie und dem friedlichen Zusammenleben, mit der Zufriedenheit der Menschen irgendwie auch besser - ich meine, nicht umsonst gelten doch die Menschen in Skandinavien immer wieder als die glücklichsten Menschen der Welt. Aber ich habe bisher nie solche "Aussteiger"-Fantasien oder Gedanken an "Auswandern und irgendwo neu anfangen" gehabt, und auch solche Illusionen wie "ich mach auf ner kleinen Südsee-Insel eine Beachbar auf", wie sie tatsächlich manche Personen haben, sind für mich nichts anderes als eben das: Illusionen. 

5. Welches Musikinstrument würdest du gern spielen? Oder anders gefragt - welches spielst du?
Ach ja, die Musikinstrumente. Es gibt da so einen herrlichen Spruch: "Ich kann herzzerreißend gut Triangel spielen" - und in diese Sparte müsste ich mich wohl einsortieren. Ich liebe Musik, ich höre eigentlich ständig irgendwas, ich geh gern auf Konzerte und himmele dort heimlich mal mehr oder weniger die Musiker angesichts ihrer Leistung an, ich würde sogar glatt behaupten: ohne Musik könnte ich nicht sein. Aber ich bin leider völlig unmusikalisch, wenn es darum geht, selbst etwas zu spielen und beherrsche daher auch absolut kein Musikinstrument - habe es aber wiederum auch nie mal ausprobiert. Ich habe den Musikunterricht in der Schule GEHASST und ihn, sobald ich das in der Oberstufe konnte, abgewählt. Dieses Notenlesen war für mich bis zum Ende ein Buch mit mindestens 5 Siegeln und der größte Graus war es, vor der ganzen Klasse die korrekte Note zum Einstimmen vorm Singen auf der Tastatur anstimmen zu müssen, was wir regelmäßig tun mussten. Ich stand immer vor dieser Klaviertastatur und dachte mir "Häää? Welche muss ich drücken, welche muss ich drücken???", nur um dann in leichte Panik zu verfallen und dann erst recht krumm und schief zu singen.
Was eigentlich schade ist, denn gerade Klavier finde ich ein unglaublich schönes Instrument und würde es eigentlich gern spielen können. Meine Großeltern hatten früher ein Klavier in ihrem Haus, so ein großes wuchtiges altes Ding, immer herrlich verstimmt und manche Tasten gaben auch gar keinen Ton von sich, wenn man sie drückte. Aber darauf konnte ich früher "Alle meine Entchen" spielen, immerhin. Für mehr hat es nicht gereicht - weder meine Leistung noch meine Geduld... :D

Freitag, 1. November 2019

Lebenszeichen + Zwischenstand Lesebingo

Eben habe ich überlegt - um mal wieder ein Lebenszeichen auf dem Blog zu senden -, eine kleine Zusammenfassung des Lesemonats Oktober zu schreiben. Dann war ich aber direkt deprimiert, weil ich in meiner Liste, die ich über meine gelesenen Bücher führe, gesehen habe, dass ich im Oktober tatsächlich nur 2 Bücher gelesen habe. Also gelesen habe ich eigentlich noch mehr, aber irgendwie war in diesem vergangenen Monat der Wurm drin. Ich habe unglaublich viele Bücher angefangen, aber stets nur bis zur Hälfte (oder nicht mal) gelesen und dann lieber zu einem anderen gegriffen. So richtig umgehauen hat mich keins. Ich hoffe, ich habe im November diesbezüglich ein glücklicheres Händchen.
Falls es jemanden interessiert: Im Oktober (zu Ende) gelesen habe ich jedenfalls "Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv" (die Rezension dazu kann man einen Post weiter unten lesen) sowie "The Lady Rogue", das neueste Buch von Jenn Bennett. Das fand ich soweit ganz gut, auch wenn es in meinen Augen noch viel mehr hätte bieten können. Vielleicht schreibe ich dazu die Tage noch ein paar Sätze.

Da es zu meinen gelesenen Büchern daher aktuell nicht viel zu sagen gibt, dachte ich mir, schaue ich mir doch endlich mal mein Lesebingo an - das habe ich nämlich das ganze Jahr komplett vernachlässigt. Ich meine, das ist nicht weiter schlimm - das ist ja das Schöne am Lesebingo, man kann bequem erst zum Ende des Jahres hin gucken, ob man rein zufällig schon alle Kategorien erfüllt hat (vieles passt immer von ganz alleine, ist meine Erfahrung). Und wenn dann noch etwas fehlt und man so richtig Lust und Motivation hat, das Lesebingo erfolgreich zu Ende zu bringen (hehe), kann man die letzten Wochen im Jahr ja noch entsprechend bewusst nach passenden Büchern Ausschau halten.

Ich bin erstaunlicherweise ganz gut dabei, das hätte ich gar nicht erwartet. Von meinen bereits vorgegebenen Kategorien habe ich bis auf 2 alle erledigt. Sogar die Hammer-Kategorie "Ein Buch, das mit einer Frage als erstem Satz beginnt" habe ich schon durch (mit "Eigentlich Liebe" von Anne Sonntag), und da hätte ich anfangs gedacht, das krieg ich nicht hin! (Mal ehrlich: Gut 99% aller ersten Sätze in Büchern sind Aussagesätze und keine Fragen, oder?!) Ich habe ja zudem die Möglichkeit eines JOKERS angeboten, sodass ich eine meiner beiden offenen Kategorien gut damit ersetzen kann. Denn ich weiß wirklich nicht, ob ich bis Ende des Jahres noch ein Buch finde, "dessen Autor so heißt wie ich"; und auch mit einem "Buch, das in Skandinavien spielt" kann ich bisher nicht dienen. Hmmm...

Zudem hatte ich ja Anfang des Jahres die (tolle) Idee, sich im Rahmen des Lesebingos fünf Bücher auszudenken und festzulegen, die man schon lange mal lesen wollte. So gut war die Idee anscheinend nicht, wie ich jetzt feststellen muss. Denn offenbar hat es ja schon seinen Grund gehabt, warum ich manche Bücher bereits seit Jahren lesen wollte (oder nochmal lesen wollte) und es bisher aber nicht getan habe. Denn ich habe gemerkt, dass ich das ganze Jahr überhaupt keine Lust hatte, die von mir aufgeführten Bücher zu lesen. Gut, "Der große Gatsby" habe ich gelesen, und ich bin eigentlich sehr (!) entschlossen, auch "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern diesen Herbst endlich zu lesen. (Das will ich wirklich seit Jahren tun!) Dann hätte ich 2 von 5 erledigt. Aber sonst? Ich hatte vor, "Tintenherz" von Cornelia Funke nochmal zu lesen (hab ich aktuell überhaupt keine Lust drauf!), außerdem endlich mal ein Buch von Jules Verne. (Hab ich noch nie gelesen.) Und "Das Bildnis des Dorian Gray" verfolgt mich seit Jahren und fristet trotzdem immernoch ein ungelesenes Dasein. Ich hab irgendwie überhaupt keine Lust, dieses Buch zu lesen, wenn ich das mal in die Hand nehme. Vorsatz und Lesebingo-Motivation hin oder her. Ich glaube auch nicht, dass sich das bis Ende Dezember noch ändert. 

Insofern ist meine Lesebingo-Ausbeute für dieses Jahr bisher ganz ok, aber nicht überragend. Ich werde versuchen, in den restlichen Wochen doch noch das ein oder andere Buch passend dafür zu lesen. (Echt jetzt.)

Wie sieht es denn bei euch aus, die ihr zugesagt hattet, ebenfalls teilzunehmen? Wieviele Bücher konntet ihr euch schon abstreichen? Und welche fehlen euch noch? Vielleicht können wir auch noch Tipps austauschen, wenn jemandem für eine Kategorie gar nichts einfällt...


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