Samstag, 31. Oktober 2020

Happy Halloween!

Hallo ihr Lieben und Happy Halloween! Bei mir gilt heute auch: Happy Reformationstag, aber wer wünscht sich den schon gegenseitig...

Habt ihr schon was gruseliges erlebt heute? Oder plant noch was entsprechendes? 


Ich hatte eigentlich vor, meine Nase heute mal wenigstens in eins dieser Bücher hier zu stecken, von denen ich mir ein bisschen was gruselig-mysteriöses erhoffe. Wirklich dazu gekommen bin ich bisher nicht und da heute Abend noch (ganz oldschool) DVD gucken angesagt ist, wird es heute wohl auch eher nix mehr. Was schade ist, denn zu Halloween versuche ich tatsächlich, mich auch leserisch ein bisschen einzustimmen.

Eigentlich ist es mir das ganze Jahr über ziemlich Schnuppe, ob meine Lektüre zur aktuellen Jahreszeit passt; ob ich ein Sommer-Sonne-Strand-Buch mitten im Winter lese, oder was herbstliches bei 35° draußen, völlig egal - mit zwei Ausnahmen: Halloween kann es bitte gruselig angehaucht sein. Und in der Vorweihnachtszeit brauch ich was weihnachtliches. Wenigstens unter anderem. So zur allgemeinen Vorfreude und Einstimmung auf die Feiertage lese ich sehr gern kitschig-romantische Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichten mit Happy End-Garantie, mit Schnee und Eingeschneitsein, mit Geschenken und Überraschungen, ... hach, immer her damit. 

Für Halloween hatte ich mir diese drei Bücher gestern Abend aus den Bücherregalen gezogen, wobei ich "Lockwood & Co." schon vor ein paar Tagen begonnen hatte. Mal sehen, ob ich später vielleicht doch noch ein wenig darin lese. Ansonsten morgen ;)


Was habt ihr denn am heutigen Tag noch vor? Habt ein schönes Wochenende!



Dienstag, 27. Oktober 2020

Neue Die-muss-ich-haben-Bücher im November!!

Liebe Leute,

der November steht vor der Tür und er bringt suuuuper buchige Neuerscheinungen mit!! Ich freu mich schon wie ein Keks auf diese drei Bücher, die in den nächsten Wochen erscheinen werden:

Zunächst der dritte Teil der Tom-Babylon-Reihe von Marc Raabe, die ich irgendwie echt gern lese, auch wenn ich den zweiten Teil leider schon schwächer als den ersten fand. Aber ich bin gespannt, wie es weitergeht!



"Die Hornisse" - Marc Raabe

„I love you all“, ruft der gefeierte Rockstar Brad Galloway seinen 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne zu. Plötzlich tritt eine unbekannte Frau ins Scheinwerferlicht und überreicht ihm einen mysteriösen Umschlag. Am nächsten Abend wird Galloways ausgeblutete Leiche ans Bett gefesselt im Gästehaus der Polizei gefunden.
LKA-Ermittler Tom Babylon wird vom Babyschwimmen zum Tatort gerufen. Gemeinsam mit der Psychologin Sita Johanns fahndet er nach der unbekannten Frau. Die Spur führt dreißig Jahre zurück – zu einer heimtückischen Kindesentführung mit dem Decknamen „Hornisse“ – und zu einer Frau, die zwischen zwei Männern stand. Beide waren bereit zu töten. Einer sinnt noch heute auf Rache.
Und das kann Tom Babylon alles kosten, was er liebt.


Dann! Es kommt ein neuer "Reckless"-Teil von Cornelia Funke raus. Davon hatte ich euch vor einigen Wochen schon einmal berichtet und habe auch erzählt, dass ich von der (Marketing??) Masche, den ersten Teil dieser Reihe auch inhaltlich zumindest etwas umzuschreiben, gar nicht viel halte. Euren Reaktionen entnahm ich, dass ihr das ähnlich seht. Nun ja. Jetzt erscheint der vierte Teil der Buchreihe und ich muss ehrlich sagen, dass ich absolut keine Ahnung mehr habe, was zuletzt mit Jacob und Co. passiert ist. Das ist irgendwie schon zu lange her und hat offenbar auch zu wenig Eindruck bei mir hinterlassen, als dass ich die Handlung von Teil 3 noch gut zusammenbekommen würde. Trotzdem bin ich neugierig auf diesen vierten Teil und ich könnte mir vorstellen, dass ich Teil 3 vorher nochmal (wenigstens quer) lesen werde.



"Reckless: Auf silberner Fährte" - Cornelia Funke

Das vierte Abenteuer hinter den Spiegeln führt Jacob und Fuchs in den fernen Osten. Jacob sucht gemeinsam mit seinem Bruder Will nach einem Spiegel, von dem Sechzehn, das Mädchen aus Glas und Silber, erzählt hat. Will sinnt nach Rache, Jacob sucht nach Sicherheit für sich und Fuchs, denn der Handel, den er einst mit Spieler geschlossen hat, ist noch nicht vergessen. Aber ein Toter hat andere Pläne, und der Spiegel, nach dem sie suchen, gebiert eine furchtbare Jägerin.


Mein persönlicher Hammer ist aber dieses dritte Buch hier! Ich hab davon nicht mal gewusst, dass es erscheint, bis ich neulich zufällig bei Elli gelesen habe, dass Ernest Cline tatsächlich eine Fortsetzung zu "Ready Player One" herausbringt. Ich LIEBE "Ready Player One" - zumindest das Buch, den Film habe ich bewusst nie geguckt, weil ich mir mein eigenes Kopfkino nicht kaputt machen wollte. Es ist eins meiner Lieblingsbücher, das ich allseits immer wieder empfehle und auch selbst immer wieder lese. Und jetzt eine Fortsetzung!!! Ich bin aktuell hin- und hergerissen zwischen Jubel und Begeisterung und totaler Vorfreude auf der einen Seite - und Misstrauen und Vorsicht auf der anderen Seite. Leider passiert das ja gar nicht so selten, dass man von einer Fortsetzung (noch dazu einer völlig unverhofften, die erst Jahre nach Teil 1 erscheint) dann gar nicht so begeistert ist und sich sogar denkt "Hätte ich das mal nicht gelesen, jetzt ist der gute Eindruck von Teil 1 nicht mehr derselbe." Habe ich zumindest tatsächlich ab und zu schon erlebt. Daher bin ich vorsichtig, aber wehren gegen den Wunsch, dieses Buch zu lesen, kann ich mich ehrlich gesagt nicht... :o



"Ready Player Two" - Ernest Cline

Days after winning OASIS founder James Halliday's contest, Wade Watts makes a discovery that changes everything.

Hidden within Halliday's vaults, waiting for his heir to find it, lies a technological advancement that will once again change the world and make the OASIS a thousand times more wondrous - and addictive - than even Wade dreamed possible.With it comes a new riddle, and a new quest: a last Easter egg from Halliday, hinting at a mysterious prize. And an unexpected, impossibly powerful, and dangerous new rival awaits, one who'll kill millions to get what he wants. Wade's life and the future of the OASIS are again at stake, but this time the fate of humanity also hangs in the balance.

Lovingly nostalgic and wildly original as only Ernest Cline could conceive it, Ready Player Two takes us on another imaginative, fun, action-packed adventure through his beloved virtual universe, and jolts us thrillingly into the future once again.



Auf welche Bücher wartet ihr denn im November?


Samstag, 24. Oktober 2020

Blitzlicht: Herbst- und Blogmüdigkeit

Hallo ihr Lieben.

Die Überschrift des Posts sagt eigentlich schon alles. Irgendwie schlage ich mich derzeit nicht nur mit leichter gesundheitlicher Angeschlagenheit, sondern auch mit einem Fehlen von Motivation und Lust herum. Ich weiß auch nicht, was los ist. Irgendwie ist mein Sommerüberdruß direkt in eine Herbstmüdigkeit übergegangen, was sich beides ähnlich äußert: keine Lust auf nix. (Ich weiß übrigens, dass das eine doppelte Verneinung ist, jaja.) 

Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass der Oktober irgendwie schon wieder so gut wie vorbei ist, dabei war doch eben noch August, oder? Bei mir geht gerade ein Tag in den nächsten über, ohne große Aufregung und ohne große Abwechslung. Daran ist nicht nur Corona Schuld, höchstens so ein bisschen. 2020 ist ein Jahr zum Vergessen, das wird wohl nicht nur mir so gehen. Vieles hat nicht geklappt, vieles ist ausgefallen oder zumindest verschoben worden - aber wer will sich da bei der aktuellen Lage schon drauf verlassen, dass das dann später echt stattfindet?! Die ganzen aktuellen Verbote und Maßnahmen stören mich tatsächlich wenig, was wohl auch daran liegt, dass mir jedes Mal ganz anders wird, wenn ich von den aktuell gestiegenen Infektionszahlen höre. Dass manche da echt nach wie vor so ignorant und unverschämt mit Maskenpflicht und Co. umgehen, macht mich voll fuchsig. Für mich ändert sich trotz der Einschränkungen wenig. Bei meiner beruflichen Tätigkeit funktioniert Homeoffice leider nicht, sodass ich weiterhin immer wieder unterwegs sein muss. Kontakt mit anderen ist bei meinem Job (ich bin Psychotherapeutin "in se making", also in der Hoffnung auf eine baldige Approbation) geradezu Pflicht, sodass ich da nicht drumherum komme. 

Wie bin ich jetzt aber eigentlich von der Herbstmüdigkeit auf meine aktuelle berufliche Tätigkeit gekommen? (Zur Erklärung: Ich betone das mit dem "aktuell" übrigens deswegen so sehr (auch zu meiner eigenen Beruhigung), weil das, was ich gerade beruflich mache, echt nicht meine Traumbeschäftigung ist und ich es nur als Zwischenschritt eben auf dem Weg zur Approbation ansehe, mit der ich dann auch hoffentlich noch ganz andere Richtungen einschlagen kann. Wen das interessiert, der kann gern nach Details fragen, aber ich will hier keinen langweilen.)

Jedenfalls merke ich bei mir, dass ich echt voll motivationslos bin. Ich lese durchaus viel zur Zeit, sogar gleich wieder viel zu viel, und das vor allem gleichzeitig, wenn ich mal ehrlich sein soll. Aktuell lese ich... ähm, 5 Bücher gleichzeitig, was eigentlich völlig bescheuert ist. Nein, es sind sogar 6, merke ich gerade, aber in dem einen habe ich seit Tagen nicht mehr gelesen. Naja, das ist blöde, ich weiß. Aber ich kann mich gerade auf keins so richtig einlassen und schweife dann beim Lesen des einen Buches gedanklich zu einem anderen ab, das mich gerade (vielleicht) viel mehr reizen und interessieren würde - und dann lese ich eben mal da rein. Mit dem Ergebnis, das ich aktuell lese in:


- dem letzten Teil von "Lockwood & Co." von Jonathan Stroud

- "Stalking Jack the Ripper" von Kerri Maniscalco (beide Bücher in Einstimmung auf Halloween, so war zumindest mal der eigentliche Gedanke dahinter)

- "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

- "Das Bild der Erinnerung" von Micaela Jary

- "Vier Farben der Magie" von V. E. Schwab und

- "Die Anatomie des Teufels" von Jordi Llobregat


Ich bin jedenfalls sehr entschlossen, bis Ende Oktober wenigstens zwei Bücher davon noch zu beenden. Allerdings lese ich zu Halloween und in den Tagen drumherum ja auch gern etwas entsprechend gruselig-mysteriöses, sodass ich in der nächsten Woche sicher noch zu anderen Büchern greifen werde. Ich hab da schon ein oder zwei im Auge, die werde ich euch nächste Woche mal zeigen. 

Ansonsten fehlt mir gerade auch einfach die Muße, mich an Rezensionen zu setzen. Gelesen habe ich einiges, das hier auf dem Blog kurz vorgestellt werden könnte (ist ja eigentlich Sinn der Sache, hehe), aber momentan ... halt irgendwie nicht. Herbstmüdigkeit und so. 


Soweit das heutige Lebenszeichen. Was lest ihr denn gerade so?


Sonntag, 11. Oktober 2020

"Die Magie von Winterhaus" - Ben Guterson

Verlag Freies Geistesleben, 2020

20,00 Euro


HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)



Worum geht´s? 

(Achtung vor möglichen Spoilern: es handelt sich um Band 3 der Buchreihe!)

Buch 1: "Winterhaus"

Buch 2: "Die Geheimnisse von Winterhaus"

Band 3: "Die Magie von Winterhaus"

Während es noch kräftig schneit, freut sich Elizabeth auf ein unbeschwertes Wiedersehen mit Freddy in den bevorstehenden Osterferien. Doch als sie einen seltsamen Hügel über der stillgelegten Silbermine entdeckt und später das einzige Exemplar eines schlüsselhaften Romans aus Zimmer 333 verschwindet, schrillen die Alarmglocken. Was steht bevor? Und warum haben es die zwei schrulligen Herren mit einmal so eilig, mit ihrem Riesenpuzzle fertig zu werden?



Meine Meinung:

Ich gehöre nicht mehr wirklich zur Zielgruppe der "Winterhaus"-Bücher von Ben Guterson, habe die ersten beiden Teile dennoch sehr gern gelesen und vor allem die wunderbaren Illustrationen von Chloe Bristol sehr genossen. Die Bücher verströmen einen angenehm wohligen Eindruck eines heimeligen, gemütlichen und warmen Hotels inmitten einer Schneelandschaft, mit kuriosen, aber liebenswerten Besuchern, und einer Vielzahl von Rätseln und Geheimnissen. Gespannt war ich daher auch auf diesen dritten und letzten Teil der Buchreihe, der genau 3 Monate nach den Ereignissen aus Teil 2 einsetzt, einige Tage vor Ostern nämlich.

Elizabeth lebt mittlerweile dauerhaft im "Winterhaus" und fühlt sich dort eigentlich pudelwohl. Trotzdem wird sie das Gefühl nicht los, dass irgendetwas in der Luft liegt, dass zu Ostern etwas passieren wird, etwas ... das mit Gracella zu tun hat. Gracella, die ja eigentlich gar nicht mehr da sein dürfte. Oder sollte. Trotzdem, Elizabeth hört auf ihr ungutes Gefühl und fängt erneut gemeinsam mit ihrem Freund Freddy an, mittels diverser Rätsel und geheimnisvoller Fährten, die schon vor vielen Jahrzehnten im Winterhaus gelegt wurden, zu ermitteln - um im besten Fall zu verhindern, dass Gracella wieder zurückkehren könnte. 

Die Zutaten für gute jugendliche Unterhaltung sind somit vorhanden, von Ben Guterson auch wie schon in den ersten beiden Büchern gut in der Story durchgemischt. Dennoch, irgendwie ist bei mir in diesem dritten Teil der Funke nicht wirklich übergesprungen. Während ich bei den ersten beiden Teilen trotz meines nicht-mehr-so-jugendlichen Alters ganz gut mitgehen und sogar mitfiebern konnte, hat mir hier in "Die Magie von Winterhaus" irgendwie ein roter Faden gefehlt. Eine Erklärung, warum hier gerade alles so passiert, wo plötzlich dieser und jener Geistesblitz einzelner Personen herkam, warum manche Figuren so arg geheimnisvoll tun und es dann am Ende doch gar nicht sind. Ich fand manche Dialoge leider sehr hölzern und nichtssagend, mir leuchtete an mancher Stelle gar nicht recht ein, warum sich zwei Personen jetzt eigentlich unterhalten (müssen). Auch habe ich das Gefühl, dass so manche Idee und anfänglicher Handlungseinfall vom Autor letztlich nur halbherzig oder auch gar nicht zu einem erklärenden Ende gebracht wurden. (Beispiel: Warum benehmen sich manche Erwachsene denn nun so merkwürdig, z.B. Freddys Eltern oder der anwesende Professor?). Auch Elizabeth erschien mir hier unerklärlicherweise an mancher Stelle so kindisch, so unausgeglichen und geradezu frech-aufmüpfig, was gar nicht recht zu ihr passte, zumindest nicht anhand des Eindrucks, den sie aus den beiden ersten Teilen machte. Das konnte ich mir letztlich nur mit beginnender Pubertät erklären...

Vielleicht sehe ich das alles auch ein bisschen zu arg, denn letztlich findet Ben Guterson für seine begonnene Story rund um Elizabeth und das Winterhaus dennoch ein würdiges und passendes (wenn auch etwas hochtrabendes) Ende. Es geht um Freundschaft, um Zusammenhalt und ums Füreinander-Dasein, und das sind ja wichtige Themen - egal in welcher Altersgruppe. Für alle, die die ersten beiden Teile rund um das Winterhaus gern gelesen haben, ist dieser dritte abschließende Band natürlich auch empfehlenswert; ich empfinde ihn jedoch als den schwächsten der drei Teile.


Dankeschön an den Verlag Freies Geistesleben!


Freitag, 9. Oktober 2020

Blind Date mit einem Buch

Zum zweiten Mal habe ich mich vor einigen Tagen zu einem sogenannten "Book Blind Date" hinreißen lassen. Das erste Mal, vor etwa 3 Jahren, fand bei Thalia statt: die haben dort so einen Tisch mit diversen eingepackten Büchern und einer kurzen Beschreibung darauf, ohne dass man wirklich erfährt, welches Buch da tatsächlich eingepackt wurde. Damals hatte mich diese Beschreibung auf einem Buch sehr gepackt und neugierig gemacht, weshalb ich es kurzerhand mitnahm. Mit dem Ergebnis, dass ich ein Buch in der Hand hielt, das mich dann leider doch nicht besonders interessiert hat und das ich (psst!) bis heute nicht gelesen habe. HIER habe ich von diesem Blind Date schon einmal erzählt.

Insgesamt also nicht die besten Voraussetzungen für ein weiteres Blind Date mit Buch, dennoch habe ich neulich erneut zugeschlagen. Die Schmökerbox, die einigen sicher bekannt ist, gibt neben den bisher üblichen Bücherboxen mittlerweile auch einzelne Blind Date-Bücher heraus - nach ähnlichem Konzept: eingepackt, keinerlei Hinweise auf das Buch außer einigen kurzen Stichpunkten, die neugierig auf das Buch machen sollen. Das ist der Schmökerbox mit Buch #11 bei mir sehr gut gelungen. Daher war ich noch einmal "mutig" und habe mir dieses buchige Date gegönnt.


Zugegeben, anhand der Hinweise "Stadtplan, Armband und wirre Gefühle" hätte ich etwas ganz anderes erwartet, aber trotzdem finde ich das Buch, das sich hinter der #11 verbirgt, gar nicht so übel. Zumindest habe ich von Elena Ferrante noch nichts gelesen, obwohl ihre "Neapolitanische Saga" ja einige Fans angesammelt hat. Daher bin ich richtig neugierig darauf, auch mal etwas von ihr zu lesen, und bin mit diesem Book Blind Date daher recht zufrieden.


Darum geht´s:

Neapel in den Neunzigern, Giovanna ist dreizehn Jahre alt, die Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern, eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, die Noten brechen ein, und immer öfter gerät sie mit ihren Eltern aneinander. Zufällig kommt Giovanna der Vorgeschichte ihres Vaters auf die Spur, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Dort treibt sie sich herum, aber die Geheimnisse, auf die sie da stößt, verstören sie. Und als sie bei einem Abendessen bemerkt, wie ein Freund der Familie unterm Esstisch zärtlich die Füße ihrer Mutter streift, verliert sie vollends die Fassung. Denn wem kann sie überhaupt noch trauen? Und was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selber bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?







Donnerstag, 1. Oktober 2020

"Bermuda" - Thomas Finn

Knaur Verlag, 2020

14,99 Euro



Handlung:

Nur knapp überleben der Biologe und Rucksackreisende Alex Kirchner und die Umweltaktivistin Itzil Pérez den Untergang ihres Kreuzfahrtschiffes, das mitten im Bermuda-Dreieck in einen unheimlichen Hurrikan gerät. Zusammen mit einem Dutzend weiterer Überlebender werden Alex und Itzil am Strand einer Vulkan-Insel angespült, doch die vermeintliche Rettung erweist sich schnell als tödliche Falle: Auf der Insel funktionieren weder Handys noch Kompasse; das Treibgut, aus dem die Überlebenden sich notdürftig ein Lager am Strand errichten, ist am nächsten Morgen fast vollständig verschwunden, Nahrungsmittel verrotten über Nacht bis zur Unkenntlichkeit.
Während Alex eine Bergungsmission zum Wrack des Kreuzfahrtschiffes unternimmt und seinen Augen nicht traut, als er feststellt, dass das Wrack komplett verrostet ist, als läge es seit Dekaden im Wasser, entdeckt Itzil auf der Insel Spuren eines geheimnisvollen indianischen Heiligtums.
Kurz darauf stellt die Gruppe fest, dass einer von ihnen fehlt – dafür führen breite Schleifspuren direkt in den Mangrovendschungel …


Meine Meinung:

Ich mag ja Bücher, in denen es um Legenden und Mythen geht, um Dinge, die auch nach viel Recherchen, Untersuchungen und Überlegungen bis heute einfach nicht geklärt wurden - und auch nicht erklärt werden können. Das behält dem hektischen und modernen Heute unserer Welt immer noch sowas Geheimnisvolles bei, finde ich.

Das Bermuda-Dreieck gehört nun zweifelsohne zu solchen Legenden und Mythen unserer Erde. Seit Jahrhunderten schon (das belegen verschiedene Einträge in Logbüchern, Aufzeichnungen per Funk und per Schrift etc.) verschwinden in einem Areal im Atlantik kurz vor der Amerikanischen Küste immer mal wieder nicht nur Schiffe und Boote, sondern auch Flugzeuge spurlos. Manche sind nur eine Weile weg und tauchen irgendwann wieder auf, die meisten aber bleiben auf immer und ewig verschollen. Das Bermuda-Dreieck hat mich daher schon immer irgendwie fasziniert, auch wenn das vielleicht ein bisschen morbide klingt, tut mir Leid.

Als ich las, dass das neue Buch von Thomas Finn, von dem mir u.a. "Lost Souls" oder auch "Dark Wood" schon gut gefallen haben, eben genau "Bermuda" heißen und in diesem Gebiet der Erde spielen wird, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das tat ich dann auch direkt. 

In seiner Geschichte überleben Alex und einige andere Passagiere den Fast-Untergang ihres Kreuzfahrtschiffes und können sich mit Mühe und Not auf eine kleine Insel mitten im Nirgendwo retten. Das "Mitten im Nirgendwo" liegt natürlich genau in dieser Bermuda-Region und dessen sind sich die Überlebenden durchaus bewusst. Diese kleine Insel macht ihrem schlechten Ruf ihrer Lage bald auch schon alle Ehre, indem sie nicht nur unheimliche Lichter und Geräusche nachts beherbergt, sondern offenbar einige blutrünstige und hungrige Wesen. Wirklich sicher sind Alex und Co. auf dieser Insel also nicht, daher machen sie sich auf die Suche nach Hilfe - und auf die Suche, das Geheimnis der Insel zu lüften.

Ich war gespannt, welchen Erklärungsansatz für die "Bermuda-Phänomene" sich Thomas Finn ausdenken würde, ob das ganze am Ende stimmig und passend sein würde. Und ich muss sagen: er wählt zwar einen kuriosen Weg, der weit über Irdisches hinaus geht, dennoch mochte ich seine Ideen für die merkwürdigen Anomalien, die auf der Insel passieren. Das hat sich für mich stimmig angefühlt und tatsächlich fand ich die Erklärungen für das, was da nachts auf der Insel passiert, aus wissenschaftlicher Sicht total spannend und interessant. Natürlich kann man auch anderes erwarten, wenn man dieses Buch liest. Und man kann sich auch denken, dass so richtig "Horror", wie er groß schon auf dem Cover des Buches angekündigt wird, sich hier nicht zwischen den Seiten versteckt - es sei denn, man ist nun wirklich sehr zart besaitet und zuckt bei ein bisschen Blut schon zusammen. Für mich hat das hier eher was von einer spannenden Abenteuergeschichte gehabt, cooler Aha-Moment am Ende inklusive.

Insgesamt war das unterhaltsame Lektüre für mich, mit netten, vielleicht hier und da ein wenig vorhersehbaren Charakteren, die Wikipedia quasi auswendig können und nie was anderes als Survival-Training gemacht haben - zugegeben, aber das hat das Gesamtbild für mich höchstens ein kleines bisschen gestört. Nicht genug jedenfalls, um nicht bis zum Ende lesen zu wollen.


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