Dienstag, 23. Oktober 2018

Schnappatmung: Der neue "Strike" kommt!

Ich scrolle mich nichtsahnend durch einige neue Bücher, die in den nächsten Monaten erscheinen werden, und WAS SEHE ICH?? Der vierte Teil der Cormoran Strike-Reihe von Robert Galbraith ist nicht nur bereits auf Englisch im September erschienen (wie konnte mir das so komplett entgehen, also wirklich?!), nein, er erscheint Ende Dezember auch endlich auf Deutsch!!

Yippieeyayeeeeehhhh!!!

Oh man, ich freu mich soooo auf dieses Buch! Und ich warte schon so lange drauf. Dieses Ende vom dritten Teil war so !§.&(*#/?=''/("!$  grrrrrrr, FIES für Fans, also echt. So Cliffhanger-mäßig. Und jetzt geht´s endlich weiter, Gott sei Dank! Ich werde jetzt die Tage zählen bis zum Erscheinungstag :D

"Weißer Tod" - Robert Galbraith 
(-> Achtung, mögliche Spoiler für alle, die die Teile 1-3 noch nicht kennen!)
Ein verstörter junger Mann bittet den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens, das er – so glaubt er – als Kind mit angesehen hat. Strike ist beunruhigt: Billy hat offensichtlich psychische Probleme und kann sich nur an wenig im Detail erinnern, doch er wirkt aufrichtig. Bevor Strike ihn allerdings ausführlich befragen kann, ergreift der Mann panisch die Flucht. Um Billys Geschichte auf den Grund zu gehen, folgen Strike und Robin Ellacott – einst seine Assistentin, jetzt seine Geschäftspartnerin – einer verschlungenen Spur, die sie durch die zwielichtigen Ecken Londons zu einem geheimen exklusiven Zirkel innerhalb des Parlaments und einem prachtvollen, doch düsteren Herrenhaus auf dem Land führt. Zugleich verläuft auch Strikes eigenes Leben alles andere als gradlinig: Er hat es als Ermittler zu Berühmtheit gebracht und kann sich nicht länger unauffällig hinter den Kulissen bewegen. Noch dazu ist das Verhältnis zu seiner früheren Assistentin schwieriger denn je – zwar ist Robin für ihn geschäftlich mittlerweile unersetzlich, ihre private Beziehung ist jedoch viel komplizierter …



Donnerstag, 18. Oktober 2018

Ich lese gerade... #2

... "Die Tochter des Uhrmachers" von Kate Morton


Darum geht´s:

Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus am Ufer der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …
Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?



Warum?
So ab und zu mag ich Romane ganz gern, in denen eine Figur lang verschollene oder bisher gänzlich unbekannte Dinge oder Gegenstände findet, daraufhin in der eigenen oder einer anderen Familiengeschichte herumstochert und dabei gut gehütete Geheimnisse aufdeckt. Solche Bücher bezeichne ich gern als Schmöker und kann mich ganz wunderbar in diese Geschichten fallen lassen. Vielleicht, weil einem selbst sowas irgendwie nie passiert und auch nie passieren wird... (Zum Glück?!) Jedenfalls kann gerade Kate Morton genau solche Bücher ganz fantastisch schreiben, daher habe ich im Laufe der Jahre eigentlich alles von ihr gelesen und für gut befunden.

Das Cover...
Als ich das Cover des neuen Buches zum ersten Mal gesehen hatte, war ich erst überrascht. Ihre bisherigen Bücher sehen doch etwas anders aus. Dieses hier erschien mir irgendwie so "floral" und ungeordnet. Bei näherem Hinsehen ist das Cover jedoch voller Symbole und Dinge, die in der Geschichte noch eine Rolle spielen werden. Insofern ist das Cover jetzt nicht eins der schönsten, die man sich vorstellen kann, aber absolut ok.

Bisher...
habe ich etwa 50 Seiten gelesen und finde es schon sehr vielversprechend. Die Story läuft auf mehreren Zeitebenen (mindestens 2, so wie ich es bisher überblicke) und macht dadurch natürlich gleich noch neugieriger. Man begleitet Elodie im Jahr 2017, wie sie auf ein altes Foto und eine Zeichnung stößt, die bestimmte Erinnerungen in ihr wecken. Zugleich liest man über einen geheimnisvollen Vorfall einer anderen Ich-Erzählerin, welche (so vermute ich bisher) etwa 1860 gelebt hat und ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen hat, die sich aber natürlich erst nach und nach aufdecken und entfalten wird. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und freue mich aufs Weiterlesen.

Kennt ihr denn Bücher von Kate Morton? Oder Romane, die ähnlich sind? Immer her damit!


Donnerstag, 4. Oktober 2018

"How to be a girl" - Julia Korbik

Thienemann Esslinger Verlagsgruppe, 2018
14,99 Euro


Handlung:
Hast du dich schon mal gewundert, warum es Regeln gibt, die scheinbar nur für Mädchen gelten? Willst du gerne mehr über Bodyshaming, Selfcare und Gleichberechtigung erfahren? Findest du Mädchen und Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen, spannend? Dann bist du hier genau richtig!
Mit Kurzporträts von historischen und aktuellen Vorbildern, Checklisten und Anleitungen (Wie erkenne ich alltäglichen Sexismus? Wie kann ich dem Konsum-Wahnsinn entkommen?) und Einblicke in die Welt der Jungen.


Meine Meinung:
Ich denke, ich muss vorab sagen, dass ich dieses Buch als ungefragtes Rezensionsexemplar bekommen habe - denn von allein hätte ich mir solch ein Buch vermutlich nie zum Lesen genommen. Das wird auch daran liegen, dass ich mit meinen "Ü30" nicht mehr zur Zielgruppe der Leser gehöre, die hiermit angesprochen werden sollen. Das also als Info vorab, dass ich sicherlich nicht die optimalste Leserin für dieses Buch bin.
Aber vielleicht sollte das auch wiederum total egal sein. Denn ob nun 13 oder über 30 - das Mädchen/ Frausein mag einen ja dennoch so oder so beschäftigen. Mich aber ehrlich gesagt nicht so sehr. Ich bin für Gleichberechtigung und finde auch Emanzipation wichtig. Gleichzeitig habe ich nie Bevormundung oder Rückstufungen aufgrund meines Geschlechts erlebt. Da mag ich Glück gehabt haben, richtig. Und das mag auch der Grund dafür sein, dass ich solche Emanzipations- und Feminismus-Diskussionen zuweilen als zu gewollt, zu kleinlich und zu belehrend empfinde. Ich bin auch kein Freund von allzu plakativen Feminismus-Bekundungen, mit denen man die Geschlechterkluft meiner Ansicht nach meistens noch verstärkt. Denn wenn ich - wie hier in diesem Buch - immer wieder Formulierungen wie "Schülerinnenzeitung", "Staatsbürgerinnenrechte" oder "Freundinnenschaft" lese, dann verdrehe ich unweigerlich die Augen und denke mir, wie blöd das irgendwie klingt. 
Und da habe ich auch gleich den nächsten Punkt, der mir an "How to be a girl" nicht gefallen hat. Das Buch möchte gern für Gleichberechtigung und Emanzipation der jungen Frauen sein, und bedient dabei aber das Hauptklischee der Rollenverteilung gleich selbst. Denn warum sonst ist dieses Buch in rosa-metallic Farben gehalten (=DIE Mädchenfarbe schlechthin)? Warum befinden sich zwar einige schematische Kopf-Abbildungen von bekannten oder bemerkenswerten Frauen darauf, aber beispielsweise Vertreterinnen des asiatischen oder afrikanischen Raums werden völlig außen vor gelassen? Ist das nicht schon ein weiteres großes Klischee?!
Ich kann mir vorstellen, dass junge Mädchen, die frisch in die Pubertät kommen und sich tatsächlich erstmalig im Leben mit Geschlechterunterschieden konfrontiert sehen, aus diesem Buch inhaltlich etwas mitnehmen. Denn Julia Korbik spricht einige wichtige Themen an und versucht sich auch, anhand von historischen Daten und Statistiken zunächst an die harten Fakten zu halten. Das kann durchaus zur Meinungsbildung beitragen. Das Buch gibt in dieser Hinsicht auch gute Denkanstöße, über Rechte und Pflichten und Privilegien, die mit dem einen oder anderen Geschlecht einhergehen mögen. Mir haben auch die Vorstellungen von bekannten und auch nicht so bekannten Frauen gefallen, die auf den unterschiedlichsten Bereichen erfolgreich oder zumindest aufgefallen sind. Manche davon kannte ich selbst nicht und fand die Vorstellungen daher recht interessant.

In meinen Augen sollte man "How to be a girl" jedoch nicht für sehr viel mehr als diese kleine Informationssammlung verwenden. Manche Inhalte, Tipps der Autorin oder auch diese ständigen unterschwelligen Feminismus-Formulierungen sind für mich einfach zuviel und nicht nachvollziehbar. 
Ich komme z.B. nicht umhin, immer wieder den Gedanken zu haben, dass die Autorin unbedingt möchte, dass Mädchen sich auflehnen und etwas an ihrer Lage und gesellschaftlichen Rolle ändern - aber völlig egal, ob sie das eigentlich wollen oder nicht. Was ist mit Mädchen, denen es geht, wie es mir als Mädchen ging? Bei denen alles in Ordnung ist, die nicht bevormundet oder in irgendwelche Geschlechterschubladen gesteckt werden? Die absolut zufrieden damit sind, ein Mädchen zu sein und sich auch so zu benehmen - und sich so benehmen zu DÜRFEN? Wenn ich mich in solch ein Mädchen hineinversetze und das Buch aus deren Sicht lese, bekomme ich das Gefühl, Frau Korbik möchte mir sagen, dass das nicht ok ist. Dass ich dennoch unbedingt etwas ändern muss. Immer wieder sind Sätze zu finden wie "Um dich gegen soziale Normen auflehnen oder sie verändern zu können, musst du sie erst einmal erkennen." oder "Veränderung fängt bei dir selbst an". Ich finde, das setzt junge Mädchen ganz schön unter Druck und lenkt sie zugleich in eine ganz klare feministische Richtung - was man als 13-jährige doch aber noch gar nicht überblicken und auch die Folgen noch nicht abschätzen kann. Ebenso solche Beiträge wie "Checkliste: Wie du Sexismus im Alltag erkennst", bei der man tatsächlich abkreuzen kann, ob einem etwas bekannt vorkommt (was ist denn, wenn dort ein Punkt NICHT aufgelistet ist und sich ein Mädchen dennoch belästigt fühlt?? Zählt das dann nicht?), oder - mein Highlight - "DIY: Eine Protestaktion organisieren". Ich meine.. Im Ernst? Hier werden Mädchen echt dazu aufgerufen und angeleitet, sich gegen Regeln zu stellen und zu protestieren.
Kurzum: Den Umgang mit manchen Themen oder auch dieses gewollte "in die Feminismus-Richtung drücken wollen" finde ich schwierig und das hat mir auch nicht gefallen. Vielleicht liegt das daran, dass ich eben doch schon ein paar Jahre älter bin und das mit anderen Augen sehe.  

Montag, 1. Oktober 2018

"Die Worte, die das Leben schreibt" - Adelia Saunders

Wunderraum Verlag, 2018
25,00 Euro



Handlung:

Ein poetischer Roman mit einem Amélie-artigen Gefühl für das Wunderbare.
Magdalena hat eine eigentümliche Gabe. Die junge Frau kann die Geschichten fremder Menschen auf deren Haut lesen: Wie bei einem Tattoo, das nur sie sehen kann, erscheinen ihr Namen, Ereignisse, banale und tragische Details – Botschaften, die das Leben selbst mit Geheimtinte notiert zu haben scheint. Als sie in Paris einem amerikanischen Studenten begegnet, erkennt sie ihren eigenen Namen auf dessen Wange. Aber welche Rolle sollte sie im Schicksal von Neil spielen? Oder in dem von dessen Vater? Eine rätselhafte Geschichte verbindet das Leben dieser drei Menschen – und die Liebe. Denn Neil ist von der jungen Frau mit den hellen Augen ganz hingerissen.



Meine Meinung:
Der Wunderraum Verlag gehört für mich eindeutig zu den Entdeckungen des Jahres! Mit "Die Worte, die das Leben schreibt" ist ein weiteres wunderbares Buch herausgekommen, das ich sehr gern gelesen habe. 
Erzählt werden gleich drei Geschichten in einer, die aber alle zusammenhängen. Ein Mann sucht in Paris Hinweise auf seine Mutter, die ihn bereits als Baby weggab, und die dennoch auch viele Jahre später noch eine unglaubliche Faszination auf ihn ausübt, so sehr, dass für anderes kaum Platz in seinem Leben zu sein scheint. Sein Sohn Neil dagegen ist auf der Suche nach seinem Sinn im Leben. Als Geschichtsstudent hat er seinen Platz und sein Lebensziel noch nicht gefunden und lässt sich eher dahintreiben. Bis... ja, bis Magdalena auftaucht, die dritte Person in diesem Buch. Magdalena hat die besondere Gabe, auf der Haut der Menschen deren Lebensgeschichten abzulesen. Da stehen wichtige Daten und Namen, Ereignisse und Lebensstationen wie mit Tinte geschrieben. Alles, was ein Menschenleben ausmacht. Niemand außer Magdalena kann sie sehen, was sie derart verstört, dass sie es sich angewöhnt hat, lieber halb blind und unbemerkt durchs Leben zu gehen, um nicht allzu sehr Zeugin menschlicher Tragödien und Schicksale werden zu müssen. Als sie eines Tages aber gerade auf Neils Haut ihren eigenen Namen liest, geht dies nicht spurlos an ihr vorbei - und wichtige Ereignisse nehmen ihren Lauf.
Ich mochte "Die Worte, die das Leben schreibt" sehr. Nicht nur die Idee des Romans an sich, auch das absolut fantastische Ende, das mir einen großen Aha-Moment bescherte, und vor allem der schöne und bildhafte Sprachstil der Autorin. Das hat in mir viel zum Klingen gebracht und mich begeistert. Ich muss aber auch gestehen, dass ich mich in der Geschichte zuweilen auch verloren habe, weil ich sie hier und da als etwas schleppend empfand. Der immer wiederkehrende Wechsel der Perspektive vom Jetzt in die Vergangenheit und wieder zurück hat dem Erzählstil in meinen Augen hier und da die Luft genommen und alles etwas ausgebremst. Wie mit einem Fernrohr blickt die Autorin in manche Szenen hinein und beschreibt eben nicht nur das Wesentliche, das die Handlung ausmacht, sondern driftet auch immer mal ab in längst vergangene Zeiten oder Erlebnisse aus der Jugend der aktuell erzählenden Figur. Das hat zum einen seinen Reiz, zum anderen empfand ich das Lesen an solchen Stellen tatsächlich als ein bisschen zäh. Zum Glück bin ich dennoch dran geblieben, denn wie schon gesagt - das Ende hat mich mit allem versöhnt. Und ich glaube, man kommt nicht umhin, einmal in sich zu gehen und sich zu fragen, welche Worte und Namen und Daten wohl auf der eigenen Haut stehen würden.
Den Roman behalte ich letztlich als ein weiteres kleines wunderbares Leseerlebnis aus dem Wunderraum in Erinnerung.

Ein herzliches Dankeschön an das Bloggerportal/ Randomhouse Verlag!

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