Blanvalet Verlag, 2018
9,99 Euro
Handlung:
Zoe und Ed sind ein Traumpaar, doch im Laufe der Jahre ist ihre Beziehung ins Wanken geraten. Nach einer ihrer häufigen Auseinandersetzungen geschieht das Unfassbare: Ed stirbt bei einem Unfall. Zoe glaubt, an ihrem Schmerz zu zerbrechen. Wieso hat sie Ed an diesem Morgen nicht mehr gesagt, wie sehr sie ihn liebt? Nachdem sie wenig später schwer stürzt, erwacht sie in einer Version ihres Lebens, in der Ed noch am Leben ist und sich die beiden gerade erst kennenlernen. Fortan hat Zoe die Chance, ihr gemeinsames Leben zu verändern. Bis der Tag von Eds Unfall unaufhaltsam näher rückt …
Meine Meinung:
Mit "Before you go" hatte ich zwei wesentliche Probleme: 1. bin ich eine Verfechterin von Happy Ends. Und das gab es hier so ... naja, irgendwie, aber irgendwie auch wieder nicht. Mehr kann ich nicht sagen, ohne zu spoilern. Und 2. bin ich kein großer Freund von Geschichten nach dem Muster "Und täglich grüßt das Murmeltier". War ich noch nie. (Warum hab ich das Buch dann gelesen? Es war ein Leseexemplar.) Solche Geschichten mag ich irgendwie nicht, ohne richtig erklären zu können, warum das so ist. Vielleicht, weil ich zwar gern an Magie glauben möchte, aber dass man die Zeit umkehren und zurückdrehen kann - das geht mir dann doch zu weit. Genau diese Laune der Natur erlebt aber Protagonistin Zoe, die plötzlich, nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes, eine zweite Chance bekommt: Sie wacht wieder als Jugendliche auf, an dem Tag, an dem sie Ed kennengelernt hat. Und kann fortan all ihre gemeinsamen Momente erneut erleben - und vielleicht auch hier und da ein bisschen was ändern?
Nun ja, das ist die Idee dahinter, aber die Umsetzung hat bei mir keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Zoe bekommt eine zweite Chance, aber wofür eigentlich? Irgendwie hat mir das hier die ganze Zeit gefehlt, eine Erklärung; ein Moment, in dem deutlich wird "Hier ist was schief gelaufen beim ersten Mal, mach ich es beim zweiten Mal also anders." Klar, oftmals lässt sich eine gescheiterte Beziehung nicht nur auf den einen falschen Moment zurückführen. Insofern ist Zoes Unterfangen vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil sie nicht weiß, was sie eigentlich tun und ändern soll. Hier hatte aber dadurch auch ich meine Probleme: Ed stirbt bei einem Verkehrsunfall. (Soviel kann ich verraten, ohne zu spoilern.) Auch wenn Zoe ihre Beziehung von Anfang an beim zweiten Versuch liebevoller und verständnisvoller gestalten will, wie soll sie Einfluss auf den Straßenverkehr nehmen?! Das ist so eine Grundsatzdiskussion à la "Gibt es Zufälle oder ist alles Schicksal?" oder "Kann ein Schmetterling einen Wirbelsturm auslösen?", und darauf hat auch die Autorin (natürlich) keine Antwort. Aber vielleicht hätte mir genau so eine Antwort hier gefehlt, eine krasse Positionierung, inwieweit man sein Leben (und das eines anderen) wirklich selbst bestimmen und verändern kann. Denn so hat mir die Würze und auch der Sinn, der Hintergedanke dieser Geschichte gefehlt. Man liest über die (zweite) Beziehung zwischen Ed und Zoe, fiebert unweigerlich auf DEN TAG X, nämlich Eds Todestag hin, und dann ist der plötzlich gekommen und - ja, und?
Die Geschichte und die Auflösung hat mich nicht zufrieden gestellt. Beides ein bisschen dröge und langatmig, beides nichts, was mir im Kopf bleiben wird.



