Darkiss Verlag, 2014
10,99 Euro
"Ich will dich sehen, aber es ist zu gefährlich. Du darfst nicht nach mir suchen. Versprich es mir." Als Rayne Darby die Nachricht ihres Bruder Luke auf ihrem Anrufbeantworter hört, ist sie völlig verwirrt. Überstürzt macht Rayne sich auf die Suche, bemerkt jedoch bald, dass sie verfolgt wird. In einem Tunnel sieht sie dann plötzlich ein blaues Licht, das von einem fremden Jungen ausgeht. Er hat die Arme ausgestreckt, die Lippen geöffnet in einem stummen Schrei – und ihre Verfolger ergreifen die Flucht. Ihr Retter heißt Gabe – mehr gibt er nicht von sich preis. Er scheint jedoch zu wissen, wo Luke steckt …
Meine Meinung:
Ich hatte ein Problem mit dem Klappentext: er sagt eigentlich gar nichts über die Handlung aus. Das ist zwar prinzipiell nicht schlimm; beim Lesen gilt ja: lieber zuwenig als zuviel verraten. Aber diese Inhaltsangabe sagte mir nun so gar nichts wirklich darüber, was mich in diesem Buch erwarten würde. Das wäre ja noch nicht so arg gewesen. Mein zweites Problem jedoch: auch nach über 150 Seiten hatte ich noch keine Ahnung, worum es eigentlich geht. Und bis zum Ende des Buches blieb in meinem Kopf ein großes Fragezeichen "Indigo" betreffend.
Mir war hier vieles einfach viel zu undurchsichtig. Ich habe einiges nicht verstanden, was aber in erster Linie daran lag, dass die Autorin mit Erklärungen gegeizt hat. Sie bringt "Indigokinder" und "Kristallkinder" ins Spiel, lässt auch anklingen, dass diese Kinder besondere Fähigkeiten haben - nur: worin genau bestehen diese Fähigkeiten? Was können sie? Kann jeder etwas anderes? Das wurde hier nie mal wirklich aufs Tapet gebracht. Das war eher alles so vage und wischiwaschi nach dem Motto "Du bist so überbegabt, NUR du hast die Macht, NUR du kannst die Menschheit retten." Aber wieso denn? Ab und zu leuchtete mal jemand blau (oder auch nur irgendwie hell) auf, unterhielt sich per Gedankenübertragung mit den anderen, schlug böse Kerle und Schurken in die Flucht, aber so wirklich was dahinter steckte meines Empfindens nach nicht. Am ehesten noch bei Gabriel, der als Figur wenigstens einige Charakterisierungen und Erklärungen seiner Fähigkeiten sein Eigen nennen durfte. Zumindest bei ihm konnte ich mir vorstellen, warum er als Einzelgänger lebt und niemanden an sich heran lässt. (Bis Rayne auftaucht. Die bringt ihn natürlich prompt zum Schmelzen...)
Aber was die anderen Indigokinder auszeichnete, blieb mir im Großen und Ganzen ein Rätsel, und ich muss gestehen: es hat mich auch nicht so sonderlich interessiert. Tatsächlich fand ich "Indigo: Das Erwachen" an weiten Stellen unspannend, was auch an dem Aufsplitten der Handlung in verschiedene Erzählstränge liegen kann. Als Leser begleitet man nicht nur das Duo Gabe/ Rayne, sondern guckt auch mal bei Luke vorbei, bei korrupten Polizisten, bei übereifrigen Damen, die auch ein Stückchen von der Macht haben wollen, und bei Raynes und Lukes völlig benebelter und klischee-behafteter Schwester Mia. Das klingt eigentlich vielfältig und normalerweise mag ich verschiedene Blickwinkel einer Geschichte. Hier fand ich die Geschehnisse jedoch meistens nicht sonderlich aufregend. Mich haben irgendwann nur noch die Stellen mit Rayne und Gabe interessiert, weil auch nur die beiden wirklich die Handlung voran tragen.
Letztlich kann man "Indigo: Das Erwachen" mal gelesen haben, man kann es aber genauso gut auch lassen. Es ist ein Reihenauftakt, aber ich muss ehrlich sagen: ich weiß nicht, ob ich Lust und Interesse habe, diese Geschichte weiter zu verfolgen.
Dankeschön an den Darkiss Verlag und Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!














