Sonntag, 7. März 2021

"Der vierte Mond" - Kathleen Weise

Heyne Verlag, 2021
14,99 Euro





Worum geht´s?
Als der Orbiter Eurybia auf dem Jupitermond Kallisto abstürzt und die Mitglieder der Mondstation an einem unerklärlichen Fieber erkranken, steht die vierte bemannte Jupitermission kurz vor dem Scheitern. Auf der Erde wird eine Bergungsmission zusammengestellt, die herausfinden soll, was auf Kallisto geschehen ist. Doch niemand ahnt, was der eisige Mond tatsächlich verbirgt und was die drei toten Geschäftsleute auf der Erde damit zu tun haben …



Meine Meinung:
Bei "Der vierte Mond" habe ich mich auf eine spannende Science-Fiction-Geschichte im All gefreut. Die Geschichte habe ich irgendwie auch bekommen, die Spannung war mir streckenweise im Buch aber leider zu wenig.
Das ist mein erstes Buch von Kathleen Weise, und im Kern hat mir ihre Idee sehr gut gefallen. In der Zukunft haben es die Menschen zu weiteren Missionen ins All geschafft als "nur" bis zum Mars. Bergbau im All ist schwer in Mode, und das gern auch weitläufiger. Tatsächlich ist Europa, einer der vielen Monde des Jupiter, im Buch das anvisierte Ziel einer Raumfahrtmission, um zu schauen, ob dort vielleicht Hinweise auf Leben zu finden sind. Bei einer dieser Missionen geht einiges schief und es gibt Tote infolge eines merkwürdigen Virus´. Nur ein Mitglied überlebt, Sam, der daraufhin warten muss, ob und wann er von der errichteten Basis auf dem Jupiter-Mond Kallisto abgeholt werden kann. Ziemlich trostlose Grundvoraussetzungen für Sam, dennoch hätte ich weitaus lieber hauptsächlich von ihm und seinen Erlebnissen auf Kallisto gelesen, zumal angedeutet wird, dass dort merkwürdige Dinge vor sich gehen.
Tatsächlich spielt das Buch von Kathleen Weise zu gut 3/4 der Buchseiten aber ausschließlich auf der Erde und erzählt dort von wirtschaftlichen und auch persönlichen Folgen dieser misslungenen Raumfahrtmission, von verschiedenen Personen, die entweder unmittelbar oder auch weiter entfernt von den Todesfällen der Raumfahrer betroffen sind, z.B. von der Mutter einer der Astronautinnen. Anfangs fand ich diesen Ansatz gar nicht mal schlecht, aber bald schon wurde ich den ständigen Kapiteln auf der Erde etwas überdrüssig. Immer wieder habe ich mir gedacht "Wieso erfahren wir gerade nicht mal lieber, was auf Kallisto abgeht?!". Stattdessen folgte ein ausschweifendes Kapitel über wirtschaftliche Folgen für die Raumfahrt-Bergbau-Firma und seine Vorsitzenden nach dem anderen. Und noch dazu so ausführlich. Man bekommt seitenweise Gedankengänge vorgesetzt, Hintergrundgeschichten, Zusammenhänge und innere Monologe ebenso wie Dialoge zwischen irgendwelchen Charakteren, die zwar das Leben verschiedener Personen gut beleuchten - mich aber beim Lesen einer erwarteten spannenden Science-Fiction-Geschichte überhaupt nicht interessieren. Irgendwie bremst das alles so aus. Und man fragt sich die ganze Zeit nur wieder und wieder, warum der Fokus hier eindeutig auf der Erde und eben nicht in den Gefilden des Jupiter liegt. So schade!
Ich habe einfach anderes erwartet, glaube ich. Einen anderen Ansatz, mehr Mystery vermutlich, gern auch irgendwas außerirdisches. Ich hab echte Spannung und Action auf dem Jupitermond erwartet. Und die gibt´s ja letztlich auch, aber eben erst im letzten Drittel des Buches. Da muss man schon gut Geduld haben, um bis dahin voll dran zu bleiben. Diese Geduld hatte ich hier vielleicht etwas zu wenig.
Da mir die grundsätzliche Idee hinter dem Roman aber gut gefallen hat, und Frau Weise überdies unbestreitbar toll schreiben kann, werde ich mir ihre anderen Geschichten trotzdem auch mal näher ansehen.

Dankeschön an den Heyne Verlag und das Bloggerportal!


Mittwoch, 3. März 2021

So viele neue Bücher im März!

Ja genau - so viele neue Bücher erscheinen im März! Zumindest so viele, die mich interessieren, anderen Lesern mag es da anders gehen. Ich habe meine Neuerscheinungsliste durchforstet und jene rausgesucht, die ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste stehen, um sie euch mal vorzustellen. 


Hand aufs Herz, bei manchen werde ich mich schlicht nicht zurückhalten können, die werde ich mir definitiv "leider" sofort kaufen (müssen). Und dann habe ich ja im April Geburtstag, also stehen die Chancen gut, dass es da buchige Geschenke für mich geben wird. (Der Denkfehler dabei ist, dass auch im April wieder kolossal tolle neue Bücher erscheinen; ja, das ist mir schon klar. Ein Teufelskreis, aber wem erzähl ich das...)




Ich bin gerade zu faul, für jedes Buch eine kurze Inhaltsangabe zu schreiben, ich geb´s zu. Ich verlinke euch die Bücher mal, da könnt ihr selbst nachschauen, worum es genau geht.

Sehr neugierig macht mich beispielsweise "Sommernacht" von Lucy Foley, nachdem ich "Neuschnee" von ihr so genial fand. Das möchte ich unbedingt lesen, zumal auch das in den ersten Bewertungen wieder sehr gut wegkommt. Die Geschichten von Jenn Bennett mag ich sehr, daher bin ich auf "Wiedersehen mit Lucky" gespannt. Ebenso auf "Die Liebesbriefe von Abelard und Lily", das irgendwie niedlich und besonders klingt. Einen ungewöhnlichen Roadtrip wird es in "Reise mit zwei Unbekannten" geben. Eher historisch wird es wohl in "Feuerland", in dem es um ein besonderes Buch geht, und in "Stay away from Gretchen", das eine besondere Familiengeschichten-Aufarbeitung verspricht. Neugierig macht mich auch "Der große Sommer" von Ewald Arenz, weil soviele schon von seinen Büchern geschwärmt haben. Und "Inseln. Die Kartierung einer Sehnsucht" weckt ziemliches Fernweh bei mir. Und "Ready Player Two" erscheint im März auf Deutsch.


Wie sieht es bei euch aus? Auf welche Bücher wartet ihr im März besonders?


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