blanvalet Verlag, 2019
9,99 Euro
Madeleine „Max“ Maxwell wollte Archäologin werden, um Abenteuer zu erleben, unfassbare Entdeckungen zu machen und gelegentlich die Welt zu retten. Doch die Wirklichkeit holt sie ein: Archäologen verbringen ihre Zeit in Museen zwischen staubigen Büchern und noch staubigeren Fundstücken, die niemanden interessieren. Da erhält sie ein besonderes Jobangebot. Wenn sie die Zusatzausbildung übersteht – und die wenigsten tun das – wird sie Abenteuer erleben, die jene von Indiana Jones wie einen Sonntagsspaziergang aussehen lassen. Und wenn sie überlebt, wird sie wenigstens ein paar Mal die Welt retten …
Meine Meinung:
"Miss Maxwells kurioses Zeitarchiv" ist eines jener Bücher, bei denen die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken irgendwie etwas anderes erwarten lässt, als man dann geboten bekommt. Da ist die Rede von Archäologie, von Indiana Jones und von Abenteuern. Was aber letztlich auf den über 500 Seiten passiert, lässt sich eigentlich eher dem Genre "Science-Fiction" und "Fantasy" zuordnen, denn es geht nicht um "schnödes" Schatzsuchen - nein, es geht um Zeitreisen. Das war mir im ersten Moment tatsächlich gar nicht so klar. Letztlich hat es mich nicht wirklich gestört, aber hier steckt definitiv mehr (und anderes) drin, als in der Angabe beworben wird.
Madeleine Maxwell ("Max") fängt also eine neue Stelle im Institut St. Mary´s an - als Historikerin, die in hohem Maße zur Verschwiegenheit verpflichtet wird, denn ihre Tätigkeit nach einigen Monaten der Einarbeitung und Prüfung sieht tatsächlich so aus, die wichtigen Geschehnisse unserer Geschichte anzusehen und zu bezeugen - als Zeitreisende. Die Idee fand ich ziemlich gelungen, die ersten Kapitel lesen sich auch schnell weg. Das liegt auch an Max´ lockerer und mitunter flapsiger Art. Die Dialoge sind gut, mit umfangreichen Beschreibungen hält sich Jodi Taylor nicht auf; eben nur soviel, dass man sich gut ein Bild machen kann. Max erlebt fortan eine Menge und reist einmal quer durch die Weltgeschichte.
Mir hat auf den über 500 Seiten jedoch längere Zeit eine Art "roter Faden" gefehlt, etwas, das mir klar gemacht hätte, was hinter dem allem steckt und wohin die Geschichte noch laufen soll. Eine Art Antrieb, die die eigentliche Geschichte eben über 500 Seiten streckt. Tatsächlich wird erstmalig erst nach etwa der Hälfte des Buches erwähnt, dass es nicht nur die wohlgesonnenen Historiker des St. Mary´s gibt, sondern eben auch fiese Burschen, die mit der Fähigkeit zum Zeitreisen eigene Interessen verfolgen. Das hatte letztlich ein paar kleinere Längen zur Folge, die mich besonders im letzten Buchviertel dann auch wirklich ungeduldig gemacht haben. Insgesamt hätte das Buch wohl etwas gekürzt werden können, um temporeicher zu wirken.
Die Geschichte ist im Original zunächst als Titel im Self-Publishing Verfahren erschienen und hat dann soviele Fans angesammelt, dass letztlich die Verlage darauf aufmerksam geworden sind. Ich kann das gut nachvollziehen. Max ist eine interessante und vielseitige Heldin, jung und modern trotz ihres Jobs als Historikerin, durch den sie wandelbar sein muss. Man liest gern über das, was sie erlebt, auch wenn das, wie ich oben bereits beschrieben habe, für mich mitunter zu ausufernd war. Trotzdem ein gelungener und fantasievoller Roman, der nur der Auftakt einer offenbar 10-Bände-umfassenden Reihe wird.
Vielen Dank an den Randomhouse Verlag und das Bloggerportal!


