Urachhaus Verlag, 2022
18,00 Euro
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Worum geht´s?
Selbstoptimierung für Anfänger Wilburs Lebensphilosophie lautet: Unsichtbar sein. Kopf runter. Mund zu. Einfach schauen, dass man den nächsten Schultag überlebt. Doch dann trifft Charlie ein, Wilburs Austauschschüler. Und entpuppt sich als Austauschschülerin. Und was für eine... Wilbur wird von gigantischen Gefühlen ergriffen. Aber wie wird man zu einem begehrten, coolen Typ, wenn man gerade eben noch völlig unsichtbar war?
Meine Meinung
Ich mag die Bücher aus dem Urachhaus Verlag bzw. Verlag Freies Geistesleben. Vor allem deshalb, weil man bei ihnen immer wieder kleine außergewöhnliche Perlen entdeckt, die etwas ganz besonderes sind und einfach ein bisschen aus der Reihe fallen. Ich hatte in der Verlagsvorschau direkt einen Blick auf "Die gigantischen Dinge des Lebens" geworfen, mir gedacht, dass ich Wilbur zu gern kennenlernen würde und wurde beim Lesen dann auch nicht enttäuscht. Die Geschichte von Wilbur ist niedlich, schön zu lesen, mutmachend und optimistisch. Dabei ist es ganz egal, dass ich eigentlich gar nicht mehr in die Alters-Zielgruppe falle.
"Sal und ich hüpften ins Becken. In der folgenden Stunde ging ich auf eine Art und Weise aus mir raus wie sonst nirgendwo. Ich schleuderte die Arme hoch, schüttelte verwegen meine Schultern und tanzte unter Wasser Cancan. Aquagymnastik für alle ab 60+ zählt definitiv zu den Höhepunkten meiner Woche." (S. 31)
Ganz ehrlich? Mit diesem Satz hatte mich Wilbur erwischt. Nach diesem Satz wusste ich, dass dies ein wunderbares Buch werden würde.
Wilbur hat es nicht leicht. Eigentlich ein echter Sympathieträger mit Anstand und Manieren (die er sich nicht zuletzt bei seinem besten Freund, dem 85-jährigen Sal, abgeguckt hat), wird er in der Schule immer mal vom fiesen Mitschüler Tyler gemobbt und bemüht sich deshalb, einfach lieber unsichtbar zu bleiben. Keinen Anlass zu geben, aufzufallen. Genau das wird aber zum Problem, als durch einen Schüleraustausch die bezaubernde Charlie aus Paris in sein Leben tritt. Plötzlich möchte Wilbur gar nicht mehr so unscheinbar sein, sondern zeigen, was in ihm steckt. Glücklicherweise kann er sich gerade zur rechten Zeit auf die richtigen Leute in seinem Leben verlassen, die ihm helfen, das beste aus sich rauszuholen.
Ich habe Wilburs Geschichte sehr gern gelesen, habe auch gelacht und mitgelitten und die Daumen gedrückt, damit bei Wilbur mal alles glatt geht. Es ist eine schöne und zugleich wertvolle Geschichte vom An-sich-glauben und Sich-beweisen, die noch dazu völlig mühelos Themen wie Diversität und Respekt behandelt. Am Ende kommt doch alles irgendwie ein bisschen anders für Wilbur, aber das macht nur einen weiteren Reiz des Buches aus. Klare Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Urachhaus Verlag für das Rezensionsexemplar!


