carl´s books, 2017
15,00 Euro
Handlung:
Ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke erschüttert Berlin. Es gibt Tote und Verletzte. Auch in Paris und London explodieren Brücken. Es folgt Anschlag auf Anschlag. Die Polizei tappt im Dunkeln, die Täter hinterlassen keine Spur und keine Botschaft. Klar ist nur: Jemand führt Krieg gegen Europa. Die Politik verfällt in Panik, die Bevölkerung lebt in Angst, es kommt zu Übergriffen auf Minderheiten und Flüchtlinge. Rechtsparteien werden stärker. Aktienmärkte und Wirtschaft stürzen ab.
Mit hoher Schlagzahl jagt Christian v. Ditfurth seinen Berliner Hauptkommissar Eugen de Bodt durch ein Land am Abgrund. De Bodt wirft alle Regeln über den Haufen, ermittelt hart am Rand der Legalität und darüber hinaus. Mit seinen Kollegen Silvia Salinger und Ali Yussuf verfolgt er Spuren im In- und Ausland.
Eugen de Bodts dritter Fall spielt in einer Welt, die sich auflöst. Alle Gewissheit schwindet. Eherne Regeln werden zertrampelt. Moral ist Ballast, Recht ein Störfaktor. In einer entfesselten Welt braucht es neue Ideen, um Ideale zu bewahren. Und um Gewalttäter zu fassen.
Meine Meinung:
Vorneweg muss ich sagen, dass ich dieses Buch ungefragt als Leseexemplar für eine Rezension erhalten habe - andernfalls hätte mich dieses Buch wohl nie als Leser gewonnen. Zum einen entspricht die Inhaltsangabe nicht unbedingt meinen Leseinteressen, zum anderen mag ich es überhaupt nicht, in einer Buchreihe mittendrin im dritten Teil zu beginnen, ohne die beiden Teile davor zu kennen. Hier bei "Giftflut" hatte ich nun nicht wirklich eine andere Wahl, als mich dennoch direkt in die Geschichte fallen zu lassen - und ja, es geht durchaus, man muss nicht zwingend die Teile 1 und 2 kennen, um Teil 3 zu lesen. (Angenehmer ist es natürlich trotzdem!)
Nun, "Giftflut" ist topaktuell, was die momentane politische und gesellschaftliche Lage betrifft. Anschläge, Explosionen, Angst und Schrecken überall. Mittendrin der ziemlich eigenwillige Eugen de Bodt, seines Zeichen Berliner Hauptkommissar und obendrein "gesegnet" mit ein paar Schrullen und Macken. An und für sich mag ich schillernde Personen in Büchern mal ganz gern; Figuren, die aus der Reihe tanzen, die für den Leser nicht gleich vorhersehbar sind. Das ist Eugen allemal, so besserwisserisch und eigenbrötlerisch wie er ist. Dennoch - oder gerade deswegen - ist er Geschmackssache. Hier in diesem Buch haben er und seine Art zu ermitteln, ganz gut gepasst, aber zugleich kam ich nicht umhin, manches zu hinterfragen. Warum nur er den Durchblick haben soll und alle anderen unfähigen Ermittler so inkompetent und stümperhaft sein sollen, hmnja...
In angenehm kurzen Kapiteln, die einladen, gleich noch eins und noch eins und noch eins hinterher zu lesen, kann man die Geschehnisse in mehreren Erzählsträngen rund um den Globus verfolgen. Auch in die Perspektive der Täter kann man eintauchen. Ich fand die Erzählung spannend, leider angesichts der heutigen Zeiten auch glaubwürdig und stimmungsreich. Die Geschehnisse schwingen definitiv noch eine Weile nach, selbst wenn man das Buch ausgelesen zuklappt.
Aber ob mir dieses Buch Lust auf weitere Teile um Eugen de Bodt gemacht hat? Nun ja, eher nicht.




