Dienstag, 29. Juni 2021

Das #dickebüchercamp geht wieder los

Es gibt nicht allzu viel, was ich am Juli mag. War schon immer so. Sommer und ich, das passt einfach nicht. Und aktuell befinden wir uns in meiner persönlichen Hass-Jahreszeit, der ich absolut nichts positives abgewinnen kann. Am liebsten würde ich mich nur bei verdunkelten Zimmern und mit ausreichend kühlen Getränken zuhause verkriechen und erst wieder rauskommen, wenn es Richtung Oktober und damit Herbst geht. Klappt ja aber leider nicht so wirklich.


Immerhin hat der Juli einen Vorteil: Bei Instagram läuft im Juli und August wieder das #dickebüchercamp, das Marina alias @nordbreze ausgerufen hat. Das gibt es jetzt schon seit ein paar Jahren (4, glaube ich) und ich war jedes Jahr mit dabei. Eigentlich versteckt sich dahinter nur der Gedanke, dass man im Sommer bewusst nach dicken Schmökern greifen könnte, die viele viele Seiten Unterhaltung versprechen. Gemeint sind alle Bücher, die mehr als 500 Seiten haben. 

Ich mache auch dieses Jahr wieder gern mit. Ich werde natürlich nicht nur solch dicke Bücher lesen, dafür habe ich noch viel zu viele andere tolle (dünnere) Bücher hier liegen. Aber ich habe mir eben auch ein paar der dickeren Bücher herausgekramt, die mich aktuell ansprechen. Das sind:


- "Die Landkarte der Zeit" von Felix J. Palma

- "Böses Blut" von Robert Galbraith

- "Der Astronaut" von Andy Weir

- "Die Romanows" von Simon Sebag Montefiore und

- "Straße der Wunder" von John Irving


Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich schon sehr lange kein Buch mehr von John Irving gelesen habe. Seine letzten beiden habe ich zwar, habe aber nie reingelesen. Früher habe ich jeden Sommer ein Buch von ihm gelesen - vielleicht sollte ich das dieses Jahr auch endlich mal wieder machen.

"Die Romanows" habe ich seit ein paar Jahren im Regal stehen und will schon ewig mal reinlesen. Ich mag so dicke Schinken über Familiendynastien. Einer meiner besten Sommer wird immer der bleiben, als ich eine Biografie über die Medici gelesen habe... :D Herr Montefiore soll jedenfalls sehr gut und sehr spannend schreiben, daher bin ich mal sehr neugierig. Ich glaube allerdings nicht, dass ich das Buch komplett schaffe, eher werde ich wohl portionsweise darin lesen.

Ansonsten reizen mich "Böses Blut", der 5. Teil der Reihe um Cormoran Strike, sowie "Der Astronaut" sehr, da hab ich richtig Lust auf die Geschichten. Ich habe, auch wenn noch nicht Juli ist, auch am Sonntag schonmal ein paar Seiten bei "Böses Blut" reingelesen. (Pssst!)

Und "Die Landkarte der Zeit" steht auch schon sehr lange ungelesen in meinem Regal. Neyasha empfahl mir dieses Buch vor einer Weile, als ich nach Bücher zum Thema Zeitreise gefragt hatte. Ich lasse mich mal überraschen.


So. Auf ins Büchercamp, würde ich mal sagen. Was lest ihr denn so zur Zeit?


Donnerstag, 3. Juni 2021

Von ausrangierten Büchern und verpassten Chancen


Kennt ihr das? Ihr habt irgendwann mal ein Buch gelesen, es nur so für lala gehalten, euch gedacht "Das lese ich sowieso nie wieder und ein Favorit war es auch nicht, gebe ich es halt weiter" - und dann habt ihr es verschenkt, verkauft, ausgelegt, was auch immer. Weg war das Buch. Und dann, ein paar Jahre später, habt ihr plötzlich wie aus dem Nichts eine Erinnerung an genau dieses Buch im Kopf, eine Szene, die euch noch einfällt, irgendein Detail; oder vielleicht auch gerade nicht genug, dass ihr versucht, euch an etwas spezielles aus eben genau diesem Buch zu erinnern - und es fällt euch nicht mehr ein. Oder plötzlich, nach einer Weile, hat man das Gefühl, man würde manche Dinge, Szenen oder Zusammenhänge aus diesem Buch viel besser verstehen, plötzlich würde da etwas Sinn machen, was es vorher beim Lesen nicht tat. (Weshalb man es vielleicht nur so lala fand.) Und dann denkt man sich "Hm, hätte ich das Buch mal noch hier..."


Kennt ihr das? Habt ihr das schon mal gehabt? Dass ihr euch plötzlich wünscht, genau dieses Buch, das man damals weggeben hat, doch wieder zu haben? Weil man nochmal etwas nachlesen will, oder vielleicht sogar das ganze Buch noch einmal, weil man heute (!!) das Gefühl hat, heute würde einem dieses Buch soviel mehr geben als damals.

Echt schräg. Aber genau so geht es mir seit ein paar Tagen. Neulich hatte ich auf einmal den Gedanken an ein Buch im Kopf, das ich vor ein paar Jahren gelesen habe. Ich weiß gerade weder, wie es heißt, noch wer es geschrieben hat. (Eine Frau, glaube ich.) Es war dystopisch in dem Sinne, dass die Welt gerade einen halben Weltuntergang erlebt hatte, war dabei aber nicht so Action-und Spannungsmäßig, sondern ein ganz ruhiges nachdenkliches Buch. Aus mehreren Perspektiven berichteten mehrere Personen, wie sie die letzte Zeit erlebt hätten. Alle waren miteinander verbunden durch eine Person, einen Professor oder Schauspieler oder Autor oder so...? 

Ich weiß noch, dass mir das Buch damals, glaube ich, zu langatmig war - zu viel Gerede, zu wenig Apokalypse oder so. Vermutlich hatte ich ganz andere Erwartungen, aber das weiß ich nicht mehr. Könnte auch sein, dass ich das hier auf dem Blog besprochen habe (wahrscheinlich sogar), aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, mich durch Jahre von Posts zu scrollen, zumal ich nicht mal mehr sagen könnte, wieviele Jahre das her ist. Und dafür ist es mir letztlich auch nicht wichtig genug. Ich MUSS dieses Buch jetzt nicht wiederfinden. Ich habe es damals weggegeben, verkauft, glaube ich. Weil ich mir dachte: das lese ich eh nie wieder. Und jetzt? Würde ich glatt mal wieder darin rumblättern.


Sowas macht mich natürlich nachdenklich darüber, wie ich mit gelesenen Büchern umgehe. Ob es richtig ist, Bücher wirklich irgendwann auszusortieren (denn mal ehrlich: das muss man einfach, wo sollen die sonst alle hin?!). Ob gerade Bücher, die man nicht grottenschlecht, aber eben wirklich nur so lala fand, so mittelmäßig, ob man solchen Bücher nicht prinzipiell die Möglichkeit zu einer zweiten Chance einräumen sollte. Ich hab das schon oft gehabt, dass ich ein Buch einfach zur falschen Zeit angefangen habe und doof fand, und als ich es Monate später nochmal probiert habe, hat es mir dann sehr gefallen. Aber wer weiß das schon? Und Bücher dafür jahrelang zu horten, nur weil es sein könnte, dass...? Kann ja auch nicht die Lösung sein.

Naja. Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Post schreiben, aber das hier ging mir gerade durch den Kopf. Also einfach mal raus damit. Wie geht ihr damit um? Und bitte, BITTE, sag mir jemand, dass es ihm/ihr schon mal genauso gegangen ist, dass plötzlich ein schon lang ausrangiertes Buch sich gedanklich wieder in Erinnerung rief und man ernsthaft überlegte, ob es ein Fehler war, es wegzugeben... 

Danke.



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