Habt ihr schon mal auf die Seite
www.mybook.de geschaut? Dort wird versprochen: "Wir finden dein nächstes Lieblingsbuch."
Klingt doch gut. Ich meine, wer kennt das nicht: man hat zwar Bücher neben sich liegen, aber irgendwie kann man sich nicht so ganz dazu durchringen, zu einem zu greifen. Weil man nicht ganz sicher ist, ob einem die Handlung gefallen wird. Weil man schon soviel unterschiedliche Meinungen zu diesem Buch gehört hat. Weil man vorsichtig geworden ist, weil die Bücher, die man zuletzt gelesen hat, irgendwie alle nur so mittelmäßig waren, keins davon hat einen wirklich begeistert.
Ich bin zwar nicht wirklich auf der Suche nach einem neuen Lieblingsbuch. Ich finde, sowas kann man eh nicht bewusst suchen; viel eher merkt man schon während des Lesens, dass man da ein Buch in der Hand hält, das besonders ist. Ich lege es nicht darauf an, ein neues Lieblingsbuch zu finden - mit denen, die ich als meine Lieblingsbücher bezeichnen würde, bin ich schon ganz zufrieden.
Aber man kann ja auch einfach so mal schauen, was einem andere Leute raten als nächste Lektüre, die mich begeistern wird. mybook.de nutzt einen Fragebogen, um herauszufinden, welches dein nächstes Buch werden könnte.
Ich hab es zweimal durchgespielt. Mit zum großen Teil gleichen Angaben (ich bin ja nun mal, wer ich bin, das ändert sich ja nicht...), aber mit unterschiedlichen Wünschen, was ich lesen möchte.
Der Fragebogen fängt eigentlich ganz gut an, erfragt wird das Geschlecht, wo man am liebsten liest, wieviel man liest, wie alt man sich fühlt (nicht, wie alt man ist; das finde ich nett formuliert, immerhin ist man ja angeblich nur so alt, wie man sich fühlt). Dann kann man seine Lieblingsautoren und seine Lieblingsbücher eintragen. (Das fand ich zunächst etwas merkwürdig, ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand da Querverbindungen zieht zu aktuellen Büchern und einem wirklich nur etwas empfiehlt, was an sein Lieblingsbuch erinnert...) Aber gut. Hab ich natürlich auch eingetippt. Sonst wurde aber nicht sehr viel mehr abgefragt. Nichts von wegen: worauf legst du Wert, was magst du in Büchern, was würdest du überhaupt nicht lesen etc.
Dann die große Frage: WAS möchte ich denn als nächstes lesen?! Einiges zur Auswahl. Beim ersten Durchgang habe ich spontan "Mystery" gedrückt (Hallo?! Ich bin ein Akte X-Fangirl. Selbst heute noch, obwohl die Serie seit Jahren vorbei ist. NATÜRLICH steh ich auf Mystery und Geheimnisse!!).
Anfrage abgeschickt und gewartet. Die Antwort bekommt man nämlich per Email. Die hatte ich dann einige Zeit später auch im Postfach und ich ließ mich mal überraschen. Schon beim allerersten Blick wurde mir jedoch klar, dass DAS überhaupt nicht meinem Lesegeschmack entspricht. Und: dass die 3 Vorschläge in meinen Augen beim besten Willen nichts mit "Mystery" zu tun haben.
Empfohlen wurden mir "Alexandra Ivy: Gefährtin der Ewigkeit" -> Oberfail, denn absolute Vampirgeschichte, noch dazu mit pseudo-erotischen Anwandlungen. Ich muss nur "mächtige Vampirin und betörender Begleiter" in der Inhaltsangabe lesen, da vergeht mir spontan völlig die Lust am Lesen.
Zweiter Vorschlag: "J.R. Ward: Black Dagger" -> Ebenfalls Niete, denn ebenfalls Vampirgeschichte. Und ebenfalls "düster, erotisch, unwiderstehlich". Nee. Will ich nich. (Versteht mich nicht falsch; ich hab nix gegen Erotik in Büchern, es ist eher der Vampir, der mich da stört... :D )
Dritter Vorschlag: "Coreene Callahan: Feuer - Gefährliche Begierde" -> Hehe. An der Stelle muss ich lachen. Ich guck mir das Cover an und denk mir "Oh, da geht´s bestimmt um Drachen. Der Typ auf dem Cover hat ein Drachen-Tattoo, aber es geht bestimmt (leider) nicht um den Typen mit dem Tattoo, sondern um den DRACHEN." Ich gestehe: Drachengeschichten befinden sich bei mir etwa auf einer Stufe mit Vampiren, Trollen, Elfen und Feen. Also ziemlich weit unten. "Verfeindete Drachenclans und Drachenkrieger" erzählt mir die Inhaltsangabe, und da ist mir klar: das war nix. Gar nichts. Das ist überhaupt nicht das, was ich lese. Und lesen möchte. Und es ist insbesondere nicht das, was ich mir unter "Mystery" vorstelle. Da gehören für mich ganz andere Sachen rein. Wabernde Nebelschwaden, gruselige Schatten und merkwürdige Geräusche mindestens.
Ist das also nur ein falsches Zuordnen der Kategorie gewesen? Was hätte mich wohl erwartet, wenn ich "Fantasy" ausgewählt hätte?!
Ich starte also einen zweiten Versuch. (Und hoffe gleichzeitig, man wird nicht rausgebuzzert, wenn man das gleiche Vorhaben 2x versucht. Man weiß ja nie. Aber: es scheint zu klappen.) Dieses Mal beantworte ich alles eigentlich genauso, aber ich suche mir die Kategorie "Liebesromane" aus. Jaja, alle stöhnen jetzt auf, wie langweilig usw. Ich geb´s zu: manchmal steh ich total auf Liebesschnulzen. Manchmal brauch ich sowas. Nicht sowas übelst verkitschtes, oder so typische Frauenromane mit puderzucker-rosa Covern, sondern einfach ne nette Liebesgeschichte.
Hier gab es auch wieder 3 Empfehlungen:
1. "Kristan Higgins: Ich habe mich verträumt" -> Das ist genau so ein puderzucker-rosa Buch, wie ich es eben beschrieben habe, aus der Sparte "Freche Frauenromane". (Wer denkt sich solche Kategoriennamen aus??) Naja, jedenfalls klingt es ganz nett, das werd ich für schlechte Zeiten vielleicht mal im Hinterkopf behalten.
2. "Anna Mitgutsch: Wenn du wiederkommst" -> Sieht auf den ersten Blick gut aus und klingt auch gar nicht so übel. Aber dann! Dann kommt der böse Satz, schon in der Inhaltsangabe: "Dann aber stirbt Jerome". Hallo? Was ist denn da los? Ich will ROMANTIK und LIEBE und SCHNULZ und so Krams; ich will doch nicht schon von vornherein wissen, dass eine der beiden Personen stirbt. Sowas frustriert mich, so etwas möchte ich nicht lesen! Zumindest nicht, wenn ich auf Liebe eingestellt bin. Dann schon bitte eher rosa Puderzucker.
3. "Emma Hamberg: Für Wunder ist es nie zu spät" -> Hach. Ich weiß nicht. Das klingt gar nicht übel, aber irgendwie spricht es mich überhaupt nicht an. Das wird wohl eher nicht auf meine Wunschliste wandern.
Fazit: Ich könnte das Spielchen noch ein paar Mal weiter probieren; vielleicht mach ich das auch noch. Für den ersten Eindruck hat mir das jedoch erstmal gereicht. Ich denke, mybook.de kann einem durchaus interessante Bücher vorschlagen, v.a. welche, von denen man noch nicht gehört hat, wenn man sich im Fragebogen beispielsweise explizit "Geheimtipps" wünscht. Ich glaube, Leseanstöße kann es schon geben. Das kann ein Besuch in einer Buchhandlung jedoch auch, denke ich. Einfach mal stöbern, würd ich sagen. Vor allem was die Mystery-Kategorie betrifft, hat mich das Resultat doch ziemlich enttäuscht. (Oder belustigt. Wie man´s nimmt.)
Habt ihr Erfahrungen mit der Seite? Probiert es doch auch mal aus und lasst hören, was ihr demnächst lesen werdet ;)