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Sonntag, 6. Januar 2019

Rückblick und Lese-Highlights 2018

2018 war nicht wirklich mein Jahr, rückblickend betrachtet. Irgendwie hat vieles gar nicht so geklappt und funktioniert, wie ich mir das erhofft oder geplant hatte. Privat, beruflich und auch gesundheitlich lief so manches nicht optimal. Es war auch nicht eins meiner spannendsten Jahre, wenn ich mal ehrlich sein soll. Manchmal blickt man Ende des Jahres ja zurück und denkt sich "Wow, was ich dieses Jahr alles erlebt habe!" - Ähm, nein, das habe ich Ende 2018 ganz sicher nicht gesagt. 
Natürlich gab es auch schöne Momente und Situationen. Ich war auf tollen Konzerten, ich war erstmalig in der Elbphilharmonie in Hamburg und habe klassische Musik gespielt vom Orchester hören dürfen (fragt mich heute nicht mehr, was - ich bin da hoffnungsloser Laie, was solche Musik betrifft!). Ich war in Südbayern unterwegs und habe Schloss Neuschwanstein besichtigt; ein Vorhaben, das schon lange mal unternommen werden wollte. Das war ebenfalls sehr schön, wenn letztlich auch traurig, wenn man sich einmal etwas mehr mit der Geschichte von Ludwig II. beschäftigt, der dieses Schloss ja (eigentlich ausschließlich für sich selbst) gebaut hat.
  
Ich war bei einer Lesung von Benedict Wells, die mir sehr gut gefallen und für ein paar schwärmerische Fangirl-Momente gesorgt hat, ich muss es zugeben. Wer ihn mal live erlebt hat, wird das aber nachvollziehen können, spätestens wenn man sieht, wie unglaublich viel Zeit er sich beim Signieren (und Plaudern und Fotos machen und Lachen und Witze machen und und und ...) für seine Leser nimmt. 

Gab schon schöne Momente in 2018. Aber sonst war es ein unspektakuläres und nicht-so-richtig-in-Gang-kommendes Jahr, das ich vorwiegend am Schreibtisch verbracht habe. Das hat aber immerhin dazu geführt, dass ich meine Doktorarbeit jetzt tatsächlich so weit habe, dass ich sie in den nächsten Tagen und Wochen hoffentlich drucken lassen und abgeben kann. Immerhin. Dann wäre dieses leidige Thema endlich abgeschlossen. (Naja, fast. Die Verteidigung steht ja noch ins Haus.)

Auch lesetechnisch war 2018 kein Jahr wie sonst, denn ich habe so wenig gelesen wie schon lange nicht mehr. 70 Bücher insgesamt. Für manche mag das nicht nachvollziehbar sein (weil 70 sind ja auch schon ne Menge), aber ich habe jahrelang im Schnitt um die 100 Bücher gelesen, daher sind 30 weniger dann doch auffällig. Gut, ich habe 2018 aber auch viele Bücher begonnen und nach einigen Seiten, Kapiteln oder innerhalb der ersten Buchhälfte wieder abgebrochen - aus verschiedenen Gründen. Irgendwie war da der Wurm drin. Mich konnte vieles nicht so sehr begeistern oder interessieren, dass ich gern dran geblieben wäre.



Ein kleiner Rückblick auf mein Lesejahr 2018:

- Das schönste Pärchen -
Hach. Kaz und Inej, würde ich sagen. Aber auch Hildy und Paul aus "36 Fragen an dich". 

- Das fieseste Ende -
"Der Tag, an dem Hope verschwand" habe ich als ebook gelesen. Nach einigen Seiten war ich völlig gefangen in der Geschichte, weil ich die so kurios fand und mich der Grundgedanke irgendwie nicht losgelassen hat. Es geht um Hope, die eines Tages plötzlich von allen vergessen wird. Von einem Tag auf den anderen kann sich niemand mehr an Hope erinnern. Menschen, denen sie begegnet, vergessen ihren Namen und ihr Aussehen innerhalb weniger Minuten und können sich nicht erinnern, sie jemals kennengelernt zu haben. Irgendwie krass. Mich hat begeistert, wie Hope damit umgeht, welche Wege sie einschlägt. Zugleich hat mich diese unausgesprochene Traurigkeit, die ständig zwischen den Zeilen mitschwingt, völlig vereinnahmt - denn was ist das für ein Leben, in dem man keine sozialen Bindungen schließen kann, weil jeder einen vergisst?! Das Buch an sich war für meinen Geschmack dann aber irgendwann zu ausufernd und langatmig, das hat mir das Lesen einfach verdorben. Auch das Ende hat mich völlig unzufrieden zurück gelassen. 

- Das beste Abenteuer -
... hatte ich erst zum Jahresende, als ich "Warcross" von Marie Lu gelesen habe.

- Der gemeinste Cliffhanger -
... den hatte ich zwar bei "The thousandth floor" von Katherine McGee, aber das war nicht ganz so schlimm, weil ich die Fortsetzung "The dazzling heights" direkt griffbereit neben mir liegen hatte. Ich konnte also direkt weiterlesen ;)

- Die meisten Tränen -
... gab´s bei "Die Wahrheit über das Lügen" von Benedict Wells - denn da war eine Geschichte über eine ältere Dame und ihre Katze drin, die mich total zum Heulen gebracht hat. Auch bei "Crooked Kingdom" von Leigh Bardugo hab ich an einer Stelle echt weinen müssen.

- Viel Wirbel um nichts -
Vor ein paar Jahren kam "Das Schiff des Theseus" heraus, von J.J. Abrams, der ja eigentlich eher im Bereich der Serien und Filme bekannt ist. Die Geschichte ist ein Buch im Buch, sozusagen. Zwei Studenten unterhalten sich über reingekritzelte Kommentare in einem Buch über die Geschichte an sich, decken dabei aber zugleich Geheimnisse um den Autoren auf. Mittendrin liegen einige "Beweisstücke", Postkarten beispielsweise oder Servietten, Bilder etc. Die Aufmachung fand ich unglaublich spannend und MUSSTE das Buch haben, habe es aber letztlich dennoch erst 2018 gelesen. Und ich war so enttäuscht! Denn die eigentliche Geschichte fand ich plump, unverständlich und völlig nichtssagend. Und das Drumherum mit den ganzen Kommentaren und dem Gekritzel ging mit irgendwann völlig auf den Keks, weil man das Buch eigentlich 3-4x lesen müsste, in einer bestimmten Reihenfolge. Bei mir war der Reiz des Unbekannten irgendwann verflogen und ich wollte nicht mehr. Das Buch habe ich dann nur noch quer gelesen.

- Am meisten gelernt -
... habe ich bei "Atlas obscura".

- Die größte Überraschung -
Da sage ich "Cat & Cole" von Emily Suvada, weil meine Erwartungen vor dem Lesen eher sehr gering waren, muss ich gestehen. Ich hatte eine recht vorhersehbare Jugend-Liebesschnulze im dystopischen Setting erwartet, auch das Cover hat das nicht besser gemacht. (Es war ein Leseexemplar, selbst hätte ich mir dieses Buch sonst nicht gekauft.) Aber dann war das so eine ausgefeilte, spannende und überraschende Geschichte, mit wissenschaftlichem Hintergrund (und auch ein bisschen Liebe, jaja), dass ich völlig begeistert an den Seiten klebte. Daher eine wirklich positive Überraschung!

- Highlights 2018 - 
Sind diese hier:


- Enttäuschungen 2018 -
Ach je. Die Enttäuschungen des Jahres kann ich gar nicht auf einem Foto festhalten, denn die habe ich zum großen Teil schon gar nicht mehr. Es gehörten aber z.B. "Wicker King" von Kayla Ancrum, "Spinner" von Benedict Wells oder auch "Ein Junge namens Weihnacht" von Matt Haig dazu. 

Montag, 1. Februar 2016

[Rückblick] Das war los im Januar 2016

Oh. Ich sehe gerade, dass ich den Monatsrückblick für Dezember 2015 ganz vergessen habe. Nun ja. Jetzt brauche ich ihn aber sicher auch nicht mehr bringen, ist ja doch schon wieder einen ganzen Monat alt...
Also lieber gleich dem Aktuellen zuwenden, und das ist der Januar 2016. Der ist nunmehr auch schon wieder vorbei (was mich persönlich überhaupt nicht stört, ich mag den Monat ja nicht so), also gibt es eine kleine Rückschau, was gelesen wurde. 6 Bücher insgesamt, das ist ... ok. Ich hab das neue Jahr mit Re-Reads begonnen; ich weiß auch nicht, irgendwie konnte ich mich nicht gleich Neuem zuwenden, ich brauchte erstmal noch ein wenig Flucht in etwas, das ich schon kannte. Und mochte. Also habe ich mich erneut durch beide Teile der "Vango"-Reihe von Timothée de Fombelle gelesen und fand sie erneut so fantastisch wie beim ersten Lesen. Was der Autor sich da ausgedacht und mit Wahrem, wirklich Passiertem zusammengeschrieben und verbunden hat - unglaublich! Ich hing wirklich wieder an den Seiten fest und konnte mich einfach nicht von diesem bunten Mischmasch von Figuren, Zufällen, schicksalhaften Zusammentreffen und vor allem von Vangos besonderer Geschichte trennen. Ich liebe diese Bücher, für jetzt und wahrscheinlich für immer.
Ebenso nochmal gelesen habe ich "Adorkable" von Sarra Manning, ganz das Gegenteil von Vango, aber nicht weniger unterhaltsam. Die Geschichte von Jeane und Michael, die so offensichtlich verschieden sind und dennoch irgendwie aufeinandertreffen - herrlich! Ich hab wieder an vielen Stellen sehr kichern müssen.
Ich habe mich auch endlich an "Selection" von Kiera Cass gewagt, nachdem es einige Zeit ungelesen in meinem Regal stand - und bin nun ziemlich angestachelt, zu erfahren, für wen (Aspen oder Maxon? Aspen oder Maxon???) sich die gute America entscheiden wird. Teil 2 habe ich schon parat liegen, ich war bisher nur noch nicht in der Verfassung, mich wieder ins Bachelor-Getümmel zu werfen. Äh, zu lesen.

Gelesen im Januar
"Vango - Zwischen Himmel und Erde" - Timothée de Fombelle
"Vango - Prinz ohne Königreich" - Timothée de Fombelle
"Adorkable" - Sarra Manning
"Selection" - Kiera Cass
"Jane Austens Northanger Abbey" - Val McDermid
"Alles über Lulu" - Jonthan Evison


Lese-Highlight im Januar
Da muss ich meine Re-Reads nennen, nämlich den guten "Vango". Kein anderes Buch hat mich so überzeugt wie diese beiden.


Lese-Enttäuschung im Januar
Das ist in diesem Monat leider leider "Jane Austens Northanger Abbey" als Neufassung von Val McDermid geworden. Die Rezension habe ich noch vor mir, aber soviel vorab: es hat mich total enttäuscht... (Und noch nicht mal ein Foto davon gemacht, merke ich gerade. Kommt dann mit der Rezension.)



Und sonst?
Ich komme gerade zurück von einem Kurztrip nach Hamburg, der sehr schön, aber auch sehr regnerisch war. Typisches Hamburg-Wetter eben, auch wenn ich glaube, dass es nahezu in ganz Deutschland nicht sehr viel anders war in den letzten Tagen. Mein Highlight (und Hauptgrund, um in den Norden zu fahren) war ein Konzert der Maccabees, eine meiner Lieblingsbands seit vielen Jahren. Ich hab mich schon vorher sehr drauf gefreut und wurde auch nicht enttäuscht - zumindest nicht aus musikalischer und atmosphärischer Sicht. Mein Ausblick auf die Band dagegen war unterirdisch, da ich im besten Fall vereinzelt die Köpfe der Bandmitglieder verschwommen aus der Entfernung erblicken konnte. Mit erschummelten 1,60 m Körpergröße im Personalausweis (denn eigentlich nur 1,58 m, aber das muss ja nicht jeder wissen...) ist man einfach bei jedem Konzert im Ar***. Naja. Der Januar sonst war arbeitsreich, aber abgesehen davon ereignisarm. Auch mal schön. Der Februar wird ungefähr so weitergehen, allerdings werde ich mich in den nächsten Wochen damit beschäftigen, das Programm der Leipziger Buchmesse auszuchecken, um zu sehen, wann es sich lohnt, vor Ort zu sein. Die Buchmesse ist ja im März und an mindestens einem Tag werde ich auch sicher mit vor Ort sein. Und ihr?

Habt einen schönen Februar!

Dienstag, 6. Oktober 2015

"Hamlet" mit Benedict Cumberbatch live im Barbican Theatre London - und ich war dabei...

Letzte Woche Dienstag war ich noch in London und hatte das Glück, bei einer der komplett ausverkauften Veranstaltungen des Theaterstücks "Hamlet" im Londoner Barbican Theatre dabei zu sein. Das Stück ist vor allem deswegen so populär (und ausverkauft), weil Benedict Cumberbatch, vielen sicher besser bekannt als Sherlock Holmes aus der BBC-Serie Sherlock, den Hamlet spielt. Gut, ich gebe es zu, das war auch mein Beweggrund, dieses Stück sehen zu wollen - weil ich Sherlock echt liebe und Herrn Cumberbatch gern mal live sehen wollte. Immerhin ist er ja sehr erfolgreich seit einiger Zeit und war u.a. auch schon für den Oscar nominiert - irgendwie gut muss er also sein.

Nun gehör(t)e ich jedoch auch zu denjenigen, die keine Ahnung von "Hamlet" haben. Ich kannte die Geschichte überhaupt nicht. Wir mussten es nicht in der Schule lesen und - seien wir ehrlich - "Hamlet" gehört jetzt nicht gerade zu der Lektüre, zu der man in seiner Freizeit greift. (Ich zumindest kenne niemanden, der das tut.) Der Inhalt von "Hamlet" war mir also völlig unbekannt, bis auf folgende Punkte: Ich wusste, dass es etwas mit Dänemark zu tun hat; ich wusste, dass es um einen verstorbenen Vater geht; ich wusste, dass am Ende alle tot sind. (Aber das ist bei Shakespeare ja nun auch nicht gerade selten der Fall.)
Nicht viele Informationen also, und aus Gründen, die ich heute echt nicht mehr erklären kann, habe ich es eben auch vor meiner Abreise nach London nicht geschafft (eher: nicht dran gedacht), mir mal den Inhalt von "Hamlet" irgendwo durchzulesen. Schande auf mein Haupt. Ich bin also ordentlich ahnungslos in das Theaterstück reingegangen. Meine Befürchtung vorneweg: ein altmodisch gemachtes, verstaubtes Stück, in schwer zu verstehendem weil auch altertümlichen Englisch.

Die Realität sah anders aus. Kaum hob sich der merkwürdig glitzernde Vorhang im - für meine Vorstellung erstaunlich großen - Barbican Theatre, war ich völlig "geflasht" vom Bühnenbild. (Mir fällt gerade kein anderes Wort für "geflasht" ein, Sorry.) Was sich dort auf der Bühne abspielte, war eine - nun ja - merkwürdige Mischung aus "altem traditionellen" Bühnenwerk Shakespeares inklusive Teile der älteren Sprache, aber mit Anwandlungen von moderner(er) Kleidung (Hamlet trägt durchaus mal Jeans und Hoodie) und (ich glaube) auch ge-updateten Dialogen. "Ich glaube" deswegen, weil ich - natürlich - nicht alles verstanden habe. (Und ich kenn halt das Originalstück auch nicht.) Mein Englisch ist zwar gut, aber es gab doch immer mal Wörter, die ich gar nicht verstanden habe. Das lag teilweise auch am echt starken Dialekt, den manche der Spielenden mitbrachten. Wer weiß, wo die alle herkamen. Am deutlichsten und "saubersten" hat wirklich der Herr Cumberbatch gesprochen, den konnte man sehr gut verstehen. 
Und seien wir ehrlich: er hat seine Sache schon echt gut gemacht. Ich war schon nach der ersten Szene hin und weg. Ich hab ihm geglaubt, was er da auf der Bühne gezeigt hat, die Verzweiflung, den Frust, die gespielte Verrücktheit. Das wurde auch wunderbar unterstützt durch manche Kniffe im Stück. So wurden z.B. manchmal Szenen wie in Zeitlupe gezeigt, in denen sich nur Hamlet normal bewegte und nachdachte und leidete, während alles um ihn herum fast wie eingefroren wirkte. Dazu das fantastische Bühnenbild - ein Riesensalon, anfangs sehr opulent und prächtig, später dann nur noch eine heruntergekommene Ruine. Mittendrin gab es immer mal Musikeinlagen, die mir wirklich durch Haut und Knochen gingen, weil sie so passend eingeschoben wurden und z.B. manche Dramatik erst so richtig verdeutlicht haben. Manchmal hatte ich dabei richtig Gänsehaut. 
Dann wurden manche lustige Stellen und Kommentare eingebaut, die - so glaube ich einfach mal - sicher nicht im Original-Shakespeare´schen Stück zu finden sind, die aber optimal für das Publikum waren, weil Herr Cumberbatch, aber auch die anderen Spieler, dadurch viele Lacher und Sympathien auf ihren Seiten hatten. 

Die erste Hälfte lief 1 Stunde und 50 Minuten, dann gab es 20 Minuten Pause und anschließend noch einmal 50 Minuten Spielzeit. Vorher dachte ich, das wäre ja irgendwie sehr schlecht verteilt und dass mir die fast 2 Stunden vor der Pause sicher endlos erscheinen würden. Nicht im Geringsten. Die Zeit verflog so schnell, weil ich so gefangen war in diesem Theaterstück.
Und was soll ich sagen? Ich hab am Ende geweint. Hab ich wirklich, war mir fast ein bisschen peinlich. Nicht, weil alle sterben, das wusste ich ja schon. (Immerhin das.) Aber ich gehöre ja eh eher zu den emotionalen Menschen, die schnell mal von Gefühlen überrannt werden. Und am Ende wurde es einfach alles so viel und eindringlich. Die letzten gespielten Minuten von allen, bevor plötzlich alle am Boden lagen. Dann die Gewissheit, dass das Theaterstück jetzt vorbei ist. Dann die ganze Klatscherei und Begeisterung, die dabei unweigerlich entsteht. Dann schließlich noch Herr Cumberbatch, der die Chance nutzt, nach vorne tritt, die Zuschauer winkend zum Klatschen-Aufhören bewegt und ein ganz aktuelles Thema, das der Flüchtlinge nämlich, anspricht. Und dann noch ein Gedicht aufsagt, ich weiß leider Gottes nicht mehr, von wem es war, aber es war einfach traurig und schön und furchtbar und in dem Moment zu viel für mich und ich saß da und hab geweint. 
Das nenn ich mal Gänsehaut-Theater. Wie schon gesagt: ich war hin und weg.

Während der Vorstellung war das Benutzen von Kameras und Smartphones untersagt, was ich sehr begrüßt habe. Ich finde, es gibt in dunklen Räumen nichts Nervigeres als ständig aufleuchtende blaue Displays oder Blitzlichter. Aus dem Grund habe ich - mit Ausnahme des Riesenposters gleich am Eingang (Foto 1) - keine eigenen Bilder der Veranstaltung gemacht und zeige euch stattdessen ein paar der offiziellen Bilder aus der Presse:




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Und das Beste gibt´s bekanntlich zum Schluss: Wegen des unglaublichen Erfolgs dieses Theaterstücks hat sich scheinbar irgendjemand überlegt, auch andere dran teilhaben zu lassen, als die paar Glücklichen, die irgendwann ein Ticket ergattern konnten. Am 15.10. (mithin schon nächste Woche!!!) wird "Hamlet" - so weit ich weiß weltweit - in verschiedenen Kinos LIVE übertragen. Ihr sitzt also im Kinosaal und könnt euch die Vorstellung mit Benedict Cumberbatch direkt mit einer Tüte Popcorn vor der Nase anschauen. Ist das nicht der Wahnsinn?! (Aber bitte leise essen!)

Ich hab mir schon vor einiger Zeit, noch bevor ich es letzte Woche selbst vor Ort erleben durfte, Karten für ein Kino in meiner Nähe gekauft. Ich weiß leider nicht, welche Länder sich beteiligen und auch nicht, welche Kinos. Es gibt eine Seite für die deutschen Kinos, DIESE hier, da könnt ihr schauen, ob ein Kino in eurer Nähe mitmacht und ob ihr noch Tickets erhalten könnt. Mit ein bisschen googeln findet man das wahrscheinlich auch für andere Länder heraus. Wenn es euch interessiert, kann ich euch wirklich nur raten, hinzugehen. Ich war echt begeistert und freue mich unglaublich auf nächsten Donnerstag :)


Freitag, 21. November 2014

Freitagsgedanken

Die gab es schon länger nicht mehr, die Freitagsgedanken. Aber die eignen sich ja eigentlich immer ganz gut, um zusammen zu fassen, was zuletzt so los war und was noch in Aussicht steht.
Los war bei mir im November bisher eine ganze Menge. Allen voran natürlich die tolle Lesung von Jason Segel, von der ich euch gestern schon berichtet habe. Aber auch so war es wirklich nett, wieder in Hamburg zu sein, auch wenn ich mich da gleich wieder neu erkältet habe und diesen Post hier gerade ziemlich verschnupft tippe. 

Dann habe ich ein ganz wunderbares Konzert von George Ezra erleben dürfen - davon habe ich euch noch gar nicht erzählt. Ich hab ihn in Leipzig gesehen, in einem interessanten Gebäude namens "Täubchenthal". Mein Stehplatz war leider unterirdisch schlecht (deswegen gibt´s auch keine zeigenswerten Fotos), mein Hörerlebnis dafür aber umso besser. Irgendwann habe ich euch schon einmal vorgeschwärmt, dass ich die Stimme von George Ezra schlicht und einfach beeindruckend finde. Der Kerl ist 21 und singt wie ein amerikanischer Soul- und Bluessänger, der seit Jahrzehnten nichts anderes macht. Ich war ziemlich baff, als ich ihn zum ersten Mal auf einem Foto gesehen und festgestellt habe, dass es sich dabei um einen blonden Briten handelt, der wie ein Schuljunge aussieht. Auch als er da live vor uns auf der Bühne stand, haben manche das nicht so recht glauben können. Ich hab so Gänsehaut bekommen! Da der Herr Ezra bisher ja erst ein Album veröffentlicht hat, war das Konzert zwar recht schnell wieder vorbei (nach 1 Stunde), für meinen Geschmack viel zu früh. Mein Lieblingssong "Drawing Board" hat er leider nicht gesungen, dafür aber ne Menge seiner tollen Songs von seiner tollen CD (ein bisschen Werbung: "Wanted on Voyage"), sowie z.B. eine echt gelungene Coverversion von "Girls just wanna have fun". Außerdem eine so unglaublich schöne Version von "Break away", das auf seinem Album zu finden ist, dort aber eher eine ruhige Nummer mit Chorgesängen ist. Beim Konzert wurde dieses Lied aber nun mit ordentlich Instrumenten unterlegt und verstärkt - und ich stand da und hab fast geheult, weil´s so schön war.
Dann war´s aber leider irgendwann vorbei und ich hab mir fest vorgenommen, ihn auf jeden Fall wieder live sehen zu wollen.
Live sehen wollte ich eigentlich auch Ed Sheeran in Berlin, und das vor allem zusammen mit der lieben Karo (die auch mal eine Weile gebloggt hat, vielleicht kennt "karoadores" ja noch jemand von euch...?) - aber da ich seit Tagen irgendwie so halb und dann mal wieder mehr als sonst krank bin, ist das für mich ins Wasser gefallen, was ich voll blöde finde! Ich hoffe, ich kriege noch einmal die Chance, 1.) Ed Sheeran und 2.) Karo live zu sehen - glaube aber, dass die Chancen für 2.) weitaus besser stehen ;)

Gelesen habe ich im November bisher natürlich auch ne ganze Menge und vor allem ziemlich gute Bücher. Ich muss mich dringend mal an ein paar Rezensionen setzen, die bleiben alle liegen, weil ich direkt nach dem Auslesen eines Buches meist keine Lust habe und 2 Wochen später fällt mir dann aber nicht mehr viel dazu ein - das ist so ein blöder Teufelskreis. So dürften euch in den nächsten Tagen noch kurze Vorstellungen von "Das beste Buch der Welt" von Peter Stjernström, "Du oder Sie oder Beide" von Maike Stein und "Eines Morgens in Paris" von C.S. Richardson erwarten. Mit letzterem ist das so eine Sache, und ich weiß, dass es mindestens Nanni genauso geht, hat sie mir nämlich erzählt - die erste Buchhälfte ist furchtbar chaotisch und undurchsichtig, außerdem in nicht ganz leichter Sprache geschrieben. Aber plötzlich macht dann auf einmal alles Sinn und das Buch entwickelt sich zu einer ganz tollen Liebesgeschichte. Das hat mich echt überrascht, ich hatte das Buch nämlich gedanklich eigentlich schon abgeschrieben.

Momentan lese ich auch, und natürlich - wie immer bei mir - ganz viel gleichzeitig. "Wörter auf Papier" von Vince Vawter, "Vielleicht morgen" von Guillaume Musso, das letzte Buchdrittel von "Nightmares" von Jason Segel. außerdem "Eigentlich Liebe" von Anne Sonntag. Definitiv zu viel! Ich hatte mich ja zudem so auf "Der Jesus-Deal" von Andreas Eschbach gefreut, habe das Buch aber vor einigen Tagen entnervt zunächst erstmal abgebrochen. Oder eher pausiert, weil es mir einfach viiiiiel zu langweilig ist, ich muss es ehrlich so sagen. Das ist in meinen Augen überhaupt nicht vergleichbar mit dem Vorgänger "Das Jesus-Video", was ja tatsächlich total spannend ist. Aber das hier? Ich bin wirklich enttäuscht und vor allem hatte ich inhaltlich etwas ganz anderes erwartet. 

Schließlich noch zum fast Wichtigsten: WEIHNACHTEN!!! Yeah, bald ist endlich Advent und Weihnachten und alles, was dazu gehört. Ich freu mich ja schon total; ich glaube tatsächlich, diese Vorfreude hat sich bei mir, seit ich klein war, irgendwie nie abgeschwächt. Jedenfalls... Nach Weihnachten steht ja auch ein Geburtstag an, nämlich der Bloggeburtstag von dieser kleinen Seite hier. Ich habe mir daher zur Feier des Anlasses gedacht, ich starte in diesem Jahr mal ein großes Gewinnspiel. Ich schreibe dazu in den nächsten Tagen noch mehr (denn es wird über mehrere Tage laufen, uaaahhh!!), aber jetzt wisst ihr´s einfach schon mal. Stellt euch drauf ein! :)

Ich wünsch euch ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 6. November 2013

Keane im Kopf - Keane im Kino

Wer mich durch "i am bookish" mittlerweile ein wenig kennt, wird wissen, dass ein weiterer Blog-Untertitel auch "i am keane-ish" lauten könnte, denn ich bin verrückt nach der britischen Band Keane (verrückt im Sinne von "Total egal, dass ich schon 28 bin, ich verfalle wieder in Teenie-Zeiten und krieg so richtig weiche Knie, wenn ich sie sehe..."), aber das habe ich bestimmt schon dutzende Male hier erwähnt.
Keane. Die meisten, denen ich diesen Namen sage, meinen "Kenne ich nicht." Trotzdem behaupte ich einfach mal, jeder hat schon mal irgendwas von ihnen gehört - zumindest "Somewhere only we know" dürfte im Laufe der Jahre jedem irgendwo mal zu Ohren gekommen sein.
Aber Keane ist viel mehr als dieser Song. Vor 10 Jahren erschien das Debütalbum "Hopes and Fears". Jetzt, am 11. November, bringen sie ein "Best of"- Album heraus. Zur Feier gibt es einen kleinen Auftritt vor 300 Leuten im Goya in Berlin, und zwar heute!!! Ein kleiner Auftritt, der ein ziemlich großer werden wird, denn dieses besondere Konzert wird weltweit live in hunderten Kinos übertragen - für alle zum trotzdem-Dabeisein, auch wenn man nicht unter den Ersten war, die sich innerhalb von 5 Minuten eins von 300 Tickets sichern konnten, bevor sie ausverkauft waren. 
Wer Keane also auch gern mal (fast) live sehen möchte, vielleicht zum ersten Mal, vielleicht einfach mal wieder, kann ja mal auf http://www.keanemusic.com/cinema/ schauen, dort sind alle Kinos zu finden, die das Konzert übertragen - vielleicht ja auch in eurer Nähe. Ich hab erstaunlicherweise ein Ticket bekommen und bin in Berlin vor Ort dabei - wuuhuuu!!! :D

Samstag, 31. August 2013

Von Gargoyles, Hogwarts Speisesaal und britischen Buchläden

Hallo ihr! Seit Mittwoch bin ich wieder im Lande nach einem ziemlich schönen und abwechslungsreichen Trip nach England. Dieses Mal habe ich neben London auch Oxford einen Besuch abgestattet, eine echt gemütliche kleine Stadt, die jedes Historiker-Kunst-Kultur-Herz höher schlagen lässt. Sehr schöne alte Gebäude, die meisten aus gotischer Zeit; viele kann man besichtigen, viele der Colleges in Oxford (ich glaube, es sind 39) jedoch leider nicht, wie ich feststellen musste. Da wollen die Studenten halt nicht gestört werden. Mir liefen an dem Tag meines Besuches jedoch gleich 3 Hochzeitspaare über den Weg, entweder auf dem Weg zum Ja-Wort oder schon wieder davon zurück. Das war ziemlich lustig. Ansonsten kann man viele der Sehenswürdigkeiten in Oxford auf einem ausgedehnten Spaziergang "abklappern" und besichtigen (gegen Eintritt natürlich, versteht sich...) - zum Glück, so hab ich innerhalb der paar Stunden gleich einiges zu sehen bekommen. Einen Besuch in Oxford kann ich jedem empfehlen, die Stadt ist wirklich schön.

Natürlich... musste ich in Oxford auch sogleich einen ganz wunderbaren Buchladen entdecken, nämlich Blackwell´s Bookshop . Ein sehr gemütlicher Laden, den es wohl schon seit 1879 gibt. Nach außen hin wirkt er eher klein, aber einmal eingetreten entspinnen sich mehrere Stockwerke, die vollgepackt sind mit sich gabelnden Wegen, und überall Bücherregale mit tausenden von Büchern an den Seiten - da kriegt man echt ein Auge. Ich bin selbstverständlich auch nicht mit leeren Händen wieder rausgegangen. Aber da ich auch noch im Waterstones in London total ohne Sinn und Verstand zugeschlagen habe, wird das ein extra Beitrag auf dem Blog, irgendwann in den nächsten Tagen.
Hier ein paar Impressionen von Oxford und Co.:



In der Christ Church wie auch in der Bodleian Library in Oxford wurden einige Szenen der Harry Potter Filme gedreht. So mögen einem manche Kreuzgänge, Deckenbalken oder auch eine Treppe z.B. aus "Harry Potter und der Stein der Weisen" bekannt vorkommen, als Harry und die anderen Erstklässler von Professor McGonagall begrüßt werden, wenn man durch die Christ Church schlendert. Vor allem aber diente die "Hall" der Christ Church als Vorlage für die Hogwarts Hall, den großen Speisesaal in Hogwarts. Auf dem Foto unten seht ihr links die "echte" Hall in Oxford, rechts die Halle aus den Filmen. Ich muss gestehen, als ich da drin stand, war ich ein wenig enttäuscht, oder nein, eher ernüchtert. Die Halle ist sehr klein und wirkt bei weitem nicht so pompös und beeindruckend wie in den Filmen, noch dazu darf man als Touri gerade mal für 2 Schritte eintreten, der Rest ist abgesperrt. Da haben sich die Filmleute und Kulissenhersteller also wirklich selbst übertroffen, um das im Film so großartig wirken zu lassen.


Lewis Carroll, der Autor von "Alice im Wunderland", hat in Oxford studiert, und die Tochter des Rektors, Alice, inspirierte ihn zu vielerlei Geschichten und ausgedachten Figuren, die er irgendwann niederschrieb. Auch die Alice-Thematik zieht sich quer durch Oxford, und es gibt beispielsweise einen extra Alice-Souvenir-Shop, der so überfüllt war, dass die Leute bis draußen standen und warteten.


Vor allem aber begegnet man in Oxford Gargoyles und diversen Steinfiguren und Wasserspeiern an so ziemlich jedem Gebäude. Damit schmückt sich die Stadt richtiggehend, auch wenn manch eine dieser Fratzen einem mit ihrem durchdringenden Blick fast ein wenig Angst machen kann.


Wer die Wahl hat, hat die Qual. Man kann sich offenbar aus so ziemlich allem ein Milkshake machen lassen. Das war übrigens nur die Tafel zu den Milkshakes, an diesem Stand auf dem Oxford Covered Market gab es auch Smoothies...


Raubtierfütterung am Kensington Palace in London. Der (oder die?) war soo süß!! Und so zutraulich, der hat sich den Keks gleich selbst abgeholt. Oder er (sie) hatte einfach nur ziemlichen Hunger...


Zu Besuch bei den Royals. Sowohl den Buckingham Palace als auch den Kensington Palace von innen gesehen. (Dabei aber keine Royals erspäht.)


Hach ja. Keane. Die 4 sind im Kenwood Park beim Festival "Live by the lake" im Stadtteil Hampstead  Heath aufgetreten und ... es war so toll. Mein Keane-Herz hat definitiv höher geschlagen... 

Wäre das Kenwood House (das Konzert war direkt davor) nicht so zugebaut und zugestellt gewesen, hätt ich glatt ein Foto gemacht, denn das ist echt total schön da! So muss sich Elizabeth Bennett gefühlt haben, als sie Pemberley zum ersten Mal gesehen hat... ;) Hier mal ein Eindruck:

Quelle: hier


Und... ähm, ja. In einer Harry Potter Souvenir-Ecke bin ich darüber gestolpert, ich geb es jetzt und hier zu. Eigentlich bin ich nicht so ein Opfer und kaufe mir solchen Krams. Es gab da alles mögliche: z.B. den Elderstab, einen Goldenen Schnatz, Hedwig-Miniaturen usw. - also jede Menge Zeugs, das das Harry Potter-Herz höher schlagen lässt. Fand ich alles nicht so überlebenswichtig; als Muggel kann ich damit ja leider eh wenig anfangen. Aber dann blieb mein Blick an diesem Zeitumkehrer hängen, original dem Buch und Film nachempfunden, zum Umhängen und "die Zeit zurückdrehen", wenn man denn möchte. Das hab ich mir dann doch gegönnt. Leider muss ich feststellen, dass sich selbst nach diversem Probieren die Zeit nicht zurückdrehen lässt - und ich mich nicht nochmal zurück nach England schicken kann. Schade eigentlich ;)

Sonntag, 30. Juni 2013

Konzerterlebnisse: KoL in Berlin

Dumdidum... Wohaaah, der Wahnsinn war´s!! Die Kings of Leon in der Waldbühne 2013. Ich glaube, ... ich erzähl gar nicht so viel, denn das gibt das Ganze eh nicht wieder. Ein bißchen Sonne, ein bißchen (viel) Regen für ein Open Air Konzert - aber war alles egal! 22.000 Menschen sind so oder so mitgegangen, bei dieser Band!, bei dieser Musik!, bei dieser Stimmung!! Ich glaube, ich zitiere an dieser Stelle nur noch einen Twittereintrag von Nathan Followill (= Bassist der Band) und zeig ein paar Fotos, die aber leider nicht annähernd wiedergeben können, wie toll es war.

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Berlin blew my mind 2nite. First time a crowd has sang my background vocals for me. Y'all are always amazing and 2nite was the best yet.

"









Und jetzt noch eine Ratespielchen mit immerhin 50% Gewinnwahrscheinlichkeit: eine der beiden bin ich :)



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Am 24. September erscheint übrigens das neue Album der KoL, "Mechanical Bull"!!!

Freitag, 5. April 2013

Konzerterlebnisse: Mumford & Sons

Letztes Jahr (es war am 29. September) habe ich zum ersten Mal "Little Lion Man" gehört, und zwar genau in dieser Version:


Irgendwie ... war ich sofort verliebt. In den Song. In die ganze Band. In Herrn Mumford. (Naja, so ein bißchen zumindest...) 

Ich hatte vorher durchaus schonmal den Namen "Mumford & Sons" gehört, wusste aber weder, wer noch welche Musik sich dahinter verbarg. Nach diesem Hörerlebnis wusste ich es dann und ich war hin und weg! Ich habe mir direkt das erste Album "Sigh no more" gekauft, das zu diesem Zeitpunkt bereits seit 3 Jahren auf dem Markt war - echte Fans dürften mich belächelt haben. Aber lieber spät als nie! Manchmal hänge ich halt bei guten Sachen hinterher - hey, ich hab auch die Tribute von Panem erst Anfang letzten Jahres gelesen, habt ein Nachsehen mit mir! Ich hörte "Sigh no more" rauf und runter, konnte mich spontan gar nicht entscheiden, welches Lied mir von diesem Wahnsinnsalbum am besten gefiel, obwohl "Little Lion Man" dann doch mein Liebling blieb. Eigentlich habe ich mir dann auch umgehend ihr zweites Album "Babel" zugelegt, das zu diesem Zeitpunkt gerade veröffentlicht wurde (was für ein Zufall!), und auch diese Scheibe lief bei mir fortan zu jeder (un)möglichen Zeit. Damals habe ich mir gedacht, dass ich diese 4 Herren UNBEDINGT live sehen möchte, wenn sie denn auf Tour kommen. Und dann gaben sie doch tatsächlich Tourtermine bekannt, woraufhin mein Mumford & Sons- Herzklopfen begann, und ich habe mir sofort ein Ticket für das Konzert in Berlin gekauft - was gut so war, denn ihre Konzerte waren in null komma nix ausverkauft.

Und nun war es diese Woche so weit, am Dienstag traten Mumford & Sons im Velodrom in Berlin
auf. Meine liebe Freundin Lena und ich waren mit am Start. Schon von der S-Bahn Haltestelle an war der Weg gepflastert mit Schild-hochhaltenden Fans, die hektisch und flehend Last-Minute Tickets suchten und dabei so manche Preisgrenze sprengten. Mehrere hundert Euro waren die ganz Verzweifelten sogar bereit, für ein Ticket zu bezahlen, man stelle sich das mal vor. Keine Ahnung, ob die erfolgreich waren.
Dann in der Halle - eine Radrennbahn, sieht man auch nicht jeden Tag - angekommen, Sitzplatz gesucht (wir waren dieses Mal halt stehfaul) und sich mit "Half Moon Run" und "Mystery Jets" durch 2 Vorbands gehört. Ich mag Vorbands im Prinzip sehr - auf die Art und Weise habe ich schon ganz wunderbare Bands kennengelernt und für mich entdeckt -, aber zwei Vorbands find ich persönlich immer einen Tick zuviel. Gar nicht mal so sehr wegen der Musik und dem Instrumente-auf-und-abbauen an sich, sondern wegen der Unmenge an Zeit, die dabei drauf geht, und in der man einfach nichts anderes tut als warten, sich umschauen, warten, der Person, die vor einem sitzt, aufs Smartphone schielen und nochmal warten. Nach einer kleinen gefühlten Ewigkeit war es dann aber endlich soweit: die 4 britischen Herren betraten die Bühne und ein Juchzen ging durch die Menge.
Es begann mit einem heiseren "Guten Abend" von Mr. Mumford. (Schmacht!) Dann ging´s los mit dem Album-Opener "Babel" und spontan kochte die ganze Halle. Auf den wenigsten (gar keinen?!) Konzerten, die ich bisher besucht habe, habe ich tatsächlich erlebt, dass die Zuschauer so dauerhaft mitgingen und permanent am Klatschen, Jubeln und Tanzen waren. Ist aber andererseits auch kein Wunder, denn Mumford & Sons boten mit Songs wie "I will wait", "Whispers in the dark", "Lover of the light" oder meinem persönlichen Seufzsong "Little Lion Man" eben genau die Lieblinge der Fans, die
daraufhin kräftig mitsangen, herrlich falsch im Takt klatschten oder eben allgemein ordentlich Lärm produzierten. Ich - die Mumford & Sons ja vorher nie live gesehen oder gehört hat - war völlig hin und weg, dass Marcus Mumford live wirklich genauso klingt wie auf den CDs, und unglaublich schön singen kann, so sexy-heiser und verrucht. (Nur sein Mikro war manchmal eine Spur zu laut eingestellt.)
Außerordentlich toll war dann schließlich noch die Zugabe, die gefühlt viel zu früh kam und aus den ruhigen a-capella gesungenen "Reminder" und "Sister" bestand, welche die 4 Bandmitglieder auf einem extra errichteten Podest am anderen Ende der Halle inmitten der Fans zum Besten gaben. Wirklich schön! (Nervig an dieser Stelle nur wieder die beharrlich falsch und entgegen des Taktes klatschenden Fans - merken das manche nicht?!) Als abschließendes Highlight gab es dann noch "The cave" (Lena, danke dafür! ;) ), bei dem die Masse noch einmal richtig mitging. Das gibt´s jetzt hier für euch auch:


Auf dem Weg zurück zur S-Bahn habe ich mich dann noch zu einem zwielichtigen Posterkauf hinreißen lassen, aber - das musste sein! Ich konnte einfach nicht dran vorbeigehen und dieser chinesisch-thailändisch-vietnamesisch-aussehende-nur-englisch-sprechende Posterverkäufer hat sie einem ja auch quasi aufgedrängt...! (hüstel... Zum Glück!) Am liebsten würde ich es mir direkt zum Anschmachten an die Wand hängen, leider habe ich dafür nur gar nicht so recht den Platz übrig (vor lauter Dachschräge und Bücherregalen). Aber gut zu wissen, dass ich es habe - in schweren sehnsüchtigen Zeiten kann ich mir so die CDs in den Player werfen und das Poster rauskramen und gedanklich abtauchen ;)
An dieses erste Mumford & Sons - Konzert werde ich definitiv noch eine Weile zurückdenken, und es wird ganz gewiss nicht mein letztes gewesen sein!


Freitag, 15. März 2013

Amsterdam und Konzerterlebnisse: The Killers

Seit Mitte der Woche bin ich aus Amsterdam zurück, und wenn ich an die Tage in der niederländischen Hauptstadt zurück denke, fällt mir vor allem ein Wort ein: saukalt.
Es war so kalt! Und so windig! Und alles irgendwie grau in grau. Leider ist erst an meinem letzten Tag dort die Sonne rausgekommen, der konnte ich dann sozusagen beim Abfahren noch Hallo sagen.
Das Wetter hat also leider maßgeblich dazu beigetragen, dass ich Amsterdam als eher graue, fast ein bißchen ungemütliche Stadt kennengelernt habe - und das wird ihr überhaupt nicht gerecht. Denn ich glaube, sobald es wärmer und sonniger ist, sobald in der Stadt alles grüner wird und aufblüht, sobald die Stadt ihren Tulpen also alle Ehre machen kann, dann ist Amsterdam optisch vermutlich eine wahre Augenweide. Stattdessen bin ich in Wind, Regen und Schneeflocken entlang der Grachtenstraßen gewandert, habe mir Sehenswürdigkeiten angeschaut - in dieser Stadt befinden sich die Kirchen inmitten des Rotlichtviertels, was sagt man dazu?! -, habe die Hausboote bewundert, die man dort an jeder Ecke sehen kann, bin über den Blumenmarkt, der bis auf Blumenzwiebeln in dieser Jahreszeit leider noch nichts so richtig zu bieten hat, bin von diversen Fahrradfahrern auf der Straße beinahe umgenietet worden (Die fahren auch bei Rot. Haben die Radfahrer eigentlich immer Vorfahrt in dieser Stadt?!), ich habe mir Werke von Vincent van Gogh angeschaut, war in diversen Käsegeschäften (Niederlande und Käse, was für ein Klischee) und habe mich so manches Mal über die Sprache amüsiert. Geschrieben/ gelesen ist sie viel unterhaltsamer als gesprochen, und gelesen fallen einem ständig Worte auf, die sehr an das Deutsche erinnern. Keine Ahnung, was zuerst da war: Deutsch oder Niederländisch oder Englisch oder alles mehr oder weniger parallel. Aber die Ähnlichkeiten sind halt da. (Und haben mich des Öfteren zum Lachen gebracht.)

Hier ein paar kleine (und wenige) Impressionen:

Die Gouden Bocht der Herengracht. Sah leider nicht annähernd so bezaubernd aus, wie einen der Reiseführer glauben machen lässt. Vielleicht lag´s ja aber eben auch am Wetter.

Herr Rembrandt.

Aha. Gut zu wissen.

Sprachliche Eigenheiten #1

Es ist wirklich beeindruckend, wie schief manche Häuser in Amsterdam gebaut sind...

Sprachliche Eigenheiten #2

Fazit: Das sonnige und blumen-überwucherte Amsterdam in einer wärmeren Jahreszeit macht sicher mehr her, sodass ich mir dieses Erlebnis unbedingt auf meine To-do-Liste setzen muss.

Eins der absoluten Highlights für mich war jedoch das Konzert der Killers, das ich in Amsterdam besucht habe. Abgesehen von den äußerst besch...eidenen Sitzplätzen (ich saß noch nie auf einer SOOO steilen Tribüne!), war das wohl eins der besten Konzerte, die ich von ihnen bisher erlebt habe. Ich bin Killers-Fan seit der ersten Stunde, als die noch fast niemand kannte. Und als derartiger Fan sage ich einfach mal, dass ihr letztes Album, "Battle Born", leider ziemlicher Mist nicht ganz so toll ist. Die Schiene, die sie zur Zeit musikalisch fahren, sagt mir nicht so wirklich zu, und ich hoffe, dass sie sich in der Zukunft wieder mehr auf ihre "guten alten Killers-Zeiten" besinnen. 
Live sind sie dennoch immer wieder ein absolutes Highlight, nicht zuletzt, weil sie immer eine bunte Mischung aus ihren Songs aus allen Alben spielen. Auch diesmal hatte die Band um Frontmann Brandon Flowers das Publikum bei den absoluten Hits wie "Mr. Brightside", "Human" oder auch "Somebody told me" als tatkräftige Sing-Unterstützung sicher. Teilweise war die Halle (mit 20.000 Besuchern ausverkauft) lauter als der Sänger selbst und man hat ihn nicht mehr gehört. Da ich die Killers schon ein paarmal live gesehen habe, konnte ich diesmal nicht anders, als festzustellen, dass sie hier aber obendrein eine Show ohne gleichen abgelegt haben. Meine Augen wurden immer größer! Eigentlich haben das The Killers gar nicht nötig, so hochzustapeln, aber was es hier alles gab: eine grandiose Lightshow, Luftballons, Feuerfontänen, Glitzer- und Flitterzeugs, Feuerwerke und und und. Brandon Flowers - sonst eher wortkarg und nicht zum Rumalbern aufgelegt auf der Bühne - scherzte, lachte und erzählte in Amsterdam mit dem Publikum, gab noch eine spontane "Forever young" von Alphaville - Einlage, sprang und tanzte über die Bühne, ging einmal komplett an der ersten Reihe der Zuschauer vorbei und ließ sich antatschen und war allgemein offensichtlich bester Laune. Mit den drei anderen Bandmitglieder - Ronnie Vannucci, Mark Stoermer und Dave Keuning - hat Herr Flowers hier echt einen eindrucksvollen Auftritt hingelegt, und den Abend werde ich wohl nicht so schnell vergessen. 
Da meine Bilder eigentlich alle ... nun ja, wie aus der Ameisenperspektive (ähhh, muss eigentlich eher Vogelperspektive heißen, oder?) aussehen, gibt´s lieber ein Song von dem Abend, um noch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. "When you were young", mit allem Drum und Dran, inklusive Funkenregen ;)


Sonntag, 11. November 2012

Verliebt in eine Band: Rückfall in Groupie-Zeiten

Am 3.11.12 hatte ich das unglaubliche Glück, bei einem der besten Konzerte überhaupt dabei gewesen zu sein. KEANE (Leser dieses Blogs dürften mittlerweile wissen, dass ich, wenn es um meine Lieblingsband Keane geht, jegliche Vernunft verliere und ... gewissermaßen... verrückt nach diesen 4 Briten bin *lechz*) spielten im Tempodrom in Berlin und ES.WAR.FANTASTISCH. Einfach alles hat gestimmt. Angefangen bei einem Stehplatz an vorderster Front, neben mir eine total nette Freundin, die ich viel zu selten sehe, über die Vorband, Zulu Winter, die mir ausgesprochen gut gefallen hat, für meinen Geschmack nur einen Tick zu laut eingestellt war. (Oder es lag daran, dass ich so weit vorne gleich bei den Boxen stand...) 
Nachdem beim Auftritt dieser Vorband die Stimmung im Publikum schon merklich anstieg und sich bei allen eine freudige Vorspannung auf DEN Hauptact einstellte, war es dann auch endlich soweit: Keane zurück in Berlin! Die 4 Bandmitglieder mögen Berlin nach eigenen Aussagen sehr, sind immer wieder gern hier und haben auch einen Teil ihres letzten Albums "Perfect Symmetry" in der deutschen Hauptstadt aufgenommen. Entsprechend gefeiert wurden die Engländer von den deutschen Zuhörern; Jubel, Applaus, Gekreische und Zurufe - alles dabei. Im Laufe des Konzerts regnete es auch rote Rosen auf die Bühne, die von Sänger Tom prompt in die vordersten Boxen auf der Bühne gesteckt wurden. Auch Tim am Klavier hat eine bekommen. 
Diese "Liebesbekenntnisse" von Seiten der Fans gab es nur zu Recht, denn die Show, die Keane ablieferten, war eine der besten, die ich bisher miterleben durfte (und ich hab sie jetzt schon mehrfach gesehen). Die Songliste war wie immer wunderbar abwechslungsreich; von den Klassikern aus dem Debütalbum "Hopes & Fears" über Nummer, die einfach jeder mitsingen kann, ebenso wie natürlich den neuesten Songs aus "Strangeland", dem 4. und aktuellsten Album, war einiges dabei, was das Keane-Herz höher schlagen lässt. Meine persönlichen Highlights waren neben "The lovers are losing", dem lange nicht mehr live gespielten "She has no time" auch der "Hamburg Song", eine wunderschöne ruhige Nummer, die sie, wie Tom erzählte, ebenfalls seit Jahren nicht mehr live gespielt und jetzt mal wieder herausgekramt hätten. Ihr glaubt nicht, WIE RUHIG es im Tempodrom werden kann, und das nur, weil dort vorne auf der Bühne ein Mann mit einer Wahnsinnstimme ein Lied zum Besten gibt, und jeder, wirklich jeder andächtig lauscht, seinen Nachbarn ungläubig ansieht und sich denkt "Was für eine Stimme! Klingt live wie auf der CD! Ich hab eine Gänsehaut..."
Besonders schön war, dass es sogar 2 Zugaben gab. Normalerweise ist nach einer Schluss, aber da die Keanes dieses Mal offensichtlich selbst sehr begeistert und völlig baff von der Resonanz des Berliner Publikums waren (laut Tom sei das das bisher schönste und beste Konzert ihrer Europa-Tour gewesen), gab es als Sahnehäubchen noch Keanes Version vom Queen-Song "Under Pressure" hintendran. Das gibt´s für euch ebenfalls zu sehen, wenn ihr euch an den ganzen Fotos vorbei nach unten scrollt.
Mein Fazit: Keane immer wieder und wieder!! Die kann man gar nicht oft genug sehen! Ich habe sie in diesem Jahr jetzt 4x live gesehen und freue mich schon wie ein Keks auf das 5. Mal, Anfang Dezember in Brighton (UK)...





















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