"Der Historiker" von Elizabeth Kostova ist ein Buch, das ich sehr mag und mittlerweile auch schon mehrfach gelesen habe. Trotz kleiner Längen hier und da schafft dieses Buch es stets, mich dank seiner Geschichte, seiner Verknüpfung von Legenden, Mysterien, echter Historie und unterschwelliger Spannung über mehrere Zeitebenen zu fesseln. Auf "Das dunkle Land" war ich daher sehr gespannt seit dem Tag, als ich erstmals von diesem Buch hörte, und meine Erwartungen waren hoch. Genau diese Erwartungen konnte das Buch aber nicht halten; ja, um ehrlich zu sein, habe ich mich bei diesem Buch hier sehr gelangweilt. Und das fand ich schade. Die Geschichte von Alexandra, die in Bulgarien unfreiwillig in den Besitz einer Urne gelangt und sich mit Taxifahrer Bobby auf die Suche nach den Angehörigen macht, fängt schon sehr ruhig und gemächlich an, nimmt im Verlauf auch kaum Fahrt auf. Das Ende selbst war mir dann zu abrupt und plötzlich - nachdem sich Frau Kostova vorher zig Seiten lang über Beschreibungen etc. auslässt, war es dann sehr schnell zu Ende. Genau diese vielfachen Beschreibungen haben mir hier sehr das Tempo rausgenommen und die Geschichte dröge gemacht. Ich hatte viele Male gar keine rechte Lust, weiterzulesen, und habe dann immer auf eine spannende Wendung gewartet. Recherchiert und historisch korrekt wiedergegeben ist die Geschichte um den Musiker Stoyan Lazarov auf jeden Fall, und letztlich ist es wohl auch diese Fähigkeit, die die Bücher von Elizabeth Kostova auszeichnen, auch wenn der Funke bei der Legende um Dracula bei "Der Historiker" bei mir einfach mehr übergesprungen ist.
Robert Galbraith "Weisser Tod"
Teil 4 der Strike-Reihe - ich hab lange drauf gewartet, obwohl ich erst vergleichsweise spät angefangen habe, die Bücher überhaupt zu lesen. Teil 3 endete für Fans ja ziemlich fies und Teil 4 setzt in der Handlung auch genau dort wieder ein, das fand ich sehr interessant. Dann jedoch kommt ein Zeitsprung von einem ganzen Jahr und das wiederum empfand ich einfach als zu lang. Als Fan der Reihe hätte ich schon gern gewusst, was 1 Jahr in dieser verqueren und dennoch so sympathischen Beziehung zwischen Strike und Robin passiert ist. Das erfährt man dann eher über Rückblicke und Erzählungen. Den zu ermittelnden Fall dieses vierten Buches selbst empfand ich persönlich als schwer zu folgen, was vor allem an den ganzen familiären Beziehungen und Verstrickungen des Mordopfers lag. Die Familienmitglieder haben alle schreckliche Spitznamen und sprechen sich auch nur mit diesen an, das wurde mir manchmal echt zuviel und ich habe fast den Durchblick verloren. Ansonsten fand ich den Fall an sich ganz gut ausgedacht, wenn es auch schon deutlich spannendere gab. Auch privat passiert bei Strike und Robin natürlich einiges, manchmal überdeckt das sogar das Ermitteln an sich, das war für mich ungewöhnlich. NATÜRLICH bin ich gespannt, wie es weitergeht - und es geht ja auf jeden Fall weiter, Frau Rowling hat ja angekündigt, dass es noch mehrere Teile der Reihe geben wird. Ich freu mich auf alle, bin das Warten aber jetzt schon Leid...
Ich bin kein typischer Krimi-oder Thrillerleser. Dieses Buch hier habe ich nur gelesen, weil meine Mutter es mir in die Hand drückte und meinte "Das hat so ein verrücktes Ende.". Während ich vielleicht 2 oder 3 Krimis im Jahr lese, verschlingt meine Mutter diese und kommt auf gut 4 pro Monat. Unsere Ansprüche an und Meinungen über Krimis mögen daher nicht unbedingt kompatibel sein, aber dieses Buch hier hat mir letztlich genauso gut gefallen wie meiner Mutter. Es hat nur ein paar Seiten gebraucht und ich war völlig versunken in dieser Geschichte über ein Mädchen-Sommercamp, in dem vor 10 Jahren drei Mädchen auf unerklärliche Weise verschwanden. Emma war damals dabei und lässt sich überreden, 10 Jahre später erneut in das Sommercamp zu kommen. Von Anfang an passieren komische Dinge, Emma fühlt sich beobachtet oder verfolgt, und plötzlich sind wieder drei Mädchen verschwunden. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, heute und vor 10 Jahren, und beide Stränge greifen wunderbar ineinander. Man ist eigentlich immer mittendrin und will wissen, was denn nun wirklich passiert ist, damals, als Emma alleine in ihrem 4-Frau-Zimmer aufwachte und die anderen drei verschwunden waren. Es geht hier gänzlich ohne Mystik oder Übersinnliches zu, keine Sorge, ein solches Buch ist das nicht. Am Ende gibt es tatsächlich eine nachvollziehbare Erklärung für alles. Und bis dahin bekommt man als Leser eine wirklich spannende und gut geschriebene Krimi-Geschichte geboten, ganz ohne großes Gemetzel oder Blutvergießen. Auch mal nett zu lesen.
Marc Raabe "Zimmer 19"
"Zimmer 19" ist die Fortsetzung von "Schlüssel 17", das den ersten Fall für Ermittler Tom Babylon erzählte. Dieser zweite Teil setzt zwar nicht unmittelbar zeitlich an den ersten Fall an, inhaltlich aber irgendwie schon. Zumindest wird das nach und nach deutlich, dass die Hintergründe zwischen dem Fall in "Zimmer 19" doch irgendwie sehr ähnlich geraten wie die im ersten Babylon-Buch. Und das fand ich ehrlich gesagt etwas schade, weil es mir vorkam wie "ein altes Thema neu aufgegossen". Natürlich bietet der historische Hintergrund genug Stoff, um damit viele Bücher zu füllen - auf ihn eingehen kann ich hier nicht, sonst verrate ich womöglich schon zuviel. Aber irgendwie hätte ich mir in dieser Fortsetzung etwas Neues, noch nicht Gelesenes gewünscht. Natürlich kommt da noch einiges, das wird beim Lesen dieser Geschichte und vor allem bei diesem offenen Ende mehr als deutlich. Und sicher werde ich auch den nächsten Fall von Tom Babylon gespannt lesen. Aber letztlich machte dieser zweite Fall für mich ein bisschen den Eindruck eines "Lückenfüllers" inmitten einer viel größeren Geschichte, die dann vielleicht in Band 3 entsprechend weitergeführt wird.




