Mittwoch, 26. September 2018

"Bienenkönigin" - Claudia Praxmayer

cbj Verlag, 2018
17,00 Euro


Handlung:

»In meiner zitternden Handfläche liegt, matt in der Sonne schimmernd, eine nachtschwarze Biene.«


Doch jenes unheimliche Wesen, das Mel eines Tages vor dem Bienenstock im Garten ihrer WG findet, ist keine der samtigen Bienen, die sie so liebt. Ganz im Gegenteil: Es ist eine tödliche Miniatur-Drohne, die es offensichtlich auf ihre lebenden »Artgenossen« abgesehen hat. Nur, wer würde die ohnehin bedrohten Bienenvölker um San Francisco ausrotten wollen? Mel und ihre vier WG-Freunde sind entsetzt und beginnen nachzuforschen. Und ihre Ermittlungen führen sie unversehens mitten hinein in eine hochbrisante Verschwörung ...





Meine Meinung:
"Bienenkönigin" ist ein spannender, kurzweiliger Roman, der ein aktuelles und sehr wichtiges Thema auch, aber nicht nur, für jüngere Leser anspricht. Es geht um die Bienen. Und um die traurige Tatsache, dass sie immer weniger werden. Claudia Praxmayer gelingt es, in ihrer Geschichte Fakten und Fiktion gut miteinander zu kombinieren, um auf diesen alarmierenden Umstand aufmerksam zu machen. 
Eingebettet wird die Geschichte um die Bienen in eine nette gemütliche WG in San Francisco, in der sich ein paar junge Leute zusammengefunden haben, um gemeinsam grüner und umweltbewusster zu leben. Hauptprotagonistin ist Mel, die aktuell gar nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen und in welche Richtung es eigentlich gehen soll. Ihre Leidenschaft sind die Bienen, und zu denen hat sie auch eine ganz persönliche Verbundenheit. Sie kann mit den Bienen "singen" und sich so in ihren Gemütszustand einfühlen. Genau dadurch bemerkt sie eines Tages auch, dass etwas nicht stimmt: In ihrem Bienenstock im Garten hat sich eine kleine schwarze, Bienen-ähnliche Drohne eingeschlichen. Dieser Fund ist nur der Auftakt zu einigen unschönen Erlebnissen, die das Leben der Bienen weltweit bedrohen könnten - und damit unweigerlich auch das Leben der Menschen. 
Mir hat die Geschichte gut gefallen, weil sie sich gut weglesen lässt, und dennoch nachdenklich stimmt. Dass das Bienensterben ganz real ein Problem in unserer Welt ist, ist längst bekannt. Und die Autorin spinnt diesen Gedanken hier weiter; was wäre, wenn manche aus diesem Umstand auch noch Profit schlagen wollen? Mel und ihre WG-Bewohner versuchen, die merkwürdigen Vorkommnisse zu verstehen. Als Leser bekommt man einen Einblick, was es bedeuten kann, wenn die Bienen zum Bestäuben von Bäumen und ganzen Obstplantagen fehlen. Das fand ich sehr gut und eindrücklich geschrieben. Und zumindest mir ging es so, dass ich mich beim Lesen gefragt habe, wann ich eigentlich zuletzt eine Biene gesehen habe. Leider schon viel zu lange her. 

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