everlove Verlag, 2023
15,00 Euro
Worum geht´s?
Olive Torres ist der Pechvogel der Familie: Von unerklärlichen Missgeschicken verfolgt scheint ihr Leben geradezu absurd verhext. Ganz anders als das Leben ihrer Zwillingsschwester, die sogar ihre gesamte Hochzeit durch Gewinnspiele und perfekt getimte Rabattcoupons finanzieren konnte. Aber Olive gönnt ihrer Schwester das ganze Glück, und sie freut sich auf die Hochzeit. Es gibt allerdings jemanden, der ihr die Vorfreude verdirbt: ihr Erzfeind, Ethan Thomas, der Trauzeuge ihres zukünftigen Schwagers.
Doch dann bekommt die gesamte Hochzeitsgesellschaft eine Lebensmittelvergiftung. Nur Olive und Ethan bleiben verschont. Plötzlich sind sie die Einzigen, die die nicht verschiebbare Hochzeitsreise nach Hawaii antreten können, und Olive will verdammt sein, wenn Ethan das Paradies allein genießen darf! Sie einigen sich auf einen vorübergehenden Waffenstillstand und fliegen gemeinsam nach Maui. Der Haken: Vor Ort müssen sie so tun, als seien sie ein verliebtes Paar in den Flitterwochen. Doch zu ihrer Überraschung stellen sie bald fest, dass es gar nicht so schwer ist, so zu tun, als ob...
Meine Meinung:
"The Unhoneymooners" habe ich an einem (nämlich diesen) Wochenende runtergelesen. Das war gerade genau das, was ich zum Lesen gebraucht habe: lustig, romantisch, ein bisschen böse und schadenfroh, ein bisschen Sommer- und Urlaubsfeeling, ein bisschen herzhaft lachen. Noch dazu ist das ganze herrlich und ehrlich geschrieben; ich glaube, das hat mich am meisten begeistert: dass es nicht übertrieben und unecht daherkommt, sondern eine wirklich rundum nette Geschichte ist, die mitfiebern lässt - auch wenn man sich anhand des Genres natürlich irgendwie denken kann, wie es ausgeht. Aber ich bin schon lange nicht mehr so gut unterhalten worden wie bei den "Unhoneymooners".
Ich habe an mancher Stelle herzhaft lachen müssen. Ich fand Olive, die Hauptfigur, sehr sympathisch mit ihren Ecken, Kanten (oder eher Kurven) und kleinen Macken. Auch Ethan, ihr Gegenpart, hat mir gefallen: lange verhasst, aber trotzdem irgendwie ein netter Kerl, wie Olive während ihres unfreiwilligen Beisammenseins im Urlaub feststellen muss. Die Funken, die sich zwischen beiden entwickeln, wurden wunderbar und authentisch von den beiden Autorinnen (ja, es sind zwei) dargestellt, deshalb wollte ich einfach immer weiter und weiter lesen. Die ganzen Kapitel, die im Urlaub auf Maui spielen, sind einfach herrlich. Wunderbare Dialoge mit Sticheleien und zunehmenden Flirts, aber auch die Gedankengänge von Olive fand ich stets passend. Dazu Beschreibungen von Partnermassagen, unliebsamen Dinnergästen, Schnorcheltouren und und und. Die Fake-Flitterwochen nehmen zwei Drittel des Buches ein, durch die man so durchfliegt. Das letzte Drittel spielt dann wieder daheim bei beiden, zurück im Alltag sozusagen, und da gab´s für mich ein paar kleine Schwächen. Viele Dialoge um wenig Inhalt, einige Missverständnisse, auch ein bisschen viel Drama. Die Story hört eben nicht einfach nach dem Maui-Urlaub auf. Das für mich etwas schwächere letzte Buchdrittel macht den Gesamteindruck aber nicht kaputt, insgesamt hat mir "The Unhoneymooners" wirklich gut gefallen und bleibt mir als herausstechendes positives Beispiel im Genre "Rom-Com", wie man heute so schön sagt, in Erinnerung.



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