Freitag, 9. April 2021

Freitagsgedanken und Leseeindrücke

Hallihallo!
April, April, der macht, was er will. Ich mag April! Er bedeutet Frühling, der Sommer ist glücklicherweise noch lange genug weg, dafür ist es aber auch nicht mehr so unfassbar kalt draußen. Das Wetter ist herrlich unvorhersehbar und überrascht einen jeden Tag, sodass man trotz Regen und Sturm schon die blühenden Blumen auf den Grünflächen und die Blüten an den Bäumen bewundern kann. (Die dem Sturm dann hoffentlich trotzen...) Außerdem mag ich die Zahl 4 und April ist ja schließlich der vierte Monat... ;) (Merkt ihr was? Meine Laune ist heute deutlich besser als beim letzten Post. Liegt vielleicht am April.)

Die letzten Tage über Ostern und die restliche Woche kann ich gut und gerne die "Woche der beendeten Bücher" nennen, denn ich habe in diesen vergangenen Tagen alleine 5 Bücher ausgelesen! Hey!! 
Gut, natürlich habe ich nicht alle 5 Bücher kurz vorher erst begonnen; nein, vielmehr hing ich an manchen Büchern doch schon etwas länger dran und war unterschiedlich weit fortgeschritten im Lesen. Dazu kommt, das muss ich so ehrlich sagen, dass ich alleine 2 der Bücher irgendwann so unerträglich oder aus irgendwelchen Gründen so uninteressant fand, dass ich sie nur noch quergelesen und nur noch alle paar Seiten einige Abschnitte gelesen habe. Welche Bücher das waren? Nun...


Joel Dicker "Das Geheimnis von Zimmer 622"
Ja, leider muss ich da wirklich dieses Buch hier nennen. Ich mag "Harry Quebert" und ich mag auch Herrn Dicker, denn der war sehr sympathisch, als ich ihn mal bei einer Lesung live erlebt habe. (Prä-Corona, puhh, das muss ja ewig her sein...) Na jedenfalls tut es mir deswegen echt Leid, das so sagen zu müssen, aber: Das war irgendwie nix. Neulich habe ich es in meinem letzten Post schon mal angedeutet. Mir ist in seinen anderen Büchern nie aufgefallen, WIE plump und oberflächlich er seine Figuren schildert. Vielleicht war es bisher aber auch noch nie so schlimm wie hier. Aber hier hat keine Figur wirklich Tiefe, man versteht ihre Motive und ihr Denken nicht; manchmal passiert alles holterdipolter-schnell ohne Sinn und Verstand. Die Dialoge sind teilweise echt schrecklich, einfach nicht so, wie "normale" Menschen in der Situation reagieren würden. Obendrein kommt, dass sich Herr Dicker hier halt auch selbst als Figur in seinen Roman geschrieben hat, von allen immer schleimig als "Herr Schriftsteller" angesprochen, mit Namen und Aussehen von ihm selbst. Warum? Ich meine, das verstehe ich echt nicht. Das hat was sehr überheblich-wichtiges an sich, wenn ein Schriftsteller auf sowas zurückgreift, finde ich. Zumal ich nicht verstehe, was ausgerechnet ihn zur Rolle des ermittelnden Schriftstellers prädestiniert hat. Hätte auch jeder andere Autor sein können, jeder andere ausgedachte Schriftsteller hätte genauso gut geklappt. Das mochte ich nicht, das hatte irgendwie was arrogantes, wichtigtuerisches an sich. Dann die Handlung, die schlechte Schreibe - schwupps, hatte ich immer wieder einige Seiten quer gelesen. Am Ende aber doch genügend Inhalt mitbekommen, um zu verstehen, worum es ging. Das hier ist definitiv nicht mein liebster Dicker von Herrn Dicker.


Diego Galdino "Der erste Kaffee am Morgen"
Dieses Buch habe mir vor einigen Monaten mal als Mängelexemplar in einer "Ramschkiste" mitgenommen, weil es eigentlich ganz nett klang. Ein Bistrobesitzer in Rom verliebt sich in eine junge (natürlich unglaublich gut aussehende) Dame aus Frankreich, die aber wohl ein Geheimnis zu haben scheint. Irgendwie klang das ganz nett und ich hab angefangen reinzulesen und schon nach wenigen Seiten festgestellt, dass es mich so richtig jetzt nicht fesseln kann. Dazu kam mein persönliches Kopfkino, das ich beim Lesen unweigerlich immer habe. Hier entwickelte sich mein Kopfkino aber schon auf den ersten Seiten dahingehend, dass ich beim Lesen immer einen "typisch schmierigen Italiener" vor mir gesehen habe, mit gegelten Haaren und schwarzen Lack-Lederschuhen, der den ganzen Tag nur Siesta macht und mit seinen ausschließlich männlichen Kumpels wichtig über Fussball und Frauen fachsimpelt und den ganzen Tag nur redet und redet. Ich weiß, ich weiß, ich tu damit gerade tausenden Italienern Unrecht und das tut mir auch sehr Leid. Gibt sicher auch andere Italiener, aber vermutlich gibt´s nun mal auch solche, und tatsächlich entpuppten sich Massimo und seine Freunde in dieser Bar eben genau so. Und da hatte ich schnell keine Lust mehr drauf. Auch hier habe ich dann angefangen querzulesen. Kein Buch, das ich dringend empfehlen würde.

Darüber hinaus habe ich "Ready Player Two" von Ernest Cline, "Fast genial" von Benedict Wells und "Effi liest" von Anna Moretti ausgelesen. Zu denen muss ich mal in den nächsten Tagen noch kurze Eindrücke formulieren. Fühlt sich gerade ganz gut an, dass ich von meinem Stapel der angefangenen Bücher nun einige guten Gewissens beendet habe.
Aktuell lese ich "Cryptos" von Ursula Poznanski, das mir bisher sehr gut gefällt. Nach den künstlichen Welten aus "Ready Player Two" hatte ich offenbar noch nicht so richtig Lust, lesemäßig wieder in die Realität zurückzukehren, daher bin ich wohl erneut in ausgedachten Welten gelandet. Denn darum geht´s auch in "Cryptos": um künstliche Welten, in die sich die Menschen der Zukunft flüchten. Eigentlich sollen diese recht sicher sein, aber Weltendesignerin Jana entdeckt eines Tages Fälle von Mord und Manipulation in ihren designten Welten. Sehr spannend und gut geschrieben, typisch Poznanski eben ;)

Obendrein erreichte mich eben die online Vorankündigung, dass ich heute noch Post erhalte. "Scarlett & Browne", das Neue von Jonathan Stroud dürfte mich damit heute noch erreichen - pünktlich zum Wochenende! :D Das macht dann "Cryptos" gleich wieder Konkurrenz und damit habe ich dann direkt wieder mehrere angefangene Bücher - ein endloser Kreislauf bei mir... Apropos Wochenende: Neyasha und Lyne machen ein Lese-Wochenende (Infos hier). Vielleicht mach ich da kurzentschlossen mit, mal sehen.


Womit macht ihr euch denn das Lese-Wochenende schön? Habt ihr neue Bücher, auf die ihr euch direkt stürzt?


2 Kommentare:

  1. Der April macht echt, was er will! An einem Tag noch im T-Shirt, am nächsten ist Schneesturm angesagt. Ich freue mich aber auch, dass nun überall schon Blumen sprießen und es endlich wieder grüne Blätter statt kahle Äste gibt.

    Schade, dass dich einige deiner Bücher so gar nicht überzeugen konnten. Ganz abbrechen wolltest du sie aber dann wohl doch nicht.

    Ich hab mich heute nach der Arbeit mit Büchern aus der Bibliothek eingedeckt, da diese seit heute glücklicherweise wieder Click&Collect anbietet. Und ich kann nur sagen: Zum Glück hab ich das Service gleich genutzt, denn gerade auf dem Heimweg von der Bibliothek wurde der harte Lockdown in Wien bis Mai verlängert. *seufz*

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    1. April ist irgendwie genau meins :D
      Ach je, das mit dem harten Lockdown bei dir tut mir Leid - allerdings sieht es bei uns hier in D ja nicht wirklich anders aus, hier stehen auch alle Zeichen auf Lockdown, und mich würde es ehrlich gesagt auch nicht stören. Gut jedenfalls, dass du dich nochmal mit ordentlich Büchern eingedeckt hast. Ich finde, wenn man genügend guten Lesestoff hat, lässt sich auch ein Lockdown gut aushalten ;)

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