Samstag, 15. Mai 2021

"Der große Sommer" - Ewald Arenz

Dumont Verlag, 2021

20,00 Euro



Worum geht´s?

Die Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Frieder: Nachprüfungen in Mathe und Latein. Damit fällt der Familienurlaub für ihn aus. Ausgerechnet beim gestrengen Großvater muss er lernen. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann - und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird.
Hellsichtig, klug und stets beglückend erzählt Ewald Arenz von den Momenten, die uns für immer verändern.



Meine Meinung:

Ein Sommer in den 80ern für Frieder, seine Schwester Alma und ihre Freunde. Ein Sommer wie jeder andere, könnte man sagen, und doch ist er in der Erinnerung von Frieder genau das nicht. Denn dieser Sommer bedeutete für ihn rückblickend das Ende der Kindheit und den Übergang zum Erwachsensein. Frieder, wegen seiner schlechten Noten und damit einer ernsthaften Versetzungsgefahr zum Lernen bei den Großeltern verdonnert, lernt neben Latein und Mathe an diesen schwül-heißen Sommertagen aber auch, was es heißt, sich zu verlieben, als Freund gebraucht zu werden und vor allem: wie schnell so ein Sommer vorbei sein kann und mit ihm alles, was er enthielt.

Dies ist das erste Buch, das ich von Ewald Arenz lese, obwohl ich schon viel Gutes über seine Bücher gehört habe. Ich war neugierig, was er zu erzählen haben würde, und wurde letztlich nicht enttäuscht. Er schafft es, diese heißen hellen Sommertage auf die Buchseiten zu bannen und mit ihnen all die kleinen und großen Wunder und Besonderheiten, die Frieder und seine Freund in diesem Jahr erleben. Nicht nur schönes, nein, auch der Ernst des Lebens meldet sich zu Wort. Mir hat gut gefallen, wie sehr ich mir diese Begebenheiten durch seine Art zu schreiben vorstellen konnte. Zugleich ist es für mich ein eher kurzweiliges Buch, schnell im Gelesenwerden, und irgendwie ebenso schnell vorbei wie der Sommer von Frieder; zugleich aber weniger in der Lage, bei mir ebensolche Spuren zu hinterlassen. Ich hab das Buch gern gelesen, aber das war´s dann halt auch. Im Sommer werde ich daran wohl schon nicht mehr denken. Das lag vielleicht auch daran, dass ich anfangs dachte, es würde "mehr" passieren, wobei ich mit diesem "mehr" nicht zwingend mehr Aktion und Spannung meine, sondern vermutlich eher - ja, mehr gedankliche Spuren vielleicht. Irgendein Paukenschlag. Ich denke, das lag auch an den hier und da eingestreuten Abschnitten im Text, die in der Zukunft von diesem Sommer (also heute) spielen. Diese ließen mich vermuten, dass in diesem besagten Sommer wohl etwas so unwiderruflich besonderes oder eindrückliches geschehen müsste, dass es den Frieder von heute noch so gedanklich beschäftigen würde. Am Ende bleibt einiges offen, was man sich als Leser unweigerlich fragt, der die vier Freunde lesend durch diesen Sommer begleitet hat. Trotzdem hat mir "Der große Sommer" gut gefallen. 


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