Donnerstag, 3. September 2020

Leseeindrücke #dickebüchercamp

Juli und August standen ganz im Zeichen des #dickebüchercamp, das von Marina (@nordbreze) auf Instagram veranstaltet wird. Ich habe bereits das dritte Jahr in Folge mitgemacht, weil ich die Idee dahinter ganz gut finde: in den Sommermonaten einfach mal bewusst dicke Bücher lesen, d.h. Bücher mit mehr als 500 Seiten. Davon habe ich immer welche liegen und daher fällt es mir auch nicht schwer, da welche für diese Aktion auszusuchen. 

Ich war auch recht erfolgreich, wie ich finde, ich habe vier Bücher gelesen, davon drei, die ich vorher ohnehin eingeplant hatte. Hier ein kurzer Rückblick:

"Die Spiegelreisende: Im Sturm der Echos" - Christelle Dabos

Dies ist der vierte und letzte Teil der Buchreihe. Da ich hier auf dem Blog zwar schon gelegentlich von der Reihe geschwärmt, sonst aber nichts inhaltlich darüber erzählt habe, gehe ich jetzt - auch mit Rücksicht auf eventuelle Spoiler - nicht näher auf den Inhalt des vierten Teils ein. Ich finde, die Buchreihe ist ein Wunderwerk an Ideen und Einfällen, an kuriosen Figuren, Schauplätzen und Wendungen in der Handlung. Manchmal fast ein bisschen zuviel, finde ich; zumindest hatte ich gelegentlich Abschnitte beim Lesen, bei denen ich mich gefragt habe, wo das noch hinführen soll. Der vierte Band löst viele der angefangenen Bände auf bzw. verknüpft sie miteinander, man bekommt einige Frage beantwortet. Das Ende ist nicht ganz das, was ich erwartet und auch erhofft habe, das muss ich ehrlich sagen. Das ist ein eher unbequemes Ende, wie ich finde. Trotzdem: wer sich die drei Bände davor durchgelesen hat, der will und muss natürlich auch diesen hier lesen und genießen.


"Wenn die Dunkelheit endet" - Constance Sayers

Das Buch hat mich aufgrund seines Klappentextes angesprochen, irgendwie hatte ich mir eine magische, geheimnisvolle Story erhofft, über einen Fluch aus der Vergangenheit, der bis in die heutige Zeit reicht. Letztlich geht´s auch darum, aber mit der Umsetzung war ich nur so halbwegs zufrieden, muss ich sagen. Für mich wurde manches zu wenig erklärt, dafür anderes viel zu lang ausgeführt. Einige Kapitel spielen in der Vergangenheit und erklären, wie der Fluch zu Stande kam, der Helen und Luke heute noch heimsucht und dafür sorgt, dass sich beide in ihren verschiedenen Leben immer wieder verlieben, aber nie zueinander finden können. Der Funke ist bei mir einfach nicht so richtig übergesprungen, dass die Geschichte mehr Eindruck bei mir hätte hinterlassen können. Ansonsten ist das aber ein gutes Schmökerbuch für faule Stunden.


"Zeit der Schwalben" - Nikola Scott

Hier hatte ich zunächst trotz Lesen des Klappentextes gar nicht wirklich eine Idee, worum es wohl gehen würde. Es handelt sich dann um die Geschichte von Adele, die mit ihrem Leben nur so halbwegs zufrieden ist, ihre Mutter gerade verloren hat und plötzlich erfährt, dass sie offenbar eine Zwillingsschwester hat, von der sie 40 Jahre lang nichts wusste. Gemeinsam machen sich beide Frauen dann daran, die Geschichte ihrer Mutter aufzudecken und hinter deren Geheimnisse zu kommen. Nikola Scott kann ziemlich gut schreiben, mir hat das Lesen des Buches echt Spaß gemacht, auch wenn manches im Verlauf der Handlung nicht mehr so recht überraschen kann, man ahnt manches dann einfach irgendwann. Das macht aber nichts, mir hat dieser Roman hier gut gefallen und ich werde mal ein Auge auf ihren zweiten Roman "Das Leuchten jenes Sommers" werfen.


"Das Gottesspiel" - Danny Tobey

Dazu habe ich sogar schon eine kleine Rezension geschrieben, die könnt ihr HIER nachlesen. 


Freitag, 28. August 2020

Freitagsgedanken

Woche geschafft. Mit Kopfschmerzen, unschönen Zukunftsgedanken, wenig Leserei, viel Musik.
Endlich Freitag. 
Gerade läuft das neue Album von Needtobreathe ("Out of Body", heute erst erschienen!) in meinen Ohren, ich habe eine absolute buchige Neuerscheinung neben mir liegen, "Bermuda" von Thomas Finn, auf das ich echt sehr gespannt bin! (Absolut neu deswegen, weil es online sogar erst mit 1.9. als Erscheinungstag gelistet ist (als ebook ist es schon im Mai erschienen). Ich hab´s vorbestellt und nicht schlecht geguckt, als ich es gestern schon in der Hand hielt.) Jedenfalls werde ich da gleich mal reinlesen. Dann hab ich hier noch ein Glas Cola neben mir stehen und mein Hund schnarcht nebenan. 
Ist also gerade ganz okay hier bei mir. ;)

Eigentlich hab ich gar nicht viel zu sagen. Aber ich wollte mich mal wieder in diesem Blogger-verse hier melden. Ich kann euch eher ein Ausblick geben auf die Beiträge, die ich noch so vage für demnächst geplant habe:
In den letzten Tagen sind viele (zu viele!) neue Bücher bei mir eingezogen, die zeige ich euch einfach mal demnächst. Auch einen kleinen Überblick über neue Bücher, die mich interessieren und die im September erscheinen, möchte ich noch vorbereiten - auch damit ich selbst keins verpasse, das ich eigentlich auf dem Schirm habe.
Rezensionen müsste und wollte ich eigentlich auch noch zu ein oder zwei Büchern schreiben, aber habe mich bisher nicht dazu aufraffen können. Ende August/Anfang September lass ich euch auch mal noch wissen, wie "erfolgreich" ich im #dickebüchercamp war :)

Freitag, 14. August 2020

"Das Gottesspiel" - Danny Tobey

Heyne Verlag, 2020
16,99 Euro


HIER geht´s zum Buch (Verlagsseite)


Worum geht´s?
»Wenn du gewinnst, werden all deine Träume wahr. Wenn du verlierst, bist du tot.« Diese Botschaft erhält Charlie, als er sich für das Gottesspiel anmeldet, das angesagteste Virtual-Reality-Game der Welt. Es wird von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert, die Charlie und seinen Freunden immer neue Aufgaben auf ihre Smartphones und ihre VR-Brillen schickt: Mal müssen sie eine virtuelle Hydra erlegen, mal ein altes Ritual zu Ehren eines längst vergessenen Gottes durchführen. Doch dann werden die Aufgaben, die die KI ihnen stellt, immer gefährlicher, und Charlie erinnert sich wieder an die Botschaft zu Beginn des Spiels. Was kann ihm eine KI schon antun? Wenn er im Spiel stirbt, hat das keine Auswirkungen auf sein Leben in der realen Welt – oder?


Meine Meinung:
Auf "Das Gottesspiel" von Danny Tobey neugierig bin ich durch die Inhaltsangabe geworden - weil diese mich im Kern an die Story von "Erebos" von Ursula Poznanski erinnert hat, ich gebe es zu. Dieses Buch hatte mich damals völlig positiv überrascht, unterhalten, Eindruck hinterlassen; noch heute denke ich gern an dieses Buch und seine Handlung zurück.
Diesen Status wird "Das Gottesspiel" wohl nicht bei mir erhalten, auch wenn es für ein paar Stunden durchaus unterhaltsames Lesevergnügen bieten kann. Hauptfigur ist Charlie, der eines Tages am Smartphone eine Einladung für eine Art Online-Spiel namens "Das Gottesspiel" erhält. Doch letztlich ist dieses "Gottesspiel" viel mehr als nur ein "Spiel", sogar sehr viel mehr, bitterer Ernst, was Charlie jedoch erst sehr spät bemerkt. Mehr und mehr seiner Mitschüler scheinen ebenso in dieses Spiel hineingezogen zu werden, auch seine besten Freunde, die eine Art nerdige PC-Gruppe namens "Vindicators" an der Schule gegründet haben. Gerade weil sie so PC-affin sind, sind sie einerseits völlig geflasht von den Virtual-Reality Möglichkeiten, die "Das Gottesspiel" bietet; zugleich wissen sie aber auch deswegen um die gefährlichen Eigenheiten, mit denen "das Spiel" vorgeht und bis in die Realität vordringt.
Denn ist es wirklich nur eine künstlich erzeugte Intelligenz, die die Aufgaben und Vorgaben im Spiel verteilt, die die Fäden in der Hand hält und dabei auch vor Unfällen, Schikanen und Erpressungen nicht zurückschreckt? Oder steckt vielleicht doch auch eine ganz reale Person dahinter? Ehe sich die "Vindicators" versehen, hat das Spiel sie in der Hand, weil nun mal jeder nicht eigene Päckchen zu tragen hat, sondern auch so manche Geheimnisse mit sich herumschleppt.
"Das Gottesspiel" hat mir gefallen, weil es unterhaltsam ist und trotz der echt schrägen Ansätze bezüglich verwischender Grenzen zwischen der echten und der virtuellen Realität erschreckend authentisch beschreibt, wie Menschen (heutzutage in Zeiten von Social Media und Co.) drauf sein können und was sie bereit sind, einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen. Da sind gefälschte Online-Unterlagen für eine Harvard-Bewerbung sicher noch Peanuts verglichen mit anderen Dingen, die hier passieren. 
Die Story des Buches ist schnell und dynamisch gehalten, was auch an der ständig wechselnden Erzählperspektive zwischen verschiedenen Mitgliedern der Vindicators und anderer Mitschüler liegt. Kurze Kapitelabschnitte sind stets aus der Sicht verschiedener Personen geschildert. Man bekommt dadurch vielerlei Einblicke in die Denkweisen und Gefühle der Figuren im Buch. Vielleicht ein bisschen zu viele, was zu Lasten einer vertieften Auseinandersetzung geht, finde ich. Ab und zu hätte ich mir tiefgreifendere Dialoge gewünscht, oder einfach mehr Selbstreflektionen. Gerade zu Beginn des Buches fand ich manche Dialoge auch arg gestelzt und unecht - so unterhalten sich keine "Bro"-Kumpels miteinander, denke ich. Insgesamt braucht die gesamte Handlung auch etwas, um in Gang zu kommen.
Um den Vergleich mit "Erebos" kommt "Das Gottesspiel" letztlich auch nicht herum, insofern lag ich mit meinen ersten Gedanken diesbezüglich auch ganz richtig. Die Story entwickelt sind in Grundzügen ähnlich, dennoch sind die Bücher sehr unterschiedlich. So "flashen" wie damals "Erebos" konnte mich "Das Gottesspiel" einfach nicht. Vielleicht, weil für mich insgesamt weniger Sympathie durch die Seiten fliegt, für die Figuren, für ihre Leben, für die Umstände, in denen alle leben. Aber auch für die Gesamthandlung an sich, die ich zwar gern gelesen, aber sicher nicht allzu lang in der Erinnerung behalten werde.

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse!

Montag, 3. August 2020

(Vor allem musikalisch) Neues im August

August ist da!! :D 
Ich muss gestehen, dass ich mich über diese Tatsache aktuell am meisten freue, weil sie bedeutet, dass dann bald wieder Herbst ist. Ein paar Wochen noch dieses klebrig-schwüle Wetter, das mich nachts schlecht schlafen lässt, das mich tagsüber regelmäßig erst aus der Puste und dann irgendwann auch in den Wahnsinn treibt, das mir durch Kreislaufdudelei auch gesundheitlich zusetzt - ein paar Wochen all das noch und dann wird´s bald wieder kühler draußen. Jippie.

Bis dahin gilt es, den August bestmöglich zu nutzen. Also werfe ich auch dieses Mal Anfang des Monats erstmal einen kurzen Blick auf die Neuerscheinungen der nächsten Tage. Tatsächlich muss ich aber sagen, dass mich in diesem Monat vor allem musikalische Neuerscheinungen interessieren, weil im August ENDLICH gleich drei von mir lang ersehnte Alben erscheinen! 



Los geht´s am 14.08. mit "Open up your head" von Sea Girls, einer britischen Indie-Band, die ich erst Anfang dieses Jahres für mich entdeckt habe. Die bringen nach einigen EPs nun endlich ihr Debüt-Album heraus. An alle Indie-Fans: Reinhören!!
In der Woche darauf folgt mit "Imploding the Mirage" das neueste Album der Killers, das schon viel früher erscheinen sollte, wegen Corona aber bis August verschoben wurde. Ich bin Killers-Fan der ersten Stunde, allerdings haben die Jungs im Laufe der Zeit nicht nur Besetzungs-mäßig einige Veränderungen durchlaufen, sondern vor allem bezüglich ihres Musikstils. Am liebsten mochte ich sie zu Zeiten ihres zweiten, dritten Albums. Zuletzt war ich leider immer etwas enttäuscht von ihrer Musik, die sehr mainstreamig und einfach langweilig geworden ist. Trotzdem lege ich mir als langjähriger Fan natürlich auch das neue Album zu und ich bin auch schon sehr gespannt, was mich auf der Platte erwartet.
Schließlich - und das habe ich zu meiner Schande erst vor ein paar Tagen bemerkt (aber Hauptsache rechtzeitig...) - erscheint mit "Out of Body" am 28.08. auch ein neues Album der US-Band Needtobreathe, die ich durch einen Tipp eines Freundes für mich entdeckt habe. Auch die machen echt gute, schöne, mal rockige, mal ruhige, aber durchweg gut hörbare Musik. Auf deren neues Album freu ich mich auch total.
Der August wird damit sehr musikalisch für mich, sodass ich der Musik vermutlich häufiger den Vorzug vorm Lesen geben werde. (Beides gleichzeitig kann ich nicht und das wird auch beiden Medien nicht gerecht, finde ich.)

Da trifft es sich gut, dass ich nicht so viele Bücher gefunden habe, die im August neu erscheinen und die mich interessieren. Tatsächlich habe ich da nur 3 wirklich auf dem Schirm, nämlich 
- "Aus schwarzem Wasser" von Anne Freytag. Dieses Buch von ihr klingt so ganz anders als das, was sie sonst geschrieben hat. Es ist ihr erster Thriller und der macht mich durchaus neugierig.
- "Cryptos" von Ursula Poznanski: Klingt ein bisschen nach "Erebos", wird aber dennoch ganz anders sein. Frau Poznanskis Art zu schreiben mag ich, auch ihren Ideenreichtum. In "Cryptos" werde ich sicher mal reinlesen.
- "Die Tinktur des Todes" von Ambrose Parry ist ein historischer Kriminalroman, der herrlich düster und geheimnisvoll-schaurig klingt. Auch ein Anwärter auf ein neu gekauftes Buch bei mir.

Worauf wartet ihr/ freut ihr euch denn im August ganz besonders?


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