Freitag, 14. August 2020

"Das Gottesspiel" - Danny Tobey

Heyne Verlag, 2020
16,99 Euro


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Worum geht´s?
»Wenn du gewinnst, werden all deine Träume wahr. Wenn du verlierst, bist du tot.« Diese Botschaft erhält Charlie, als er sich für das Gottesspiel anmeldet, das angesagteste Virtual-Reality-Game der Welt. Es wird von einer Künstlichen Intelligenz kontrolliert, die Charlie und seinen Freunden immer neue Aufgaben auf ihre Smartphones und ihre VR-Brillen schickt: Mal müssen sie eine virtuelle Hydra erlegen, mal ein altes Ritual zu Ehren eines längst vergessenen Gottes durchführen. Doch dann werden die Aufgaben, die die KI ihnen stellt, immer gefährlicher, und Charlie erinnert sich wieder an die Botschaft zu Beginn des Spiels. Was kann ihm eine KI schon antun? Wenn er im Spiel stirbt, hat das keine Auswirkungen auf sein Leben in der realen Welt – oder?


Meine Meinung:
Auf "Das Gottesspiel" von Danny Tobey neugierig bin ich durch die Inhaltsangabe geworden - weil diese mich im Kern an die Story von "Erebos" von Ursula Poznanski erinnert hat, ich gebe es zu. Dieses Buch hatte mich damals völlig positiv überrascht, unterhalten, Eindruck hinterlassen; noch heute denke ich gern an dieses Buch und seine Handlung zurück.
Diesen Status wird "Das Gottesspiel" wohl nicht bei mir erhalten, auch wenn es für ein paar Stunden durchaus unterhaltsames Lesevergnügen bieten kann. Hauptfigur ist Charlie, der eines Tages am Smartphone eine Einladung für eine Art Online-Spiel namens "Das Gottesspiel" erhält. Doch letztlich ist dieses "Gottesspiel" viel mehr als nur ein "Spiel", sogar sehr viel mehr, bitterer Ernst, was Charlie jedoch erst sehr spät bemerkt. Mehr und mehr seiner Mitschüler scheinen ebenso in dieses Spiel hineingezogen zu werden, auch seine besten Freunde, die eine Art nerdige PC-Gruppe namens "Vindicators" an der Schule gegründet haben. Gerade weil sie so PC-affin sind, sind sie einerseits völlig geflasht von den Virtual-Reality Möglichkeiten, die "Das Gottesspiel" bietet; zugleich wissen sie aber auch deswegen um die gefährlichen Eigenheiten, mit denen "das Spiel" vorgeht und bis in die Realität vordringt.
Denn ist es wirklich nur eine künstlich erzeugte Intelligenz, die die Aufgaben und Vorgaben im Spiel verteilt, die die Fäden in der Hand hält und dabei auch vor Unfällen, Schikanen und Erpressungen nicht zurückschreckt? Oder steckt vielleicht doch auch eine ganz reale Person dahinter? Ehe sich die "Vindicators" versehen, hat das Spiel sie in der Hand, weil nun mal jeder nicht eigene Päckchen zu tragen hat, sondern auch so manche Geheimnisse mit sich herumschleppt.
"Das Gottesspiel" hat mir gefallen, weil es unterhaltsam ist und trotz der echt schrägen Ansätze bezüglich verwischender Grenzen zwischen der echten und der virtuellen Realität erschreckend authentisch beschreibt, wie Menschen (heutzutage in Zeiten von Social Media und Co.) drauf sein können und was sie bereit sind, einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen. Da sind gefälschte Online-Unterlagen für eine Harvard-Bewerbung sicher noch Peanuts verglichen mit anderen Dingen, die hier passieren. 
Die Story des Buches ist schnell und dynamisch gehalten, was auch an der ständig wechselnden Erzählperspektive zwischen verschiedenen Mitgliedern der Vindicators und anderer Mitschüler liegt. Kurze Kapitelabschnitte sind stets aus der Sicht verschiedener Personen geschildert. Man bekommt dadurch vielerlei Einblicke in die Denkweisen und Gefühle der Figuren im Buch. Vielleicht ein bisschen zu viele, was zu Lasten einer vertieften Auseinandersetzung geht, finde ich. Ab und zu hätte ich mir tiefgreifendere Dialoge gewünscht, oder einfach mehr Selbstreflektionen. Gerade zu Beginn des Buches fand ich manche Dialoge auch arg gestelzt und unecht - so unterhalten sich keine "Bro"-Kumpels miteinander, denke ich. Insgesamt braucht die gesamte Handlung auch etwas, um in Gang zu kommen.
Um den Vergleich mit "Erebos" kommt "Das Gottesspiel" letztlich auch nicht herum, insofern lag ich mit meinen ersten Gedanken diesbezüglich auch ganz richtig. Die Story entwickelt sind in Grundzügen ähnlich, dennoch sind die Bücher sehr unterschiedlich. So "flashen" wie damals "Erebos" konnte mich "Das Gottesspiel" einfach nicht. Vielleicht, weil für mich insgesamt weniger Sympathie durch die Seiten fliegt, für die Figuren, für ihre Leben, für die Umstände, in denen alle leben. Aber auch für die Gesamthandlung an sich, die ich zwar gern gelesen, aber sicher nicht allzu lang in der Erinnerung behalten werde.

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse!

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