Freitag, 10. April 2020

Inhaltliche Änderungen in der Neuauflage?!

Vor ein paar Wochen habe ich davon gelesen, dass die "Reckless"-Reihe von Cornelia Funke als Taschenbuch erscheint. Mit neuem Cover. Ok.
Ziemlich verwundert war ich jedoch bei der Nachricht, dass Frau Funke den ersten Teil der Reckless-Reihe ("Steinernes Fleisch") zudem auch inhaltlich "grundlegend" überarbeitet habe. Aha?! Was soll das denn heißen, hab ich mich gefragt. 
Vorgestern habe ich sie bei einer kleinen Live-Lesung auf dem Thalia-Instagram-Kanal gesehen, bei dem sie anschließend auch ein paar Fragen beantwortete. Sie sagte, dass sie jetzt rückblickend mit den Anfängen der Geschichte nicht mehr zufrieden sei. Nun, wo sie mit der Gesamthandlung schon weiter sei, könne sie manches, das sie vor Jahren im ersten Teil geschrieben habe, einfach nicht so stehen lassen. Gerade bezüglich der Story von Jacob und Fuchs habe sie wohl einiges geändert, Dialoge verändert und (Achtung Spoiler!) den Aspekt der kleinen Dreiecks-Verliebtheit mit Klara im ersten Teil komplett gestrichen, weil das ihr "nicht mehr richtig" vorgekommen sei. 

Hmmm. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich das finden soll. Mir ist bekannt, dass formale Änderungen (also z.B. Schreibfehler, fehlende Kommas etc.) bei Neuauflagen entsprechend geändert werden, und damit habe ich absolut kein Problem. Aber ein ganzes Buch inhaltlich zu verändern - 10 Jahre, nachdem es erschienen ist?! Eine ganze Storyline rauszustreichen, weil sie einem rückblickend nicht mehr gefällt? Irgendwie schräg. (Oder nicht? Machen andere Autoren das auch und ich habe es nur nie mitbekommen?!)
Klar, der wesentliche Inhalt, die Geschichte als Großes und Ganzes hat sich nicht geändert, sagt Frau Funke. Das glaube ich ihr auch. Aber dennoch bleibt bei mir irgendwie so ein schales Gefühl, dass ich das trotzdem blöd finde. Letztlich hat es ja auch ein bisschen was von einem Marketing- und Werbetrick. Keine Ahnung, ob das wirklich reiner Zufall war; ob Frau Funke das veränderte Manuskript schon seit Jahren in der Schublade liegen hatte und die Änderungen nun erst anlässlich des Taschenbuch-Erscheinens umgesetzt wurden. Oder ob Frau Funke diese Veränderungen im Text jetzt erst extra wegen der Ankündigung einer Taschenbuch-Auflage vorgenommen hat. Ist letztlich auch egal.

Aber ich überlege nun tatsächlich, ob ich mir (wenigstens) Teil 1 wirklich auch noch als Taschenbuch hole, weil ich nun mal Bücher-verrückt bin und mir denke, ich hätte gern die inhaltlich aktuellste Ausgabe und vor allem möchte ich doch mal wissen, was genau sie da alles verändert hat! Dazu kommt, dass mir gerade bei Taschenbuch Teil 1 (die anderen beiden Teile sind übrigens auch schon erschienen) das Cover weitaus besser gefällt, als das damalige vom Hardcover 2010 (siehe unten). Das hat mir echt noch nie gefallen. Schon alleine deswegen wäre die Taschenbuch-Edition natürlich schöner im Regal. Aber dann ist der Weg nicht mehr weit, dass ich sage, wenn ich schon Teil 1 als TB habe, dann müssen auch die anderen beiden Teile als TB ins Regal einziehen. Eine Kette ohne Ende! ;)
Und ja, mir ist klar, dass das Luxusprobleme sind, aber hey, das ist ein Bücherblog - wenn ich es hier nicht erzählen kann, wo dann?! :D


Reckless Teil 1 als Hardcover


Reckless Teil 1 als Taschenbuch


 Was sagt ihr dazu? Kennt ihr das von anderen Büchern/Autoren, dass für eine Neuauflage ganze inhaltliche Änderungen vorgenommen werden? Kauft ihr euch diese "neuen" Bücher dann - deswegen - auch?

Donnerstag, 9. April 2020

"Das Haus der Frauen" - Laetitia Colombani

Fischer Verlag, 2020
20,00 Euro


Handlung:
In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im »Haus der Frauen« schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe - an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten - und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.



Meine Meinung:
"Das Haus der Frauen" behandelt ein inhaltlich und gesellschaftlich wichtiges Thema, dessen Ausführung im Buch mich dennoch nicht wirklich abholen und überzeugen konnte. Mir hat hier einfach einiges gefehlt, an Inhalt, an Dialogen, an Wendungen, an Besonderem. Irgendwie erschien es mir zeitweise so, dass die Autorin diese Geschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird, nur so "runtergeschrieben" hat, ohne wirklich mit dem Herzen dabei zu sein.
Dabei ist das Thema des Romans ein ziemlich wichtiges. Nicht nur in Frankreich, wo dieses Buch spielt, sondern überall. Denn leider ist es eine Tatsache, dass gerade Frauen heutzutage immer noch  sehr viel Ungerechtigkeiten und Gefahren erleben müssen, dass sie den verschiedensten Arten von Unterdrückung und Gewalt unterworfen werden und dass vielerorts viel zu wenig - oder nichts - für sie getan wird. Dabei geht es gar nicht mal um die Auslebung von Feminismus (ja DAS Schlagwort der heutigen Zeit), sondern schlicht und einfach um die Sicherstellung der Grundbedürfnisse eines jeden Menschen. 
Laetitia Colombani setzt sich mit ihrem Roman nun zum Ziel, die Geschichte der Heilsarmee und der daraus resultierenden "Frauenhäuser" aufzuarbeiten, indem sie eine selbst von Depression betroffene Frau als offizielle Schreiberin in eben einem solchen "Haus der Frauen" ehrenamtlich arbeiten lässt. Zugleich erzählt sie in einem zweiten Erzählstrang, wie sich dieses Frauenhaus bilden konnte, welche für die damalige Zeit unglaublich starke, mutige und unbeugsame Frau (Blanche Peyron) die Vorreiterin dieser Institution ist - und warum es dazu kam.
Um dieses "Warum", diese Notwendigkeit für die Frauenhäuser damals und heute zu verdeutlichen, spricht die Autorin manche solcher Probleme und Geschichten von Frauen an, kratzt dabei jedoch meines Erachtens nach stets nur an der Oberfläche. Das finde ich schade, das Potential für viel tiefer gehende und deutlich eindrucksvollere Bilder, die zugleich die Wichtigkeit solcher Institutionen erkennen lassen hätten, wäre da gewesen. So kommt das alles ein wenig zu kurz. Es wirkt auf mich, als hätte die Autorin den Vorsatz gefasst, sich mit dem Thema "Frauenhäuser und ihre Aufgaben" zu beschäftigen, dann aber auf dem halben Weg der Umsetzung in einen Roman keine rechte Lust mehr drauf gehabt und sich deshalb nur noch an der Oberfläche bewegt. Sie gibt den Frauenschicksalen wenig Raum, wenig Tiefe, dabei wäre das nun gerade in diesem Buch irgendwie besonders wichtig gewesen. Zumindest erscheint es mir so. Für mich blieb die ganze Geschichte daher ziemlich fad und nichtssagend, wobei mich die Geschehnisse der Anfänge der Frauenhäuser in den 1920ern da noch deutlich mehr bewegen konnte. Aber gerade die Geschichte von Solène ist blass, nichtssagend und so lieblos runtergeschrieben, ohne wirklich ein bleibendes Bild der Trägerin dieses Romans zu hinterlassen. Das Buch hat mich letztlich mehr enttäuscht als interessiert.
Das finde ich schade, es führt aber zugleich auch dazu, dass mein Interesse am ersten Roman der Autorin, "Der Zopf", der weltweit sehr gefeiert wurde, mittlerweile abgeflaut ist, da ich mir vorstellen kann, dass Erzählstil und - struktur dort ähnlich gelagert sind wie bei diesem Roman hier.


Samstag, 4. April 2020

Stay home & read: Lese-Wochenende auf dem Blog

Sonntag 17:10 Uhr

OK, auch heute nicht viele Wortmeldungen von mir, aber egal, ist halt so. Ich war eine Weile im Garten und habe dann tatsächlich auch ein bisschen in "Legendary" gelesen. Das Buch liegt schon eine Weile bei mir, aber bisher hatte ich irgendwie immer kein richtiges Interesse daran, die Geschichte von "Caraval" weiter zu lesen, obwohl mir der erste Teil ganz gut gefallen hat. Jetzt scheint aber offenbar meine Zeit für dieses Buch gekommen zu sein, denn gerade könnte ich in einem fort darin lesen :)
Eben gab es dann Tee und Kuchen und ich zeige euch mal noch schnell meinen gestern gebackenen Zebra-Kuchen. Ich will mich nicht selbst loben, aber den hab ich optisch und geschmacklich ziemlich gut hingekriegt :D



10:00 Uhr

Guten Morgen!
Tja, wie schon erwartet, gab es hier gestern nicht wirklich viel von mir zu lesen. Ich hatte einfach nicht so recht Lust und Zeit, online zu sein und Beiträge über meinen Samstag zu schreiben. Tatsächlich habe ich am Nachmittag zwar noch ein bisschen in "Haus der Frauen" gelesen, aber immer nur ein paar Seiten. Und ich habe ein paar kurze Ideen zu gelesenen Büchern notiert, die aber noch nicht richtig in Worte und Sätze verpackt sind. Soo untätig war ich also doch nicht am Lese-Wochenende ;) Aber dann hatte ich einfach keine Muße, mich an den Laptop zu setzen und zu schreiben, oder auch um bei anderen Blogs vorbeizugucken. Ich versumpfe dann immer gern mal online (Keine gute Voraussetzung zum Bloggen! ;) ), wenn ich einmal vorm Bildschirm sitze, und darauf hatte ich gestern echt keine Lust...
Ob das heute wirklich anders wird, weiß ich noch nicht. Jetzt ist erstmal ein bisschen Saubermachen angesagt, mittags soll ein bisschen gegrillt werden, spätestens nachmittags will ich dann aber wieder ein Buch vor der Nase haben. Momentan ist mir am ehesten nach "Legendary" von Stephanie Garber, daher werde ich das endlich mal weiterlesen.
"Das Haus der Frauen" liest sich trotz des nicht immer leichten Themas (Frauenhaus, Frauen in Not usw.) eigentlich sehr gut und schnell weg. Ist auch ein eher dünnes Büchlein, zu dem ich allein aber vermutlich eher nicht gegriffen hätte. Die Wichtigkeit des Themas ist mir bewusst, aber inhaltlich trifft das nicht wirklich mein Lese-Interesse. Ich habe das Buch aber (unangefordert) für eine Rezension zugeschickt bekommen, also lese ich mich natürlich trotzdem mal rein.



Samstag 14:05 Uhr

Heute und morgen ist Lese-Wochenende bei Neyasha und Lyne. Eigentlich eine schöne Idee, denn Lesen ist momentan ja eine ziemlich gute Freizeitbeschäftigung. Rezensionen müsste/könnte ich allerdings auch mal wieder ein paar schreiben, oder zumindest kurze Leseeindrücke.

(Die Eule ist herrlich, oder?! :D)

Ich habe Lesen auch fest eingeplant an diesem Wochenende, jedoch bin ich bisher irgendwie noch gar nicht dazu gekommen. Das ist nicht ungewöhnlich bei mir, Samstags liegen bei mir irgendwie immer zig andere Sachen an. Dann ist draußen gerade auch so nettes Wetter, dass es sogar mich gerade eher in den Garten hinaus trägt (aber da kann ich mir ja ein Buch unter den Arm klemmen...). Vorhin war mir irgendwie nach Backen, da habe ich dann erstmal ein Rezept rauskramen müssen, weil ich unbedingt mal diese Zebra-Kuchen-Variante ausprobieren wollte. Kennt ihr das, so einen gestreiften Kuchen? Sieht toll aus, aber erschien mir ziemlich schwierig (ein Tipp: ist es nicht), ich wollte es dennoch mal ausprobieren. Ich hatte auch alles im Haus (Hefe scheint ja gerade überall heiß begehrt zu sein, glücklicherweise brauchte ich die für den Kuchen nicht), also ging es direkt los. Mal sehen, ob ich euch nachher, wenn ich ihn anschneide, mal das Resultat zeigen kann. 

Nach kurzem Überlegen, was ich lesen könnte, habe ich mir drei Bücher gegriffen, die ohnehin angefangen bei mir herumliegen. Vielleicht schaffe ich es ja mal, eins fertig oder zumindest etwas weiter zu lesen. Das sind:

"Das Haus der Frauen" von Laetitia Colombani
"Legendary" von Stephanie Garber und
"Der Freund der Toten" von Jess Kidd

Fertig "gesuchtet" habe ich gestern abend noch "Neuschnee" von Lucy Foley, das wirklich nicht nur sehr spannend, sondern auch wirklich gut geschrieben war. Ich lese ja nicht soo oft Thriller und Krimis, aber dieser war genau richtig für mich. Man weiß bis zum Ende nicht, wer der Mörder ist (kurioserweise weiß man in diesem Buch bis fast zum Ende nicht mal, wer die Leiche ist!), es wird ein bisschen fies, aber nicht allzu sehr und auch nicht zu blutig. Hat mir echt richtig gut gefallen - direkte Leseempfehlung für alle, die mal Lust auf einen guten Thriller haben.



Donnerstag, 2. April 2020

Neuerscheinungen im April

April, April...
April ist mein Lieblingsmonat, und das liegt nicht nur daran, dass ich in dem Monat Geburtstag habe. (Mit zunehmendem Alter eher genau das nicht mehr...)
Nein, April mochte ich einfach schon immer. April ist nicht mehr tiefster Winter, aber auch noch kein knackeheißer Sommer. Man kann ihn für gewöhnlich gut aushalten, auch wenn sich das Wetter da bekanntermaßen ein bisschen austobt. Meistens ist Ostern im April und zu Zeiten, als ich angestellt war, bedeutete das immer ein paar extra freie Tage. April ist schon so weit im Jahr, dass man objektiv feststellen kann, ob irgendwelche Vorsätze (mal wieder) nicht geklappt haben - aber auch noch nicht zu weit im Jahr, als dass man daran nichts mehr ändern könnte und noch Pläne und Ziele fürs Restjahr entwickeln kann. Und und und - ich könnte eine Menge Vorteile vom April finden.
Gerade in diesem Jahr April kommen aber auch einfach jede Menge ziemlich gute neue Bücher heraus - das ist im buchigen Kontext ja mit der herausragendste Vorteil.

Ich habe längst nicht alle Verlagsvorschauen in den letzten Monaten durchgeackert, dafür hat mir die Zeit und auch die Lust gefehlt. Einige Bücher habe ich aber dennoch gefunden (auch durch Querverweise bei anderen Homepages) und die zeige ich euch heute mal.




*Für Inhaltsangaben anklicken, das führt euch zu den Verlagsseiten*

Da hätten wir z.B. das neue Buch (Thriller) von Riley Sager, "Verschließ jede Tür". Im letzten Jahr habe ich "Schwarzer See" von ihm gelesen, das ich echt spannend fand. Auch hier klingt die Inhaltsangabe nicht nur mysteriös, sondern auch schön fies und nervenkitzelnd.
In die eher fiktionale Ecke geht "Die unglaubliche Flucht des Uriah Heep", das direkt auch ein Geburtstagswunsch von mir geworden ist. Dabei können Figuren aus Büchern in die Realität gelesen werden. Die Idee erinnert sehr an "Tintenherz" von Cornelia Funke, zugegeben, trotzdem bin ich gespannt auf die Geschichte. Ein weiteres Buch, in dem die Grenzen von Realität und Fiktion verwischen, ist "Das Buch der gelöschten Wörter" von Mary E. Garner, in dem ein Buchladen ein Portal in die Bücherwelt darstellt. 
Eher romantisch wird es (hoffentlich) bei anderen Büchern, die im April erscheinen, so z.B. bei "Save the date" von Morgan Matson, in dem ein Hochzeitswochenende ansteht und zu vielerlei Trubel führt. Um Hochzeiten geht es auch in "Das zauberhafte Hochzeitshotel" von Jill Mansell. Ich habe schon zwei oder drei Bücher von Jill Mansell gelesen und sie immer gemocht. Das sind keine hochtrabenden, sehr anspruchsvollen Romane, sondern eher was fürs Herz - aber in Momenten, in denen es eben auch mal sowas sein muss, sind die sehr geeignet. Daher freue ich mich auf dieses neue Buch von ihr, das im April jedoch erst als Ebook erscheint, die Taschenbuch-Ausgabe kommt später im Jahr. Romantisch wird es sicher auch in "Royal Blue", in dem sich der britische Kronprinz in den amerikanischen Sohn der Präsidentin verliebt. Mal was anderes, ich bin gespannt. Und in "Verliebt in deine schönsten Seiten" tauschen zwei Schriftsteller, die mit Schreibkrisen zu kämpfen haben, kurzerhand ihre Romane und schreiben diese weiter. Klingt auch nach Feel-Good-Lektüre. 
Nach Schmöker-Roman klingt schließlich auch "Die kleinen Geheimnisse des Herzens", das ich mir hier als letzte Neuerscheinung unter den vielen ausgesucht habe. Dabei spielen Freundschaften und Lebensentscheidungen eine große Rolle. 

Habt ihr Bücher, auf die ihr im April sehnsüchtig wartet?


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