Samstag, 7. September 2024

"Die Tage des Wals" - Elizabeth O´Connor

Karl Blessing Verlag, 2024

24,00 Euro

Übersetzerin: Astrid Finke



Worum geht´s?

1938: Auf einer abgelegenen Insel vor der walisischen Küste träumt die achtzehnjährige Manod von einer Zukunft auf dem Festland. Als ein Wal strandet, ist er für die kleine Gemeinschaft von Fischern nicht nur ein schlechtes Omen, sondern spült auch Edward und Joan aus Oxford an, die auf der Insel ethnografische Studien betreiben möchten. Manod ist fasziniert von ihnen und wird, klug und zielstrebig wie sie ist, zu deren Übersetzerin und Gehilfin. Doch was als Zweckgemeinschaft begann, nimmt eine folgenreiche Wendung, als daraus eine Freundschaft wird, die aufgeladen ist mit Hoffnungen und Sehnsüchten.




Meine Meinung

Genauso plötzlich, wie man in die Geschichte hinein geworfen wird, ist sie auch wieder vorbei. Für ein paar Wochen, eher Monate, im Jahr 1938 begleitet man die Bewohner einer unbenannten Insel bei ihrem Leben und Tun irgendwo zwischen Großbritannien und Irland, vielleicht auch etwas nördlicher - man erfährt es nicht. Das ganze beginnt, als ein toter Wal angeschwemmt wird, der es nicht wieder aufs offene Meer hinaus geschafft hat. Dieser Wal führt zwei Forscher aus England auf die Insel, Edward und Joan, die die Insulaner und ihre Lebensweisen in der kargen, schroffen, abgelegenen Welt der Nordatlantikinsel studieren und protokollieren möchten.

Wir als Leser begleiten die Geschehnisse aus der Perspektive von Manod, einer 18-jährigen Bewohnerin, die zusammen mit ihrem Vater und ihrer jüngeren Schwester auf der Insel lebt. Sie kennt die Eigenheiten der Inselbewohner, ihre Traditionen und Lebensweisen, die die kleine Inselgesellschaft auszeichnen und seit sie alle denken können, am Leben halten. Dieses Leben ist einfacher, langsamer und mühsamer als jenes, das die Menschen vom Festland kennen, die gemeinsam mit dem Fortschritt das nächste Kriegsjahrzehnt im Jahrhundert begehen. Auf der Insel munkelt man bestenfalls etwas davon, dass es irgendwo Krieg geben könnte. Manod kennt die Insel und ihre Bewohner in- und auswendig, will aber eigentlich nur weg von da, ist des Insellebens müde, will London und Paris sehen und am liebsten studieren. Diese Chance scheint mit dem Auftauchen von Edward und Joan plötzlich zum Greifen nah.

Ehrlicherweise weiß ich nicht so recht, was ich von "Die Tage des Wals" halten soll. Schon allein in der Aufmachung fand ich es wenig ansprechend. Es besteht aus kurzen Kapiteln, die teilweise nicht mal die Hälfte einer Buchseite einnehmen. Die Einteilung in Kapitel erschien mir meist willkürlich. Es folgt eine Darlegung einzelner, meist lapidarer Episoden im Leben der Inselbewohner. Natürlich spiegelt genau diese Eintönigkeit das reale Leben der Bewohner wahrscheinlich auf ideale Weise wider. Trotzdem habe ich mir einfach mehr gewünscht. Es sind bloße Aneinanderreihungen über Handlungen, Dinge, die Manod tut. Kaum Gedankenwelt, geschweige denn Einblicke in ihre Gefühle. Teils kann man sich ihre Frustration über ihren Wunsch, wegzugehen, selbst denken. Aber hier kommt irgendwie nichts bedeutendes rüber, alles ist so sachlich und banal wie nebenbei aufgeschrieben. 

Manod ist auch eine schlechte Heldin, die nichts selbst in die Hand nimmt, sich über den Tisch ziehen lässt, am Ende dumm da steht und irgendwie nichts umsetzen kann von ihren Hoffnungen. Sie ist als Romanfigur völlig unnahbar. Es gibt für Manod genauso wenig Entwicklung wie für die ganze Insel, auf der sie lebt, und wie für die Bewohner. Das höchste, was passiert, ist, dass gelegentlich einer aufs Festland zieht, auf der Suche nach Arbeit oder einem neuen - wetterdichten - Zuhause. Ich glaube, das entspricht vermutlich sehr der Realität, das muss man der Autorin zugute halten. Genauso wie ihr Vorwort, in dem sie kurz darlegt, dass es viele solcher kleinen bewohnten Inseln gab und gibt, die fernab der Weltgeschehnisse ihre Jahre ins Land gehen lassen, nur vom Fischen und der Schafzucht leben, wie eine kleine Inselblase im großen Weltengetriebe. Das mag alles sachlich korrekt sein. Für einen Roman ist es aber in meinen Augen zu wenig. Am Ende sitze ich da, schlage die letzte Seite um und frage mich wirklich, was ich mit dieser Geschichte machen soll, wofür sie gut ist. Zur Unterhaltung nicht, zur moralischen Entwicklung nicht, zur Entdeckung neuer Reiseziele nicht. Ich schätze, ich werde mich an "Die Tage des Wals" in einigen Wochen nicht mehr erinnern können.

Sonntag, 31. März 2024

"Twelve secrets" - Robert Gold

Goldmann Verlag, 2024
16,00 Euro


Worum geht´s?
Ben Harpers Leben änderte sich für immer, als sein älterer Bruder scheinbar grundlos von zwei Klassenkameradinnen getötet wurde. Der kaltblütige Mord schockierte damals die Welt und katapultierte Bens Familie und ihre idyllische englische Heimatstadt Haddley ins Rampenlicht der Medien. Zwanzig Jahre später ist Ben einer der besten Journalisten des Landes und lebt wieder in Haddley. Als ein Mordfall neue Hinweise zum Tod seines Bruders liefert, beschließt Ben, zusammen mit der Polizistin Dani Cash der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Doch je mehr er in die Ermittlungen eintaucht, desto verdächtiger werden diejenigen, die ihm am nächsten stehen …



Meine Meinung
"Twelve secrets" ist - wie der Name schon sagt - voller Geheimnisse. Diese beziehen sich dabei mitnichten nur auf Hauptprotagonist Ben und seine Geschichte, wobei diese allein schon bedauernswert und geheimnisvoll genug erscheint. Als kleiner Junge musste er miterleben, wie sein älterer Bruder auf kuriose Weise ermordet wurde. Einige Jahre später bringt sich dann noch seine Mutter aus heiterem Himmel um. Heute ist Ben Journalist und schreibt über mysteriöse Mord- und Todesfälle. Nur mit dem Fall seiner eigenen Geschichte will er sich zunächst nicht so wirklich auseinander setzen. Dann werden eines Tages verschiedene Ereignisse ins Rollen gebracht und für den Leser decken sich diese "12 Geheimnisse" auf. Diese betreffen diverse Personen in Bens Umfeld und in seiner Heimatstadt. Autor Robert Gold wählt zudem verschiedene Zeitebenen, auf denen er die Geschehnisse in Rückblicken und im Jetzt erzählt. Alles etwas verwirrend, muss ich gestehen. 
Ich hatte Glück, ich konnte "Twelve Secrets" relativ gut an einem Stück lesen ohne größere Unterbrechungen. Ich denke, bei diesem Buch ist man schnell in der Handlung raus, wenn man sie nicht kontinuierlich liest, daher ist das ein wirklicher Rat für alle, die das Buch gern lesen möchten: Lest es am besten in einem Rutsch. Das fällt an sich nicht schwer, denn die Geschichte ist gut und ausreichend spannend, dass ich tatsächlich wissen wollte, wie sich am Ende alles auflöst. 
Durch die vielen Zeit- und Personenperspektiven ist das ganze schnell und dynamisch, zugleich blieben manche Figuren in meinen Augen dadurch aber recht oberflächlich und klischeehaft. Hier und da hätte ich mir mehr Informationen und mehr Zeit zur Entwicklung für einzelne Personen gewünscht. Vor allem für die Polizistin Dani Cash, die irgendwie auch ihre eigene (bemitleidenswerte) Story auf den Leib geschrieben bekommen soll. Genau das gelingt dem Autor meiner Meinung aber nicht wirklich. Dani blieb mir ziemlich fremd, was ich schade fand. Scheinbar ist "Twelve Secrets" ein Reihenauftakt; wenn ich es richtig verstehe, sind mehrere Bücher um Ben Harper geplant. Vielleicht hat dann auch Dani mehr Auftritte und bekommt mehr Raum und Persönlichkeit verliehen. Wünschenswert wäre es.

Insgesamt ein guter Thriller, der zu unterhalten weiß, den man im besten Fall aber ohne große Unterbrechungen lesen sollte, um nicht den roten Faden zu verlieren.  

Freitag, 1. März 2024

Freitagsgedanken: Tage in Venedig

In der letzten Woche war ich einige Tage lang in Venedig, Urlaub machen. Es war ziemlich schön, bis auf die Tatsache, dass ich mir eine dicke Erkältung mitgebracht habe. So kalt war es vor Ort gar nicht, aber vermutlich habe ich auf den Booten auf dem Canal Grande dann doch etwas zuviel Zugluft abbekommen.
In Venedig war ich vor ziemlich genau 20 Jahren schon einmal, allerdings nur für einen Tag. Und an einem Tag sieht man natürlich nicht viel. Wir sind damals von einer Stadtführerin, die uns im Schweinsgalopp durch Venedig geführt hat, zu manchen Sehenswürdigkeiten gebracht worden, ich habe aber eigentlich nur noch verschwommene Erinnerungen an einen unter Wasser stehenden Markusdom im Kopf, den wir auf Brettern durchqueren mussten.

Die Wahrzeichen der Stadt, gesehen von der gegenüberliegenden Insel: der Campanile, der Dogenpalast und dahinter der Markusdom 

Dieses Mal wollte ich unbedingt vorbereiteter sein und mich schon vorher schlau machen, was mich in der Stadt erwarten würde. Venedig ist irgendwie gerade deshalb so besonders, weil diese Stadt so ganz anders ist als jede andere "herkömmliche", die man so kennt. Am ehesten kommt da vielleicht noch Amsterdam dran mit seinen vielen Grachten und Wasserwegen. Aber selbst in Amsterdam gibt es Autos und normale Straßen. Und Unmengen an Fahrrädern. 


In Venedig gibt es keine Straßen, keine Autos und keine Fahrräder. Es ist so schräg, dass in dieser Stadt wirklich alles nur über die Wasserwege funktioniert. Jeglicher Transport, jede Lieferung, jedes Bauteil, jede Müllabfuhr, sogar jede Kläranlagenreinigung - alles wird über Boote erledigt. Wenn man das mal ein paar Tage bewusst miterlebt, wird einem klar, wie entschleunigt diese Stadt tatsächlich ist - und wie hektisch es somit anderswo zugeht. Zugleich ist Venedig natürlich immer überlaufen von Touristen. Ich kann mich nicht davon ausnehmen, ich war ja selbst Touristin die Tage. Aber ich war letztlich ziemlich froh, dass ich jetzt im Februar und nicht erst in Richtung Sommer dort war, denn ich glaube, da kann man keinen Schritt mehr machen vor lauter Menschen. So hatte ich die Möglichkeit, manche Sehenswürdigkeit, viele Gemälde und Kunstgegenstände doch zumindest kurz in Ruhe anschauen zu können, ohne gleich wieder Platz für den nächsten machen zu müssen. 

Blick aus der Seufzerbrücke

Ich fand Venedig toll, wobei mich ja erfahrungsgemäß Kunst, Kultur und Geschichte begeistern können. Um Menschenmengen, Lärm und Party mache ich einen Bogen, ich gehe dann lieber in ein Museum oder schaue mir eine Kirche an, auch wenn ich absolut nicht gläubig bin. Davon gibt es in Venedig ja unzählige. Total begeistert war ich von der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari, in der man ziemlich beeindruckende Mausoleen und Grabmäler bewundern kann, u.a. von dem Maler Tizian oder dem Architekten Canova, - und ja, mir ist bewusst, wie makaber das klingt. Aber da war ich sehr sprachlos in dieser Kirche und das geht bestimmt vielen Besuchern so. Ziemlich kunst-überfrachtet fand ich dagegen z.B. die Scuola Grande di San Rocco, das Gebäude einer der vielen Bruderschaften, die sich über die Jahrhunderte in Venedig gebildet haben. Darin wimmelt es nur so von Kunstwerken von Tintoretto, und irgendwann kann man sie dann auch gar nicht mehr auseinander halten. Das volle Touri-Programm bekommt man natürlich, wenn man den Markusdom und den Dogenpalast mit der Seufzerbrücke besucht, die Wahrzeichen der Stadt. Viel Geschichte, viel Kunst, viel Drama, aber durchaus interessant. Manche Gebäude machen von außen mehr her als von innen, so ging es mir zumindest z.B. in der Kirche Santa Maria della Salute, von der war ich innen eher enttäuscht, aber von außen sieht sie echt beeindruckend aus. 

Große Kunst, wohin man sieht

Empfehlenswert ist auch definitiv eine Fahrt durch den Canal Grande, die Lebensader von Venedig. Da sieht man alle für Venedig typischen Palazzi, die daran entlang gebaut wurden, der älteste ist aus dem 14. Jahrhundert. Das muss man aber nicht zwingend in einer Gondel tun (voll das Klischee), sondern kann auch bequem in eins der vielen Boote der städtischen Transportlinie steigen, die alle Viertelstunde fahren.
Ich habe jedenfalls viel gesehen und gehört in den 5 Tagen, die ich dort war. Auch lecker gegessen natürlich. Ich habe mir bereits vor der Fahrt überlegt, welches Buch ich als Lektüre mitnehmen würde (mal ehrlich, ich fahr doch nicht ohne Buch in den Urlaub) und habe mich in weiser Voraussicht für einen Roman entschieden, der in Venedig spielt: "Die venezianische Geliebte" von Christi Phillips. Es hat total Spaß gemacht, das Buch vor Ort zu lesen, weil ich genau die Schauplätze, die erwähnt werden, in den Tagen gesehen und selbst besucht habe. Das macht Lesen direkt viel lebendiger. Das Buch ist übrigens auch wirklich nicht schlecht, für alle, die gern schmöker-ige Romane lesen, die zumindest teilweise historisch sind. Hier werden einige reale Geschehnisse um 1617/1618 in Venedig aufgegriffen.

Der Canal Grande (an einem trüben Tag)

Ich könnte noch lange weiter von Venedig erzählen, aber soweit erstmal für heute. 
War schon einmal jemand von euch in Venedig? Was hat euch besonders gut gefallen?

Sonntag, 31. Dezember 2023

Jahresrückblick 2023

2023 war ein komisches Jahr für mich. Obwohl es wichtige Entscheidungen und Entwicklungen gab im Laufe der Monate, habe ich das Jahr als endlosen Stillstand erlebt, als ein auf-der-Stelle-treten. Zudem war 2023 gesundheitlich absolut nicht mein Jahr. Ständig war irgendwas. (Wenn ein Jahr damit endet, dass man sich einen Zahn ziehen lassen muss, ist es einfach ein Jahr zum Vergessen.) 
Natürlich gab es auch gute oder stolze Momente - so kann ich z.B. verkünden, dass ich im Frühjahr meine Psychotherapie-Weiterbildung abgeschlossen habe und nun approbierte Psychologische Psychotherapeutin im Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie bin - um es mal ganz genau zu nehmen.
Ich hab ein paar tolle Tage in Amsterdam gehabt und mir fast das komplette künstlerische Werk von Vermeer im Rijksmuseum anschauen können. Ansonsten hat es urlaubsmäßig bei mir in diesem Jahr aber nicht so wirklich geklappt, fast alles ist ins Wasser gefallen, wegen Krankheit oder wegen anderer wichtigerer Termine. Das war ziemlich enttäuschend und ich beende dieses Jahr tatsächlich, ohne zwischendrin mal die Möglichkeit zur Erholung oder Entspannung gehabt zu haben. 2024 geht genauso weiter, das finde ich wenig erbaulich. 
Mit dem Monat Januar hadere ich aber ohnehin jedes Jahr ein wenig. Das ist ein schrecklich langer, grauer Monat, in dem auch noch der einzige Feiertag (6.1.) auf einen Samstag fällt; die schöne Vorweihnachtszeit ist vorbei, vor einem liegen Wochen und Wochen voller Arbeit, das nächste Highlight lässt noch auf sich warten, und in diesem Jahr hat die Bahn schon mal vorsorglich Bahnstreiks angesagt - prima für alle Berufspendler :( Vorsätze mache ich mir keine (es sei denn, man zählt dazu, dass ich mehr Obst essen will, weil (s.o.) mein Immunsystem in diesem Jahr ziemlich im Eimer war), mache ich mir schon seit vielen Jahren nicht mehr. Es lebt sich angenehmer ohne Vorsätze ;)

Für den Bereich "Lesen" habe ich dennoch vor einigen Tagen mal ein wenig online nach Challenges und Blogaktionen gesucht (zählt ja irgendwie auch als Vorsatz, daran teilzunehmen). Ich muss aber sagen, dass ich eigentlich nichts gefunden habe, was mich direkt angesprochen hat. Manche Challenges haben ganz interessante Grundideen, sind dann in der Umsetzung aber einfach nicht mehr mein Fall. Ich will mich beim Lesen nicht stressen. Daher fällt für mich alles raus, was umständliche Punktevergaben hat, am liebsten noch Sonderlose und -punkte pro Monat, so-und-soviele gelesene Bücher im Monat voraussetzt, oder auch was zwingend Rezensionen verlangt. Ich weiß, ich könnte hier auf dem Blog echt mal wieder mehr rezensieren, aber auf sowas verpflichtendes habe ich keine Lust.
Mein eigenes Lesebingo zu reaktivieren, danach ist mir auch nicht so wirklich. Daher beschränke ich mich in diesem Jahr wahrscheinlich einfach darauf, endlich mal ein paar Bücher zu lesen, die ich schon lange im Hinterkopf habe. Ich werde die mal hier auflisten, aber eben eher für mich selbst.


Habt ihr Buch- oder Blogpläne in diesem Jahr? Gibt´s irgendwo nette Challenges oder Aktionen, an denen ihr teilnehmt?


Ansonsten ein kleiner buchiger Rückblick auf das Jahr 2023:
Ich habe insgesamt 68 Bücher gelesen, heute wird wohl auch keins mehr dazu kommen. 2023 habe ich mich (für meine Verhältnisse) viel an Buchreihen aufgehalten. Teilweise habe ich zu mir bereits bekannten gegriffen (z.B. Harry Potter, die Raven Boys oder Lockwood & Co.), teilweise habe ich mich aber auch bewusst auf was neues gestürzt. Also, nicht neu im Sinne von "gerade erst erschienen"; nein, da hänge ich ja meistens eher hinterher. Für mich neu. Ich hatte mich in Band 1 der "Chroniken der Verbliebenen" festgelesen und mir aus Begeisterung über die Geschichte direkt auch die Teile 2-4 bestellt. Band 4 davon ist noch nicht gelesen, das will ich 2024 noch machen. Ebenso habe ich die Reihe um die Archäologin Dr. Ruth Galloway von Elly Griffiths für mich entdeckt - auf Anraten meiner Mutter, die diese Reihe liebt. Einmal angefangen, konnte ich das gut verstehen und habe ein Buch nach dem anderen gelesen, mittlerweile bin ich bei Teil 11 angelangt. Leider sind nur die Teile 1-8 ins Deutsche übersetzt worden. Die restlichen Bücher der 15-bändigen Reihe gebe ich mir auf Englisch.
Gefallen hat mir auch die Kinderbuchreihe "Rory Shy" von Oliver Schlick, von der ich die ersten 5 Teile nacheinander gelesen habe. Teil 6 erscheint 2024.
Übers Jahr habe ich mir immer mal wieder ein Buch aus Neyashas 12 Monate- 12 Bücher Challenge anrechnen können, aber längst nicht in jedem Monat. Geschafft habe ich 8/12 Aufgaben.
Ich habe gute Bücher im Jahr 2023, jedoch eher wenige, von denen ich total begeistert war und die mir deswegen im Kopf bleiben werden. Da kann ich eigentlich nur folgende nennen:

Highlights 2023
- "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson
- "Totenpfad" von Elly Griffiths
- "Die Bücher, der Junge und die Nacht" von Kai Meyer

Hier mein alljährlicher kurzer Überblick:

Die meisten Lacher
... gab es bei "Rico, Oscar und die Tieferschatten" von Andreas Steinhöfel. Ich war irgendwie neugierig auf diese Kinderbuchreihe und habe mich beim ersten Teil - der ein erstaunlich ernstes Thema behandelt - sehr amüsiert.

Das schönste Pärchen
Ich mag die Story um Esta und Harte (aus "Der letzte Magier von Manhattan" von Lisa Maxwell) und lese gerade auch parallel zu anderen Büchern die Fortsetzung, die in den 20ern in New York spielt. Sehr gern habe ich auch die Story um Lia und Rafe gelesen ("Die Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson), ich hab richtig mitgefiebert. Wie gesagt, die ersten drei Teile habe ich schon durch, mir fehlt mit Teil 4 noch das Finale.

Das fieseste Ende
... gab es bei "Amazement Park" von Kiersten White. Eigentlich nicht wirklich "fies", aber irgendwie so schräg, dass mir ein bisschen der Mund offen blieb.

Das beste Abenteuer
... habe ich bei "Unearthed" von Amie Kaufman & Meagan Spooner gelesen. Ich habe von dem Buch, für das meiner Meinung nach irgendwie kaum Werbung online gemacht wurde, zumindest hatte ich vorher nie davon gehört, bis ich es durch Zufall in der Hand hielt, anfangs nicht viel erwartet. Aber dann bekam ich eine wirklich spannende, kuriose und abwechslungsreiche Abenteuergeschichte, die ein wenig an Indiana Jones im Weltall erinnert. Das einzige, was mich hier massiv gestört hat: dass die Helden mal wieder nur ganze 16, 17 Jahre alt sein sollten, was in meinen Augen einfach nur lächerlich war. Zielgruppen-Orientierung der Verlage schön und gut, aber glaubwürdiger werden solche Stories dann eben doch, wenn die Helden einfach schon ein paar Jahre mehr Lebenserfahrung haben.

Der gemeinste Cliffhanger
Den gab es zum Ende von "Das Herz des Verräters" von Mary E. Pearson sowie bei "Der letzte Magier von Manhattan" von Lisa Maxwell. Ich kann jedem, der die Reihen vielleicht starten will, nur empfehlen, sich gleich die Fortsetzungen bereit zu legen.

Die meisten Tränen
... gab es dieses Jahr nicht. Ich habe wirklich bei keinem einzigen gelesenen Buch ein Tränchen verdrücken müssen.

Viel Wirbel um nichts
"Morgen, morgen und wieder morgen" von Gabrielle Zevin war ja tatsächlich monatelang in aller Munde. Gefühlt alle fanden es toll. Und ich fand es einfach nur langweilig und belanglos. Irgendwie hat mich die Story überhaupt nicht abgeholt und die größte Farce fand ich, dass manche Leser/Seiten dieses Buch tatsächlich mit "Ready Player One" verglichen haben - nee, beim besten Willen nicht. Ich hab dieses Buch hier nur sehr quergelesen, um die grobe Story mitzubekommen. Direkt nach dem Zuklappen habe ich es weggegeben, weil ich sowas ödes gar nicht behalten mag.
Enttäuscht hat mich auch "Verlorene der Zeiten" von Amal El-Mohtar und Max Gladstone. Auch hier haben wirklich viele viele von geschwärmt, über die Idee, über die Umsetzung. Stimmt schon, die Idee war tatsächlich mal was anderes, die Art, wie die Kapitel so quer aufeinander aufbauten, war interessant. Aber spannend fand ich die Geschichte leider überhaupt nicht. Mich hat das gar nicht gereizt, da weiter zu lesen. Auch hier bin ich irgendwann dazu übergegangen, nur noch absatzweise zu lesen. Große Enttäuschung für mich.

Am meisten gelernt
Wie gesagt hatte ich im Frühjahr meine Abschlussprüfungen für die Psychotherapie-Weiterbildung. Top Grundlage zur Vorbereitung und zum Lernen ist "Das Repetitorium" von Miki Kandale & Kai Rugenstein. Da drin ist kompakt alles, was man als Psychotherapeutin wissen muss. Daher habe ich damit ziemlich viel gelernt.
Viel inhaltlich mitgenommen habe ich zudem aus "Florentia" von Noah Martin und "Die Bibliothek des Wahnsinns" von Edward Brooke-Hitching, das ich übrigens erst zu Weihnachten bekommen habe, aber schon sehr viel darin geschmökert habe angesichts all der Kuriositäten, die darin enthalten sind.

Die größte Überraschung
... hatte ich mit dem Graphic Novel "Hubert" von Ben Gijsemans. Ich lese ja quasi kaum Graphic Novels - leider, wie ich einmal mehr festgestellt habe. Das muss ich mal ändern. Diese Geschichte hier über den einsamen, aber kunstinteressierten Hubert ist mir sehr zu Herzen gegangen. Die Zeichnungen waren trotz aller Schlichtheit echt beeindruckend, weil sie so sehr Emotionen transportiert und bei mir selbst das Kopfkino angestellt haben. Echte Empfehlung!


Welche waren denn eure Favoriten oder größten Überraschungen, die ihr im Jahr 2023 gelesen habt?



Mittwoch, 4. Oktober 2023

Lese-Update

Oktober!! Endlich ein anständiger Monat mit erträglichen Temperaturen, sag ich da nur :D

Oktober ist der Startschuss für den Herbst, eine Jahreszeit, die ich liebe und die unmittelbar in eine andere geliebte Jahreszeit übergeht, nämlich die Vorweihnachtszeit. Aber gut, soweit sind wir ja noch nicht.

Ich hatte wirklich nicht vor, so lange hier nichts zu posten. Der letzte Beitrag ist vom Juli, herrje. Dazwischen lagen viele Wochen, die voll waren mit arbeiten, mit viel zu warmen Tagen, mit einem kaputten Laptop, mit wenig Zeit zum Verschnaufen und Ausruhen, dafür aber mit vielen gelesenen Büchern. An denen wollte ich euch auch teilhaben lassen, aber meine Motivation, mich an den Laptop zu setzen und darüber zu schreiben, war so minimal, dass ich mich dazu echt nicht aufraffen konnte. Was mich rückblickend echt ärgert, denn das ein oder andere Buch hätte ich hier auf dem Blog schon ganz gern mal vorgestellt. Vielleicht mache ich das noch. Mir ist nur meistens die freie Zeit zu schade, um sie vor dem Laptop zu verbringen. In der Zeit lese ich dann doch lieber. (Schlechter Zustand, um einen Blog zu führen, ich weiß.)

Im Kopf geblieben sind mir z.B. "Amazement Park" von Kiersten White, weil es echt schräg war. Oder auch "Ingenium" von Danielle Trussoni, das mich allerdings mit eher gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. "Ingenium" war als Buch in der Schmökerbox Noir, die ich mal testen wollte, und mit der ich eigentlich auch ganz zufrieden war. 


Außerdem lese ich mich seit ein paar Wochen durch die Ruth Galloway-Reihe von Elly Griffiths, die ich total liebe! Dr. Ruth Galloway ist forensische Archäologin in Norfolk in England und arbeitet bei verschiedenen Fällen mit der dortigen Polizei zusammen. Mit DCI Nelson verbindet sie bald auch ein bisschen mehr als nur die Arbeit. Die Buchreihe ist herrlich und kurzweilig geschrieben. Ich mag den Charakter von Ruth, ihren Wortwitz und dass sie, gerade weil sie manchmal so "anti" ist, vollkommen authentisch ist. An der Buchreihe mag ich aber auch sehr die Nebenfiguren, weil gerade alle zusammen ein herrliches Gespann abgeben, die die Handlung von Buch zu Buch tragen. Ich habe die ersten 8 Bücher inhaliert, war leider viel zu schnell durch, denn der deutsche Verlag (Rowohlt) hat bisher von den 15 Teilen der Buchreihe nur diese 8 übersetzt. Und irgendwie macht es den Anschein, dass nicht weiter übersetzt wird. Also habe ich mir jetzt Teil 9 auf Englisch besorgt und fange gerade damit an. Meine Befürchtungen, diverse archäologische Begriffe und historische Zusammenhänge nicht komplett zu verstehen, sind zumindest in den ersten Kapiteln unbegründet - mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Kennt ihr die Reihe um Ruth Galloway?

Außerdem habe ich mir neulich kurzerhand ein anderes Buch aus meinem Regal geschnappt, das schon viel zu lange dort stand, nämlich "Rory Shy" von Oliver Schlick. Rory Shy ist ein Privatdetektiv, der seinem Namen nur zu sehr alle Ehre macht: er ist fürchterlich schüchtern. Zu schüchtern eigentlich, um zu ermitteln, um Befragungen durchzuführen, um anderen auf die Pelle zu rücken, wenn es ums Aufdecken der Wahrheit geht. Glücklicherweise trifft er auf die 12-jährige Matilda, die alles andere als auf den Mund gefallen ist - wo Rory zu schüchtern ist, quatscht sie die Leute in Grund und Boden. Die beiden passen also gut zusammen und ermitteln so in verschiedenen Fällen zusammen. Teil 1 dieser Buchreihe hat mir gut gefallen, sodass ich direkt mit Teil 2 weitermache. Die Reihe ist vermutlich eher für etwas jüngere Leser geschrieben, aber auch als Erwachsener amüsiert man sich köstlich, wenn man Rory erlebt, wie er sich windet angesichts der Vorstellung, mit anderen reden zu müssen, und im Anschluss einen sehr dünnen, "schüchternen" Kaffee zu trinken. Kann ich sehr empfehlen, die Bücher.

Außerdem fange ich gerade an mit "Die Bücher, der Junge und die Nacht" von Kai Meyer. Darauf bin ich gespannt, das liegt schon seit Erscheinen bei mir herum; jetzt wird´s mal Zeit, auch weil ich finde, die Beschreibung klingt irgendwie nach Herbstbuch. Außerdem liest Kai Meyer Anfang November in der Nähe meines Wohnortes aus dem Folgebuch ("Die Bibliothek im Nebel") vor, daher will ich mich mal ranhalten und dieses hier erst gelesen haben. 


So. Das war ein kurzes Lese-Update meinerseits. Ich nehme mir fest vor, in den nächsten Wochen wieder häufiger was zu schreiben über Gelesenes, Gefundenes und Gedrucktes. Habt ihr Leseempfehlungen für den Herbst?


Sonntag, 2. Juli 2023

Das "Dicke Bücher Camp" 2023

Oha! Es ist Juli, liebe Leute, was mich persönlich ja ausschließlich deshalb freut, weil damit der Herbst wieder in greifbarere Nähe gerückt ist - zumindest wenn man diese Hitzewochen dann irgendwann hinter sich gebracht hat. Sommer und ich, schon immer ein leidiges und launiges Thema, ich würde die Jahreszeit am liebsten nur irgendwo im kalten Schatten verkrümelt verbringen...

Aber im Juli und August gibt es immerhin eine Lesebesonderheit, denn da läuft auf Instagram das "Dicke Bücher Camp" von Marina (@nordbreze). In den letzten Jahren habe ich immer mitgemacht, auch dieses Jahr bin ich mit dabei. Die Idee der Aktion ist, sich in den beiden Monaten insbesondere dicken Büchern zu widmen, also solchen, die mehr als 500 Seiten haben. Die werden ja sonst von manch einem ganz gern mal vergessen oder zugunsten schmalerer Bücher beiseite gelegt, weil man die dünneren Werke natürlich schneller schafft (zumindest in der Theorie). 


Ich hab einige dicke Wälzer in den Regalen und scheue mich auch nicht davor, diese zu lesen. Für den Juli und August habe ich mal diese hier rausgesucht, könnten aber genauso gut auch andere sein. Diese hier sind alle relativ neu und erst vor kurzem erschienen (mit Ausnahme vom neuesten Strike-Band) - vielleicht bekomme ich im Laufe der Wochen auch eher Lust, zu einem älteren Buch zu greifen. Die größte Schwierigkeit in den nächsten beiden Monaten dürfte für mich eher sein, überhaupt zum Lesen zu kommen, denn ich habe in diesen Wochen nicht einen einzigen Tag frei. Während soviele andere in den Urlaub fahren oder Ferien haben, muss ich jeden Tag arbeiten. Das Los der einzigen Mitarbeiterin ohne Kind in einem 6er-Team :/ 

Naja, mein Urlaub kommt dafür später im Jahr, und auch da werden sich Bücher finden, die gelesen werden wollen.

Macht jemand von euch beim #dickebüchercamp mit?


Dienstag, 27. Juni 2023

"Morgen, morgen und wieder morgen" - Gabrielle Zevin

eichborn Verlag, 2023

25,00 Euro



Worum geht´s?

Mitte der 90er-Jahre in Massachusetts: An einer U-Bahn-Station trifft Sadie, hochbegabte Informatikstudentin und angehende Designerin von Computerspielen, ihren früheren Super-Mario-Partner Sam wieder. Die beiden beginnen, gemeinsam an einem Spiel zu arbeiten, und schnell zeigt sich, dass sie nicht nur auf freundschaftlicher, sondern auch auf kreativer Ebene ein gutes Team sind. Doch als ihr erstes gemeinsames Computerspiel zum Hit wird, brechen sich Rivalitäten Bahn, die ihre Verbundenheit zu bedrohen scheinen.

Ein Jahrzehnte umspannender Roman über Popkultur und Kreativität, Wagnis und Scheitern, über Verlust und über die Magie der Freundschaft.


Meine Meinung

Wenn John Green über dieses Buch tatsächlich gesagt hat "Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe", dann tut er mir eigentlich ein bisschen Leid, denn dann hat er scheinbar noch nicht so viel gutes in seinem Leben gelesen. Was nicht heißen soll, dass "Morgen, morgen und wieder morgen" schlecht wäre oder ein "nicht gutes Buch". Nein, es ist ok. Es ist in meinen Augen aber den ganzen Hype nicht wert, der seit Monaten darum gemacht wird. Ich zumindest habe der Geschichte offenbar nicht so viel bedeutendes und augenöffnendes entnehmen können, dass es mich nachhaltig beeindruckt hätte.

Die Story um Sam und Sadie ist ganz nett zu lesen, mir persönlich aber leider viel zu langatmig. Ich habe schon nach etwa 50 Seiten nicht mehr so richtig Lust zum Weiterlesen gehabt, habe dann entsprechend auch andere Bücher dazwischen geschoben und mich schnell dabei erwischt, wie ich Seiten in "Morgen, morgen und wieder morgen" überblätterte. Teils bin ich in der Geschichte mal eben 30-40 Seiten vorgesprungen und hatte absolut kein Problem, an späterer Stelle wieder einzusteigen. Und das, obwohl die Story auf mehreren Zeitebenen geschrieben ist und diese Sprünge im Erzählen mitunter auch recht wahllos geschehen. Die wesentlichen Eckpunkte der Geschichte habe ich mitbekommen: die Freundschaft, der Neid, die Missgunst, das Vermissen, das Nicht-ohne-Einander-Sein-Können zwischen Sadie und Sam. Gar nicht mal so auf eine gezwungene romantische Art, und das rechne ich Gabrielle Zevin in dem Kontext hoch an, in dem es weniger um die Liebe, sondern eher um die berufliche Entfaltung und Verwirklichung von Träumen geht. 

Richtig auf die Kosten kommen sicher diejenigen, die hier auch jede Menge der erwähnten Spiele kennen und vielleicht selbst gespielt haben. Ich bin keine typische Gamerin, eher eine "Wohlfühl-Spielerin in fremden Welten", weshalb ich Sadies Vorliebe für ein Spiel wie "Harvest Moon" in der Tat gut nachvollziehen konnte. Ansonsten kannte ich viele der genannten Spiele nicht, auf die sich hier bezogen wird, aber das war letztlich auch ok.

Das ganze Buch war ok - aber in meinen Augen eben nicht mehr. Bei mir hat es wenig Eindruck hinterlassen und ich bezweifle, dass ich mich in ein paar Wochen oder Monaten an wesentliche Inhalte der Story noch werde erinnern können. Insofern kann ich persönlich John Green mit seinem Ausspruch nicht zustimmen.


Sonntag, 11. Juni 2023

"The Unhoneymooners" - Christina Lauren

everlove Verlag, 2023

15,00 Euro




Worum geht´s?

Olive Torres ist der Pechvogel der Familie: Von unerklärlichen Missgeschicken verfolgt scheint ihr Leben geradezu absurd verhext. Ganz anders als das Leben ihrer Zwillingsschwester, die sogar ihre gesamte Hochzeit durch Gewinnspiele und perfekt getimte Rabattcoupons finanzieren konnte. Aber Olive gönnt ihrer Schwester das ganze Glück, und sie freut sich auf die Hochzeit. Es gibt allerdings jemanden, der ihr die Vorfreude verdirbt: ihr Erzfeind, Ethan Thomas, der Trauzeuge ihres zukünftigen Schwagers. 

Doch dann bekommt die gesamte Hochzeitsgesellschaft eine Lebensmittelvergiftung. Nur Olive und Ethan bleiben verschont. Plötzlich sind sie die Einzigen, die die nicht verschiebbare Hochzeitsreise nach Hawaii antreten können, und Olive will verdammt sein, wenn Ethan das Paradies allein genießen darf! Sie einigen sich auf einen vorübergehenden Waffenstillstand und fliegen gemeinsam nach Maui. Der Haken: Vor Ort müssen sie so tun, als seien sie ein verliebtes Paar in den Flitterwochen. Doch zu ihrer Überraschung stellen sie bald fest, dass es gar nicht so schwer ist, so zu tun, als ob...


Meine Meinung:

"The Unhoneymooners" habe ich an einem (nämlich diesen) Wochenende runtergelesen. Das war gerade genau das, was ich zum Lesen gebraucht habe: lustig, romantisch, ein bisschen böse und schadenfroh, ein bisschen Sommer- und Urlaubsfeeling, ein bisschen herzhaft lachen. Noch dazu ist das ganze herrlich und ehrlich geschrieben; ich glaube, das hat mich am meisten begeistert: dass es nicht übertrieben und unecht daherkommt, sondern eine wirklich rundum nette Geschichte ist, die mitfiebern lässt - auch wenn man sich anhand des Genres natürlich irgendwie denken kann, wie es ausgeht. Aber ich bin schon lange nicht mehr so gut unterhalten worden wie bei den "Unhoneymooners". 

Ich habe an mancher Stelle herzhaft lachen müssen. Ich fand Olive, die Hauptfigur, sehr sympathisch mit ihren Ecken, Kanten (oder eher Kurven) und kleinen Macken. Auch Ethan, ihr Gegenpart, hat mir gefallen: lange verhasst, aber trotzdem irgendwie ein netter Kerl, wie Olive während ihres unfreiwilligen Beisammenseins im Urlaub feststellen muss. Die Funken, die sich zwischen beiden entwickeln, wurden wunderbar und authentisch von den beiden Autorinnen (ja, es sind zwei) dargestellt, deshalb wollte ich einfach immer weiter und weiter lesen. Die ganzen Kapitel, die im Urlaub auf Maui spielen, sind einfach herrlich. Wunderbare Dialoge mit Sticheleien und zunehmenden Flirts, aber auch die Gedankengänge von Olive fand ich stets passend. Dazu Beschreibungen von Partnermassagen, unliebsamen Dinnergästen, Schnorcheltouren und und und. Die Fake-Flitterwochen nehmen zwei Drittel des Buches ein, durch die man so durchfliegt. Das letzte Drittel spielt dann wieder daheim bei beiden, zurück im Alltag sozusagen, und da gab´s für mich ein paar kleine Schwächen. Viele Dialoge um wenig Inhalt, einige Missverständnisse, auch ein bisschen viel Drama. Die Story hört eben nicht einfach nach dem Maui-Urlaub auf. Das für mich etwas schwächere letzte Buchdrittel macht den Gesamteindruck aber nicht kaputt, insgesamt hat mir "The Unhoneymooners" wirklich gut gefallen und bleibt mir als herausstechendes positives Beispiel im Genre "Rom-Com", wie man heute so schön sagt, in Erinnerung.

Mittwoch, 26. April 2023

"Florentia - Im Glanz der Medici" - Noah Martin

Droemer Knaur Verlag, 2023

18,00 Euro


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Worum geht´s?

Die ganze Stadt feiert die Hochzeit von Lorenzo de' Medici, dem Sohn der märchenhaft reichen Bankiersfamilie und zukünftigen Herrscher.  

Drei der Hochzeitsgäste – Giuliano de' Medici, der ewig Zweitgeborene; die aufstrebende Malerin Fioretta Gorini und der junge, noch unbekannte Leonardo da Vinci – ahnen noch nicht, wie eng ihre Schicksale mit dem der Stadt verknüpft sind. Denn während die drei nach ihrem Platz in der Welt suchen, wird Florenz  schon bald von allen Seiten bedroht, und den Feinden der Medici ist jedes Mittel recht, die Familie zu bekämpfen. Als sich sowohl Fioretta als auch Leonardo in einen Medici verlieben, werden sie schon bald tief in ein gefährliches Spiel aus Intrigen, Politik und Verrat gezogen, das tödlich enden wird. 


Meine Meinung

Mit 16 war ich zum ersten Mal in Florenz und seitdem bin ich ein bisschen in diese Stadt verliebt. Damals in jenem Sommer habe ich mich passend zur Atmosphäre in der Stadt durch eine ganze - zugegeben schmale (sie enthielt nur die wichtigsten Daten) - Biografie über die Medici, die wohl einflussreichste Familie dieser Stadt, gelesen und war völlig hin und weg von all der Geschichte, der Kultur, all den kleinen und großen Dramen und Tragödien von Florenz und der mächtigen Familie Medici.

Noah Martin, eigentlich Kunsthistorikerin und Verlagslektorin, hat nun ein Buch über die Medici geschrieben, einen Roman, der zwar nur einen kleinen, aber wichtigen und prägenden Teil der ganzen Familiengeschichte in Florenz beleuchtet. Im Roman gehen Kunst, Kultur und Geschichte Hand in Hand, und das hat mich doch sehr interessiert, sodass ich mich richtiggehend auf dieses Buch gestürzt habe. Und leider bereits im ersten Kapitels einen Dämpfer bekommen habe. Ich bin keine wirkliche Leserin von historischen Romanen, das muss ich dazu sagen, aber wenn ich mal zu einem greife, dann erwarte ich ehrlich gesagt eine der entsprechenden Zeit angepasste Sprache, damit das ganze authentisch daher kommt. Das ist hier im Buch auch im Großen und Ganzen der Fall; allerdings war ich beim Lesen des Wortes "Sparringspartner" auf der ersten Seite des ersten Kapitels derart überrumpelt, dass ich das Buch gleich erstmal wieder zugeschlagen habe. Ich glaube kaum, dass Guiliano de Medici im Jahr 1469 schon jemals vom Wort "Sparringspartner" gehört hat. Auch bin ich mir nicht sicher, ob das heute so übliche "A****loch" schon damals wirklich ein gebräuchliches Schimpfwort war - aber gut, da kenn ich mich zu wenig aus. Aber das hat mich im Buch gestört, muss ich zugeben. 

Ansonsten ist "Florentia" eine gelungene und trotz kleiner Längen unterhaltsame Darstellung der historischen Ereignisse der für die Medici so bedeutenden Jahre um 1470/1480. Besonders gut gefallen haben mir auch die ständigen Querverweise und Verflechtungen zur Kunst von Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli (aus dieser Zeit stammt z.B. "Die Geburt der Venus"), die hier durchaus wichtige und tragende Rollen im Roman spielen. Irgendwann war ich ein bisschen erschlagen von all den historischen Zusammenhängen, welche Stadt liegt mit welcher im Clinch, wer unterstützt sich gerade, wer zieht im Verborgenen an irgendwelchen politischen Fäden usw. Hier hätte ich mir am Anfang vielleicht einen kurzen sachlichen Überblick gewünscht, um all die Fehden und Zwiste der Städte untereinander besser zu verstehen. Ich habe etwa ab der Mitte des Buches angefangen, nebenbei bestimmte Personen und insbesondere die Gemälde und Werke von Leonardo und Botticelli zu googeln, um mir besser vorstellen zu können, was ich gerade lese. Und das war sehr gut so, für mich hat das das Lesen viel wirklicher und tatsächlich spannender gemacht. Plötzlich hatten die Figuren im Buch Gesichter, denn es handelt sich ja wirklich um reale verbürgte Personen. In der Hinsicht hat die Autorin wirklich gut und viel recherchiert und Fakten spannend miteinander verbunden. 

"Florentia" hatte für mich ein paar kleine Längen, aber insbesondere die zweite Buchhälfte hat mir gut gefallen. Vor allem aber habe ich nun nach dem Lesen selbst so eine Lust, Florenz auch noch einmal selbst zu sehen, dass ich direkt meine Urlaubspläne überdenken werde.


Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Leseexemplar!


Montag, 27. März 2023

Getestet: Die Buchklopfen-Box von Hugendubel

Eigentlich bin ich kein allzu großer Freund von sogenannten Buchboxen - Überraschungs-Boxen und Kisten mit einem zuvor meist unbekannten Buch und einer Menge mal mehr, mal weniger dazu passenden Goodies. Diese kann man bestellen, teilweise im Abo, teilweise auch nur einmalig, und bekommt sie bequem nach Hause geliefert. Und kann sich dann überraschen lassen. Owlcrate, Fairyloot, das deutsche Pendant Schmökerbox ... - und wie sie nicht alle heißen.

Wie gesagt, eigentlich bin ich davon gar kein so großer Freund. Ich habe bisher 2x eine Schmökerbox bestellt und beide Male auch nur deshalb, weil ich mir anhand der Vorabtipps und Hinweise auf die Verlage zusammenreimen konnte, welches Buch mich in der Box erwarten würde - Bücher, die ich mir eh gekauft hätte. Dann halt mal die Schmökerbox probieren, dachte ich mir dann. Beide Male war ich so lala zufrieden, manche der "Goodies" waren ok, für viele hatte ich aber auch schlicht keine Verwendung. Und das befürchte ich bei den meisten solcher Boxen, für die online kräftig Werbung gemacht wird. 

Manche kaufen sich solche Boxen ja regelmäßig, haben Abos laufen, die ihnen jeden Monat solche Merchandise-Artikel ins Haus liefern. Tassen, Schüsseln, Kerzen, Dosen, Papiere, Anhänger, Schlüssel, Schmuck, Figuren, Bilder, Poster und Sticker und was nicht noch alles. Und ich frage mich immer, was die Leute damit eigentlich machen...? Ich habe heute noch die eine Dose unnütz bei mir im Regal stehen, die ich in der einen Schmökerbox dabei hatte, ich habe bis heute irgendwie keine Verwendung dafür finden können.  

Ich habe mich vor einigen Wochen dennoch erneut online überzeugen lassen, eine solche Box auszuprobieren. Hugendubel hat sogenannte "Leseglück"-Boxen, die neu erschienene Buchüberraschungen liefern, einmalig oder als Abo. Relativ neu ist die sogenannte "Buchklopfen" - Box, die den Schwerpunkt auf - man kann es sich denken - Romantik legt. Und ich habe mich breitschlagen lassen. Ich habe mir gedacht, "Komm, mal wieder so ein richtiger Schmachtroman, irgendwas romantisches, als Überraschung, ist ja eine Neuerscheinung, kennst du also nicht." Ich habe die Buchklopfen-Box Februar einmalig bestellt, also nicht im Abo. 

Zum Glück. Klingt fies, ist aber so. Von der Buchklopfen-Box war ich leider überhaupt nicht überzeugt. Der Karton machte äußerlich noch einen sehr netten Eindruck. Den Karton könnte ich glatt behalten und was hübsches reinpacken, dachte ich mir noch so. Dann ging ich ans Aufreißen und stellte schnell fest, dass Hugendubel offensichtlich einen Superkleber benutzt, der verdammt gut klebt. Im Sinne von: keine Chance, diesen Karton so aufzureißen, dass er keinen Schaden nimmt. Wie man auf dem Foto sehen kann, war der Karton schnell so demoliert und so hässlich aufgerissen, dass ich jetzt wohl doch keine so rechte Verwendung mehr dafür haben werde. Erster Minuspunkt.

Dann ging´s an Auspacken. Ich habe mit dem Buch angefangen, hielt kurz darauf "Vor uns die Dämmerung" von B. Celeste in der Hand, was mir zunächst nichts sagte. Aber schon das Lesen der Buchrückseite führte dazu, dass ich direkt keine Lust mehr auf das Buch hatte. "Die Booktok Sensation aus den USA", aha, hm. Ich finde, auf Booktok werden ja ne Menge Bücher gehypt, die es in meinen Augen nicht verdient haben. Da bin ich schon mal per se skeptisch. Irgendwo auf einem Flyer oder im Buch (ich weiß es jetzt gar nicht mehr) las ich dann den Zusatz "Books that made me cry", was zu noch mehr Abneigung bei mir führte. Die Inhaltsangabe gelesen, Dinge wie "tote Schwester, Krankheit, Verlust" erspäht und mir nur gedacht "Och nö". Dieser plumpe Wortlaut "Ihr Stiefbruder Kaiden ist wütend, abweisend und so unglaublich gutaussehend" gab mir dann den Rest. Echt, wenn schon auf dem Buchrücken alles wieder so platt und oberflächlich klingt, das herausstechendste Merkmal des tollen Stiefbruders ist, dass er gut aussieht - dann mag ich sowas irgendwie gar nicht mehr lesen. Über den gutaussehenden Stiefbruder hätte ich vermutlich noch hinweg sehen können. Aber ich habe keine Lust auf traurige Bücher, in denen es vorrangig um Krankheit und Tod und Verlust geht. Zumindest, wenn ich das schon von Beginn an weiß und sich die Handlung nur darum drehen wird. 

Manch einer mag mich deshalb engstirnig und voreingenommen nennen, dass ich mir doch nicht nur das Gute in Geschichten rauspicken kann. Doch. Kann ich. Ich verschließe meine Augen nicht vor dem Leid der Welt und der Menschen, wenn ich solche Bücher nicht lesen will. Ich habe jeden Tag mit kranken und belasteten Menschen zu tun, meine Arbeit besteht aus solchen Inhalten. Also nehme ich mir die Freiheit und die Möglichkeit, in meinem Hobby (Lesen) konsequent Abstand davon nehmen zu wollen. Dazu gehört, dass ich solche Bücher nicht lese. Ich war sogar so frech (ich mach das sonst nie), die letzten Seiten dieses Buches zu lesen, was all meine Befürchtungen und Vorurteile absolut bestätigte, sodass ich auch richtig guten Gewissens sagen konnte "Das lese ich nicht". 

Blöd gelaufen für mich mit dem Buch. Pech gehabt, vielleicht wäre die nächste Box inhaltlich eher meins. Die nächste Box werde ich aber nicht bestellen, weil mich leider auch oben schon erwähnte Goodies in dieser Buchklopfen-Box absolut nicht vom Hocker gerissen haben und ich befürchten muss, dass das in jeder Box so läuft. Am ehesten erfreute mich noch ein Lippenpflegestift, den ich nämlich eh benutze - muss ich mir den also nicht selbst nachkaufen. Ok war auch noch die (vegane) Haselnussschokolade. Der Rest darin war in meinen Augen echt Blödsinn, den keiner braucht. Eine Mischung zum Anrühren für Zimt-Kakao (uuuuuaaaahhhh, nein danke), zum Anrühren außerdem 4 kleine Beutelchen mit Pulver für Instant-Getränke wie Eistee oder Vanille. Alle "Zuckerfrei", wie groß drauf steht, dafür aber mit Süßungsmitteln versehen, was für mich nicht wirklich eine Alternative ist, weil´s genauso ungesund ist und meistens unerträglich süß schmeckt. Für sowas habe ich echt keinerlei Verwendung. Und ein kleines Bändchen mit Buch-Anhänger, dessen Zweck ich allerdings nicht ableiten konnte - ist es ein Armband? Ein Lesezeichen-Band? Ein....keine Ahnung was?


Fazit: Ich bin enttäuscht, muss ich gestehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich 30 Euro für die Box bezahlt habe, das Buch selbst aber nur 14,99 Euro gekostet hat. Ein paar Euro extra für die ganze (durchaus liebevoll gemachte, wenn auch am Ende demolierte) Verpackung ist für mich preislich voll ok, aber diese Extras machen für mich letztlich nicht die Differenz von 15 Euro aus. Von der Buchklopfen-Box werde ich wohl Abstand nehmen. Schade. Das bestätigt mich aber einmal mehr darin, dass diese Buchboxen nichts für mich sind. Lieber kauf ich mir die Bücher so direkt, wenn ich sie sehe. 





Freitag, 3. März 2023

Freitagsgedanken: Zwischen Vermeer und Prüfung

Guten Morgen, oder - naja, Vormittag wohl eher...

Ich verbringe aktuell viel Zeit am Laptop, aber nicht, um Rezensionen oder Posts zu schreiben, was ich selbst etwas bedauere. Aktuell könnte ich nämlich gut und gern mal zwei, drei Beiträge vorbereiten, auch mal wieder eine Buchrezension schreiben. Aber meistens sitze ich tatsächlich eher aus Pflichtbewusstsein und schlechtem Gewissen am Laptop und kreuze Multiple Choice Fragen oder beantworte freie Textfragen in einer E-Learning Plattform, die Fragen zur Psychotherapie-Prüfung enthält. Eine ganze Menge Fragen. Zu allen möglichen Themenbereichen, zu denen man in den Abschlussprüfungen geprüft werden könnte. Und da die erste dieser Prüfungen in nicht mal mehr 2 Wochen sein wird (aahhhhhh!!!), heißt das für mich: Viele Altfragen und Altklausuren durchgehen und beantworten.

Momentan fühle ich mich ganz gut vorbereitet, wobei mir manche Themengebiete doch echt schwerer fallen. Da ich keine Medizinerin bin, stolpere ich stets ein wenig über solche Fragen, welches Medikament denn welche Nebenwirkungen mit sich bringt. Mein Kopf (eher: meine Seele) weigert sich auch beharrlich, sich die typischen psychoanalytischen Inhalte einzuprägen und z.B. ohne Probleme darlegen zu können, worin der Unterschied zwischen Verdrängung und Widerstand ist. In meinen Augen läuft´s am Ende aufs selbe hinaus. Aber ich merke an solchen Stellen eh immer wieder, dass ich im Herzen halt doch Verhaltenstherapeutin bin und NICHT Psychoanalytikerin. Dieser ganze verschwurbelte Theoriekram mit Freuds Unbewusstem, Über-Ich und Es, Projektion und Übertragung und projektive Identifizierung (what?!?) - das ist mir echt zu weit weg von der Wirklichkeit. Ich weiß, das geht für Laien hier gerade sehr ins Detail, lest einfach drüber, aber es ist nun mal das, was mich gerade sehr inhaltlich beschäftigt - ich muss das halt können. Meine eigenen Abwehrmechanismen laufen allerdings auf Hochtouren, wenn ich mich damit beschäftigen muss. Ich bin halt wirklich eher die Verhaltenstherapeutin und kann mit den psychoanalytischen Inhalten nichts anfangen. (Für die, die gerade nichts verstehen, vielleicht diese Info: In Deutschland gibt es mittlerweile drei zugelassene Psychotherapie-Richtlinienverfahren, nach denen Patienten behandelt werden dürfen: Verhaltenstherapie (c´est moi), Psychoanalytische Verfahren und ganz neu die Systemische Therapie.) Für die Prüfungen muss ich mich in allen Verfahren auskennen.


Wahrscheinlich auch, weil ich eigentlich gerade soviel lernen müsste, neige ich natürlich sehr zum Prokrastinieren. Ich deute das für mich allerdings gern um und sage mir, es ist Entspannung, die ich beim Lernen auch dringend nötig habe, wenn ich mittendrin auch einfach mal ein Stündchen lese. Und das tue ich dann halt auch. Ich habe mich in den letzten Wochen ja noch einmal durch die "Raven Boys" Reihe von Maggie Stiefvater gelesen, weil ich richtig Lust drauf hatte. Mittlerweile bin ich im vierten und letzten Teil angekommen. Nebenbei schmökere ich rein in "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson, "Eine Billion Dollar" von Andreas Eschbach und "Florentia" von Noah Martin. Bis vor kurzem habe ich den dritten und letzten Teil der "Inheritance Games" von Jennifer Lynn Barnes gelesen - und muss gestehen, ich bin froh, dass ich durch bin. Hierzu schreibe ich vielleicht wirklich die Tage mal noch einen kurzen Leseeindruck. Ich war gespannt, wie es ausgeht, ja, daher habe ich letztlich alle drei Bände gelesen, aber eigentlich sind mir so ziemlich alle Figuren in den Büchern nur noch auf den Keks gegangen...



Mitte Februar war ich außerdem in Amsterdam und habe mir Kultur und Kunst gegönnt. Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass dort im Rijksmuseum von Februar bis Juni eine Ausstellung zum Gesamtwerk von Vermeer, dem niederländischen Maler im 17. Jahrhundert, stattfindet. Es sind nur 37 Werke von ihm überhaupt bekannt und existent, und diese aktuelle Ausstellung hat es geschafft, immerhin 28 dieser Bilder zusammenzutragen und auszustellen. Mittlerweile ist die Ausstellung komplett ausgebucht, für jeden Tag zu jedem möglichen Timeslot - eigentlich echt schräg. Meine Schwester und ich hatten richtig Glück, weil wir Tickets bekommen haben und uns die Ausstellung (und danach noch das restliche Rijksmuseum) angucken konnten. Ich war ziemlich hin und weg, mir haben die Bilder gut gefallen, weil sie wirklich so realistisch wirkten. Auge in Auge mit dem "Mädchen mit dem Perlenohrgehänge" von 1665, das ist schon beeindruckend. Mein Favorit ist allerdings "Briefleserin am offenen Fenster" von 1657, weil in dieser so einfachen Szene dennoch soviele Emotionen enthalten sind, die man spüren kann, wenn man die Briefleserin eine Weile anschaut.

Im Van Gogh Museum waren wir auch - ich bin mit meiner Kunstliebe also voll auf meine Kosten gekommen bei diesem Trip. Sowohl Vermeer als auch Van Gogh sind ja beide sehr jung gestorben und Van Gogh ist noch dazu eine so tragische Gestalt in der Kunstwelt. Gedanklich hat mich das, was ich da alles gesehen und gelesen und gehört habe, einige Tage sehr beschäftigt. Ich habe mir auch aus den Museumsshops reichlich Biografien, Karten und Übersichten mitgenommen - ich brauche jetzt halt nur die Zeit, das alles zu lesen, um den Eindruck noch etwas nachwirken lassen zu können :)


Samstag, 18. Februar 2023

"Clark & Division" - Naomi Hirahara

ars vivendi Verlag, 2022

24,00 Euro


Worum geht´s ?



1944: Die 22-jährige Aki Ito und ihre Eltern werden aus dem kalifornischen Internierungslager Manzanar entlassen, wo sie wie viele Tausend andere japanisch-amerikanische Bürger nach dem Angriff auf Pearl Harbor gefangen gehalten worden waren. Das Leben der Itos, wie sie es kannten, ist vorbei. Sie werden ins weit entfernte Chicago geschickt, wo bereits Akis ebenfalls umgesiedelte Schwester Rose auf sie wartet. Doch am Abend der Familienzusammenführung im neuen japanisch-amerikanischen Viertel an der Kreuzung Clark und Division wird Rose von einem U-Bahn-Zug erfasst und stirbt. Die Polizei stuft den Todesfall als Selbstmord ein, doch Aki kann nicht glauben, dass ihre geliebte, makellose, optimistische Schwester sich das Leben genommen haben soll, und trifft bald auf ungeahnte Abgründe...


Meine Meinung:

Mein erster Gedanke, noch bevor ich überhaupt die Inhaltsangabe las, war, dass "Clark & Division" irgendwie klingt wie ein Detektiv-Ermittlerpärchen, die in einem kleinen schrammeligen Büro unliebsame Fälle übernehmen muss. Aber... nein, darum geht´s nicht, wirklich gar nicht. Obwohl es durchaus detektivistisch wird. Tatsächlich ist Clark & Division aber eine U-Bahn-Station in Chicago. Und nach Chicago verschlägt es die 22-jährige Aki und ihre Eltern für einen Neuanfang, nach ihrer Entlassung aus einem Internierungslager in Kalifornien. 

Für mich war viel Neues in diesem Buch enthalten; Themen und historische Fakten, mit denen ich mich kaum oder auch gar nicht wirklich ausgekannt habe zuvor. Die ganzen Geschehnisse nach dem Angriff auf Pearl Harbor durch die Japaner, was Auswirkungen haben sollte auf alle japanisch-stämmigen Einwohner in den USA - das war etwas, über das ich vor dem Lesen wirklich so gut wie nichts wusste. Durch das Buch bekommt man einen ziemlich guten Eindruck, unter welchen Umständen Japaner damals in den USA leben mussten, wie diese zwangsweise gewissermaßen "eingesperrt" wurden in Internierungslager, von denen sie dann nach einigen Monaten bis Jahren irgendwo anders hin geschickt wurden - und sich damit ungewollt einem Neuanfang stellen mussten. Genau so geht es Aki und ihren Eltern. Sie sind auf dem Weg nach Chicago, um sich dort eigentlich mit Akis älterer Schwester Rose für den Beginn eines neues Lebens zu treffen, als sie die Nachricht erhalten, dass Rose gestorben ist - überfahren von einer Subway an der Station "Clark & Division". 

Aki will nicht glauben, dass es sich um einen Selbstmord handelt und fängt an, im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst zu ermitteln. Diese Möglichkeiten sind begrenzt, und auch das fand ich interessant zu lesen. Das Bild und die Rolle der Frau in den USA der 40ern, noch dazu einer mit japanischen Wurzeln, hat die Autorin anschaulich wiedergegeben. Hauptsache sittsam und tugendhaft, dezent im Hintergrund und bloß nicht auffallen, das ist die Maxime. Das ist Aki auch, aber ich hätte sie mir gern etwas mutiger und forscher gewünscht. Sie bleibt sehr in ihrem vorgegebenen Rahmen, und vermutlich war es auch das, was ich letztlich ein bisschen ermüdend am Buch fand. Die Story an sich ist nicht schlecht und durchaus lesenswert - eben schon allein aufgrund des historischen Bildes, das man geboten bekommt -, aber für mich hat sich die ganze Geschichte um den (Selbst-)Mord an Rose hier und da ganz schön gezogen. Es ist ein sehr langsames und stückhaftes Bild, das sich da zusammenfügt, und manchmal hat das meine Aufmerksamkeit ein wenig gekostet. Noch dazu haben mich manche japanische Formulierungen oder Wörter im Lesefluss gestört, wenn sie wie selbstverständlich in den (deutschsprachigen) Satz eingebaut sind, ohne aber so richtig erklärt zu werden. Bei manchen Wörtern war das Fall und ich muss gestehen, dass mich das manchmal arg genervt hat.

"Clark & Division" ist ein Kriminalfall, ein ruhiger und bedächtiger, mit interessanten historischen Fakten rund um eine nicht ganz so ausdrucksstarke Hauptprotagonistin. Aki hat bei mir leider wenig Eindruck hinterlassen, die Aufdeckung des Todesfalls ist dennoch gut umgesetzt.


Samstag, 31. Dezember 2022

Silvesterlesen bei Neyasha

14:30 Uhr
Leute, es ist Silvester - eigentlich kaum zu glauben, dass das Jahr tatsächlich schon vorbei ist... Dass ich damit kein Problem habe und durchaus hoffnungsvoll und optimistisch(er) ins neue Jahr gucke, habe ich euch gestern schon kurz erzählt. Kann alles nur besser werden, ist meine aktuelle Devise.



Neyasha macht wie letztes Jahr auch ihr Silvesterlesen ab 14 Uhr, für alle jene, die Silvester nicht nur mit Party und Böllern, sondern eher ein bisschen ruhiger und mit ihrer Lieblingsbeschäftigung verbringen wollen. Ich werde nachher keine wirkliche Zeit mehr dafür haben, weil heute Abend noch Raclette in etwas größerer Runde geplant ist, aber heute Nachmittag mache ich eh noch nichts anderes und habe bereits jetzt ein Buch vor der Nase, aktuell ist es "Whispering Fields" von Thomas Finn - also hab ich mir kurzerhand gedacht, schließe ich mich Neyashas Silvesterlesen an. Zumindest für kurze Zeit. So ein gemeinsames Bloglesen habe ich schon längere Zeit nicht mehr gemacht.
Neben "Whispering Fields" lese ich aktuell noch einmal "Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater. Irgendwie hatte ich zuletzt richtig Lust auf einen Reread und kann mich auch an manches aus der Buchreihe nicht mehr richtig erinnern. Passt also gut, die Bücher nochmal zu lesen. Irgendwann danach möchte ich mir nämlich auch ihre Sequel-"Träumer-Reihe" um Ronan vornehmen.
Jetzt geht's aber erstmal weiter mit "Whispering Fields". Es geht um Kornkreise, um Hexenwerk und mysteriöse Begebenheiten in der Lausitz. Mir war nach was geheimnisvollem, mysteriösen zum Ende des Jahres, da passt das ganz gut. Ein bisschen schade finde ich nur, dass sich Herr Finn leider eher schlecht als recht an der sächsischen Mundart versucht (nix für ungut, aber das kann nun mal nicht jeder...). Außerdem frage ich mich, warum er so plakativ jedes weitere Klischee über die Sachsen oder Ostdeutschen allgemein bemühen muss - ich meine, nicht jeder hier in Ostdeutschland heißt Sindy, Kevin oder Ronny. In seinem Buch heißen die Personen aber nun wirklich genau so. Also echt... Ansonsten ist die Story bisher aber ganz gut und wirklich auch ein bisschen gruselig gemacht, auch wenn ich den Catcher "Horror -Thriller" auf dem Cover vielleicht etwas zu reißerisch finde...


Freitag, 30. Dezember 2022

Freitagsgedanken: Tschüss 2022

2022 war nicht mein Jahr. Gar nicht. Heute, einen Tag vorm letzten Tag dieses Jahres sitze ich hier und kann als Zusammenfassung wirklich nur das sagen. Das war ein Jahr, in dem viel schief gegangen ist, manches nicht geklappt hat, es traurige Verluste gab, die heute noch schmerzen, in dem sich Pläne nicht verwirklicht haben, in dem Hoffnungen wie Seifenblasen zerplatzt sind. 

Es gab auch Neuanfänge. So habe ich einen neuen Job angefangen, der mich an den meisten Tagen zufrieden nach Hause fahren lässt. Nach dem sehr traurigen Abschied meiner Hündin nach fast 11 Jahren ist später in diesem Jahr dann eine neue Vierbeinerin eingezogen, die gut für Ablenkung und neue Freude sorgt, den eigentlichen Schmerz über den Verlust aber natürlich auch nicht ganz wegnehmen kann. Trotzdem sind die Tage mit ihr schön und aufregend und anstrengend, und sie ist ein Herzchen mit ihren fluseligen Ohren...


Über 2022 will ich gar nicht viele weitere Worte verlieren. Es war ein Mist-Jahr und es wird Zeit, dass es vorbeigeht. Ich bin kein Typ für Vorsätze und große Pläne, aber 2023 kann in der Hinsicht nur besser werden. Die ersten Monate 2023 stehen für mich jedoch erstmal im Zeichen von Lernen und Ausarbeiten, weil ich im Frühjahr meine Approbationsprüfung zur Zulassung als Psychologische Psychotherapeutin haben werde. Dann habe ich dieses leidige Kapitel endlich abgeschlossen, da freue ich mich schon drauf. Bis dahin heißt es aber: wenig Freizeit und viel Lernstoff. 

Wie es danach weitergeht? Keine Ahnung. Wahrscheinlich gönne ich mir dann erstmal ein paar ruhige Tage an irgendeinem netten Ort ;)


Auch bezogen aufs Lesen kann 2023 nur besser werden, denn 2022 habe ich so wenig gelesen wie schon seit Jahren nicht mehr. Mit nicht mal 55 ausgelesenen Büchern habe ich gerade mal halb so viel gelesen wie sonst in meinen "besten" Lesejahren. Wirkliche Highlights habe ich in diesem Jahr auch nicht für mich entdecken können, daher überlege ich gerade noch, ob ich überhaupt einen buchigen Jahresrückblick für den Blog machen werde, vielleicht lohnt sich das auch gar nicht.

Für 2023 nehme ich mir lesemäßig nicht viel vor. Ich will einfach nur gute Bücher lesen und dabei eine gute Zeit haben. Zum ersten Mal seit einigen Jahren wird es bei mir auch kein Lesebingo geben. Ich kann das gar nicht mehr gut vertreten, weil ich das Lesebingo seit gut 3 Jahren selbst so stiefmütterlich behandele. In diesem Jahr habe ich noch nicht ein einziges Mal selbst auf das Bingofeld geschaut, um zu sehen, welche Bücher ich vielleicht wofür anrechnen könnte. Gefühlt ist da ein bisschen die Luft bei mir raus und ich sehe ja auch an den Teilnehmerzahlen, dass das Interesse immer weiter zurück gegangen ist. Vielleicht tut eine Pause hier mal ganz gut.

Auch sonst plane ich bisher keine weiteren Challenges oder sonstige Lese-Vorhaben, obwohl ich wirklich versuchen möchte, mehr Sachbücher zu lesen, abseits der üblichen Romane, die ich sonst vor der Nase habe. Es gibt so wahnsinnig viele gute Sachbücher zu zig Themen, die mich interessieren - und trotzdem nehme ich mir für diese nie die Zeit.

Nehmt ihr an Lese-Challenges teil oder führt ihr vielleicht sogar selbst welche auf eurem Blog/Kanal durch? Schreibt mir gerne, ob es irgendwo tolle Aktionen oder Ideen gibt, vielleicht lasse ich mich ja doch noch überreden... :)


Kommt gut ins neue Jahr!


Freitag, 4. November 2022

"Zehn Jahre du und ich" - Pernille Hughes

dtv, 2022

13,95 Euro



Worum geht´s?

Becca und Charlie kennen sich schon seit Jahren – seit Charlie und Beccas beste Freundin Ally an der Uni ein Paar wurden. Und seit sie sich kennen, verbindet die beiden eine leidenschaftliche Feindschaft. Eigentlich sollte Allys viel zu früher Tod dazu führen, dass Becca und Charlie sich nie wiedersehen müssen. Aber Ally hatte andere Pläne … und eine unvollendete Bucket List. Wie es aussieht, werden Becca und Charlie noch eine Weile miteinander zu tun haben, während sie versuchen, mit ihrer Trauer und einem Leben nach Ally umzugehen. Und dabei weiter das Schlimmste ineinander hervorrufen. Oder doch nicht?


Meine Meinung

Becca und Charlie können sich nicht leiden, konnten sie noch nie. Ihre einzige Verbindung zueinander ist Ally - Beccas beste Freundin und Charlies feste Freundin. Zu dritt können sie sich auf diese Art und Weise einige Jahre gut arrangieren. Bis Ally stirbt. Und beiden Aufgaben hinterlässt, bei deren Ausübung die beiden ihre Asche verstreuen sollen. Diesen letzten Wunsch können sie ihr nicht abschlagen, allen Vorbehalten einander gegenüber zum Trotz. Und so kommt es, dass Becca und Charlie sich einige Jahre notgedrungen weiter miteinander beschäftigen müssen - Ally zuliebe. Oder vielleicht auch aus einem anderen Grund...?

"Zehn Jahre du und ich" ist eine niedliche Geschichte übers Trauern, Verlieren guter Freunde, aber zugleich übers Verliebtsein und zweite Chancen geben. Gleich das erste Kapitel hat mich gut in die Geschichte reinwerfen können, denn das startet mit der Beerdigung und ich musste direkt weinen. Wenn das ein Buch schafft, kann´s schon einmal nicht ganz schlecht sein, also bin ich gespannt dran geblieben, was mir aber auch leicht fiel. Denn ich mochte sowohl Becca trotz ihres schrägen Charakters, als auch Charlie wegen seines spießigen Charakters. Im Laufe der Jahre lernen beide sich durch die gestellten Aufgaben noch besser kennen und teilen schnell nicht nur Erinnerungen, sondern auch Vorlieben und Erfahrungen miteinander. Für mich war der vorgegebene Zeitraum von 10 Jahren ein bisschen zu lang, um tatsächlich die Entwicklung zwischen beiden darzustellen. Natürlich passiert in 10 Jahren viel, was Autorin Hughes auch versucht, entsprechend aufzufangen. Aber zugleich konnte ich mir beim Lesen schwer vorstellen, dass man es jahrelang schaffen soll, sich trotz gleichem Freundeskreis (fast) nur ein einziges Mal im Jahr zu sehen. Es gibt ein paar Überraschungen und nicht ganz geradlinige Wendungen im Buch, was mir gut gefallen hat. Das Ende kann man sich - ganz ohne zu spoilern - ja durchaus so ein bisschen denken, immerhin befinden wir uns hier im Genre "Liebesroman"; es ist aber trotzdem nach einigen Hin und Her (das in meinen Augen nicht hätte sein müssen) ganz nett geworden. "Zehn Jahre du und ich" ist ein durchaus lesenwerter und charmanter Roman zum Einkuscheln und Genießen.


Freitag, 21. Oktober 2022

Freitagsgedanken

Hallo liebe Leute!
Da bin ich mal wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Irgendwie sind der Blog und ich hier nicht mehr so dicke miteinander. Ich nehm mir immer wieder vor, mehr zu schreiben, mehr zu posten, Fotos zu machen und diese hochzuladen... und dann - nix. Mir fehlt meistens die Lust und Motivation für den Aufwand, manchmal auch die Zeit, meistens eine Mischung aus beidem. Ich kann besseres mit meiner Zeit anfangen, denk ich mir dann immer, und das ist natürlich eigentlich kein gutes Zeichen für diesen Blog. Tatsächlich schummelt sich hier und da auch der Gedanke ans Aufhören dazwischen, dieses "vielleicht lass ich es einfach", aber so richtig dazu durchringen kann ich mich halt auch nicht. Ist ja immerhin schon eine ganze Weile, dass ich diesen Blog hier habe (12 Jahre!!! WHAT?!?!), da kann ich das gefühlt nicht so einfach einstampfen. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass ich, kaum dass ich beschlossen hätte, den Blog aufzugeben, keine zwei Wochen später plötzlich total Bock darauf hätte, was zu einem Buch zu schreiben oder ein tolles neues Buch zu zeigen. Ich bin da manchmal sehr wankelmütig :D

Jedenfalls ist es tatsächlich schon wieder Herbst geworden, wie schräg. Das ging diesmal so fließend ineinander über, eben war´s noch warm und am nächsten Tag waren die Blätter an den Bäumen alle schon gelb und rot, oder? Ich mag´s jedenfalls, ich liebe Herbst, ich mag den Oktober und alles Drum und Dran. Zu Halloween werd´ ich mir was gruseliges aus dem Bücherregal schnappen und bald darauf wird es dann schon Zeit, sich mal was weihnachtliches zu Gemüte zu führen. (Herrliche Jahreszeit!)

Leider komme ich gerade nicht so viel zum Lesen wie erhofft, weil ich im Gegenteil nämlich momentan eher viel schreiben muss. Leider nichts "nettes", sondern Fallberichte im Rahmen meiner Psychotherapie-Weiterbildung, die sich nun ENDLICH ihrem definitiven Ende neigt. Kaum zu glauben, aber ich hab alles geschafft, alles beisammen und paletti erfüllt - krass! Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich mir gerade die Anfangszeit dieser vermaledeiten Weiterbildung nicht leicht gemacht habe und mehrere Male kurz davor war, doch alles einfach sein zu lassen. Und nun hab ich aber doch alle Weiterbildungs-Bausteine erledigt, Wahnsinn! Nun ja, alles bis auf die letzten Fallberichte, und an denen sitze ich gerade jeden Tag. Unglaublich nervig, aber muss halt sein. Im Frühjahr heißt es dann Lernen, dann gibt´s die beiden Abschlussprüfungen, die schriftliche und die mündliche. Und. Dann. War´s. Das! Schräg.
Ich könnte mich noch lange darüber auslassen, aber da sich vermutlich die wenigstens von euch mit dem ganzen Psychotherapie-Krams auskennen, will ich niemanden langweilen.

Daher lieber wieder zum Thema Bücher. Aktuell lese ich "Zehn Jahre du und ich", was romantisches, was ich (ungefragt) als Leseexemplar zugeschickt bekommen habe. Ist aber ok, weil´s ganz nett ist. Gerade durch habe ich "Rosehill" von Susanna Kearsley, das ich vor Jahren schon einmal gelesen hatte, mich aber kaum noch daran erinnern konnte. Was danach kommt, weiß ich gerade noch gar nicht genau, vielleicht mal ein Krimi. Oder eben was gruseliges zu Halloween. Oder doch ein bisschen Magie...? 

Was lest ihr denn gerade schönes? Könnt ihr was empfehlen?


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