Samstag, 26. Dezember 2020

Lesebingo 2021

Traditionen soll man ja pflegen, und ziemlich gut klappt das beim Lesebingo auf meinem Blog.

Auch 2021 wird es nämlich wieder ein Lesebingo-Feld mit 25 verschiedenen Lese-Aufgaben für euch und mich geben. Ziel ist es, 25 verschiedene Bücher zu 25 verschiedenen Themen/ Aufgaben zu lesen und sich - ganz nach bekannter Bingo-Manier - die erledigten Felder abzustreichen. Ziel: ein ausgefülltes Bingofeld. Das komplette Bingofeld in groß und die "Regeln" (wobei es kaum welche gibt) könnt ihr noch einmal unter der Lesebingo-Rubrik lesen, nämlich HIER. 


Ich freue mich auch 2021 wieder sehr, wenn sich Interessierte finden, die mitmachen möchten. Falls ihr (wieder oder auch erstmalig) dabei seid, schreibt mir gern eine kurze Nachricht als Kommentar oder per Email, gern mit entsprechendem Link zu eurem Blog, unter dem man eure Fortschritte sehen kann.

Falls Fragen sind, einfach melden :)


Viel Spaß beim 2021er Lesebingo!


Donnerstag, 17. Dezember 2020

"Das Bild der Erinnerung" - Micaela Jary

 z.B. als Kindle Edition; 8,99 Euro



Handlung:

Einem Münchner Auktionshaus wird ein Bild des berühmten impressionistischen Malers Leo Reichenstein angeboten, das 70 Jahre als verschollen galt. Die junge Kunsthistorikerin Anna Falkenberg hat Zweifel an der Echtheit des Gemäldes. Ihre Nachforschungen führen sie zur Galerie Richardson in London. Der attraktive Oliver Richardson, der die Galerie leitet, rät Anna, sich an seinen Großvater Henry zu wenden. Oliver begleitet Anna auf ihrer Reise an die wildromantische Küste Cornwalls. Doch als Anna mit Henry Richardson spricht, ist sie zutiefst irritiert. Denn die Geschichte des Bildes führt in das besetzte Berlin der Nachkriegszeit zurück und scheint eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden zu sein.


Meine Meinung:

Ich mag Kunst. Ich mag Kunstwerke, gehe gern in Museen und hätte um ein Haar eher Kunstgeschichte als Psychologie studiert. Vermutlich liegt es daran, dass mich auch Bücher, in denen es um Kunstwerke und deren Verschwinden geht, wie magisch anziehen. So ging es mir denn auch mit "Das Bild der Erinnerung" von Micaela Jary, auf das ich online durch Zufall stieß, dann aber zugleich halb enttäuscht feststellte, dass es als Taschenbuch gar nicht mehr erhältlich ist. Nach einem kurzentschlossenen Online-Kauf eines gebrauchten Buches hatte ich dann aber sogar extra Glück, weil sich dieses "gebrauchte" Exemplar als Hardcover-Sonderausgabe entpuppte, die sogar noch in Folie eingeschweißt war.

In "Das Bild der Erinnerung" geht es um das Gemälde "Das Liebespaar" von dem fiktiven Künstler Leo Reichenstein. Dieses taucht bei Anna, einer Kunsthistorikerin in München, unversehens auf, die bei der Überprüfung der Provenienz, also der Herkunfts- und Besitzgeschichte des Gemäldes, auf Ungereimtheiten stößt. Genauer gesagt gibt es einige Jahre, bei denen nicht feststeht, wo das Bild in dieser Zeit war und wem es in dieser Zeit "gehörte". Annas Suche führt sie schließlich nach London und zum Galeristen Oliver, dessen Familie offenbar in die Geschichte des Bildes verwickelt ist.

Parallel zur Geschichte im "Hier und Jetzt" liest man in einem zweiten Erzählstrang über die Zeit um 1946 herum, in der das Gemälde "Das Liebespaar" sein Dasein im Nachkriegs-Berlin fristet und durch verschiedene Hände geht. An sich fand ich die Idee, beide Erzählstränge nebenbei laufen zu lassen und zu berichten, gut und sinnvoll; die Umsetzung ist in meinen Augen aber nicht ganz glücklich geworden. Für mein Empfinden spielt einfach viel zu viel der Handlung im Damals, also in der Nachkriegszeit.

Diese Unausgeglichenheit wäre für mich auch noch ok, wenn sie begründet erscheinen würde. Aber tatsächlich habe ich das Gefühl, dass sich Frau Jary ein bisschen sehr in den Handlungssträngen der Nachkriegszeit verliert, zuviele Personen mit zuvielen, für mich teils auch unwichtigen Nebenhandlungen einbringt und verwirbelt. Kapitel werden teilweise lose und mitten in der Handlung abgebrochen und setzen danach an ganz anderer Stelle wieder ein. Auch der Wechsel zwischen den Kapiteln im Damals und im Heute wirkt auf mich nicht immer gelungen, sondern manchmal sehr willkürlich. Alle Handlungsaspekte machen letztlich im Gesamtbild durchaus Sinn, aber sie nehmen in der Vergangenheit für meinen Geschmack zuviel Platz ein. Dann hätte ich mir als Gegengewicht ebensolche Ausführlichkeit der Geschehnisse im Heute gewünscht, bei Anna und Oliver. Stattdessen geizt die Autorin hier irgendwie, schon allein bei Personenbeschreibungen oder Charakterdarstellungen. Von Anna konnte ich mir die ganze Zeit kein wirkliches Bild machen, die kommt im Buch einfach viel zu kurz, finde ich. Dass sich am Ende eine kleine Liebelei andeutet, ok, das passt zum Genre. Aber abgekauft habe ich das den beiden Figuren absolut nicht, weil es auch so plötzlich kam. 

Mein Lieblingsaufreger: An einem Abend bietet Oliver Anna das "Du" an, was die brüsk ablehnt - warum auch immer, denn das habe ich echt nicht verstanden. Gleich am nächsten Morgen aber, als wäre nichts gewesen, fragt Anna ihn dann aus heiterem Himmel "Wollen wir das Sie nicht mal weglassen?". Ich meine, hä?! Sowas mag ich in Büchern nicht, wenn´s irgendwie so unrund ist. Dass dann die ein oder andere Nebenfigur auch sehr plakativ böse und durchtrieben dargestellt wird, reiht sich dann letztlich nur gut ins Gesamtbild ein.

An sich mochte ich die Geschichte rund um "Das Bild der Erinnerung", an der Umsetzung hat es in meinen Augen aber hier und da gehapert. Für Zwischendrin und für jene, die gern etwas im Kunstbereich lesen, bietet es aber kurzweilige Unterhaltung.



Sonntag, 13. Dezember 2020

Adventsgeplauder

Einen schönen 3. Adventssonntag wünsche ich euch!

Ich hoffe, ihr konntet die Adventszeit bisher ruhig angehen und genießen, oder dass zumindest der angekündigte Lockdown nun ein bisschen Ruhe und Entschleunigung für alle bringen wird. Meine Woche ab morgen wird nochmal ganz schön voll und trubelig - Lockdown hin oder her -, insofern mache ich drei Kreuze, wenn Freitag Nachmittag ist, denn dann habe ich endlich frei. Dann stehen mir einige freie Tage bevor, die ich bestmöglich fürs Faulsein nutzen will. 

Lesen steht ganz oben auf der Liste, denn ich habe definitiv noch einige Bücher hier liegen, die schon ganz hektisch winken und rufen "Du wolltest uns doch noch bis Ende des Jahres lesen - wann wird´s denn nun endlich mal was?!". Bisher habe ich im Dezember irgendwie kaum etwas gelesen. Das stört mich selbst ungemein und vor allem macht es mich ... ja, unruhig, irgendwie. Mir hilft Lesen halt beim Runterkommen und beim "Welt da draußen ausschalten", und in den letzten Tagen war dafür kaum Zeit und Ruhe. Auch heute habe ich noch keine Seite gelesen und das war eigentlich ganz anders geplant. Aktuell lese ich mich durch den letzten Teil der "Weltenwanderer"-Reihe von V.E. Schwab. (Und liebe es!) Zum einen. Zum anderen habe ich aber auch noch "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells angefangen. Ebenso wie "Die kleinen Wunder von Mayfair" von Robert Dinsdale. Und nicht zu vergessen, passend zur Jahreszeit: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens. Seit Jahren nehme ich mir vor, dieses Buch zur Weihnachtszeit zu lesen, vor 2 Jahren habe ich mir dann die eigentlich sehr schöne illustrierte Ausgabe aus dem Knesebeck Verlag gekauft und es dann trotzdem 2 Jahre lang nicht gelesen. Dieses Jahr habe ich damit immerhin schon angefangen, ich habe das erste Kapitel (bzw. im Buch heißen diese "Strophen") gelesen und habe direkt Angst bekommen. Kein Witz! Ich hatte ja bereits eine grobe Idee, worum es im Buch geht, die Geschichte der drei Geister ist mir durchaus bekannt. Aber davon zu lesen fand ich schon recht gruselig; die Illustrationen im Buch verstärken den Gruselfaktor für mich aber nochmal ungemein. Ich bin echt kein Angsthase, was sowas betrifft, aber ich fand die Bilder in Kombination mit meiner eigenen Fantasie so gruselig, dass ich direkt entschieden habe, dieses Buch überhaupt nur tagsüber lesen zu können. :o Also mal sehen, wie ich mit dieser Geschichte vorankomme...


Dann habe ich mir für die freien Weihnachtstage aber auch noch andere Dinge vorgenommen. Ich möchte unbedingt ein paar Märchen schauen, und nein, dafür bin ich nicht zu alt. Zu Weihnachten gehören für mich immer Märchen dazu - und während ich so manche filmische Umsetzung aus früheren Jahren (50er/60er und so) wirklich schauderhaft finde, gibt es heute ja ganz wunderbare Versionen und Neuverfilmungen von Märchen. Da muss ich mir mal ein paar TV-Termine rauspicken, um auch hier in weihnachtliche Stimmung zu kommen. Ich gehöre übrigens zu den (gefühlt) wenigen Personen, die mit "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" so gar nichts anfangen können; bleibt mir bloß weg mit diesem Film! Ich mochte den früher als Kind mal sehr, dann wurde er aber totgespielt und so hochgehyped, dass ich den einfach überhaupt nicht mehr mag. Plötzlich redeten alle nur noch von dem Film und dass der der Inbegriff von Weihnachten wäre - Why??!! Keine Ahnung. Gibt viel schönere Filme. Und schönere Märchen.


Fest eingeplant habe ich auch, mich an den Laptop zu setzen und z.B. ein neues Lesebingo fürs Jahr 2021 zu basteln. Das wird wohl irgendwann in den nächsten Tagen auf dem Blog erscheinen. Ich hoffe, ihr habt wieder Lust, mitzumachen :) Ebenso soll es eine kleine Auswertung des aktuellen Lesebingos geben, sowie der anderen Leseaktionen, die ich dieses Jahr gemacht bzw. an denen ich teilgenommen habe. Für 2021 habe ich neben dem Lesebingo auch noch eine kleine Leseaktion zum Thema "Klassiker" für mich eingeplant. Auch #21bücherfür2021 wird wohl wieder stattfinden, also werde ich mir 21 Bücher fürs nächste Jahr raussuchen. Aber sonst? Keine Ahnung, ich habe mich mit eventuellen weiteren "Challenges und Co." noch nicht beschäftigt und weiß gar nicht, was so stattfindet. 

Weiß jemand von euch etwas? Gibt es gute Leseaktionen und "Challenges", bei denen man mitmachen könnte?


Wie sehen denn eure Pläne für die Weihnachts- und Ferientage aus? Habt ihr Lesepläne oder noch "to do´s" für 2020?


Mittwoch, 2. Dezember 2020

Lust auf Klassiker?

"Der alte Mann und das Meer" hat mich eben aus meinem Bücherregal heraus angelächelt.

Ich stand vor meinem Regal, habe diesen Buchrücken angesehen und mir - mal wieder - gedacht, dass ich eigentlich schon so lange so manchen Klassiker lesen wollte. Und es einfach nicht tue, weil immer andere, meist neuere oder sogar ganz aktuelle Bücher zuerst dran sind und sich vordrängeln. Und so habe ich Bücher wie "Krieg und Frieden", "Die drei Musketiere" (in verschiedenen Ausführungen) oder auch "Emma" seit Jahren (Jahrzehnten?!) in meinen Bücherregalen stehen, die ich wirklich gern irgendwann in meinem Leben mal gelesen haben möchte - lese sie aber nicht. Immer wieder nehme ich es mir vor, aber dann klappt es nicht. Wobei ich mich schon ein bisschen gebessert habe, "Der große Gatsby" z.B. hat es vor einigen Monaten dann doch endlich mal vor meine Augen geschafft, ebenso wie "Fahrenheit 451" vor ein paar Wochen.

Doch was, wenn ich mir das mal bewusst vornehme: Klassiker lesen? Oder zumindest das, was ich als Klassiker für mich einordne (denn da gibt es literarisch sicher so einige Definitionen...)? 2020 habe ich ja zumindest schon bei den Sachbüchern und Konstanzes Sachbuch-Challenge gesehen, dass es durchaus geht, wenn ich es mir doch einigermaßen fest vornehme.


Daher meine Überlegung, 2021 ganz bewusst Klassiker zu lesen. Natürlich nicht nur, aber vielleicht mal so eine handvoll übers Jahr verteilt, das müsste doch zu schaffen sein...

Hat jemand Lust, mitzumachen? Lust, 2021 einige oder zumindest ein paar Klassiker aus den Regalen zu kramen und diese zu lesen? Ich nehme mir das gern als eigenes Projekt vor, freue mich aber auch sehr, wenn sich im Rahmen einer "Lese-Aktion" vielleicht noch andere Mitstreiter finden. Falls ihr Lust habt, meldet euch.


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