Sonntag, 31. Dezember 2023

Jahresrückblick 2023

2023 war ein komisches Jahr für mich. Obwohl es wichtige Entscheidungen und Entwicklungen gab im Laufe der Monate, habe ich das Jahr als endlosen Stillstand erlebt, als ein auf-der-Stelle-treten. Zudem war 2023 gesundheitlich absolut nicht mein Jahr. Ständig war irgendwas. (Wenn ein Jahr damit endet, dass man sich einen Zahn ziehen lassen muss, ist es einfach ein Jahr zum Vergessen.) 
Natürlich gab es auch gute oder stolze Momente - so kann ich z.B. verkünden, dass ich im Frühjahr meine Psychotherapie-Weiterbildung abgeschlossen habe und nun approbierte Psychologische Psychotherapeutin im Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie bin - um es mal ganz genau zu nehmen.
Ich hab ein paar tolle Tage in Amsterdam gehabt und mir fast das komplette künstlerische Werk von Vermeer im Rijksmuseum anschauen können. Ansonsten hat es urlaubsmäßig bei mir in diesem Jahr aber nicht so wirklich geklappt, fast alles ist ins Wasser gefallen, wegen Krankheit oder wegen anderer wichtigerer Termine. Das war ziemlich enttäuschend und ich beende dieses Jahr tatsächlich, ohne zwischendrin mal die Möglichkeit zur Erholung oder Entspannung gehabt zu haben. 2024 geht genauso weiter, das finde ich wenig erbaulich. 
Mit dem Monat Januar hadere ich aber ohnehin jedes Jahr ein wenig. Das ist ein schrecklich langer, grauer Monat, in dem auch noch der einzige Feiertag (6.1.) auf einen Samstag fällt; die schöne Vorweihnachtszeit ist vorbei, vor einem liegen Wochen und Wochen voller Arbeit, das nächste Highlight lässt noch auf sich warten, und in diesem Jahr hat die Bahn schon mal vorsorglich Bahnstreiks angesagt - prima für alle Berufspendler :( Vorsätze mache ich mir keine (es sei denn, man zählt dazu, dass ich mehr Obst essen will, weil (s.o.) mein Immunsystem in diesem Jahr ziemlich im Eimer war), mache ich mir schon seit vielen Jahren nicht mehr. Es lebt sich angenehmer ohne Vorsätze ;)

Für den Bereich "Lesen" habe ich dennoch vor einigen Tagen mal ein wenig online nach Challenges und Blogaktionen gesucht (zählt ja irgendwie auch als Vorsatz, daran teilzunehmen). Ich muss aber sagen, dass ich eigentlich nichts gefunden habe, was mich direkt angesprochen hat. Manche Challenges haben ganz interessante Grundideen, sind dann in der Umsetzung aber einfach nicht mehr mein Fall. Ich will mich beim Lesen nicht stressen. Daher fällt für mich alles raus, was umständliche Punktevergaben hat, am liebsten noch Sonderlose und -punkte pro Monat, so-und-soviele gelesene Bücher im Monat voraussetzt, oder auch was zwingend Rezensionen verlangt. Ich weiß, ich könnte hier auf dem Blog echt mal wieder mehr rezensieren, aber auf sowas verpflichtendes habe ich keine Lust.
Mein eigenes Lesebingo zu reaktivieren, danach ist mir auch nicht so wirklich. Daher beschränke ich mich in diesem Jahr wahrscheinlich einfach darauf, endlich mal ein paar Bücher zu lesen, die ich schon lange im Hinterkopf habe. Ich werde die mal hier auflisten, aber eben eher für mich selbst.


Habt ihr Buch- oder Blogpläne in diesem Jahr? Gibt´s irgendwo nette Challenges oder Aktionen, an denen ihr teilnehmt?


Ansonsten ein kleiner buchiger Rückblick auf das Jahr 2023:
Ich habe insgesamt 68 Bücher gelesen, heute wird wohl auch keins mehr dazu kommen. 2023 habe ich mich (für meine Verhältnisse) viel an Buchreihen aufgehalten. Teilweise habe ich zu mir bereits bekannten gegriffen (z.B. Harry Potter, die Raven Boys oder Lockwood & Co.), teilweise habe ich mich aber auch bewusst auf was neues gestürzt. Also, nicht neu im Sinne von "gerade erst erschienen"; nein, da hänge ich ja meistens eher hinterher. Für mich neu. Ich hatte mich in Band 1 der "Chroniken der Verbliebenen" festgelesen und mir aus Begeisterung über die Geschichte direkt auch die Teile 2-4 bestellt. Band 4 davon ist noch nicht gelesen, das will ich 2024 noch machen. Ebenso habe ich die Reihe um die Archäologin Dr. Ruth Galloway von Elly Griffiths für mich entdeckt - auf Anraten meiner Mutter, die diese Reihe liebt. Einmal angefangen, konnte ich das gut verstehen und habe ein Buch nach dem anderen gelesen, mittlerweile bin ich bei Teil 11 angelangt. Leider sind nur die Teile 1-8 ins Deutsche übersetzt worden. Die restlichen Bücher der 15-bändigen Reihe gebe ich mir auf Englisch.
Gefallen hat mir auch die Kinderbuchreihe "Rory Shy" von Oliver Schlick, von der ich die ersten 5 Teile nacheinander gelesen habe. Teil 6 erscheint 2024.
Übers Jahr habe ich mir immer mal wieder ein Buch aus Neyashas 12 Monate- 12 Bücher Challenge anrechnen können, aber längst nicht in jedem Monat. Geschafft habe ich 8/12 Aufgaben.
Ich habe gute Bücher im Jahr 2023, jedoch eher wenige, von denen ich total begeistert war und die mir deswegen im Kopf bleiben werden. Da kann ich eigentlich nur folgende nennen:

Highlights 2023
- "Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson
- "Totenpfad" von Elly Griffiths
- "Die Bücher, der Junge und die Nacht" von Kai Meyer

Hier mein alljährlicher kurzer Überblick:

Die meisten Lacher
... gab es bei "Rico, Oscar und die Tieferschatten" von Andreas Steinhöfel. Ich war irgendwie neugierig auf diese Kinderbuchreihe und habe mich beim ersten Teil - der ein erstaunlich ernstes Thema behandelt - sehr amüsiert.

Das schönste Pärchen
Ich mag die Story um Esta und Harte (aus "Der letzte Magier von Manhattan" von Lisa Maxwell) und lese gerade auch parallel zu anderen Büchern die Fortsetzung, die in den 20ern in New York spielt. Sehr gern habe ich auch die Story um Lia und Rafe gelesen ("Die Chroniken der Verbliebenen" von Mary E. Pearson), ich hab richtig mitgefiebert. Wie gesagt, die ersten drei Teile habe ich schon durch, mir fehlt mit Teil 4 noch das Finale.

Das fieseste Ende
... gab es bei "Amazement Park" von Kiersten White. Eigentlich nicht wirklich "fies", aber irgendwie so schräg, dass mir ein bisschen der Mund offen blieb.

Das beste Abenteuer
... habe ich bei "Unearthed" von Amie Kaufman & Meagan Spooner gelesen. Ich habe von dem Buch, für das meiner Meinung nach irgendwie kaum Werbung online gemacht wurde, zumindest hatte ich vorher nie davon gehört, bis ich es durch Zufall in der Hand hielt, anfangs nicht viel erwartet. Aber dann bekam ich eine wirklich spannende, kuriose und abwechslungsreiche Abenteuergeschichte, die ein wenig an Indiana Jones im Weltall erinnert. Das einzige, was mich hier massiv gestört hat: dass die Helden mal wieder nur ganze 16, 17 Jahre alt sein sollten, was in meinen Augen einfach nur lächerlich war. Zielgruppen-Orientierung der Verlage schön und gut, aber glaubwürdiger werden solche Stories dann eben doch, wenn die Helden einfach schon ein paar Jahre mehr Lebenserfahrung haben.

Der gemeinste Cliffhanger
Den gab es zum Ende von "Das Herz des Verräters" von Mary E. Pearson sowie bei "Der letzte Magier von Manhattan" von Lisa Maxwell. Ich kann jedem, der die Reihen vielleicht starten will, nur empfehlen, sich gleich die Fortsetzungen bereit zu legen.

Die meisten Tränen
... gab es dieses Jahr nicht. Ich habe wirklich bei keinem einzigen gelesenen Buch ein Tränchen verdrücken müssen.

Viel Wirbel um nichts
"Morgen, morgen und wieder morgen" von Gabrielle Zevin war ja tatsächlich monatelang in aller Munde. Gefühlt alle fanden es toll. Und ich fand es einfach nur langweilig und belanglos. Irgendwie hat mich die Story überhaupt nicht abgeholt und die größte Farce fand ich, dass manche Leser/Seiten dieses Buch tatsächlich mit "Ready Player One" verglichen haben - nee, beim besten Willen nicht. Ich hab dieses Buch hier nur sehr quergelesen, um die grobe Story mitzubekommen. Direkt nach dem Zuklappen habe ich es weggegeben, weil ich sowas ödes gar nicht behalten mag.
Enttäuscht hat mich auch "Verlorene der Zeiten" von Amal El-Mohtar und Max Gladstone. Auch hier haben wirklich viele viele von geschwärmt, über die Idee, über die Umsetzung. Stimmt schon, die Idee war tatsächlich mal was anderes, die Art, wie die Kapitel so quer aufeinander aufbauten, war interessant. Aber spannend fand ich die Geschichte leider überhaupt nicht. Mich hat das gar nicht gereizt, da weiter zu lesen. Auch hier bin ich irgendwann dazu übergegangen, nur noch absatzweise zu lesen. Große Enttäuschung für mich.

Am meisten gelernt
Wie gesagt hatte ich im Frühjahr meine Abschlussprüfungen für die Psychotherapie-Weiterbildung. Top Grundlage zur Vorbereitung und zum Lernen ist "Das Repetitorium" von Miki Kandale & Kai Rugenstein. Da drin ist kompakt alles, was man als Psychotherapeutin wissen muss. Daher habe ich damit ziemlich viel gelernt.
Viel inhaltlich mitgenommen habe ich zudem aus "Florentia" von Noah Martin und "Die Bibliothek des Wahnsinns" von Edward Brooke-Hitching, das ich übrigens erst zu Weihnachten bekommen habe, aber schon sehr viel darin geschmökert habe angesichts all der Kuriositäten, die darin enthalten sind.

Die größte Überraschung
... hatte ich mit dem Graphic Novel "Hubert" von Ben Gijsemans. Ich lese ja quasi kaum Graphic Novels - leider, wie ich einmal mehr festgestellt habe. Das muss ich mal ändern. Diese Geschichte hier über den einsamen, aber kunstinteressierten Hubert ist mir sehr zu Herzen gegangen. Die Zeichnungen waren trotz aller Schlichtheit echt beeindruckend, weil sie so sehr Emotionen transportiert und bei mir selbst das Kopfkino angestellt haben. Echte Empfehlung!


Welche waren denn eure Favoriten oder größten Überraschungen, die ihr im Jahr 2023 gelesen habt?



Mittwoch, 4. Oktober 2023

Lese-Update

Oktober!! Endlich ein anständiger Monat mit erträglichen Temperaturen, sag ich da nur :D

Oktober ist der Startschuss für den Herbst, eine Jahreszeit, die ich liebe und die unmittelbar in eine andere geliebte Jahreszeit übergeht, nämlich die Vorweihnachtszeit. Aber gut, soweit sind wir ja noch nicht.

Ich hatte wirklich nicht vor, so lange hier nichts zu posten. Der letzte Beitrag ist vom Juli, herrje. Dazwischen lagen viele Wochen, die voll waren mit arbeiten, mit viel zu warmen Tagen, mit einem kaputten Laptop, mit wenig Zeit zum Verschnaufen und Ausruhen, dafür aber mit vielen gelesenen Büchern. An denen wollte ich euch auch teilhaben lassen, aber meine Motivation, mich an den Laptop zu setzen und darüber zu schreiben, war so minimal, dass ich mich dazu echt nicht aufraffen konnte. Was mich rückblickend echt ärgert, denn das ein oder andere Buch hätte ich hier auf dem Blog schon ganz gern mal vorgestellt. Vielleicht mache ich das noch. Mir ist nur meistens die freie Zeit zu schade, um sie vor dem Laptop zu verbringen. In der Zeit lese ich dann doch lieber. (Schlechter Zustand, um einen Blog zu führen, ich weiß.)

Im Kopf geblieben sind mir z.B. "Amazement Park" von Kiersten White, weil es echt schräg war. Oder auch "Ingenium" von Danielle Trussoni, das mich allerdings mit eher gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. "Ingenium" war als Buch in der Schmökerbox Noir, die ich mal testen wollte, und mit der ich eigentlich auch ganz zufrieden war. 


Außerdem lese ich mich seit ein paar Wochen durch die Ruth Galloway-Reihe von Elly Griffiths, die ich total liebe! Dr. Ruth Galloway ist forensische Archäologin in Norfolk in England und arbeitet bei verschiedenen Fällen mit der dortigen Polizei zusammen. Mit DCI Nelson verbindet sie bald auch ein bisschen mehr als nur die Arbeit. Die Buchreihe ist herrlich und kurzweilig geschrieben. Ich mag den Charakter von Ruth, ihren Wortwitz und dass sie, gerade weil sie manchmal so "anti" ist, vollkommen authentisch ist. An der Buchreihe mag ich aber auch sehr die Nebenfiguren, weil gerade alle zusammen ein herrliches Gespann abgeben, die die Handlung von Buch zu Buch tragen. Ich habe die ersten 8 Bücher inhaliert, war leider viel zu schnell durch, denn der deutsche Verlag (Rowohlt) hat bisher von den 15 Teilen der Buchreihe nur diese 8 übersetzt. Und irgendwie macht es den Anschein, dass nicht weiter übersetzt wird. Also habe ich mir jetzt Teil 9 auf Englisch besorgt und fange gerade damit an. Meine Befürchtungen, diverse archäologische Begriffe und historische Zusammenhänge nicht komplett zu verstehen, sind zumindest in den ersten Kapiteln unbegründet - mal sehen, wie es sich weiter entwickelt. Kennt ihr die Reihe um Ruth Galloway?

Außerdem habe ich mir neulich kurzerhand ein anderes Buch aus meinem Regal geschnappt, das schon viel zu lange dort stand, nämlich "Rory Shy" von Oliver Schlick. Rory Shy ist ein Privatdetektiv, der seinem Namen nur zu sehr alle Ehre macht: er ist fürchterlich schüchtern. Zu schüchtern eigentlich, um zu ermitteln, um Befragungen durchzuführen, um anderen auf die Pelle zu rücken, wenn es ums Aufdecken der Wahrheit geht. Glücklicherweise trifft er auf die 12-jährige Matilda, die alles andere als auf den Mund gefallen ist - wo Rory zu schüchtern ist, quatscht sie die Leute in Grund und Boden. Die beiden passen also gut zusammen und ermitteln so in verschiedenen Fällen zusammen. Teil 1 dieser Buchreihe hat mir gut gefallen, sodass ich direkt mit Teil 2 weitermache. Die Reihe ist vermutlich eher für etwas jüngere Leser geschrieben, aber auch als Erwachsener amüsiert man sich köstlich, wenn man Rory erlebt, wie er sich windet angesichts der Vorstellung, mit anderen reden zu müssen, und im Anschluss einen sehr dünnen, "schüchternen" Kaffee zu trinken. Kann ich sehr empfehlen, die Bücher.

Außerdem fange ich gerade an mit "Die Bücher, der Junge und die Nacht" von Kai Meyer. Darauf bin ich gespannt, das liegt schon seit Erscheinen bei mir herum; jetzt wird´s mal Zeit, auch weil ich finde, die Beschreibung klingt irgendwie nach Herbstbuch. Außerdem liest Kai Meyer Anfang November in der Nähe meines Wohnortes aus dem Folgebuch ("Die Bibliothek im Nebel") vor, daher will ich mich mal ranhalten und dieses hier erst gelesen haben. 


So. Das war ein kurzes Lese-Update meinerseits. Ich nehme mir fest vor, in den nächsten Wochen wieder häufiger was zu schreiben über Gelesenes, Gefundenes und Gedrucktes. Habt ihr Leseempfehlungen für den Herbst?


Sonntag, 2. Juli 2023

Das "Dicke Bücher Camp" 2023

Oha! Es ist Juli, liebe Leute, was mich persönlich ja ausschließlich deshalb freut, weil damit der Herbst wieder in greifbarere Nähe gerückt ist - zumindest wenn man diese Hitzewochen dann irgendwann hinter sich gebracht hat. Sommer und ich, schon immer ein leidiges und launiges Thema, ich würde die Jahreszeit am liebsten nur irgendwo im kalten Schatten verkrümelt verbringen...

Aber im Juli und August gibt es immerhin eine Lesebesonderheit, denn da läuft auf Instagram das "Dicke Bücher Camp" von Marina (@nordbreze). In den letzten Jahren habe ich immer mitgemacht, auch dieses Jahr bin ich mit dabei. Die Idee der Aktion ist, sich in den beiden Monaten insbesondere dicken Büchern zu widmen, also solchen, die mehr als 500 Seiten haben. Die werden ja sonst von manch einem ganz gern mal vergessen oder zugunsten schmalerer Bücher beiseite gelegt, weil man die dünneren Werke natürlich schneller schafft (zumindest in der Theorie). 


Ich hab einige dicke Wälzer in den Regalen und scheue mich auch nicht davor, diese zu lesen. Für den Juli und August habe ich mal diese hier rausgesucht, könnten aber genauso gut auch andere sein. Diese hier sind alle relativ neu und erst vor kurzem erschienen (mit Ausnahme vom neuesten Strike-Band) - vielleicht bekomme ich im Laufe der Wochen auch eher Lust, zu einem älteren Buch zu greifen. Die größte Schwierigkeit in den nächsten beiden Monaten dürfte für mich eher sein, überhaupt zum Lesen zu kommen, denn ich habe in diesen Wochen nicht einen einzigen Tag frei. Während soviele andere in den Urlaub fahren oder Ferien haben, muss ich jeden Tag arbeiten. Das Los der einzigen Mitarbeiterin ohne Kind in einem 6er-Team :/ 

Naja, mein Urlaub kommt dafür später im Jahr, und auch da werden sich Bücher finden, die gelesen werden wollen.

Macht jemand von euch beim #dickebüchercamp mit?


Dienstag, 27. Juni 2023

"Morgen, morgen und wieder morgen" - Gabrielle Zevin

eichborn Verlag, 2023

25,00 Euro



Worum geht´s?

Mitte der 90er-Jahre in Massachusetts: An einer U-Bahn-Station trifft Sadie, hochbegabte Informatikstudentin und angehende Designerin von Computerspielen, ihren früheren Super-Mario-Partner Sam wieder. Die beiden beginnen, gemeinsam an einem Spiel zu arbeiten, und schnell zeigt sich, dass sie nicht nur auf freundschaftlicher, sondern auch auf kreativer Ebene ein gutes Team sind. Doch als ihr erstes gemeinsames Computerspiel zum Hit wird, brechen sich Rivalitäten Bahn, die ihre Verbundenheit zu bedrohen scheinen.

Ein Jahrzehnte umspannender Roman über Popkultur und Kreativität, Wagnis und Scheitern, über Verlust und über die Magie der Freundschaft.


Meine Meinung

Wenn John Green über dieses Buch tatsächlich gesagt hat "Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe", dann tut er mir eigentlich ein bisschen Leid, denn dann hat er scheinbar noch nicht so viel gutes in seinem Leben gelesen. Was nicht heißen soll, dass "Morgen, morgen und wieder morgen" schlecht wäre oder ein "nicht gutes Buch". Nein, es ist ok. Es ist in meinen Augen aber den ganzen Hype nicht wert, der seit Monaten darum gemacht wird. Ich zumindest habe der Geschichte offenbar nicht so viel bedeutendes und augenöffnendes entnehmen können, dass es mich nachhaltig beeindruckt hätte.

Die Story um Sam und Sadie ist ganz nett zu lesen, mir persönlich aber leider viel zu langatmig. Ich habe schon nach etwa 50 Seiten nicht mehr so richtig Lust zum Weiterlesen gehabt, habe dann entsprechend auch andere Bücher dazwischen geschoben und mich schnell dabei erwischt, wie ich Seiten in "Morgen, morgen und wieder morgen" überblätterte. Teils bin ich in der Geschichte mal eben 30-40 Seiten vorgesprungen und hatte absolut kein Problem, an späterer Stelle wieder einzusteigen. Und das, obwohl die Story auf mehreren Zeitebenen geschrieben ist und diese Sprünge im Erzählen mitunter auch recht wahllos geschehen. Die wesentlichen Eckpunkte der Geschichte habe ich mitbekommen: die Freundschaft, der Neid, die Missgunst, das Vermissen, das Nicht-ohne-Einander-Sein-Können zwischen Sadie und Sam. Gar nicht mal so auf eine gezwungene romantische Art, und das rechne ich Gabrielle Zevin in dem Kontext hoch an, in dem es weniger um die Liebe, sondern eher um die berufliche Entfaltung und Verwirklichung von Träumen geht. 

Richtig auf die Kosten kommen sicher diejenigen, die hier auch jede Menge der erwähnten Spiele kennen und vielleicht selbst gespielt haben. Ich bin keine typische Gamerin, eher eine "Wohlfühl-Spielerin in fremden Welten", weshalb ich Sadies Vorliebe für ein Spiel wie "Harvest Moon" in der Tat gut nachvollziehen konnte. Ansonsten kannte ich viele der genannten Spiele nicht, auf die sich hier bezogen wird, aber das war letztlich auch ok.

Das ganze Buch war ok - aber in meinen Augen eben nicht mehr. Bei mir hat es wenig Eindruck hinterlassen und ich bezweifle, dass ich mich in ein paar Wochen oder Monaten an wesentliche Inhalte der Story noch werde erinnern können. Insofern kann ich persönlich John Green mit seinem Ausspruch nicht zustimmen.


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