Freitag, 11. März 2022

Freitagsgedanken: Ich habe gelesen. Endlich.

Hallihallo!

Es ist Freitag, liebe Leute, und noch dazu im März. Wo ist eigentlich die Zeit geblieben, dass wir schon im dritten Monat des Jahres stecken?! Das frage ich mich momentan wirklich an manchen Tagen. Und so sehr ich mich am Ende einer Woche auf das Wochenende freue, umso mehr erschreckt es mich, wenn ich realisiere, dass die Woche schon wieder vorbei ist... 

Aber Zeit hin oder her - ich habe endlich mal wieder ins Lesen gefunden! Nachdem Lesen und Bücher wochenlang bei mir zu kurz kamen, ich einfach keinen Sinn oder Gedanken dafür hatte, hat mich die Leselust in den letzten Tagen dann doch schwer erwischt. Ich habe in kürzester Zeit endlich mal den dritten Teil der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe, "Die Hornisse", gelesen, was ich längst tun wollte. Nun ist schon der Abschluss der Reihe erschienen, da hat das gut gepasst. Teil 3 hat mir gut gefallen, besser als der Teil davor, den ich komisch und verworren und düster fand. Dieser hier ist auch nicht ohne, aber er endet mit einem coolen Cliffhanger, der eben direkt Lust auf Teil 4 macht - zum Glück habe ich mir den bereits zugelegt. Ebenso rasch durchgelesen habe ich "Die Spur der Bücher" von Kai Meyer, das ich einem spontanen Impuls folgend aus dem Regal gezogen habe, nachdem es dort schon ziemlich lange stand. "Die Spur der Bücher" ist ein Ableger der "Die Seiten der Welt"-Reihe von Herrn Meyer um die Bibliomanten; allerdings konnte ich mit der eigentlichen Reihe gar nichts anfangen. Teil 1 hatte ich zweimal angefangen zu lesen und schon nach wenigen Seiten entnervt wieder weggelegt; mittlerweile habe ich das Buch auch verkauft. Ich habe nur diese Ableger-Serie "Die Spur der Bücher" behalten und da hat mir Teil 1 erstaunlicherweise ziemlich gut gefallen. Ich kann nicht erklären, warum dieses und das andere dafür nicht. Ist vielleicht auch egal. Vom Ableger werde ich jedenfalls auch noch Teil 2 lesen. Der steht günstigerweise auch schon in meinem Regal parat ;)

Und dann habe ich noch "Aurora erwacht" von Amie Kaufman & Jay Kristoff durchgesuchtet, das muss ich echt so sagen. Eigentlich wollte ich dieses Buch gar nicht lesen, gar nicht haben. Das Cover spricht mich null an, erinnert mich eher an ein Kinderbuch. Aber andere Blogger und Leser fanden dieses Buch soo gut, dass ich doch neugierig geworden bin. Und es ist wirklich gut! Eine schräge Science-Fiction Buchreihe, die im All spielt, mit einem bunt zusammengewürfelten Team, bei dem der eine schräger ist als der andere. Ich fand´s herrlich und freue mich auf Band 2! (Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen, aber auch dieser Band 2 steht bereits wartend in meinem Regal. Nichts ist schlimmer, als nicht direkt weiterlesen zu können!!)

Zuvor, aber das ist jetzt schon einige Tage her, habe ich "Das Haus der tausend Fenster" von Laura Andersen gelesen, endlich das zweite Buch der Autorin. Hat mir auch gut gefallen, wie schon das erste Buch von ihr. Vielleicht setze ich mich die Tage noch an einen kleinen Leseeindruck. 


Ansonsten haben es noch weitere neue Bücher in mein Zuhause geschafft, wie man hier sehen kann. Ich kann mich gerade gar nicht entscheiden, womit ich anfange :D


Unabhängig davon überlege ich, ob ich meine alte liebgewonnene Blog-Rubrik "Die Lektüre meiner Zugnachbarn" wieder reaktiviere. In den letzten Jahren bin ich eher wenig Zug gefahren, da bot sich das nicht mehr an, den Leuten über die Schulter zu schauen und nach deren Büchern zu schielen. Aber mittlerweile bin ich wieder mehrfach in der Woche am Fahren und sehe mit Freude, dass es immernoch lesende Menschen im Zug gibt! Vielleicht bietet es sich demnächst mal an, jemanden vorzustellen. Ganz anonym natürlich ;)



Euch wünsche ich erstmal ein schönes Wochenende und ein gutes Buch in der Hand!!


Samstag, 12. Februar 2022

Blitzlicht: Auf dem Weg zur Routine

Hallo ihr da draußen. 

Man mag es angesichts der mageren Blogbeiträge-Frequenz hier kaum glauben, aber mich gibt es noch. In den letzten Wochen war alles etwas viel, chaotisch, ungewiss und neu. Ja doch, diese Worte treffen es irgendwie ziemlich gut. Der Blog ist dabei total zu kurz gekommen, aber nicht nur der. Auch jede Form von Entspannung, Lesen oder auch einfach nur mal die Seele baumeln lassen. Kopf mit tausend Dingen voll, to do´s und wo sind eigentlich alle möglichen Unterlagen hingekommen, die man irgendwann mal bekommen hat?! Meine Leserate neigte sich schon gen Null, aber heute! Heute habe ich endlich mal wieder richtig nach einem Buch greifen und mich eine Weile darin vertiefen können. Gut, dass mich diese Woche der dritte Teil der "A History of Us"-Reihe von Jen DeLuca erreichte, denn den habe ich mir heute, an meinem freien Samstag direkt geschnappt. Kennt ihr die Reihe? Die ersten beide Bände habe ich schnell weggelesen und danach auch direkt eine Meinung dazu im Kopf, aber wie mir das ja leider öfter mal so geht, hat es diese Meinung dann in getippter Form aus Zeit- oder Motivationsmangel nicht auf diesen Blog hier geschafft. Schade. Vielleicht schreibe ich am Ende der Trilogie dann einfach einen Leseeindruck über die ganze Reihe.


Tja, aber woran lag´s? Wie ich schon erwähnt habe, habe ich im Februar einen neuen Job angefangen. Für mich war das eine ziemliche Umstellung - ist es noch -, denn in den Monaten davor hatte ich sowas wie einen festen "9 to 5 Job" nicht mehr, aber aus freiwilligen Gründen nicht mehr. Im Rahmen meiner Psychotherapie-Weiterbildung habe ich ambulant Patienten behandelt, habe mich eine zeitlang ausschließlich darauf konzentriert, und das eben nach eigener Zeiteinteilung. Nun wurde es aber mal Zeit für Veränderung und etwas Neues, daher habe ich nun doch wieder einen "richtigen" Job mit Anstellung und allem, was dazu gehört. Mein Konto wird es am Ende des Monats definitiv freuen, aber ich habe an der Umstellung mit allen Vor- und Nachteilen aktuell noch etwas zu knabbern, weil es auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche hat. Fürs erste habe ich aber gut reingefunden und fühle mich in manchen Stunden schon, als hätte ich nie was anderes getan ;)

Vor allem hat es den Vorteil, dass ich nun guten Gewissens doch auch wieder Zeit für anderes haben kann. Und mich auch wirklich wieder einem Buch widmen kann, ohne gedanklich eigentlich bei ganz anderen Dingen zu sein (und sein zu müssen). Entsprechend habe ich in den letzten Tagen auch gleich etwas über die Stränge geschlagen und habe Bücher bestellt und gekauft, Bücher über Bücher. Irgendwie beruhigt und entspannt und freut mich das letztlich immer am meisten. Hat so einen Belohnungscharakter, und belohnen konnte ich mich in den letzten Tagen ja nun wirklich für alles Mögliche (gibt ja viel, was bei einem neuen Job so anfällt: 1. Tag geschafft, 1. Woche geschafft, 1. Bewährungsprobe geschafft usw. :D ). Nee, Quatsch, so Belohnungssüchtig bin ich nun auch wieder nicht. Aber es sind schon einige Bücher geworden, die da neu bei mir eingezogen sind oder es in den nächsten Tagen noch tun werden. Ich hoffe, ich denke daran und zeige sie mal alle. Wenn ich irgendwann auch gefühlt wieder mehr Ruhe habe, dann möchte ich auch unbedingt mal wieder Rezensionen oder Leseeindrücke schreiben, schließlich geht´s hier ja darum. Bis dahin vertiefe ich mich aber erstmal wieder in "A History of us - Nur drei kleine Worte" und genieße es :)



Mittwoch, 26. Januar 2022

"Morgen schreib ich dir ein Happy End" - Tash Skilton

 Knaur Verlag, 2021

14,90 Euro


HIER geht´s zur Verlagsseite



Worum  geht´s?

Miles ist nicht nur im Herzen, sondern auch im wahren Leben gebürtiger New Yorker und ein waschechter Romantiker. Zoey hingegen liebt den entspannten Westcoast-Lifestyle ihrer alten Heimat, ist komplett gegen ihren Willen in New York gelandet und glaubt nicht an die Liebe.
Als sich Miles und Zoey das erste Mal in einem kleinen New Yorker Café begegnen, können sie sich daher auf den Tod nicht ausstehen. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie sind beide Dating-Experten für hoffnungsvolle Singles und wurden bei ihrem nächsten Auftrag auf dasselbe Pärchen angesetzt. Ohne zu wissen, wer der andere ist, treffen sich Miles und Zoey online. Und plötzlich lernen sie äußerst attraktive Seiten aneinander kennen ... Aber ob diese auch im echten Leben Bestand haben?


Meine Meinung:

Ich liebe den Film "Email für dich", ganz ehrlich. Ich mag die Story, ich mag die Darsteller in dieser Konstellation, die Atmosphäre, ich mag die Grundidee dahinter: zwei Personen schreiben sich zunehmend verliebt unbekannterweise Nachrichten, finden sich im echten Leben aus Gründen aber eher ziemlich unausstehlich. Als ich die Inhaltsangabe zu "Morgen schreib ich dir ein Happy End" las, erinnerte mich das direkt an den Inhalt von "Email für dich" und meine Neugier war geweckt. Würde sich hier vielleicht eine ebenso charmante und niedliche Story verbergen?

Nun, nein. Den Zahn kann und muss ich gleich mal zu Beginn jedem ziehen, der vielleicht ebenso darauf gehofft hat. Die Story von Miles und Zoey ist anders und längst nicht so nett. Ich glaube, das größte Problem, das "Morgen schreib ich dir ein Happy End" hat, ist, dass hier einfach alles unfassbar oberflächlich ist. Oder vielleicht auch nur unfassbar oberflächlich für mich, keine Ahnung. Aber sowohl die Figuren Miles und Zoey sind so ohne Tiefen und Charakter, wie auch ihr Job und Leben - und das, was ihnen passiert. Vielleicht ist es eher eine Grundsatzfrage, die man unserer heutigen Gesellschaft stellen muss, als den Autorinnen (Tash Skilton ist ein Pseudonym für zwei Autorinnen). Denn wenn Menschen heutzutage wirklich ihr Geld damit verdienen, anderen Leuten, die online chatten/schreiben und dadurch jemanden kennenlernen wollen, die Texte vorzuschreiben, ihnen die Worte in den Mund zu legen oder gar gleich das Schreiben, Reagieren und Posten selber für besagte flirtwillige Menschen übernehmen - dann finde ich das echt unsäglich traurig für die Menschheit an sich. Das mag hochtrabend klingen, aber es ist so. Hier ist ja nichts echt. Keine ausgetauschten Worte, keine spontanen Äußerungen, keine netten Flirtereien - nichts kommt mal einfach so aus jemandem heraus und wirkt dadurch natürlich, sondern alles kommt von einer Art Ghostwriter, von jemand völlig Außenstehenden, der munter Beziehungen der anderen knüpft. 

Miles und Zoey haben nun genau diese Jobs, sollen zwei Personen inkognito miteinander "matchen" (verkuppeln sagt man heute wohl nicht mehr), schreiben sich also munter Nachrichten hin und her. Finden sich in Form ihrer unbekannten Online-Alter Egos selber zunehmend toll, denn es passiert bei diesem Job-Modell natürlich das, was man vermuten würde: unweigerlich lässt man einen Teil seiner eigenen Persönlichkeit in diese Nachrichten und Chats einfließen, die man ja eigentlich im Namen einer anderen Person schreibt. Im realen Leben finden sich Miles und Zoey aber eigentlich ziemlich blöd wegen diverser Vorurteile und Missverständnisse. Die Dinge nehmen also ihren Lauf und mittlerweile hat das Ganze leider wirklich gar nichts mehr mit "Email für dich" zu tun. 

So ganz überraschend ist das Ende der Story dann natürlich nicht; ist ja klar, stört mich bei diesem Genre aber auch überhaupt nicht. Was die Autorinnen aber vorher noch für Storyplots und -twists einbauen, welche weiteren (wirklich dummen) Missverständnisse da am Ende noch eine Rolle spielen, das war mir dann aber doch auch zuviel. Wirklich nicht gut fand ich auch, dass Drogenkonsum hier sehr verherrlicht und normalisiert wird (und ich bin kein Spießer), gewissermaßen als Geheimrezept dargestellt wird, damit man gut durch den Tag kommt. Das war mir dann wirklich zu schräg.

Irgendwie wirkte die Story für mich am Ende jedenfalls nicht rund und so nett ich die Anfänge zwischen Miles und Zoey auch fand, habe ich leider an keiner einzigen Stelle irgendwelche Funken zwischen ihnen bemerkt. "Morgen schreib ich dir ein Happy End" ist eine Story, die mir leider nicht lange im Kopf bleiben wird, weil mich so wenig daran begeistert hat.


Dankeschön an Netgalley und den Knaur Verlag!

Dienstag, 25. Januar 2022

"Hitze" - Raven Leilani

Atlantik Verlag, 2021

22,00 Euro



Worum geht´s?

Die dreiundzwanzigjährige Edie lebt in Bushwick, Brooklyn, und hält sich nach ihrem abgebrochenen Kunststudium finanziell mit einem Assistenzjob in einem Verlag und emotional mit wechselnden Liebschaften über Wasser. Dann beginnt sie eine Affäre mit Eric, einem weißen Mann, der in einer offenen Ehe lebt und fast doppelt so alt ist wie sie. Während sich Edie mit Erics Ehefrau und vor allem mit der Adoptivtochter des Paares, Akila, einem Schwarzen Mädchen, anfreundet, verschieben sich alle Perspektiven. Edie scheint die einzige andere Schwarze Person zu sein, die Akila kennt, und die Beziehung zwischen den beiden wird bald wichtiger als alles andere. Auf einmal muss Edie sich mit ihrer eigenen Einsamkeit und dem schon immer in ihrem Leben gewesenen Rassismus und Sexismus neu auseinandersetzen.  



Meine Meinung:

Der Hype, der um dieses Buch online gemacht wurde von Verlag, Lesern, sozialen Medien und Co., erschließt sich mir nicht. Vorher schon nicht und jetzt nach dem Lesen auch nicht. Was man bei "Hitze" geliefert bekommt, ist eine platte und langweilige Story, die vorhersehbar ist und unweigerlich zum Augenrollen einlädt. Der erste Teil beschreibt nur immer wieder diverse erotische Aufeinandertreffen von Edie, völlig ziellos und nichtssagend, die zugleich unnötig derb und vulgär geschildert sind. Keine Ahnung, warum das der Autorin so wichtig war. Darüber hinaus ist diese platte Story dann aber auch noch schlecht geschrieben. Die Sätze der Autorin sind unsäglich lang, verschachtelt, beinhalten nur monotone, nüchterne Aussagen. Insgesamt kommt hier wenig Emotion oder Leben auf den Seiten auf, und das, obwohl das Buch doch so sehr mit großen Schlagworten wie "Rassismus, Affären, Sexualität, Armut" für sich wirbt. Da hätte man doch etwas erwarten können. Das bietet das Buch in meinen Augen aber nicht. Ich fand bereits die ersten Seiten langweilig, Edie unerträglich jammerig und dumm, mir erschloss sich der Sinn der Story null. Nach etwa einem Drittel des ohnehin nur kurzen Buches habe ich dann angefangen quer zu lesen, habe die wesentlichen Aspekte dennoch irgendwie mitbekommen und das Buch am Ende mit dem Gedanken "Was für ein nichtssagender Blödsinn" zugeklappt. Für mich einmal mehr der Beweis, dass man nicht jedem Hype glauben sollte.


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