Dienstag, 8. September 2020

"Sommer in Porthmellow" - Phillipa Ashley

 Dumont Verlag, 2020

10,00 Euro


Worum geht´s?

In Porthmellow, einem kleinen Küstenort in Cornwall, ist die Welt noch in Ordnung. Die Menschen hier mögen zwar etwas eigen sein, haben ihr Herz aber am rechten Fleck. Auch Sam Lovell, stolze Besitzerin einer kleinen Catering-Firma, lebt hier. Gemeinsam mit ihren Freunden veranstaltet sie Jahr für Jahr ein großes Streetfood-Festival, für viele der Ortsansässigen absoluter Höhepunkt der Sommersaison: Frische Meeresfrüchte, köstliche Pies, leckere Scones – kulinarisch hat Porthmellow einiges zu bieten.
Den Trubel rund um diese Veranstaltung kann Sam gut gebrauchen, lenkt er sie doch hervorragend ab von den Dramen in ihrer krisengeschüttelten Familie und von dem Loch, das ihr Exfreund Gabe in ihr Leben gerissen hat. Doch ausgerechnet dieses Jahr fällt der Starkoch des Festivals aus. Und ausgerechnet dieses Jahr springt jemand ein, von dem Sam gehofft hatte, sie würde ihn nie mehr wiedersehen. Denn ja, es ist Gabe. Und nein, Sam ist alles andere als über die Gefühle von damals hinweg. Während die Planungen voranschreiten und der Tag der Tage immer näher rückt, hat Sam alle Hände voll zu tun, um zu beschützen, was ihr wichtig ist. Und herauszufinden, was sie eigentlich will …


Meine Meinung:

"Sommer in Porthmellow" verspricht sommerlich-leichte unbeschwerte Schmökerlektüre, Liebesromanze inklusive. Der Klappentext klingt verheißungsvoll für dieses Genre, zumindest habe ich es so empfunden. Denn über die Kulisse eines Streetfood-Festivals eines kleines Dörfchens in Cornwall mitsamt seiner schrulligen Anwohner liest man nun mal nicht alle Tage. Die Grundidee des Romans hat mir auch gut gefallen, an der Umsetzung hat es für mich aber hier und da leider ein bisschen gehakt. 

Nach dem Lesen hatte ich unmittelbar das Gefühl, dass man hier aus allem etwas mehr hätte machen können. Die ganze Geschichte hätte Potential für mehr gehabt und das nutzt Autorin Phillipa Ashley leider nicht voll aus. Zum einen kommt in meinen Augen das eigentliche Streetfood-Festival viel zu kurz, dafür dass dies das rahmengebende Element des Buches sein soll. Stattdessen geschieht vorher seitenlang eigentlich nicht allzu viel, man lernt die Bewohner ein wenig kennen und bekommt einen Eindruck des Ortes Porthmellow, der in den letzten 10 Jahren vor allem von der Idee eines Streetfood-Festivals von Sam profitiert hat, das den Ort über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Dieses Jahr taucht nun Gabe auf, den Sam noch von früher kennt und mit dem sie viele Gefühle verbindet. Auch diese kleine Liebesgeschichte zündet in meinen Augen zu wenig, da gibt´s romantischeres in anderen Büchern zu lesen, und der zu erwartende Aha-Moment der beiden (à la "Wir gehören zusammen") kommt irgendwie etwas plötzlich und losgelöst daher - das kann ich wohl so sagen, ohne allzu viel zu spoilern, immerhin weiß man ja irgendwie, woran man bei diesem Genre ist.

Vor allem aber hätte ich mir in dieser Geschichte einfach viel mehr Koch- und Essensbezogene Eindrücke gewünscht, denn letztlich geht´s in dem Buch ja nun mal irgendwie genau darum. Sam ist Bäckerin, Gabe ist prämierter Koch, da würde ich mehr Genüsse für den Gaumen im Buch erwarten. Auf den Buchdeckeln findet man tatsächlich Rezepte für Pies, wie Sam sie backt, das finde ich eine ziemlich nette Idee. Dennoch fehlen mir in der laufenden Handlung Eindrücke von Gerichten, von Kulinarischem, Beschreibungen, die einem selbst beim Lesen das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Das habe ich hier vermisst.

Insgesamt ist "Sommer in Porthmellow" jedoch eine nette kurzweilige Sommerlektüre, gut geeignet für faule Nachmittage am Strand oder im Garten; hinterlässt aber wenig bleibenden Eindruck. Das Sommer-Buch ist offenbar auch nur der Auftakt für mehrere (?) Bücher, die in Porthmellow spielen werden; das nächste folgt mit "Weihnachten in Porthmellow" bereits Ende September.



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