Mittwoch, 22. August 2018

"Tausend Meilen Sehnsucht" - Rowan Coleman

ebook Kindle Version, 2018
0,99 Euro


Handlung:
Lisa kann es nicht fassen. Ausgerechnet sie, die unter Panikattacken leidet und ihr Leben in Listen ordnen muss, hat drei Fremde aus dem Internet in ihr Auto eingeladen, um einen gemeinsamen Roadtrip nach Cornwall zu machen! Denn dort wird ihre Lieblingsserie  "Poldark" gedreht und die vier »Poldarlings« sind Fans der ersten Stunde. Im  Laufe der Reise stellen sie jedoch immer mehr fest, dass ihre Lieblingsserie nicht das einzige ist, was sie gemeinsam haben … 



Meine Meinung:
Diese "Novella" hatte ich vor einigen Tagen recht spontan runtergeladen, für 0,99 Euro fürs ebook ja ein überschaubarer Preis. Allerdings war mir da trotzdem nicht klar, wie KURZ eine Kurzgeschichte sein kann. Und das ist auch das Hauptproblem, das ich mit "Tausend Meilen Sehnsucht" habe. 
Lisa und drei weitere Fans des Serienstars "Poldark" machen sich gemeinsam auf den Weg, ihr Idol einmal live zu sehen. Gerade Lisa kostet das einige Überwindung, da sie unter verschiedenen Ängsten leidet und nicht gern unter Menschen ist. Auf dem Weg nach Cornwall schließlich entpuppt sich aber jeder der 4 als eine von der Vergangenheit gebeutelte Person, die auf die ein oder andere Weise Rat oder Unterstützung braucht.
Den Anfang fand ich toll, da gab es auch Stellen, bei denen ich richtig lachen musste. Lisa hat mir gefallen, sie schien mir ein interessanter und vielschichtiger Charakter zu sein, der sich mit Ängsten herumschlagen muss. Auch die anderen Figuren boten spontan viel Möglichkeit zur seitenfüllenden Entfaltung. Dann aber die Enttäuschung mit jedem gelesenen Kapitel: alles wurde für meinen Geschmack viel zu schnell abgehandelt. Hier zu früh ein wichtiges Detail verraten, dort zu wenig auf etwas eingegangen, was locker einen Plottwist hätte bewirken können.
Was bei mir blieb, war ein fader Beigeschmack, weil alles viel zu rasant und knapp erzählt wurde und vor allem: alles viel zu schnell wieder vorbei war!
Mir leuchtet nicht ein, warum man aus dieser grundsätzlich sehr guten Idee nicht mehr gemacht hat - einen ganzen Roman nämlich? Damit wäre eigentlich allen geholfen, sowohl den Lesern als den Figuren im Buch. Denn die kommen einfach viel zu kurz in ihrer Schilderung. Man hat kaum Gelegenheit, alle kennenzulernen, ein Bild von jedem zu entwerfen, wie der- oder diejenige sein und aussehen könnte. Vor allem hat jede Figur ihr Päckchen zu tragen, welche hier - angesicht der Kürze der Handlung, die nur zu Verfügung steht - unglaublich schnell angesprochen werden. Ob es psychische Probleme, sexuelle Neigungen oder Beziehungsprobleme sind - alles wird direkt ausgesprochen und zugegeben und alles kann innerhalb kürzester Zeit gelöst werden, obwohl sich die 4 gerade mal wenige Stunden kennen. Das ist doch Blödsinn! Als ob sich in der Realität jemand so schnell öffnen würde. Und es wäre auch viel schöner gewesen, von jedem noch mehr zu lesen und erfahren, die Figuren sich entwickeln zu lassen und ihnen Raum zu geben. Auch die ganze Hintergrundgeschichte - Wer ist überhaupt Poldark? Warum ist er so toll? Wie hat man sich diese Serie vorzustellen? Warum sind die 4 Fans davon? - bleibt leider völlig im Dunkeln. Der Mangel an Informationen ging sogar so weit, dass ich die Hauptfigur Lisa zunächst für einen (späten) Teenager hielt, angesichts ihres kurz zusammengefassten Traumas zum Ende hin aber plötzlich bemerkte, dass sie schon um einiges älter sein müsste. Wenn man sich kein Bild der Personen machen kann, finde ich sowas immer schade - egal, wie gut die Story sonst auch sein mag.
Diese Kurzgeschichte hat mir daher leider nicht wirklich gefallen. Erklären kann ich es mir nur so, dass Frau Coleman sich offenbar ein Seitenlimit gesetzt hat und dieses auf keinen Fall überschreiten wollte für ihre "Novella". Als Taschenbuch entspricht der Inhalt 72 Seiten, für die man 7,99 Euro bezahlen soll. Ganz ehrlich? Macht es nicht. Lest es als ebook, das ist preislich noch überschaubar, wenn ihr die vier Poldarlings dennoch gern kennenlernen wollt. Fast 8 Euro ist mir diese kurze und leider nur an der Oberfläche kratzende Geschichte nicht wert.

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