Montag, 27. Juni 2016

"Albert muss nach Hause" - Homer Hickam

Harper Collins, 2016
19,90 Euro



Handlung:

"Ich oder der Alligator!"

Keinen Tag länger will Homer Hickam der Ältere sein Badezimmer mit einem bissigen Reptil namens Albert teilen. Als der Bergwerksarbeiter seiner Frau ein Ultimatum stellt, muss Elsie lange überlegen. Schließlich ist ein Leben ohne Alligator doch sinnlos. Wie alles hier in Coalwood, West Virginia. Die ganze trostlose Stadt liegt unter einer schwarzen Staubschicht begraben. Und selbst vor ihrer Ehe hat die Große Depression keinen Halt gemacht. Trotzdem fällt Elsie die Entscheidung - unter einer Bedingung: Sie müssen Albert nach Hause bringen. Zurück nach Florida. In einem alten Buick. Mit Alligator auf dem Rücksitz …



Meine Meinung:
Ich geb´s zu: Der Titel war´s. Der hat mich gefangen. An dem bin ich hängen geblieben. Dann klang auch noch die Inhaltsangabe nach einer bunten Roadmovie-Story und ich wusste, das will ich lesen.
Eine Roadmovie-Story ist Alberts Geschichte tatsächlich, allerdings eher eine gemütliche, ruhige und unaufgeregte. Das ist aber gar nicht negativ gemeint - man muss ja nicht immer mit Pauken und Trompeten unterwegs sein. Und langweilig wird es hier interessanterweise trotzdem auf keiner Seite. Elsie, Homer und Albert machen eine Reise und man begleitet sie durchgängig dabei. Diese Reise ist aber auch keine gewöhnliche Reise, denn Albert ist nun mal ein Krokodil, und Elsie recht stur und halsstarrig und gedankenverloren in bereits vergangenen Zeiten, und Homer will eigentlich nur, dass es Elsie gut geht - entdeckt dabei aber auch zunehmend sich selbst auf dieser Reise.
Tatsächlich: immer, wenn man schon denkt, bunter und kurioser kann´s gar nicht mehr werden, kommt noch was obendrauf. Hier und da fand ich die Reise von Elsie und Homer daher nicht immer glaubwürdig, das muss ich so sagen. Aber letztlich geht´s hier auch weniger ums Ernstnehmen, denn lustig und humorig ist es in "Albert muss nach Hause" immer wieder. Interessant finde ich diese Geschichte vor allem deshalb, weil ich die ganze Zeit beim Lesen dachte, "Gut ausgedacht, der Autor hat wirklich tolle Einfälle". Ich neigte in der Tat dazu, das ganze als fiktiven Roman anzunehmen. Am Ende aber schreibt Homer Hickam noch einige Worte und da wird einem klar, "Das war gar nicht ausgedacht!" - zumindest nicht alles.
Besonders berührt haben mich deswegen ehrlich gesagt die abschließenden Worte und Erklärungen des Autors, der nochmals auf die Reise seiner Eltern und das nicht immer ganz leichte Leben seiner Mutter eingeht. Ich finde es vor allem deswegen bemerkenswert, weil der Autor hier die Geschichte berichtet, die seine eigenen Eltern (vor allem die Mutter) ihm selbst erzählt haben, es ist sozusagen eine Nacherzählung - aber eigentlich, und das sagt Homer Hickam so ehrlich wie er ist, hat er keine Ahnung, was davon wirklich stimmt.
Alberts Geschichte: erfrischend anders!

Dankeschön an Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 24. Juni 2016

Freitagsgedanken

Hallo ihr Lieben!
Puh, da bin ich mal wieder, nach einigen Tagen absoluter Blog-Sendepause. Diese Sendepause war weder gewollt noch geplant, die ist einfach so passiert. Irgendwie zieht es mich momentan nicht wirklich Richtung Blog. Ich tue mich tatsächlich derzeit ziemlich schwer mit dem Lesen allgemein. Oftmals stehe ich ratlos vor den Bücherregalen und kann mich so gar nicht entscheiden, was ich lesen könnte. Wo es mich hinzieht. Nicht mal vage Vorstellungen schnipsen da in meinem Kopf auf (so nach dem Motto "Krimi. Ach nee, lieber Liebe. Oder was Futuristisches?!") und ich kann mich nicht entscheiden. Manches Mal ziehe ich mir dann 3 oder 4 Bücher raus, lese lustlos auf den ersten Seiten, und merke recht schnell, nee, das war´s nicht. Ich hab zwar Lust auf Lesen; das Problem, das ich schon beim letzten Mal berichtet habe, nämlich dass ich gern mal wieder so einen richtigen Wow-Effekt-Pageturner lesen würde, der mich vom Hocker fegt, - tja, dieses Problem habe ich aber noch immer. Gefunden habe ich so ein Buch nach wie vor nicht. 
Neulich dachte ich, ich hätte es, als ich nach einer solchen Bücherregal-Scan-Aktion, wie ich sie ein paar Zeilen weiter oben beschrieben habe, mir nicht ganz so spontan "Shatter me" von Tahereh Mafi aus dem Buchregal angelte. Da war ich relativ schnell verloren in der Geschichte und vor allem begeistert von dem Schreibstil der Autorin. Mir hat total gefallen, wie sie die Gefühle von Hauptfigur Juliette beschrieben hat - wie ein ungeschriebenes Blatt, das zum ersten Mal so etwas wie gute Gefühle empfängt. Aber ganz plötzlich, etwa nach 3/4 des Buches - puff, war der Elan und das Interesse weg. Ich hatte keine Lust mehr auf die Geschichte. Vielleicht, weil´s irgendwann auch zu schmalzig und zu absehbar wurde. (Wenn sich die Hauptfiguren schon in Teil 1 einer Trilogie kriegen, ist für mich die Spannung relativ schnell gegessen...) Eigentlich will ich aber schon noch weiterlesen; vielleicht schnappe ich mir das Buch am Wochenende nochmal.

Und wie es bei mir oft so ist, wenn ich mich lesemäßig nicht entscheiden kann, lese ich dann aus Verzweiflung ein Buch, das ich bereits kenne und bei dem ich weiß, was mich erwartet. Nämlich eine gute Lesezeit. Ich muss nicht befürchten, dass mich das Buch irgendwann mittendrin enttäuschen wird, denn ich kenne es ja schon und habe es schon für gut befunden. Die Qual der Wahl fiel auf "Harry Potter und der Feuerkelch". Ich gestehe, ich kenne manche Absätze dieses Buch bereits auswendig. Teil 4 der HP-Reihe ist das Buch, das ich am häufigsten aller 7 Teile gelesen habe (so sieht mein Exemplar mittlerweile übrigens auch aus) und das ich irgendwie auch am meisten mag. Da passiert so schön viel. Und so viel schönes und spannendes. Ich amüsiere mich gerade prächtig beim Weihnachtsball. 
Angefangen habe ich aber auch diverse andere Bücher, z.B. "Das Rosenholzzimmer" von Anna Romer, ein schöner Sommer-Schmöker. Oder auch "Wie der Atem in uns" von Elizabeth Poliner, das aber erst Mitte Juli erscheinen wird. 

Übrigens bin ich gerade recht stolz auf mich, denn ich habe in den letzten beiden Tagen doch einige Zeit am Laptop für den Blog aufgebracht. Wie oben schon geschrieben, zieht mich gerade nicht viel zum Blog; ich habe meistens einfach keine Lust, noch viel über ein Buch zu schreiben, wenn ich denn mal eins gelesen habe. (Was gefühlt eh nicht so oft der Fall ist in der letzten Zeit.) Mir gefällt es eigentlich auch überhaupt nicht, dass ich abseits von Rezensionen momentan auch so gar keine anderen Blog-Rubriken bediene. Ich sag´s so einfach, wie es ist: Mir fällt gerade nichts ein, was ich auf dem Blog bringen könnte! Ich habe keine Ideen für Posts oder Beiträge. Bin schon ganz erleichtert, weil ich euch in den nächsten Tagen endlich mal wieder eine lesende Zugnachbarin vorstellen werde, aber das war´s dann leider auch schon wieder. Ich habe noch 2 oder 3 andere Rezensionen vorbereitet (deshalb: stolz auf mich!), aber sonst? Nix. Offenbar habe ich zum Thema Lesen und Bücher momentan nicht viel zu sagen. Und das finde ich eigentlich doof.
Ich hoffe, dass mir bald mal wieder was einfällt, was vielleicht ein bisschen Abwechslung auf den Blog bringt. 

Bis dahin wünsche ich euch erstmal ein schönes, lesereiches Wochenende!

Mittwoch, 22. Juni 2016

"Rundreise" - Kiki Blu/ Daniela Rohr

Kindle Edition, 2016
z.Zt. 2,00 Euro

Reihe:
3. Rundreise



Handlung:
Ein Tagebucheintrag mit einer düsteren Voraussage, ein bedrohliches Weltraumphänomen, das die Titanicus aus ihrer Flugroute zerrt – und dann verebbt auch noch das Wifi-Signal! Aber zum Glück ist noch Kaffee da … zumindest vorerst. In der dritten Episode der humorvollen Space-Opera schlägt sich Kiki Blu nicht mehr nur mit ihren eigenen Problemen herum. Stattdessen müssen sie und ihr pessimistisches Handgepäck – der Androide Max – gemeinsam mit dem inkompetenten Piloten nach einer Lösung suchen, um ihrer Irrfahrt zu entkommen. Kiki versucht, trotz ihrer prekären Lage, zuversichtlich zu bleiben – wären da nur nicht diese mysteriösen Zeitgeister, die sie ständig beobachten. 


Meine Meinung:
Willkommen zurück im Kikiversum! Episode 3 der schräg-turbulenten Weltraumreise von Kiki, Max und diversen anderen skurrilen Kumpanen im Raumschiff Titanicus ist vor Kurzem erschienen und steht den beiden Vorgängern in nichts nach. Kiki & Co. begeben sich hier im wahrsten Sinne des Wortes auf eine Odyssee, die sie durch einen fiesen grünen Dimensionsriss mitten in verschiedene Paralleluniversen bringt, und dabei auch zu einigen unschönen Momenten für die kaffeesüchtige Kiki führt. Erneut habe ich Kiki Blus (= Daniela Rohrs) Einfallsreichtum bewundert; irgendwie kommen hier immer wieder so kuriose und (zugegeben) auch ein bisschen abwegige Ideen zum Tragen. Aber genau die machen für mich den Reiz der Geschichte von Kiki aus. Man weiß vorher eigentlich nie, was kommt - und das mag ich so. Nix mit vorhersehbar, hier gibt es Neues auf jeder neuen Kindle-Seite zu entdecken und überrascht wird man dadurch auch. Besonders interessant fand ich hier die Querlinien zur Geschichte "Im Turm des Panopticons" von Daniela Rohr; eine Geschichte, die mich echt mit offenem Mund hat sitzen lassen und ein Lesehighlight im letzten Jahr für mich war. Wer diese Geschichte noch nicht kennt, sollte sie unbedingt noch vor dem Lesen von Kikis Weltraumreise angehen, denn sonst verdirbt man sich selbst den Spaß, den Aha-Moment und die ganze Spannung!
Kurzum: Wem die ersten beiden Teile der Kiki-Reihe gefallen haben, der sollte natürlich dran bleiben. Und alle anderen Neuentdecker: probiert Kikis Welt mal aus.


Erneut Dankeschön an Daniela Rohr und weiter so! :)

Samstag, 11. Juni 2016

"Pip Bartlett und die magischen Tiere: Die brandgefährlichen Fussels" - Maggie Stiefvater und Jackson Pearce

Verlag Heyne fliegt, 2016
12,99 Euro



Handlung:
Die neunjährige Pip Bartlett hat eine besondere Gabe: Sie kann mit magischen Tieren sprechen – mit Einhörnern, Seidengreifen und Hopp-Grackeln. Mit Eltern und Lehrern klappt die Verständigung allerdings manchmal nicht so gut. Weshalb Pip in den Sommerferien wegen des Einhorn-Vorfalls (wer denkt denn auch, dass die so doof sind!) zu ihrer Tante Emma verbannt wird. Emma leitet eine Praxis für magische Tiere, und begeistert plaudert Pip den ganzen Tag mit den verrücktesten Geschöpfen, die man je gesehen hat. Doch dann taucht ein abenteuerliches Problem auf, nämlich Unmengen von Fussels. Das Schlimme an diesen kleinen pelzigen Wesen: Wenn sie sich aufregen, gehen sie in Flammen auf … Hier können nur Pip und ihr neuer Freund Thomas helfen.



Meine Meinung:
"Pip Bartlett und die magischen Tiere" erinnert in vielerlei Hinsicht an ein Kinderbuch: Zum einen das Cover, bunt und quietschig, dann die (wunderbaren) Zeichnungen im Buch über die magischen Tiere, die von Maggie Stiefvater selbst vorgenommen wurden, der Titel des Buches an sich, die recht große Schriftgröße. Nach den ersten Zeilen hatte ich mich also schon eher auf eine Kinder-Geschichte eingestellt. Aber eigentlich ist die Geschichte von Pip, die in einer Welt voller magischer Tiere lebt und diese nur zu gern erforschen möchte, auch sehr eine Geschichte für Erwachsene, die es nicht immer ganz bierernst haben wollen in ihrer Lektüre. Ich zumindest habe mich bestens unterhalten gefühlt, auch wenn ich schon weit über das empfohlene Lesealter hinaus bin. Dafür sorgen zum einen die niedlichen und kuriosen Ideen, die die beiden Autorinnen hier vom Stapel lassen. Seien es die Namen der magischen Tiere, oder ihre besonderen Eigenschaften (z.B. Summen, wenn sie glücklich sind, oder wie ein Gummiball hin und her fliegen können). Oder aber auch Pip mit ihrer Neugier und der zugleich unerschütterlichen Hilfsbereitschaft und dem unersättlichen Forscherdrang, alles über magische Tiere herausfinden zu wollen. Besonders gut gefallen hat mir aber auch Thomas, mit dem sich Pip anfreundet, und der nicht nur hypochondrisch, sondern auch sehr ängstlich veranlagt ist. Ängstlich wie ein ganz besonderes Einhorn im Buch auch, übrigens... Die Seiten sind also gespickt mit einem Leseabenteuer voller außergewöhnlicher Ideen und sympathischer Figuren, die nicht nur jüngere Leser begeistern dürften. Gern mehr von solchen schriftstellerischen Zusammenarbeiten!

Ein herzliches Dankeschön an Heyne fliegt!

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