Donnerstag, 3. Mai 2018

"Rette mir den Hals, Kleines!" - Nikola Hotel

Kindle Edition, 2018
0,99 Euro


Handlung:

Wenn es nach Tilly Blum ginge, dann müsste es gegen alles im Leben einen Versicherungsschutz geben. Gegen Eltern, die einem ungefragt die senile Oma aufhalsen und auf Weltreise gehen, gegen den nervigen Nachbarn, der einem ständig unmoralische Angebote unterbreitet, und vor allem gegen peinliche Momente. Gerade ist wieder so einer: Unter ihren Augen werden zwei kostbare Diamanten gestohlen, die ausgerechnet die Firma versichert hat, für die Tilly arbeitet. Mit dieser Blamage allein könnte sie leben, wenn der Dieb bei dieser Gelegenheit nicht auch noch ihre Uhr klauen würde — ein Erbstück ihres Uropas Manfred. Das nimmt Tilly persönlich!
Einziger Trost ist Niklas, der nette aber unscheinbare Typ von nebenan, der Autos reparieren kann und ihr mehr als einmal aus der Patsche hilft. Doch dann taucht der geheimnisvolle Diamantendieb wieder auf und macht ihr Leben höllisch aufregend. Denn der kriminell charmante Gauner hat es diesmal nicht auf Schmuck, sondern auf Tillys Herz abgesehen …



Meine Meinung:
Es gibt Autoren, deren neue Bücher kaufe ich, ohne groß nachzulesen, worum es überhaupt geht. Nikola Hotel gehört dazu. Ihre Bücher gefallen mir immer. Wirklich immer. Und da kann ich mich jedes Mal ganz beruhigt in die Geschichte fallen und mich gut unterhalten lassen.
Auch hier wieder. Diese Liebesgeschichte zwischen Tilly und Niklas ist einfach so .... hach ja! Zum Seufzen schön! Und Grund zum Seufzen hat auch Tilly alle naselang, weil sie neben der leichten Verliebtheit in den so schüchternen Niklas auch noch mächtig Ärger mit der "Katze" am Laufen hat, dem Dieb, der ihr seit einiger Zeit das Leben schwer macht. Sie als Versicherungsvertreterin ist nämlich zuständig für die Bearbeitung der Diebstähle, die die Katze äußerst elegant und geschmeidig begeht. Vielleicht sogar ein bisschen zu elegant? Denn Tilly kann gar nicht anders, als den Stil dieses so schwer zu fassenden und zugleich so sympathischen Gauners zu bewundern, nicht zuletzt, weil er offenbar gerade zu ihr besonders nett zu sein scheint. Fast, muss sie sich eingestehen, beginnt sie, ein bisschen für ihn zu schwärmen...
Komplikationen sind vorprogrammiert! Wieder unglaublich gut und amüsant geschrieben, kurzweilig und unterhaltsam, romantisch und herzerwärmend - ich mag die Geschichten von Nikola Hotel einfach immer wieder wahnsinnig gern! Und man lernt hier sehr viel über Schuhe, das nur mal am Rande ;)

Mittwoch, 2. Mai 2018

"36 Fragen an dich" - Vicki Grant

heyne fliegt, 2018
14 Euro


Handlung:

Kann aus einem Experiment die große Liebe werden?

Hildy und Paul, beide 18, nehmen an einem psychologischen Experiment teil: die wissensdurstige, aber etwas chaotische Hildy aus Interesse und tausend anderen Gründen. Paul aus einem einzigen: weil er die Teilnahme bezahlt bekommt. Und so sitzen sich die beiden in einem kargen Universitäts-Raum gegenüber und stellen sich Fragen, die zwischen ihnen Liebe erzeugen sollen. Fragen, die zunächst scheinbar banal sind (»Wie sähe ein perfekter Tag für dich aus?«) und dann immer persönlicher werden (»Was ist deine schlimmste Erinnerung?«). Fragen, die Hildy im wahren Leben nie jemandem wie Paul stellen würde, dem gut aussehenden Typ, der sich für nichts und niemanden interessiert, am wenigsten für Hildy. Oder? 



Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich schon während des Lesens zum Lächeln gebracht und auch nach dem Zuklappen der letzten Seite mit einem seligen Grinsen im Gesicht zurückgelassen. Ein richtiges Wohlfühlbuch! 
Schon die Inhaltsangabe fand ich interessant, da ich von der Studie, auf die sich die Geschichte bezieht, selbst auch schon einmal gehört hatte. Ein Professor einer US-Universität (wer genau, kann man im Buch nachlesen) hat die gewagte Hypothese aufgestellt, dass 36 Fragen dabei helfen können, die Sympathie zwischen zwei sich bis dahin völlig fremden Menschen zu bahnen und vielleicht sogar so etwas wie Verliebtheit zu fördern. Klingt zunächst recht schräg, aber Vicki Grant schafft es quasi mit links, ihre beiden Protagonisten genau diesen Prozess durchlaufen zu lassen. 
Hildy und Paul sind völlig verschieden, leben in ganz unterschiedlichen Welten, haben verschiedene Interessen, Lebensentwürfe und Umgangsformen. Trotzdem habe ich als Leserin schon nach wenigen Seiten des gegenseitigen Austausches ein Knistern zwischen beiden bemerkt, das nicht nachgelassen hat, auch als die beiden einige Aufs und Abs durchlaufen. Ich fand ihre Unterhaltungen so erfrischend, so ehrlich und authentisch, dass es mir leicht war, ihnen zu folgen, und ich tatsächlich durch die Seiten geflogen bin. So muss Lesen sein! 
Fast das ganze Buch besteht nur aus einzelnen Dialogzeilen, nur ab und zu zwischendurch gibt es Beschreibungen und wirklich fließenden Text - das sollte interessierten Lesern klar sein. Aber genau das hat für mich noch einen zusätzlichen Reiz ausgemacht, da sich "36 Fragen an dich" dadurch klar von anderen Romanen unterscheidet. Auch über den Inhalt der besagten 36 Fragen kann man sich streiten. Von manchen kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass sie Sympathie-fördernd sind, wenn man sie seinem Gegenüber ehrlich beantwortet. Andere fand ich eher unpassend oder auch sich wiederholend. 
Ich habe das Lesen dieses schönen, cleveren und außergewöhnlichen Buches jedenfalls sehr genossen und werde "36 Fragen an dich" in sehr guter Erinnerung behalten.


Freitag, 23. März 2018

"One of us is lying" - Karen M. McManus

cbj, 2018
18,00 Euro


Handlung:
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...



Meine Meinung:
"One of us is lying" hat mich richtig positiv überraschen können. Ich muss gestehen, meine Erwartungen waren von Anfang an nicht besonders hoch, obwohl ich die Inhaltsangabe durchaus interessant fand. Ich habe eher so eine Teenie-Highschool-Geschichte erwartet; diese Geschichte ist aber weitaus mehr. 
Sie ist aus 4 Perspektiven erzählt, nämlich der von Addy, Nate, Cooper und Bronwyn, was ich anfangs - zugegeben - schwierig fand. Sich alle paar Seiten in einen neuen bzw. anderen Charakter hineinzuversetzen, die Geschehnisse aus dessen Sicht Revue passieren zu lassen, überlegen, was dieses und jenes für den Einzelnen bedeutet. Das hat mich etwa 2 Kapitel lang "beschäftigt", dann aber war ich voll drin in der Geschichte. Mir haben vor allem die Wendungen, die überraschenden Momente und unerwarteten Situationen im Buch gefallen. Nicht alles ist jedoch unvorhersehbar, das muss ich dazu sagen. Hier und da drängt sich der Gedanke "Das könnte doch so und so sein" geradezu auf - und dann liegt man damit auch richtig. Das hat mich aber nicht weiter gestört. 
Im Laufe der Handlung wird vor allem eines offensichtlich: nicht nur "Einer" lügt hier, sondern alle. Alle haben ihre kleinen und großen Geheimnisse und Dinge aus der Vergangenheit oder Gegenwart, die lieber nicht in der Highschool-Öffentlichkeit bekannt werden sollten, was natürlich zu einigen Verwicklungen führt. Die 4 Hauptfiguren sind zwar Teenies in der Highschool (siehe meine Erwartung am Anfang), aber alle mit unterschiedlichen Zielen, Wünschen und Motiven. Ich habe sie wirklich ernst nehmen können (bis vielleicht auf Addy an mancher Stelle...), und das war mir wichtig beim Lesen. Außerdem schaft es die Autorin wirklich, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu halten, sodass der Lesesog quasi von ganz alleine entstanden ist. Hat mir gut gefallen als spannende kurzweilige Lektüre für zwischendurch.


Sonntag, 11. März 2018

Blitzlicht #5: Von Abschieden und verrückten Ideen

Hallo ihr Lieben!
Eigentlich wollte ich mich schon längst mal wieder gemeldet haben, aber irgendwie kommt halt immer was dazwischen. Und im Zweifelsfall - wenn mal freie Zeit da ist - dann schnapp ich mir halt auch lieber ein Buch als den Laptop ;)
Bei mir ist gerade alles ein wenig komisch, weil vieles auf Abschied steht. Da ich zuletzt nur einen Job als Elternzeitvertretung hatte, endet mein Arbeitsvertrag demnächst. In ein paar Tagen. Und das ist nicht nur merkwürdig, sondern auch höchst traurig, weil ich sehr gern in diesem Job und dem wunderbaren Team weitergearbeitet hätte - was leider nicht geht. Insofern wächst der Wehmut bei mir gerade von Tag zu Tag an und ich sehe meinem letzten Arbeitstag mit Grauen und Schrecken, aber vor allen vielen Tränen entgegen. Danach wird es beruflich für mich wohl erstmal etwas anders weitergehen.
Vielleicht auch deswegen versuche ich momentan, mich davon abzulenken und die traurigen Gedanken nicht an mich herankommen zu lassen. Wenn das bei mir so ist, neige ich manchmal zu verrückten und nicht ganz durchdachten Aktionen. (Eifer des Gefechts und so...) Eventuell fahre ich daher am nächsten Samstag für nur eine einzige Buchlesung nach Köln, was von mir aus gesehen immerhin fast einmal quer durchs ganze Land bedeutet. Ich habe richtiggehend "gequiekt", als ich gelesen habe, dass Jonathan Stroud für eine Lesung von "Lockwood & Co." nach Köln zur lit.cologne kommt - und mir sofort Hals über Kopf ein Ticket gekauft. Den Herrn Stroud finde ich schon eine ganze Weile toll, schon bevor es "Lockwood & Co." gab, und ich wollte ihn schon immer mal live sehen. Jetzt hab ich zwar das Ticket in der Hand, stehe aber vor der Frage "Mach ich´s oder nicht?". Immerhin wäre das einiges an zeitlichem und finanziellen Aufwand, um ehrlich zu sein. Wahrscheinlich wird eine spontane Spontanentscheidung am Freitag :D

Davor bin ich voraussichtlich am Donnerstag noch in Leipzig auf der Buchmesse. Da freu ich mich auch schon drauf. Ist jemand von euch am Donnerstag da? 

Im Februar habe ich 4 Bücher gelesen ("Before you go" von Clare Swanman, das mir leider gar nicht so richtig gefallen hat; den letzten Teil der "Lockwood & Co." - Reihe auf Deutsch, nachdem ich ihn im letzten Jahr schon auf Englisch verschlungen hatte; "One of us is lying" von Karen McManus, das mir richtig gut gefallen hat, eine Rezension dazu muss ich mal noch schreiben; sowie "Das Mädchen, das in der Metro las" von Christine Féret-Fleury, das erst im Mai erscheint und zu dem ich daher noch nicht viel sagen darf). 
Gerade gestern habe ich "Nicht nur ein Liebesroman" von Emma Mills beendet - was für ein schönes Buch! Das kam bei mir genau zur richtigen Zeit, locker und leicht geschrieben, eine herrliche Heldin, wunderbare Freunde, ein bisschen Romantik und viel Humor und Schlagfertigkeit. Hat mir super gefallen. 
Jetzt ist mir gerade eher nach "Action" und fiesen Kerlen und Helden zumute, daher muss ich mich erstmal umschauen, welches Buch es als nächstes wird. Vielleicht lese ich auch endlich mal in "Crooked Kingdom" von Leigh Bardugo weiter, das seit etwa 2 Monaten pausiert auf meinem Tisch liegt. So oder so, ich werde jetzt lesen :D

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

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