Sonntag, 31. Januar 2021

"Das Glück ist zum Greifen da" - Sylvia Deloy

 Lübbe Verlag, 2020

10,00 Euro



Worum geht´s?

Aus und vorbei, der Job bei einem hippen Kölner Start-Up ist in letzter Minute geplatzt und damit Anas Chance, in Deutschland bleiben zu können. Der Vater ihrer Zwillinge ist unauffindbar, er tourt derweil als Hornist irgendwo durch die Weltgeschichte. An willigen Helfern fehlt es nicht, alle wollen, dass Ana und ihre Kinder bleiben. Nicht zuletzt der attraktive, aber entnervend sorglose Musiklehrer der talentierten Zwillinge, der Ana mit seinem Optimismus zur Weißglut treibt. Bis sie erkennt: Auch auf Traumtänzer ist Verlass.


Meine Meinung:

Die Geschichte von Ana und ihren beiden Zwillingsjungs hat mir richtig gut gefallen. So gut, dass ich mir direkt auch das nächste Buch der Autorin bestellt habe, das erst vor Kurzem im Dezember ´20 erschienen ist. Was genau es war, das mich hier begeistert hat, kann ich aber gar nicht so genau sagen. Es wird wohl eine Mischung sein. Zum einen kann Frau Deloy gut und angenehm schreiben, ohne "künstlich" oder Roman-mäßig "ausgedacht" zu klingen. Bei ihr stimmen die Dialoge ebenso wie die Gedankengänge, die sie Ana zuschreibt. Zum anderen kann sie dem Leser ihr Figuren aber auch gut ans Herz legen, denn die sind nicht nur sympathisch, sondern auch realistisch getroffen. Mir haben vor allem die Nebenfiguren in diesem Roman gut gefallen, so sehr, dass ich über sie eigentlich gern genauso viel wissen wollte wie über Ana. Die Story an sich ist nett und gemütlich zu lesen - ein "Wohlfühlroman" würden es manche wohl nennen; die Dialoge sind stimmig, und die Liebe der Autorin zur Stadt Köln scheint auch immer wieder durch. Natürlich will man wissen, wie das ganze Abschiebedrama um Ana und ihre Söhne ausgeht, auch wenn man es sich natürlich auch schon ein bisschen denken kann, wenn man mal ehrlich ist. Das Ende ist dann in der Tat auch ein bisschen arg Friede-Freude-Eierkuchen-artig geworden; Realisten würden hier wohl eher die Augen verdrehen. Tatsächlich läuft´s im Leben nun mal meistens nicht so, und das muss wohl sogar Frau Deloy selbst zugeben, die darauf in ihrem Nachwort eingeht. Trotzdem - "Die Liebe ist zum Greifen da" ist ein gelungener, kurzweiliger und unterhaltsamer Liebesroman, bei dem man auch mal ein Auge zudrücken kann. 


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