Sonntag, 30. Dezember 2018

Lesebingo 2019

Hallo ihr Lieben,
kurz vor Jahresende noch folgende Info: auch 2019 wird es wieder ein Lesebingo auf dem Blog geben. Wer mitmachen möchte, kann dies sehr gern tun. 

Ich habe in den letzten Tagen online nach "Buch-Challenges" für den Blog gesucht, weil ich durchaus Lust darauf hätte, hier und da ein bisschen nach Thema zu lesen. Mein Problem war aber erneut - und das ist es jedes Jahr! -, dass mir die Challenges bei den anderen (so interessant ich sie teilweise auch finde) einfach zu "ver-regelt" sind. Da sind einfach zuviele Regeln und Vorgaben dabei, an die man sich halten soll. Soviele Einschränkungen und komplizierte Punktevergaben - einfach nur dafür, dass ich doch gern etwas LESEN möchte. Darauf habe ich keine Lust. Wenn ich schon auf den Challenge-Seiten lese, dass man Rezensionen zu den gelesenen Büchern verfassen MUSS... Nein danke, dann bin ich da raus. Ich kann die Notwendigkeit dafür zwar verstehen, gerade wenn am Ende ein Buch oder gar ein Gutschein verlost wird. Aber für mich ist dieses "MUSS" nichts.

Daher gibt es erneut eine eigene kleine "Challenge" auf dem Blog, die explizit keine Challenge ist ;)

Die Regeln sind die altbewährten, mit einer kleinen Änderung im Jahr 2019, mit der ich hoffentlich jenen entgegen komme, die im Hinterkopf den Gedanken haben "Das Buch XY wollte ich doch schon lange mal gelesen haben!". Mir geht´s genauso.
Alle Regeln und das Lesebingo findet ihr oben im Header unter "Lesebingo 2019" oder HIER.

Ich freu mich, wenn jemand mitmacht - dann einfach einen Kommentar oder eine Email schreiben.

Das Lesebingo 2018 werde ich dann wohl Anfang 2019 auswerten. Falls jemand bis zum Schluss mitgemacht hat - bitte aktualisiert euren Lesestand in den nächsten Tagen. Es winkt dem/der Erfolgreichsten eine kleine Überraschung!

Kommt gut ins neue Jahr!

Sonntag, 2. Dezember 2018

Getestet: Schmökerbox Oktober

Ich weiß, ich weiß, ich bin ganz schön spät dran für diesen Beitrag. Ich erzähle hier was über die Box vom Oktober, dabei ist die Novermber-Box schon längst ausgeliefert und die für Dezember bereits wieder bestellbar. Aber was soll ich sagen - ich habe diesen Post vor Wochen begonnen und komme erst jetzt zum Fertig-Schreiben... (Blogger-Probleme halt.)

Worum geht´s?
Bereits seit Längerem habe ich immer wieder von der Schmökerbox gelesen oder gehört und z.B. bei Instagram wurde auch ordentlich Werbung dafür gemacht. Ich muss gestehen, ich bin bei solchen zusammengepackten Überraschungs-Boxen immer etwas skeptisch, weil ich befürchte, diverse Dinge darin zu finden, die so gar nicht meinen Geschmack treffen und die ich mir selbst nie gekauft hätte.

Wie funktioniert´s?
Bei der Schmökerbox wird nun für 39,95 Euro definitiv ein (unbekanntes, nicht namentlich genanntes) Buch als Inhalt versprochen, sowie einige nette und Herz-erfreuende Goodies (laut Angabe drei bis acht Stück). Man weiß also im Prinzip nicht, welches Buch sich in der Box verbirgt. Zu jeder Box wird nur ein Oberthema genannt. Man kann sich eine einzelne Box bestellen oder gleich in das 3-Monats- oder 6-Monats-Abo wechseln. Zum Ende des Monats wird die Box geliefert und es kann ans große Auspacken gehen.


Tja, was soll ich sagen. Der Preis hat mich zunächst abgeschreckt. Fast 40 Euro für ein Buch und ein bisschen Tamtam drumherum?! Niemals! Hab ich gedacht. Und bin dennoch immer neugieriger geworden. Auf den Fotos sieht es halt immer schön aus, wenn die Boxen ausgepackt sind. Und nette Inhalte habe ich auch immer gesehen. (Bin halt leicht beeinflussbar...)
Kurz: Mein Interesse war dann doch irgendwann geweckt, aber bestellt habe ich mir zunächst keine Box. Was auch daran lag, dass online klitzekleine Tipps gegeben werden, um welches Buch es sich handeln könnte. (Denn seien wir ehrlich: das Buch ist das, was mich in der Box am meisten interessiert...) Keine fiesen Spoiler-Hinweise, anhand derer man sofort weiß, welches Buch sich in der Box verbirgt, aber es wird beispielsweise gesagt, dass es eine Neuerscheinung im Verlag XY ist und ein Satz zum groben Inhalt. Wenn man dann Lust hast, kann man sich auf den Verlagsseiten ja umschauen, welches Buch es sein könnte.
Bisher haben mich die vermuteten Bücher in der Box aber einfach nicht genug interessiert, als dass ich mir deswegen die Box bestellt hätte. Im Oktober sah das anders aus. Bei der Ankündigung der Oktober-Schmökerbox zum Thema "Das Leben ist eine Wundertüte" war ich mir ziemlich sicher, dass das Buch "Das Leben ist eine wunderbare Bredouille" von Britta Röstlund in der Box enthalten sein würde. Da ich sowieso ein Auge auf dieses Buch geworfen habe, war mein großer Moment gekommen: ich habe mir gedacht, "Jetzt kann ich auch echt einfach mal diese Box testen".
Ich habe sie also bestellt, sie kam auch wirklich Ende Oktober und - wie vermutet - war "Das Leben ist eine wunderbare Bredouille" enthalten. Außerdem folgendes:



Eine Emaille-Tasse, eine Dose, ein kleines Reise-Notizbuch mit lustigen und ungewöhnlichen Anweisungen (z.B. soll man im Zug sein Gegenüber in das Büchlein zeichnen, um sich die Zeit zu vertreiben), ein bisschen Lesezucker (im wahrsten Sinne des Wortes), ein kleiner Stempel und als Extra-Überraschung, die man erst auf einer bestimmten Seitenzahl des Buches öffnen darf, ein Starterpäckchen mit Blumensamen und Erde, um Sonnenblumen auf dem Fensterbrett selbst zu ziehen.

Ok, dachte ich. Eigentlich ja alles ganz nett. Sehr schön verpackt (echt was fürs Auge), und alles in der Tat "nette Goodies". Tatsächlich brauchen tu ich davon aber nichts, das ist die Kehrseite der schönen Box. Und auch wenn ich glaube, dass alles davon seinen Wert hat und die knapp 40 Euro angemessen sind als Preis dafür, so denke ich mir halt trotzdem, dass ich mir all diese Sachen nicht einzeln gekauft hätte. Ich hätte sie nicht gebraucht und hätte dafür kein Geld ausgegeben.
Da ich mich aber nun mal auf die Box eingelassen habe, ist das dennoch in Ordnung für mich. Es war ein Versuch, der mich durchaus positiv überraschen konnte. Ich würde mir die Schmökerbox nicht als Abo zulegen, da ich glaube, dass sich dann bei mir zuhause die "unnützen" Dinge stapeln würde, die ich eigentlich nicht brauche, die aber nun mal dennoch in den Boxen enthalten sind. Außerdem ist nicht jedes Buch der letzten Boxen mein Fall gewesen, wie schon geschrieben, und dies kann ja immer wieder so sein. Ab und zu werde ich aber mal auf die Schmökerbox-Homepage schauen, um zu sehen, welches Thema die neuen Boxen haben werden. Und wenn mich dann eins doch sehr neugierig macht, kann es sein, dass ich mir noch einmal eine bestellen werde.


Mittwoch, 21. November 2018

"Fahrräder für Utrecht" - Jochen Baier

Verlag Langen-Müller, 2017
16,99 Euro


Handlung:
Als Hauke seinen Großvater zum letzten Mal im Krankenhaus besucht, offenbart ihm dieser ein dunkles Kapitel seiner Vergangenheit: Im Zweiten Weltkrieg war er in den Niederlanden stationiert und unter anderem für die Registrierung der verhafteten Juden und die Beschlagnahmung der Fahrräder verantwortlich. In die Trauer um seinen Opa mischt sich schnell auch der Gedanke an Wiedergutmachung: Hauke startet mit seinen Freunden Safi und Lars die Aktion „Gebt den Holländern ihre Fahrräder zurück“. Der Fahrradtour nach Holland schließen sich immer mehr Teilnehmer an – und so entsteht ein rasanter Roadtrip mit ungewöhnlichen Begegnungen. 


Meine Meinung:
"Fahrräder für Utrecht" lag schon eine ganze Weile bei mir herum, obwohl ich es als Rezensionsexemplar erhalten hatte. Irgendwie hat es mich bisher nicht zu dieser Geschichte gezogen, muss ich zugeben. Jetzt habe ich sie aber doch mal gelesen und sitze nun mit gemischten Gefühlen da, weil ich diese Erzählung irgendwie nicht richtig einschätzen kann. Sie behandelt ohne Frage ein wichtiges Thema, oder vielmehr nur ein kleines schreckliches Detail einer viel größeren historischen Tragödie. Insofern ist das Thema von Beginn an schwierig und kann in seiner Behandlung auch sehr daneben gehen. Die Grundidee, die Herr Baier hier verfolgt, finde ich eigentlich sehr schön, auch deswegen wollte ich das Buch lesen: die Fahrräder symbolisch in die Niederlande zurückbringen, die damals unrechtmäßig entwendet wurden. Es finden sich einige Leute, die dieses Vorhaben gern begleiten und mitfahren - zumindest bis zu dem Punkt, wo es dann ernst wird, als es nämlich wirklich um die "Übergabe" geht.
So gelungen ich die Idee an sich finde, hat sich bei mir irgendwie kein richtiges "Ankommen im Roman" eingestellt, wie ich es bei anderen Büchern oftmals (und bestenfalls) erlebe. Zum einen bin ich mit Hauke und seinen direkten Freunden einfach nicht warm geworden. Haukes Erzählstil fand ich zuweilen holprig, ausschweifend, zu jugendlich und naiv gehalten für einen 40-Jährigen. Das hat einfach nicht immer gepasst. Wäre Hauke jünger gewesen, um die 20, und hätte sich besten Wissens und Gewissens in diese Aktion begeben - ich hätte sie ihm mehr abgekauft. Denn so habe ich beim Lesen tatsächlich mehrfach vergessen, dass es sich hier um erwachsene Menschen handelt, die doch eigentlich selbst Lebenspläne haben sollten, anstatt sich so plan- und ahnungslos in ein vermeintliches Abenteuer zu begeben. 
Insgesamt erschien mir die Geschichte dann auch etwas zu langatmig und zu lang geraten, teilweise auch zu Dialog-lastig, zumal viele Unterhaltungen einfach überflüssig und mit Vorurteilen gespickt waren. So handelt es sich bei "Fahrräder für Utrecht" in meinen Augen um eine gute, nachdenklich stimmende Idee, die aber in ihrer Ausführung zu sehr wackelt. 


Freitag, 16. November 2018

"Die Tochter des Uhrmachers" - Kate Morton

Diana Verlag, 2018
22,00 Euro


Handlung:

Birchwood Manor 1862: Der talentierte Edward Radcliffe lädt Künstlerfreunde in sein Landhaus am Ufer der Themse ein. Doch der verheißungsvolle Sommer endet in einer Tragödie – eine Frau verschwindet, eine andere stirbt …
Über hundertfünfzig Jahre später entdeckt Elodie Winslow, eine junge Archivarin aus London, die Sepiafotografie einer atemberaubend schönen Frau und die Zeichnung eines Hauses an einer Flussbiegung. Warum kommt Elodie das Haus so bekannt vor? Und wird die faszinierende Frau auf dem Foto ihr Geheimnis jemals preisgeben?




Meine Meinung:
Die Bücher von Kate Morton mag ich meistens ganz gern. Manchmal ist mir danach, von vergessenen Geschichten, Lebensläufen oder kuriosen Zusammentreffen, von längst verschollenen oder vergessenen Andenken wie Fotos oder Briefen und von gut gehüteten Familiengeheimnissen zu lesen, die plötzlich - durch Zufall oder Schicksal - aufgedeckt werden. Und genau so etwas findet man bei Kate Morton eigentlich immer, gut verpackt in eine "schmökerige" Geschichte, die den Leser in die Vergangenheit und Gegenwart zugleich mitnimmt.
Bisher hat das immer ganz gut geklappt, wenn ich Frau Mortons Bücher gelesen habe. Und auch "Die Tochter des Uhrmachers" hat mir im Grunde gut gefallen. Das Grundgerüst der Geschichte passt; man liest sowohl von den Geschehnissen im Jahr 1982, als auch von von Elodies Leben im Jahr 2017. Elodie stößt auf eine Fotografie einer jungen Frau und eine Sammelmappe mit Zeichnungen und Skizzen, und wird unweigerlich neugierig, was sie da vor sich hat. Das setzt eine ganze Reihe von Gedanken- und Zeitsprüngen im Buch in Gang, mit vielen auftauchenden Charakteren und Geschichten. Und das ist wohl auch der Punkt, der mir hier in diesem Buch leider nicht ganz so gut gefallen hat. 
Es tauchen viele - viele Figuren auf den über 600 Seiten auf. Und jede hat ihre eigene Lebensgeschichte auf den Leib geschrieben bekommen. Jede hat auf irgendeine Art und Weise etwas mit dem herrschaftlichen Anwesen Birchwood Manor zu tun. Und jedem gibt Kate Morton eine Stimme und Raum zum Entfalten. Das fand ich anfangs nett, irgendwann merkte ich jedoch, wie das Lesen immer zäher und fast mühseliger wurde - vor allem dann, wenn man das Buch doch mal für 1 oder 2 Tage aus der Hand legen musste, (oder dies aufgrund des zähen Lesens sogar ganz gern mal gemacht hat). Mir fiel es dann jedes Mal wieder schwer, die Personen erneut zuzuordnen und mir ins Gedächtnis zu rufen, wer hier jetzt was erlebt hat - und vor allem: auf welcher Zeitebene. 
Und dies zog sich bis zum Ende hin. Ich war schon neugierig, ich wollte bis zum Ende lesen; ich wollte etwas über die beiden Todesfälle erfahren, die in Birchwood Manor geschehen waren und die gleich zu Beginn des Buches erwähnt werden. Die Todesfälle, die offenbar soviel ausgelöst haben in den Leben vieler Personen. Dafür braucht man hier tatsächlich ein wenig Geduld und Lese-Ausdauer, was mir sonst bei den Büchern von Kate Morton nicht so schwer gefallen ist. Man sollte zudem ein wenig offen sein für das Übersinnliche, da Kate Morton hier ganz gern mal das Thema "Geister und Feenreiche" anklingen lässt, und dies auch eine große Rolle in der Erzählung spielt.
Alles in allem ist es eine gelungene Geschichte, die interessant konzipiert und durchaus spannend gemacht ist, dass man gern dranbleiben und mehr erfahren möchte. Die Fülle an Figuren und Zeitebenen fand ich persönlich etwas erschlagend und das Lesen der Geschichte dadurch tatsächlich ein bisschen zäh. 

Ein herzliches Dankeschön an das Bloggerportal!

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