Freitag, 23. März 2018

"One of us is lying" - Karen M. McManus

cbj, 2018
18,00 Euro


Handlung:
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...



Meine Meinung:
"One of us is lying" hat mich richtig positiv überraschen können. Ich muss gestehen, meine Erwartungen waren von Anfang an nicht besonders hoch, obwohl ich die Inhaltsangabe durchaus interessant fand. Ich habe eher so eine Teenie-Highschool-Geschichte erwartet; diese Geschichte ist aber weitaus mehr. 
Sie ist aus 4 Perspektiven erzählt, nämlich der von Addy, Nate, Cooper und Bronwyn, was ich anfangs - zugegeben - schwierig fand. Sich alle paar Seiten in einen neuen bzw. anderen Charakter hineinzuversetzen, die Geschehnisse aus dessen Sicht Revue passieren zu lassen, überlegen, was dieses und jenes für den Einzelnen bedeutet. Das hat mich etwa 2 Kapitel lang "beschäftigt", dann aber war ich voll drin in der Geschichte. Mir haben vor allem die Wendungen, die überraschenden Momente und unerwarteten Situationen im Buch gefallen. Nicht alles ist jedoch unvorhersehbar, das muss ich dazu sagen. Hier und da drängt sich der Gedanke "Das könnte doch so und so sein" geradezu auf - und dann liegt man damit auch richtig. Das hat mich aber nicht weiter gestört. 
Im Laufe der Handlung wird vor allem eines offensichtlich: nicht nur "Einer" lügt hier, sondern alle. Alle haben ihre kleinen und großen Geheimnisse und Dinge aus der Vergangenheit oder Gegenwart, die lieber nicht in der Highschool-Öffentlichkeit bekannt werden sollten, was natürlich zu einigen Verwicklungen führt. Die 4 Hauptfiguren sind zwar Teenies in der Highschool (siehe meine Erwartung am Anfang), aber alle mit unterschiedlichen Zielen, Wünschen und Motiven. Ich habe sie wirklich ernst nehmen können (bis vielleicht auf Addy an mancher Stelle...), und das war mir wichtig beim Lesen. Außerdem schaft es die Autorin wirklich, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu halten, sodass der Lesesog quasi von ganz alleine entstanden ist. Hat mir gut gefallen als spannende kurzweilige Lektüre für zwischendurch.


Sonntag, 11. März 2018

Blitzlicht #5: Von Abschieden und verrückten Ideen

Hallo ihr Lieben!
Eigentlich wollte ich mich schon längst mal wieder gemeldet haben, aber irgendwie kommt halt immer was dazwischen. Und im Zweifelsfall - wenn mal freie Zeit da ist - dann schnapp ich mir halt auch lieber ein Buch als den Laptop ;)
Bei mir ist gerade alles ein wenig komisch, weil vieles auf Abschied steht. Da ich zuletzt nur einen Job als Elternzeitvertretung hatte, endet mein Arbeitsvertrag demnächst. In ein paar Tagen. Und das ist nicht nur merkwürdig, sondern auch höchst traurig, weil ich sehr gern in diesem Job und dem wunderbaren Team weitergearbeitet hätte - was leider nicht geht. Insofern wächst der Wehmut bei mir gerade von Tag zu Tag an und ich sehe meinem letzten Arbeitstag mit Grauen und Schrecken, aber vor allen vielen Tränen entgegen. Danach wird es beruflich für mich wohl erstmal etwas anders weitergehen.
Vielleicht auch deswegen versuche ich momentan, mich davon abzulenken und die traurigen Gedanken nicht an mich herankommen zu lassen. Wenn das bei mir so ist, neige ich manchmal zu verrückten und nicht ganz durchdachten Aktionen. (Eifer des Gefechts und so...) Eventuell fahre ich daher am nächsten Samstag für nur eine einzige Buchlesung nach Köln, was von mir aus gesehen immerhin fast einmal quer durchs ganze Land bedeutet. Ich habe richtiggehend "gequiekt", als ich gelesen habe, dass Jonathan Stroud für eine Lesung von "Lockwood & Co." nach Köln zur lit.cologne kommt - und mir sofort Hals über Kopf ein Ticket gekauft. Den Herrn Stroud finde ich schon eine ganze Weile toll, schon bevor es "Lockwood & Co." gab, und ich wollte ihn schon immer mal live sehen. Jetzt hab ich zwar das Ticket in der Hand, stehe aber vor der Frage "Mach ich´s oder nicht?". Immerhin wäre das einiges an zeitlichem und finanziellen Aufwand, um ehrlich zu sein. Wahrscheinlich wird eine spontane Spontanentscheidung am Freitag :D

Davor bin ich voraussichtlich am Donnerstag noch in Leipzig auf der Buchmesse. Da freu ich mich auch schon drauf. Ist jemand von euch am Donnerstag da? 

Im Februar habe ich 4 Bücher gelesen ("Before you go" von Clare Swanman, das mir leider gar nicht so richtig gefallen hat; den letzten Teil der "Lockwood & Co." - Reihe auf Deutsch, nachdem ich ihn im letzten Jahr schon auf Englisch verschlungen hatte; "One of us is lying" von Karen McManus, das mir richtig gut gefallen hat, eine Rezension dazu muss ich mal noch schreiben; sowie "Das Mädchen, das in der Metro las" von Christine Féret-Fleury, das erst im Mai erscheint und zu dem ich daher noch nicht viel sagen darf). 
Gerade gestern habe ich "Nicht nur ein Liebesroman" von Emma Mills beendet - was für ein schönes Buch! Das kam bei mir genau zur richtigen Zeit, locker und leicht geschrieben, eine herrliche Heldin, wunderbare Freunde, ein bisschen Romantik und viel Humor und Schlagfertigkeit. Hat mir super gefallen. 
Jetzt ist mir gerade eher nach "Action" und fiesen Kerlen und Helden zumute, daher muss ich mich erstmal umschauen, welches Buch es als nächstes wird. Vielleicht lese ich auch endlich mal in "Crooked Kingdom" von Leigh Bardugo weiter, das seit etwa 2 Monaten pausiert auf meinem Tisch liegt. So oder so, ich werde jetzt lesen :D

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

Montag, 19. Februar 2018

"Before you go" - Clare Swatman

Blanvalet Verlag, 2018
9,99 Euro


Handlung:
Zoe und Ed sind ein Traumpaar, doch im Laufe der Jahre ist ihre Beziehung ins Wanken geraten. Nach einer ihrer häufigen Auseinandersetzungen geschieht das Unfassbare: Ed stirbt bei einem Unfall. Zoe glaubt, an ihrem Schmerz zu zerbrechen. Wieso hat sie Ed an diesem Morgen nicht mehr gesagt, wie sehr sie ihn liebt? Nachdem sie wenig später schwer stürzt, erwacht sie in einer Version ihres Lebens, in der Ed noch am Leben ist und sich die beiden gerade erst kennenlernen. Fortan hat Zoe die Chance, ihr gemeinsames Leben zu verändern. Bis der Tag von Eds Unfall unaufhaltsam näher rückt …



Meine Meinung:
Mit "Before you go" hatte ich zwei wesentliche Probleme: 1. bin ich eine Verfechterin von Happy Ends. Und das gab es hier so ... naja, irgendwie, aber irgendwie auch wieder nicht. Mehr kann ich nicht sagen, ohne zu spoilern. Und 2. bin ich kein großer Freund von Geschichten nach dem Muster "Und täglich grüßt das Murmeltier". War ich noch nie. (Warum hab ich das Buch dann gelesen? Es war ein Leseexemplar.) Solche Geschichten mag ich irgendwie nicht, ohne richtig erklären zu können, warum das so ist. Vielleicht, weil ich zwar gern an Magie glauben möchte, aber dass man die Zeit umkehren und zurückdrehen kann - das geht mir dann doch zu weit. Genau diese Laune der Natur erlebt aber Protagonistin Zoe, die plötzlich, nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes, eine zweite Chance bekommt: Sie wacht wieder als Jugendliche auf, an dem Tag, an dem sie Ed kennengelernt hat. Und kann fortan all ihre gemeinsamen Momente erneut erleben - und vielleicht auch hier und da ein bisschen was ändern? 
Nun ja, das ist die Idee dahinter, aber die Umsetzung hat bei mir keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Zoe bekommt eine zweite Chance, aber wofür eigentlich? Irgendwie hat mir das hier die ganze Zeit gefehlt, eine Erklärung; ein Moment, in dem deutlich wird "Hier ist was schief gelaufen beim ersten Mal, mach ich es beim zweiten Mal also anders." Klar, oftmals lässt sich eine gescheiterte Beziehung nicht nur auf den einen falschen Moment zurückführen. Insofern ist Zoes Unterfangen vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil sie nicht weiß, was sie eigentlich tun und ändern soll. Hier hatte aber dadurch auch ich meine Probleme: Ed stirbt bei einem Verkehrsunfall. (Soviel kann ich verraten, ohne zu spoilern.) Auch wenn Zoe ihre Beziehung von Anfang an beim zweiten Versuch liebevoller und verständnisvoller gestalten will, wie soll sie Einfluss auf den Straßenverkehr nehmen?! Das ist so eine Grundsatzdiskussion à la "Gibt es Zufälle oder ist alles Schicksal?" oder "Kann ein Schmetterling einen Wirbelsturm auslösen?", und darauf hat auch die Autorin (natürlich) keine Antwort. Aber vielleicht hätte mir genau so eine Antwort hier gefehlt, eine krasse Positionierung, inwieweit man sein Leben (und das eines anderen) wirklich selbst bestimmen und verändern kann. Denn so hat mir die Würze und auch der Sinn, der Hintergedanke dieser Geschichte gefehlt. Man liest über die (zweite) Beziehung zwischen Ed und Zoe, fiebert unweigerlich auf DEN TAG X, nämlich Eds Todestag hin, und dann ist der plötzlich gekommen und - ja, und? 
Die Geschichte und die Auflösung hat mich nicht zufrieden gestellt. Beides ein bisschen dröge und langatmig, beides nichts, was mir im Kopf bleiben wird. 


Mittwoch, 14. Februar 2018

"Beastly" - Alex Flinn

Bastei Lübbe/ Baumhaus Verlag, 2012
7,99 Euro


Handlung:
Kyle Kingsbury ist eine Bestie, die nachts durch New York streift - als hässliches Monstrum. Doch Kyle war nicht immer so. Er war mal ein Junge, mit dem jeder andere gerne getauscht hätte, ein gutaussehender, reicher und bei vielen Mädchen beliebten Kerl, aber er war auch arrogant, eingebildet und überheblich. Zur Strafe wurde er dazu verflucht, dieses grässliche Biest zu sein - jetzt kann ihn nur noch die Liebe von diesem Fluch erlösen.


Meine Meinung:
"Beastly" habe ich tatsächlich zuerst als Film gesehen und dann erst später das Buch dazu gelesen. Neulich lief der Film mal wieder im TV, weshalb mir das wieder in Erinnerung kam und ich mir daraufhin auch sogleich noch einmal das Buch schnappte. Liest sich ja recht schnell weg. 
Erstaunlicherweise (und das kommt bei mir fast nie vor) muss ich sagen, dass mir der Film fast besser gefällt als das Buch. Das ist mir auch erst klar geworden, nachdem ich es jetzt noch einmal gelesen habe. Und vielleicht auch, weil der Film noch so präsent in meinem Kopf war, als ich die entsprechenden Szenen und Dialoge dazu im Buch verfolgte. 
Das Hauptproblem, das ich mit dem Buch habe: es ist so fürchterlich oberflächlich. Vor allem Kyle, der arme reiche und schöne Junge, der zum Biest mutiert. Versteht mich nicht falsch, der Film ist auch schrecklich oberflächlich. Aber der hatte dabei irgendwie noch ein bisschen Stil - und es hat irgendwie Laune gemacht, zuzuschauen. Obwohl es natürlich auch einiges zu meckern gibt. Alex Pettyfer hat sich als Kyle so halbwegs bemüht, wie ein "Biest" zu wirken und dabei aber kläglich versagt. Das liegt aber auch irgendwie an der Aufmachung, die ist einfach zu simpel! Mal ehrlich: ein paar Narben und Tattoos im Gesicht, keine Haare mehr - das soll das Biest sein?! Okaaaayyy...? 
Nein, nicht okay. Das Biest im Buch ist wenigstens ein "echtes" Biest, wie man es sich vorstellt, mit ner Menge Haaren (= Pelz), Reißzähnen und Klauen. Ich meine, so wie Alex Pettyfer in dem Film aussah, laufen manche ja heutzutage völlig alltäglich draußen rum, und das mit Absicht! Zählt also eigentlich nicht richtig als Biest. Und daher ist es in meinen Augen gar nicht mal so abwegig, dass Ober-Arrogantling Kyle als "Biest" zumindest im Film tatsächlich noch das Mädchen rumkriegt und der Fluch gebrochen werden kann. Im Buch sieht das ganz anders aus, denn da konnte ich Kyle und Lindy die ach-so-große Liebe irgendwie nicht abkaufen. Noch dazu weil Kyle hier für meinen Geschmack eine zu holterdipolter Kehrtwende in seinem Charakter hinlegt. Von einer Seite auf die andere ist er plötzlich total verliebt und nichts ist mehr übrig von seinem ekligen Selbst, das er vorher war. Das war zu leicht. Die Dialoge im Buch sind bisweilen außerdem echt schrecklich oberflächlich, simpel gehalten und kitschig. Gut gelungen dagegen finde ich die Idee, einen Chatroom für unglücklich verwandelte Märchenfiguren ins Leben zu rufen, wo sich dann eben nicht nur Kyle, sondern z.B. auch die Kleine Meerjungfrau oder ein Froschkönig tummeln. Deren Austausch ist ziemlich amüsant.
Insgesamt eine nette Version des alten Klassikers "Die Schöne und das Biest", die ins heutige New York verlagert wurde, allerdings hat mir tatsächlich die Verfilmung besser gefallen als das Buch.

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