Donnerstag, 13. März 2014

"Küss niemals deinen Ex" - Birgit Kluger

Kindle Edition, 2014
2,99 Euro

Handlung:

Als spirituelle Lebensberaterin hat man es nicht leicht. Vor allem, wenn man wie Jana Weiss unter chronischem Geldmangel leidet. Jana bleibt also nichts anderes übrig, als einen Auftrag ihrer erfolgreichen Schwester anzunehmen. Mit Hilfe ihrer Fähigkeiten als Kartenlegerin soll sie den verschwundenen Neffen eines Mandanten auffinden. Dumm nur, dass der Tarot ihr im Moment die Antworten verweigert. 

Jana übernimmt den Auftrag trotzdem. Schnell findet sie heraus, dass sich der Neffe auf Ibiza aufhält. Weiße Strände, Partys, die die ganze Nacht dauern, ein kostenloser Urlaub – Jana muss nicht lange überlegen. Sie fliegt auf die Partyinsel. Dort kommt es aber ganz anders, als geplant. Bald schwirren Jana Kugeln um die Ohren und zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass der Gesuchte in Wirklichkeit ihr Ex-Freund ist ...

(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Küss niemals deinen Ex" ist eine süße, kurzweilige und flott zu lesende Romanze, die vorwiegend im Partyleben Ibizas spielt, zugleich aber auch kriminelle Fährten legt.
Ich wurde schneller in die Handlung geworfen, als ich "Ibiza" sagen konnte, denn schon innerhalb weniger Kindle-Seiten befindet sich Akteurin Jana auf der Insel im Mittelmeer - auf der Suche nach dem ominösen Verschwundenen. Dieser entpuppt sich alsbald als Lex, Janas Exfreund, der nach wie vor einiges Bauchkribbeln bei ihr hervorruft. Fortan geht es tempo- und abwechslungsreich weiter: mit Unterstützung ihrer Freundin Vanessa begibt sich Jana auf Spurensuche, um herauszufinden, was Lex vor ihr verheimlicht. Dabei geht´s aufregend zu: Verfolgungstrips, Gefängnisaufenthalte, Erpressung und Schießereien - alles innerhalb weniger Tage. Es passiert eine ganze Menge. Was hier als Inhaltsangabe angegeben wird, umfasst tatsächlich nur die ersten paar Seiten - die weitere Handlung beinhaltet einige Überraschungen, interessante unvorhergesehene Wendungen im Geschehen. Die Story zwischen Jana und Lex driftet dabei jedoch nie ins Kitschige, Hochnotpeinliche oder überaus Pikante ab - sowas finde ich ja immer sehr angenehm.
Ich habe mich bei der kurzweiligen Lektüre des Chick-Lit Romans "Küss niemals deinen Ex" durchaus gut unterhalten gefühlt und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Die Story um Jana und ihren Ex Lex (der Reim ist unbeabsichtigt!) liest sich temporeich weg, macht Spaß und weckt unweigerlich Urlaubsgefühle.



Dankeschön an Birgit Kluger für das Rezensionsexemplar!

Übrigens: Bis zum 21.03. gibt es das ebook für nur 0,99 Euro!

Mittwoch, 12. März 2014

"Bäume reisen nachts" - Aude Le Corff

insel Verlag, 2014
12,99 Euro

Handlung:
Seit Monaten verbringt die achtjährige Manon ihre Nachmittage allein, unter einer riesigen Birke im Garten. Sie verschlingt ein Buch nach dem anderen und spricht mit Ameisen und Katzen, nur um an eines nicht denken zu müssen: das spurlose Verschwinden ihrer Mutter. Mit dem eigenen Kummer beschäftigt, vermögen Manons Vater Pierre und ihre Tante Sophie das stille Mädchen nicht zu trösten. Doch Manons Einsamkeit erweicht das Herz des mürrischen Nachbarn Anatole, der, seitdem er nicht mehr unterrichtet, sich von Kindern möglichst fernhält. Sie beginnen, gemeinsam den Kleinen Prinzen zu lesen, und es erwächst eine außergewöhnliche Freundschaft. Als eines Tages überraschend Briefe der Mutter eintreffen, schmieden das Mädchen und der alte Mann einen kühnen Plan, der sie gemeinsam mit Pierre und Sophie auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa führt …


Meine Meinung:
Den Anfang des Buches, der das Kennenlernen zwischen Manon und Anatole beschreibt, fand ich wirklich schön zu lesen. Manon tat mir leid, und zu lesen, dass sie langsam eine Freundschaft zu einem älteren Herrn aufbaut, der gemeinsam mit ihr in "Der Kleine Prinz" liest, war nicht nur nachvollziehbar, sondern auch wünschenswert für sie. Das gegenseitige Aufblühen durch die gemeinsame Zeit sowohl bei Manon als auch bei Anatole erschien dann kaum überraschend.
Dann entwickelt sich die Geschichte jedoch in eine andere Richtung. Manons Mutter meldet sich und eine kleine Gruppe - bestehend aus Manon, ihrem Vater Pierre, ihrer Tante Sofie und Anatole, alles ziemlich merkwürdige Gestalten, die mir durchgängig fremd blieben während der Handlung - macht sich auf die Reise zu ihr. Und mit dieser Reise verändert sich auch das Besondere an dem Buch, denn fortan konnte ich es (= das Besondere) nicht mehr finden. Die freundschaftlichen Bande zwischen Manon und Anatole werden nämlich mehr und mehr von anderen Themen verdrängt, die plötzlich - und scheinbar völlig unpassend in diesem Kontext - zur Sprache kommen. Die Autorin verliert sich meines Empfindens nach auf einmal in völlig anderen Themen, allen voran Transsexualität, Geschlechtsumwandlungen, Religion und Älterwerden sowie diverse andere Themen, die mit Manon und ihrer Traurigkeit - um die es doch wohl eigentlich hier ging - so gar nichts mehr zu tun haben. Ich hatte irgendwann das Gefühl, die Autorin hat ihr Buch genutzt, um sich zu allerlei moralischen Themen schnell mal äußern zu können, ob´s nun passt oder nicht. Und in meinen Augen hat es nicht gepasst.
Letztlich ist es aber auch das Ende des Buches, das mir "völlig gegen den Strich" geht. Denn das ist einfach nur unglaubwürdig hoch zehn. Nicht nur für den Leser, sondern auch für jedes Kind, das sich vielleicht in einer ähnlichen Situation wie Manon befindet, und so ein Happy Ending im wahrem Leben nicht vorgesetzt bekommt. Wenn ich dieses Ende lese, frage ich mich wirklich, wofür die ganzen inhaltlichen Auseinandersetzungen und Diskussionen davor eigentlich gut und von Nutzen waren.

Fazit:
Meine Erwartungen und meinen Geschmack hat "Bäume reisen nachts" nicht getroffen. Zum einen bleiben mir sowohl die Figuren als auch die Geschichte als solche durchgängig fremd. Thematisch driftet die Autorin in meinen Augen ab der Mitte des Buches in zu viele fremde und nicht passende Themen ab, und das unglaubwürdige Ende setzt dem Ganzen noch die Krone auf. 


Dienstag, 11. März 2014

Gemeinsam lesen

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Neben mir habe ich gerade "Ich bin Tess" von Lottie Moggach liegen, da bin ich auf Seite 175.

 

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
"Als ich heute Morgen aufgewacht bin, war die Kommune so gut wie verlassen."

3. Was möchtest du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ich weiß noch nicht so ganz, was ich von diesem Buch halten soll. Einerseits find ich es total spannend, zu lesen, wie sich Leila und Tess annähern und Vorbereitungen für den "Daseins-Wechsel" vornehmen. Gleichzeitig denke ich mir immer nur wieder, wie krank das eigentlich ist. Und wie absurd, was die beiden da machen. Die eine will nicht mehr leben, also übernimmt die andere ihre Identität - und alles nur unter der Ausrede, dass man mit einem Selbstmord der Familie nicht schaden möchte. Hömmpppfff. Die Ausführbarkeit eines solchen Unterfangens gibt mir momentan noch ziemlich zu denken. Allerdings habe ich eh den starken Verdacht, dass mich im Laufe der Geschichte noch einige Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen erwarten werden. Doch, da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, denn das ... kann ja eigentlich gar nicht so gut gehen...

4. Was stört dich am meisten an deinem aktuellen Buch?
Hm. Eigentlich gerade gar nichts so wirklich arg. Tess bringt mich ein wenig auf die Palme, die ist ein echt spezieller Charakter; aber warum andererseits auch nicht? Das macht ja eben alles so spannend. Es ist wohl schwieriger, das Leben eines Paradiesvogels als das einer grauen Maus zu übernehmen. Ansonsten ... stört mich eigentlich nur so ein klitzekleines Bisschen, dass die Kapitel vergleichsweise lang sind. Und ich bin ja so ein Kapitelweise-Leser (ich mag es überhaupt nicht, mittendrin aufzuhören!), da wird die Zeit mitunter recht lang, bevor mal eine Pause kommt.

Montag, 10. März 2014

"Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" - Robin Sloan

Karl Blessing Verlag, 2014
19,99 Euro

Handlung:
Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist. Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra" hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt, und das will schon was heißen, denn ganz zu Beginn hatte ich nicht einmal Erwartungen an das Buch. Diese entwickelten sich erst auf den ersten Seiten, als ich mich direkt in dieser wunderbaren Geschichte und in den schönen Worten verlor und sich die Hoffnung auf eine herrlich mysteriös-geheimnisvolle Geschichte über Bücher(geheimnisse) bei mir einstellte.
Es fing ganz wunderbar an, mit der Vorstellung eines alten verstaubten Buchladens, bei dem schon längst niemand mehr so genau weiß, welche Schätze sich eigentlich in seinen Untiefen verbergen. In diesem Buchladen gehen die kuriosesten Gestalten ein und aus und leihen sich für die Ergründung eines mysteriösen Geheimnisses Bücher aus. Klingt für Bücherfreunde erstmal genau richtig. Auch Hauptfigur Clay, der in diesem Buchladen arbeitet, fand ich prompt sympathisch, da er trotz des eigentlich eher "hippen" und angesagten Jobs, den er gelernt hat, die guten alten Zeiten und Traditionen  noch zu schätzen weiß, und daher eben den Job in dem Buchshop (noch dazu die Nachtschicht) tatsächlich gerne macht.
Dann jedoch greift das moderne Zeitalter ein. Clay bedient sich seines Laptops und diverser Programme, um dem besagten Geheimnis selbst ein wenig hinterher zu spionieren. Und ist natürlich erfolgreich. Zudem lernt er Kat kennen, die bei Google arbeitet, und damit war hier der Zauber der alten geheimnisvollen Bücher vollends verflogen. Die beiden starten unterschiedliche Methoden, um das Geheimnis zu lüften. Und dieses ständige Verweben von alter traditioneller Suche - in Büchern und Lexika - mit den Neuerungen unseres Zeitalters - Google & Co. -, bei dem natürlich immer die Hightech-Internetsuche gewinnt und die Nase vorn hat, hat mir zunehmend beim Lesen nicht mehr gefallen. Das ganze Besondere war plötzlich weg, als Kat als Figur eingeführt wurde und immer mehr Spielraum bekommen hat, um sich mit Google und Konsorten breitzumachen. Dieses freidenkerische und der für so große Unternehmen typische Optimismus, den Kat verbreitet, legte die komplette Atmosphäre von Mr. Penumbras Buchhandlung lahm.
Ja, Robin Sloan macht hier eigentlich durchgängig Werbung für Google und alles andere technisch-neuartige (Kindle, Tablets etc.). Wundert mich also nicht, dass der Autor selbst schon bei Twitter gearbeitet hat.

Was mich auch nicht vollends überzeugen konnte, war DAS GEHEIMNIS an sich: das, was alle suchen. Niemand kann genau sagen, was es ist, was es einem bringt und warum man es sucht. Die Verbindungen wurden zunehmend verworren und ich habe nur noch schwerlich folgen können. Auch die Auflösung war für mich eher enttäuschend.

Alles in allem ist "Mr. Penumbras Buchhandlung" ein gutes Buch mit tollen Einzelideen, das anfangs eine ganz besondere Atmosphäre verbreitet. Auch die Nebenfiguren haben mir sehr gut gefallen, weil sie der Handlung  vielerlei besondere Aspekte verleihen (z.B. Clays Mitbewohner, sein Kollege, die alten Herrschaften, die sich die Bücher ausleihen).
Jedoch geht zunehmend der Reiz der Geschichte verloren, und daran ist - so merkwürdig es auch klingt - die neue moderne Technik schuld. Auch die vielen Verwicklungen und das "Getue" um das Geheimnis haben mich nicht überzeugen können.



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