Samstag, 30. November 2013

"Ben der Schneemann" - Guido van Genechten

aracari Verlag, 2013
13,90 Euro

Handlung:
Der kleine Schneemann Ben ist sehr traurig. Seit Tagen und Wochen steht er regungslos neben zwei erwachsenen Schneemännern. Sie haben ihm erzählt, dass sich Schneemänner nie bewegen dürfen, da sie sonst schmelzen. Ben hat große Angst; trotzdem sehnt sich jede einzelne Schneeflocke in seinem Körper nach Bewegung. Er möchte rennen, springen, spielen einfach glücklich sein. Eine Wintergeschichte für alle kleinen Schneemänner.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Draußen wird es kühler, Weihnachten steht vor der Tür und der erste Schnee lässt bestimmt auch nicht mehr allzu lange auf sich warten. Was steht dann selbstverständlich auf der Liste? Schneemann-Bauen natürlich. Und falls dieser selbstgebaute Schneemann eines Tages plötzlich verschwunden sein sollte, hat er sich vielleicht genauso wie Ben in diesem Buch einfach auf den Weg gemacht...
Mir hat dieses Bilderbuch über einen Schneemann, der mehr möchte als nur still in der Gegend zu stehen, an und für sich gut gefallen. Die Zeichnungen sind sehr schön und liebevoll gestaltet, für die kleinsten Mitleser ab 4 Jahren gibt es da einiges zu entdecken. "Ben der Schneemann" lädt geradezu ein, vorgelesen zu werden und sich selbst auszumalen, welche Abenteuer ein Schneemann erleben könnte.
Trotzdem gibt es 2 Punkte, die mich gestört haben. Zum einen finde ich manche Wortwahl hier drin nicht wirklich kindgerecht. Als ich beispielsweise von "Soldaten"und ihrer Kopfbedeckung gelesen habe, fand ich die Geschichte plötzlich gleich gar nicht mehr gemütlich, und meine Vorstellung vom gemeinsamen kuscheligen Vorlesen auf der Couch, während es draußen schneit, zerplatzte wie eine Seifenblase in meinen Gedanken. Wenn ein Kind schon weiß, was ein Soldat auf dem Kopf trägt, und daher Parallelen zu dem einen Schneemann im Buch treffen kann (so wie es wohl vom Autor angedacht ist), würde mir das - ehrlich gesagt - zu denken geben, aber im negativen Sinn.
Der zweite Punkt ist das Ende. Das ist mir zu offen, zu abrupt. Die Geschichte endet zwar nicht mitten im Satz, sehr wohl aber mitten in einem Gedanken. Und dann schlägt man die Seite um ... - und da ist nichts mehr. Ich finde es gut, wenn ein Ende in einer Kindergeschichte noch soviele Freiheiten lässt, dass sich ein Kind selbst Gedanken darüber machen kann, und selbst weiterspinnen kann, was noch passieren könnte oder was manche Geschehnisse für die Figuren bedeuten. Dafür sind Bücher ja da. Aber wenn es mittendrin plötzlich einfach endet, nicht einmal eine Richtung vorgibt, dann finde ich das vergebene Mühe. Eine weitere Seite, die den Ausflug von Ben dem Schneemann zu einem Abschluss bringt, vermisse ich hier wirklich.

Fazit:
Eine schöne Geschichte zum Vorlesen und Mitlesen in der kalten verschneiten Jahreszeit, für mich jedoch mit kleinen Schönheitsfehlern. Die Zeichnungen sind wunderschön gestaltet, die Erzählung dazu meiner Meinung nach jedoch nicht komplett durchdacht.


Ein herzliches Dankeschön an Pia Mortensen von der pia-Presseagentur.

Mittwoch, 27. November 2013

Mein Lieblingsbuch als ebook-Schnäppchen!

Hallo ihr!
Eben habe ich gesehen, dass es bei amazon heute "The Princess Bride" von William Goldman (= "Die Brautprinzessin") als englisches ebook im Kindle Deal des Tages für nur 1,09 Euro gibt!
 
"Die Brautprinzessin" ist seit Jahren eins meiner absoluten Lieblingsbücher, ich liebe die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite. Aber nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch die vielen Kommentare, die der Autor William Goldman dazu abgibt. Falls ihr die Geschichte also noch nicht kennt, das aber ändern möchtet (was ich euch schwer empfehle!), dann solltet ihr heute hier zuschlagen:


Wer wissen möchte, worum es in der Geschichte geht: hier meine Meinung.

Sonntag, 24. November 2013

Ach, heute ist ja Sonntag ...

... fühlt sich aber gar nicht so an. Zumindest ist bei mir heute nicht viel mit faul sein, relaxen oder Seele baumeln lassen. Und meine Sonntagslektüre sieht auch nicht vielversprechend aus. Nämlich so:


Ja, mmhhmm. Spannend ist anders. Ich weiß. Ich beschäftige mich heute (zusätzlich zu meinen 5 Arbeitstagen) trotzdem den ganzen Tag mit ... sowas, weil ich morgen zu einer zweitägigen Konferenz in den Harz fahre. Schön wissenschaftlich, viele wichtige Menschen, ne Menge Vorträge und Diskussionen und das schlimmste: man muss selbst seine Ergebnisse präsentieren. Auf englisch. Vortrag halten - örkkkss! Ich HASSE Vorträge halten!!! Ich kann das gar nicht mit genügend Ausrufezeichen unterstreichen, deswegen kommen jetzt noch ein paar: !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!   !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!  !

Ja. Aber da muss ich durch. Ich bin dummerweise auch gleich die Erste, die sprechen muss. Der Vorteil: ich bin die Erste. Der Nachteil: ich bin die Erste. Gnnnaaaaaaa, ich verfluche morgen schon jetzt. 

Das ganze hat aber den schönen Nebeneffekt, dass ich mich - wenn diese 2 Tage erstmal vorbei sind - voll und ganz auf Weihnachten einstellen kann. Bisher kann ich das nicht, ich bin null in vorweihnachtlicher Stimmung, dabei ist das doch sonst immer die Zeit im Jahr, in der ich voll auf meine Kosten komme. Aber obwohl es nur noch etwas mehr als 4 Wochen sind, ist Weihnachten bisher völlig an mir vorbeigegangen. Keine Geschenke, keine Geschenkideen, kein Kerzen-Keks-heimelig-zuhause-Lichterketten-Tannenduft-Advent-Heimlichkeit-und-Vorfreude- Effekt bisher. Ich warte noch drauf. Und spreche derweil nochmal meinen Vortrag durch, lese irgendwelche schnarchigen Artikel und zerbreche mir den Kopf, was zum Geier ich eigentlich morgen anziehen soll...
Wie sieht´s bei euch mit der vorweihnachtlichen Stimmung aus?

Samstag, 23. November 2013

"Boy Nobody" - Allen Zadoff

bloomoon Verlag, 2013
16,99 Euro

Handlung:
Mit 12 Jahren wurde er rekrutiert, um tödliche Missionen zu „erledigen“. Mit 16 ist BOY NOBODY einer der Besten. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Weil er seine Zielobjekte schnell und effektiv aus dem Weg räumt. Seine aktuelle Mission ändert jedoch alles: Denn die Zielperson ist ganz und gar nicht, was sie scheint. Und sie kommt ihm gefährlich nahe. Zu nahe. Aber BOY NOBODY wird auch diesen Auftrag erfolgreich zu Ende bringen. Weil er einer der Besten ist. Weil er keine Fehler macht. Weil er eiskalt ist. Oder etwa nicht …?
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Freunde ausgefeilter schön-klingender Satzstrukturen mit Nebensätzen und adjektivreicher Sprache sollten die Finger von diesem Buch lassen. Hier geht alles kurz und knackig zu, alles wird auf den Punkt gebracht, alles zack-zack - ebenso wie die schnelle, effiziente und gnadenlose Arbeitsweise vom Boy Nobody. Diesen Eindruck bekommt man schon vermittelt, wenn man nur die Inhaltsangabe liest; und dieses Bild setzt sich im Gesamtbuch weiter fort.
Die Geschichte von "Boy Nobody" ist nichts bleibendes, nichts allzu bewegendes. Das soll sie auch gar nicht sein, und so erfüllt sie ihren Zweck von guter kurzweiliger und spannungsreicher Unterhaltung allemal. Man fühlt sich schnell an Filme wie "Mission Impossible" oder "The Bourne Identity" erinnert und kommt dann auch sehr auf seine Kosten, wenn man so etwas mag. Ab und zu mag ich so etwas durchaus und daher hat mir "Boy Nobody" prinzipiell auch gut gefallen. Manches erschien mir rückblickend ein wenig vorhersehbar, und mit 16-jährigen Topkillern trifft Autor Zadoff sicher auch nicht den Geschmack (und den Anspruch an Glaubwürdigkeit) eines jeden Lesers - ein paar Jahre älter hätten die Protagonisten schon sein dürfen, finde ich. Aber das Gesamtbild stimmt und da es sich hier offenbar um einen Reihenauftakt handelt, bin ich schon fürs erste gespannt, was weiterhin passiert. 
Einen echten "Oha-"Moment beschert der Autor übrigens mit dem Ende dieses Buches. Das hat mich nicht nur überrascht, sondern vielmehr kalt erwischt. Diese eingebaute Wendung hätte ich nicht erwartet, von der Frage, ob ich sie gutheiße, mal ganz abgesehen. Das war das Einzige, was mir das Lesen irgendwie vermiest hat.

Fazit:
Spannend, kurzweilig und unterhaltsam, wenn auch nicht immer ganz glaubwürdig. Manchmal braucht man genau das. Mit "Boy Nobody" ist man dann gut bedient.


Powered by Blogger.

© i am bookish, AllRightsReserved.

Designed by ScreenWritersArena