Dienstag, 2. April 2013

HmmmmmmMumford & Sons...

Das nächste Konzert steht an. Heute Abend. Es sind 

Mumford & Sons

Bin ich aufgeregt! Ich habe Herzklopfen deswegen, seit ich zum ersten Mal gehört habe, dass sie nach Deutschland kommen und spielen, und das war immerhin schon im November letzten Jahres.
Ich muss gestehen, ich bin so ein klitzekleines Bißchen verliebt in diese Band. Und es kann gut sein, dass das heute Abend noch verstärkt wird.

Hach, bin ich aufgeregt!! Wer dabei sein möchte: heute Abend im Velodrom in Berlin. Das Konzert ist seit Ewigkeiten ausverkauft, aber vielleicht will ja noch jemand sein Ticket vor der Tür loswerden. 
Also ich ganz sicher nicht.


Montag, 1. April 2013

"Der beste Freund, den man sich denken kann" - Matthew Dicks

Bloomsbury Berlin, 2013
19,99 Euro

Handlung:
Budo ist der beste Freund, den sich der achtjährige Max vorstellen kann. Eben weil er sich ihn nur vorstellt. Doch eines Tages wird Max nicht länger an ihn glauben und Budo wird aufhören zu existieren. So weit ist es jedoch noch nicht. Denn Max ist anders als die anderen Jungen: Er mag es nicht, wenn man ihn berührt, er liebt es, Dinge zu ordnen, er schaut Menschen ungern in die Augen. Kein Wunder, dass die Schule ein einziger Spießrutenlauf für ihn ist. Als die Lehrerin Mrs Patterson ein verdächtiges Interesse an Max bekundet, spitzt sich die Situation jedoch zu, so dass Budo eine dramatische Entscheidung treffen muss.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Ich verbringe fast den ganzen Tag mit Max und sehe, wie anders er ist verglichen mit den Kindern in seiner Klasse. Max lebt auf der Innenseite, und die anderen Kinder leben auf der Außenseite. Das macht ihn so anders. Max hat keine Außenseite. Max besteht komplett aus Innenseite." (S. 28)

Die Idee, eine Geschichte aus der Sicht eines imaginären Freundes erzählen zu lassen, finde ich ganz außergewöhnlich. Und sie gelingt Autor Matthew Dicks bestens. In einer Mischung aus kindlicher Naivität, Unwissenheit und messerscharfen Beobachtungen erzählt Budo, der imaginäre Freund von Max, über die Geschehnisse, die sowohl ihn als auch Max eines Tages ereilen.
Max ist ein Kind. Max hat aber obendrein autistische Züge, was das Ganze gleichermaßen erschwert und spannend gestaltet. Budo dient von jeher als Max´ Verbindung zur allgemeinen Außenwelt: er gibt Max Tipps, ist sein Spielkamerad, erklärt ihm Dinge, die er nicht versteht, schiebt Wache an der Klotür, sagt ihm vor, was in manchen Situationen sagen soll, und was lieber nicht.
Bisher kamen die beiden ganz wunderbar miteinander aus. Und im Gegensatz zu Max ist Budo sehr wohl bewusst, dass er nur imaginär ist, dass nur Max ihn sehen und hören kann, und dass er eines Tages wohl einfach verschwinden wird - dann nämlich, wenn Max aufhört, an ihn zu glauben. Über kurz oder lang passiert das bei jedem imaginären Freund; und Budo hat im Laufe der Zeit einige kuriose Gestalten kennengelernt, die alle irgendwann mal gegangen sind (und die mich teilweise ziemlich zum Lachen gebracht haben) - also wird das doch wohl auch bei Budo passieren, oder ...?
"Der beste Freund, den man sich denken kann" hat mich in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Anfangs war ich völlig begeistert von der Geschichte und von Budo, von seinem versteckten Witz, der mich manches Mal richtig hat kichern lassen. Dann nimmt die Handlung an Fahrt auf, die fiese Lehrerin Mrs. Patterson tritt auf - und ich habe dank Budos Feuereifer über die ein oder andere kleine Länge im Mittelteil der Handlung hinweg sehen können. Am Ende schließlich habe ich mit Tränen in den Augen die letzten Seiten umgeschlagen, und habe es im Stillen bedauert, dass ich als Kind nie einen imaginären Freund hatte. Oder mich zumindest nicht mehr dran erinnern kann. Denn Budo ist "Der beste Freund, den man sich denken kann".

Fazit:
Das Buch gibt einem so viel, es ist berührend und unterhaltsam gleichermaßen, ist lustig und total traurig, nachdenklich stimmend und Erinnerungen weckend. Vor allem aber lesenswert.


Sonntag, 31. März 2013

Kindle Paperwhite

Seit Wochen schielte ich neidisch auf die amazon-Homepage, klickte mich zum Kindle Paperwhite durch und dachte mir im Stillen: "Den hätt ich gern." Ich habe ja seit einiger Zeit (weiß gar nicht mehr, wie lange) den normalen, den "schnöden" Kindle, der mir bisher zwar stets gute Dienste geleistet hatte. Der aber trotzdem - eigentlich immer im Dämmerzustand - dazu führte, dass ich mir wünschte, ein Licht würde mir aufgehen und für ein besseres Lesegefühl sorgen. Hilft ja nichts, drumherum zu reden: mir war das Lesen auf dem ursprünglichen Kindle von Anfang an immer einen Tick zu dunkel, wenn ich nicht wirklich direkt neben einer Lampe oder eben im hellen Sonnenschein saß. 
Daher mein Neid auf den Paperwhite. Mittlerweile gibt es einige eReader auf dem Markt, die das neuartige integrierte Beleuchtungskonzept vorweisen können; ganz neu ist da wohl der tolino zu nennen, ein eReader von mehreren Unternehmen, u.a. thalia, Hugendubel und Weltbild, wenn ich richtig informiert bin. Aber da ich einmal auf den Kindle-Geschmack gekommen war und zudem fleißige Käuferin bei amazon bin, stand für mich eigentlich außer Frage: wenn schon ein neuer eReader, dann einen Kindle. Nun bot amazon die gesamte Kindle-Familie neulich um einige Euro billiger an. Dieses Angebot galt übers Wochenende, bis Montag abend 18 Uhr. Ich überlegte. Und grübelte. Und klickte schließlich Montag abend 17:44 Uhr auf "Bestellung absenden" - ich hab es mir also nicht leicht gemacht, sondern wirklich (!) erst gründlich überlegt. 
 

Und da ist er nun: der Kindle Paperwhite, letzte Woche bei mir eingezogen. Legt man beide Kindles nebeneinander, fällt folgendes auf: der alte war grau, der neue ist schwarz. Beide schick und vor allem aus einem Material, dass man nicht direkt jeden Fingerabdruck drauf sieht - mag ich. Schön ist, dass der neue Kindle quasi genauso groß ist wie der alte, wodurch ich meine Schutzhülle einfach weiterhin nehmen kann. Der Kindle Paperwhite ist schwerer als sein Vorgänger und - man mag mir glauben oder nicht, aber ich finde, die 40 Gramm mehr merkt man auch durchaus. Mir zumindest kommt der neue Kindle irgendwie deutlich schwerer vor. Aber nicht unangenehm schwerer, man kann ihn nach wie vor bequem mit einer Hand halten und bedienen, ohne dass einem die Hand müde wird. Apropos bedienen: Touchpad. Das war ein weiterer Punkt, warum ich einen neuen Kindle haben wollte. Der alte Kindle verfügt ja über ein Cursorpad, was zwar ok, manchmal aber doch arg umständlich ist. Gerade in Zeiten von Smartphones und Touchpads hier und da ist man doch gewöhnt, einfach nur irgendwo mit dem Finger drauf tippen zu müssen, damit es losgeht. Die Bedienung des Kindle Paperwhite ist daher auch kinderleicht und selbsterklärend - eine Anleitung gibt´s gar nicht erst. Nur zwei, drei erste Erklärungsseiten nach dem Motto "wo muss ich drauf drücken, damit was passiert" beim ersten Anschalten, und schwupps: ist man durch. Einziges Problem, das aber bei mir allein liegt: ich hab zu kurze Finger. Mit meinem Daumen reiche ich nicht quer über das Display, und wenn ich den Kindle mit rechts festhalte und mit dem rechten Daumen ganz links tippen möchte, um eine Buchseite zurück zu gelangen, klappt das nicht so recht. Meine Finger sind einfach zu kurz. Ich schätze aber mal, dieses Problem hätte ich bei jedem eReader.



 
Die Beleuchtung ist natürlich das absolute Highlight für mich und meine bisher unverwöhnten Augen. Sehr angenehm zu lesen, egal in welcher Umgebungshelligkeit. In strahlendem Sonnenschein habe ich den neuen Kindle bisher noch nicht getestet - was einfach daran liegt, dass es gerade keine Sonne gibt. Die versteckt sich irgendwo. Nett finde ich auch die neue Option, unten links in der Ecke angezeigt zu bekommen, wie lange man für das gerade zu lesende Kapitel noch benötigt. Das finde ich ok, brauche ich aber in dem Sinne nicht unbedingt - wenn ich einmal im Lesen stecke, ist mir recht egal, ob das Kapitel noch 3 oder 5 Minuten umfasst. Mein bisheriger Kindle hatte dafür unten immer eine Leiste, die die Gesamtlänge des Buches anzeigte, mit einzelnen Pünktchen darauf, die die Kapitel darstellten. Daran konnte man sich ebenso orientieren.
Als erstes Fazit nach wenigen Tagen kann ich guten Gewissens sagen, dass ich sehr froh bin über den Kauf des Kindle Paperwhite und diesen jetzt schon nicht mehr missen möchte. Er macht optisch viel her und hat mich bisher durchweg überzeugen können.



Donnerstag, 28. März 2013

"Ein ganzes halbes Jahr" - Jojo Moyes

Rowohlt Verlag, 2013
14,99 Euro

Handlung:
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Nach den ersten Seiten "Ein ganzes halbes Jahr" hatte ich den Gedanken im Kopf, dass ich bereits jetzt wüsste, wie das Buch endet. Und tatsächlich, ich sollte Recht behalten: die Geschichte endet genau so, wie ich mir schon am Anfang gedacht habe. Ich würde dennoch nicht behaupten, dass man schon am Anfang ahnen kann, was einen hier erwartet. Dass die Geschichte vorhersehbar oder gar durchschaubar ist.
Das ist sie nicht. "Ein ganzes halbes Jahr" ist eine ganz wundervolle, gleichermaßen komische wie tieftraurige, berührende und aufrüttelnde Geschichte von zwei Menschen, von denen der eine nicht mehr leben möchte, und der andere gar nicht weiß, was er mit zuviel Leben anfangen soll.
Louisa verliert den festen Boden unter den Füßen, als sie arbeitslos wird. Fortan weiß sie nicht so recht, wie es bei ihr weitergehen soll. Sie landet als eine Art "Gesellschafterin" bei Will, einem jungen Mann, der durch einen tragischen Unfall im Rollstuhl sitzt - gelähmt und nicht mehr in der Lage, ein selbstständiges Leben zu führen. Zunächst wundert sie sich, warum ausgerechnet sie diesen Job erhält, obwohl sie eigentlich keinerlei Qualifikationen vorweisen kann. Nach einiger Zeit erfährt sie den wahren Grund für ihre Anstellung - und warum diese nur 6 Monate, ein ganzes halbes Jahr also, umfassen wird.
Ich habe "Ein ganzes halbes Jahr" mit sehr gemischten Gefühlen und Gedanken gelesen und beendet, die ich hier keinesfalls alle wiedergeben und zusammenfassen kann. Das Buch bringt den Leser unweigerlich zum Nachdenken. Zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Meinung zu Themen wie: was macht den Sinn des Lebens aus, wie würdevoll ist ein Leben unter bestimmten Bedingungen, wann... ja, wann sind sterben und sterben lassen vielleicht die annehmbareren Alternativen. Getragen werden diese Fragen hier ganz wunderbar durch die beiden liebevoll gezeichneten Figuren Louisa und Will, von denen mir vor allem Lou mit ihrem unnachahmlichen Sinn für Humor und Optimismus sehr ans Herz gewachsen ist.
Ich würde "Ein ganzes halbes Jahr" gar nicht so sehr als Liebesgeschichte deklarieren, wie es die Inhaltsangaben teilweise tun. Sicher, da ist eine Zuneigung zwischen beiden zu spüren; man merkt, dass beide sich im Laufe der Zeit immer wichtiger werden. Aber hier steht nicht der Aspekt des Sich-Verliebens oder irgendwelcher schmetterlingshafter Gefühle im Vordergrund. Es geht darum, wie sehr ein anderer Mensch das eigene Leben lebenswert(er) machen kann. Jojo Moyes zeigt, wie 6 Monate unter Umständen alles ändern können.
Sehr schön fand ich in dem Zusammenhang die Idee, einzelne Kapitel aus einem völlig anderen Blickwinkel zu präsentieren, den Fortlauf der Geschehnisse also beispielsweise mal aus den Augen von Wills Vater oder Lous Schwester darzustellen, obwohl die Haupthandlung aus Louisas Perspektive erzählt wird. Dadurch sieht man mit den Augen der anderen, was sich zwischen Lou und Will abspielt. Und gemeinsam mit Louisa kann man nicht anders, als eine gewisse Hoffnung aufzubauen, diese Frage, ob und was denn schlussendlich möglich ist.

Fazit:
Ich halte "Ein ganzes halbes Jahr" für durchweg lesenswert. Die bei mir befürchteten Tränen kullerten am Ende zwar nicht, dennoch geistern mir das Buch und die Fragen, die es beinhaltet, noch heute, einige Tage nach dem Auslesen, im Kopf herum. Und das ist wohl das, was ein Buch schaffen möchte und schaffen sollte. Lesenswerte 5 Bücherstapel.

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