Mittwoch, 13. März 2013

"Mein Herz ruft deinen Namen" - Susanna Tamaro

Piper Verlag, 2013
17,99 Euro

Handlung:
»Mein Herz ruft deinen Namen« ist nicht nur Susanna Tamaros schönstes, sondern auch ihr erfolgreichstes Buch seit vielen Jahren. »Wenn das Leben ein Weg ist, so ist es ein Weg, der immer bergauf führt«, hat Susanna Tamaro einmal geschrieben. Und nichts könnte wahrer sein für ihren Helden Matteo, der ganz im Einklang mit der Natur in einer Hütte im Bergwald lebt. Er ist auf der Suche nach Antworten, denn das Leben des angesehenen Kardiologen zerbrach, als ihm alles genommen wurde, was er liebte. Erst als er eines Tages überraschenden Besuch bekommt, begreift er: Nichts im Leben ist je wirklich hoffnungslos und nichts vergeblich …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
"Anfangs konnte ich dieses ständige Bedürfnis nach Definitionen nicht ertragen. Wenn es kein Adjektiv, kein Nomen gibt, um dich irgendwo einzuordnen, existierst du nicht." (S. 10)

Nach dem Todesfall seiner Liebsten verschließt sich Matteo, zieht sich zunehmend zurück und landet schließlich recht einsam und einbrödlerisch in einer kleinen Hütte mitten im Wald. Dort bekommt er eher selten Besuch, wird nachdenklich und verbringt fortan ein sehr anderes Leben, als er es zuvor tat - jahrelang, bis er unerwarteten Besuch erhält. Dieser Besuch rüttelt ihn auf und führt dazu, dass er - wie in Erinnerungen schwelgend - rekapituliert, was ihm in seinem Leben bisher widerfahren ist, und mit welchem Zweck.
"Mein Herz ruft deinen Namen" ist ein ruhiges, langsames Buch mit leisen Tönen, das das Leben von Matteo sowohl im Jetzt als auch in Rückblicken wiedergibt. Es schlägt mitunter sehr philosophische Töne an, und das große schwierige Thema Religion wird stark angesprochen. Das ist auch ganz logisch, denn es geht aus Matteos Sicht um die Frage nach Gott, nach dem Sinn des Lebens und des Todes, um Trauer und um das Zurück-ins-Leben-finden.

"Mein Herz ruft deinen Namen" ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte, es liest sich nicht mal eben so weg. Vielmehr ist es ein Buch, das einem sehr viel geben kann, wenn man entsprechendes Interesse zeigt und sich darauf einlassen kann. Das war der Punkt, an dem ich leider ein wenig "aussteigen" musste. Ich konnte keinen rechten Draht zu Matteo und seiner Geschichte finden. Ich bin nicht religiös, habe mit spirituellen und Glaubensfragen nichts zu tun und sehe das Leben von einer anderen Perspektive als Matteo. Ich tat mich mit den vielfältigen und sehr ausgeschmückten Überlegungen, Fragen und Diskussionen im Buch daher schwer und habe sie eher distanziert betrachtet und gelesen. Überdies wurde mir die Geschichte einfach etwas zu "erzähllastig"; ein wenig mehr tatsächliche Handlung und Dialoge hätten dem Geschehen zwar einerseits mehr Tempo verliehen, gleichzeitig das Wesentliche des Buches - das In-sich-Gekehrte und Grüblerische nämlich - jedoch genommen.
Ich denke, dass der Autorin der Umgang mit dem sensiblen Thema Tod und Verlust sehr gut gelungen ist: vor allem findet sie die richtigen, weil einfachen Worte. Mehrmals beim Lesen habe ich innegehalten, einen Satz nochmal gelesen und mir gedacht "Das stimmt. Das ist genau richtig."
Insofern konnte mich "Mein Herz ruft deinen Namen" sprachlich durchaus berühren; inhaltlich konnte mir das Buch jedoch leider nicht ganz so viel geben.

Fazit:
"Mein Herz ruft deinen Namen" ist sprachlich eine Perle und behandelt das sensible Thema Tod und Trauer sehr eingehend. Mir persönlich fehlt einfach der religiös-philosophische Anspruch im Leben, um mich vollends in so eine Diskussion fallen lassen zu können. Inhaltlich habe ich die Geschichte von Matteo daher nur sehr distanziert betrachten können. 4 von 6 Bücherstapel.

Ein herzliches Dankeschön an den Piper Verlag und Politycki & Partner für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 8. März 2013

Freitagsgedanken: Op weg naar Amsterdam!

Ich hoffe, der google translator hat mich nicht veralbert und der Satz in der Überschrift heißt tatsächlich das, was er heißen soll, nämlich: Auf dem Weg nach Amsterdam. (Nicht, dass ich hier aus Versehen was ganz anderes schreibe...)
Das bin ich nämlich ab morgen früh (sehr früh :/ *jetzt schon gähn* ), und daher gibt es in den nächsten Tagen hier erstmal Sendepause. In Amsterdam war ich noch nie und bin daher schon sehr gespannt auf die Grachtenstadt. Leider wird das Wetter wohl nicht ganz so mitspielen, wie erhofft - wieso konnte die Sonne nicht einfach bleiben?! Selbst ich als Winter - und Schnee- Freund habe die weiß-graue Matschepampe auf den Straßen, in den Schuhen und auf den Hosen so langsam satt. Aber das wird mich hoffentlich nicht davon abhalten, mir Amsterdam anzuschauen. Leider spreche ich nicht ein einziges Wort Niederländisch (wie man am Gebrauch des google translators erkennen kann), aber ich lege einfach mal meine ganze Hoffnung darauf, dass man mit Englisch überall weiterkommt. Zumindest ein bißchen. (Anmerkung aus eigener Erfahrung: in Frankreich ist das jedoch nicht der Fall, hüstel...)
Nun ja. Noch irgendwelche last-minute Vorschläge von euch, was ich mir in Amsterdam unbedingt ansehen sollte? Einen Städtetrip gibt es bei mir natürlich (fast) nie ohne entsprechendes musikalisches Highlight, und so auch hier: dieses Mal gibt es The Killers live zu sehen. Endlich wieder!
Mitte der nächsten Woche melde ich mich zurück. Bis dahin: euch ein schönes Wochenende und jede Menge ruhige Lesestunden im Warmen :D

Mittwoch, 6. März 2013

"In dieser ganz besonderen Nacht" - Nicole C. Vosseler

cbj Verlag, 2013
18,99 Euro

Handlung:
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Die Handlung braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen. Das war mein erster Eindruck, den ich von "In dieser ganz besonderen Nacht" hatte. Am Anfang konnte mich die Geschichte von Amber nicht so recht mit sich ziehen, ich habe eigentlich stets auf einen kleinen Knall gewartet. Stattdessen erfährt der Leser viel über Amber, über ihre Geschichte, über ihre Trauer, nachdem ihre Mutter gestorben ist. Ihre verlorene Situation fand ich schön und realistisch dargestellt, auch wenn ich sie manchmal am liebsten geschüttelt hätte, wenn sie ihrem Vater stets und ständig die kalte Schulter zeigt und ihn in all seinen Annäherungsversuchen auflaufen lässt. 
Kaum in San Francisco angekommen, wird von der Autorin dann zunächst die Stadt genauestens unter die Lupe genommen. Und das war mir ein Tick zuviel. Die vielen und ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze, Straßen und Häuser in "San Fran" nahmen für meinen Geschmack etwas überhand. Ich muss nicht von jedem Haus wissen, ob es rot oder blau gestrichen ist und weiße oder rote Blumentöpfe davor stehen hat. Ohne Frage ist San Francisco ein toller (und viel zu seltener) Handlungsort, und Frau Vosseler tut gut daran, ihm mit so vielen und ausschmückenden Beschreibungen gerecht werden zu wollen und ein Bild dieser schillernden Stadt zu vermitteln. Die Stadt wird von ihr auch überzeugend und in vielen Farben und Schattierungen eingefangen. Dennoch haben diese Ausschweifungen die eigentliche Handlung gerade in der ersten Buchhälfte teilweise ziemlich ausgebremst, und so wartete ich ungeduldig auf das Aufeinandertreffen von Nathaniel und Amber - und eben der versprochenen "ganz besonderen Nacht", die ein wenig auf sich warten ließ, dann aber umso gelungener dargestellt wurde.
Die Geschichte zwischen Nathaniel und Amber ist ... nun ja, übersinnlich eben. Ein klein wenig unglaublich, ziemlich romantisch, absolut herzerweichend. Der Funke zwischen beiden ist zu mir nicht so ganz übergesprungen, zumindest hab ich von beiden zwar gern gelesen, fieberte jedoch nicht bis zum Äußersten mit, wie sich die Situation zwischen beiden klären könnte. Er als Geist, sie als Mensch - und dennoch wollen beide das Unmögliche. Der Kniff, für den die Autorin sich hier schließlich zur Auflösung entscheidet, ist nicht neu, aber gut. Das Ende hat mir gefallen.

Fazit:
"In dieser ganz besonderen Nacht" braucht ein wenig, ehe es in Schwung kommt und zieht sich dann durch diverse Beschreibungen ein klein wenig hin. Ambers und Nathaniels Geschichte ist dennoch emotional einnehmend und durchaus lesenswert. 4,5 von 6 Bücherstapel.

Sonntag, 3. März 2013

In my mailbox...

Jaja, ich weiß, bei mir gibt´s hier zur Zeit nicht viel Neues und es ist daher nicht viel los auf dem Blog. Tut mir leid. Aber es gibt auch in der Tat nicht viel Neues bei mir. Komme wenig zum Schreiben, wenig zum Bloggen, wenig zum Lesen, obwohl ich - endlich! - "Schwarzer Schmetterling" ausgelesen habe. Hat ja gedauert. Eigentlich fand ich das Buch die ganze Zeit ziemlich gut, das Ende jedoch war ... tja, einfach komisch. Ich weiß noch nicht, ob ich dazu noch etwas schreibe. Vielleicht, wenn ich nochmal in meinen Gedanken dazu krame.
Ansonsten ist die einzig gleichbleibende Konstante in meinem Alltag: neu eintreffende Bücher. So auch diese Woche, und ich weiß gar nicht, was ich zuerst lesen soll. Mein Credo ist ja: Rezensionsexemplare zuerst, daher sind "Das Dorf der Mörder" und "Mein Herz ruft deinen Namen" schonmal gleich ganz nach oben gewandert auf meiner Leseliste. (Die es im Übrigen gar nicht gibt, das nur mal nebenbei...)

Shelle Sumners "Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde"
Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler. Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Geschichte werden zu lassen … Denn sie hat einen sicheren Plan für ihr Leben. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt – den Dogsitter von nebenan.
Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt Tyler ihren Plan durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie. Und irgendwann schmilzt Grace dahin. Wer kann ihr das verübeln? Doch als Ty mit seinen Songs zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung und das Leben seinen Lauf …

*** Auf das Buch bin ich total gespannt und habe es gestern auch direkt angefangen. Liest sich bisher richtig schön. ***

Susanna Tamaro "Mein Herz ruft deinen Namen"
»Mein Herz ruft deinen Namen« ist nicht nur Susanna Tamaros schönstes, sondern auch ihr erfolgreichstes Buch seit vielen Jahren. »Wenn das Leben ein Weg ist, so ist es ein Weg, der immer bergauf führt«, hat Susanna Tamaro einmal geschrieben. Und nichts könnte wahrer sein für ihren Helden Matteo, der ganz im Einklang mit der Natur in einer Hütte im Bergwald lebt. Er ist auf der Suche nach Antworten, denn das Leben des angesehenen Kardiologen zerbrach, als ihm alles genommen wurde, was er liebte. Erst als er eines Tages überraschenden Besuch bekommt, begreift er: Nichts im Leben ist je wirklich hoffnungslos und nichts vergeblich …

Lissa Evans "Stuart Horten: Acht Münzen und eine magische Werkstatt"
Ich muss gehen, und vielleicht werde ich nicht zurückkehren können. Falls ich nicht zurückkehre, gehört meine Werkstatt dir ... wenn du sie finden kannst. Diesen mysteriösen Hinweis findet Stuart in einer alten Spardose seines Großonkels. Der war Magier und ist vor langer Zeit spurlos verschwunden. Die acht alten Münzen aus der Spardose gehören in acht alte Münzautomaten, die Stuart zur geheimen Werkstatt des Großonkels mit all den magischen Maschinen führen. Wird Stuart die Rätsel mit Hilfe der schlauen April und der blinden Leonora lösen können? Oder brauchen die drei vielleicht auch eine Portion echte Magie?

*** Davon habe ich SOVIEL Gutes gehört, dass mich die Geschichte einfach neugierig macht. ***

Elizabeth Chandler "Das Wispern der Gräber"
Nicht alle Geheimnisse, die man mit ins Grab nimmt, bleiben verborgen Der brutale Tod ihrer Schwester Liza lässt Jenny nicht zur Ruhe kommen. In der Hoffnung, endlich einen Schlussstrich ziehen zu können, schreibt Jenny sich unter falschem Namen an dem College ein, in dem Liza ermordet wurde. Irgendjemand hier weiß, was Liza in jener verhängnisvollen Nacht zugestoßen ist, doch wenn Jenny die Wahrheit nicht schnell herausfindet, wird sie vielleicht das nächste Opfer ...

*** Die Bücher von Elizabeth Chandler lese ich eigentlich gern, ist schon das Dritte, auch wenn ich zum letzten noch nicht mal was geschrieben habe. Upps. Kommt vielleicht noch. ***

Elisabeth Herrmann "Das Dorf der Mörder"
Ein grausamer Mord ereignet sich im Berliner Tierpark. Eine der Ersten, die am Tatort eintrifft, ist die junge Streifenpolizistin Sanela Beara: ehrgeizig, voller Tatendrang und entschlossen, dem Fall auch gegen den Willen ihres Vorgesetzten auf den Grund zu gehen. Denn die Schuldige ist schnell gefasst – zu schnell, wie Sanela glaubt. Während der Öffentlichkeit die geständige Mörderin Charlie Rubin präsentiert wird, hat Beara Zweifel. Zweifel, die auch den Psychologen Jeremy Saaler plagen, der ein Gutachten über Charlies Zurechnungsfähigkeit erstellen soll. Unabhängig voneinander haben beide den gleichen Verdacht: Der Mord im Tierpark hängt mit Charlies Kindheit in einem kleinen Dorf in Brandenburg zusammen. Ein dunkles, mörderisches Rätsel lockt sie nach Wendisch Bruch – direkt ins Visier eines Gegners, der die Totenruhe im Dorf um jeden Preis bewahren will ...

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