Samstag, 11. August 2012

In my mailbox...

Seufz. Ich habe in dieser Woche wieder soo schöne und tolle Bücher bekommen, dass es mir wirklich leid tut, soviele meiner Bücher erstmal liegen lassen zu müssen, weil ich schlicht und einfach nicht alle gleichzeitig lesen kann. Rezensionsexemplare oder Bücher, die ich für amazon lese, haben Vorrang. Daher lese ich momentan - so ein wenig nebenbei - "Der Wind der Erinnerung" von Kimberley Wilkins und habe gestern auch "Wir beide, irgendwann" von Jay Asher & Carolyn Mackler fertig gelesen. Wirklich ein schönes Buch, zu dem ich auch noch etwas schreiben werde.
Erreicht haben mich in den letzten Tagen folgende literarische Schmankerl:



Auf die Fortsetzung von "Ashes" hab ich ziemlich gewartet, daher konnte ich es mir - auch wenn es kein Rezensionsexemplar ist - nicht verkneifen, mal direkt reinzulesen. Und schwupps... war ich auf Seite 150 angelangt, ohne es zu merken. Da werde ich wohl dranbleiben, denn ich will wissen, wie es mit Alex weitergeht.
"Töchter des Mondes" hatte ich eigentlich gar nicht auf dem Schirm. War nicht so, dass ich dieses Buch unbedingt hätte lesen wollen; ich hab´s eigentlich nicht so mit Hexengeschichten (mal von Harry abgesehen...), und irgendwie klingt ja auch diese Story wieder ein wenig nach Schema F. Aber... hm. Ich hab den Trailer dazu gesehen (siehe unten) und bin vor meinem PC-Bildschirm fast dahingeschmolzen und hab geseufzt und mir gedacht "Hach, wie schön, bestimmt ne bittersüße Liebesstory" und bei dem Lächeln des männlichen Darstellers am Ende des Videos hatten sie mich dann - ich wollte es lesen. (Wie schnell ich man sich von so einem blöden Trailer doch beeindrucken lassen kann, das ist echt schlimm!) Aber ich bin mal guter Dinge, die meisten Bewertungen dazu klingen doch eigentlich ganz gut.
Das erste Buch von Alexandra Bullen, "Drei Wunder", hat mir vor einigen Tagen so gut gefallen, dass ich jetzt bei booklooker bei einer günstigen und sogar noch OVP Ausgabe der Fortsetzung, "Drei Wunder zum Glück", zugeschlagen habe.
Und schließlich "Die Geister schweigen" von Care Santos. Das habe ich von Idealo bekommen, als mein Wunsch-Sommer-Lesebuch zur Sommer-Challenge, von der ich vor einigen Tagen berichtet hatte. Herzlichen Dank dafür! Ich werd es zwar nicht sofort lesen (können), aber es hat definitiv einen der oberen Plätze auf meiner imaginären Leseliste.


Freitag, 10. August 2012

"Time Out" - Andreas Eschbach

Arena Verlag, 2012
18,99 Euro

Reihe:
1. "Black Out"
2. "Hide Out"
3. "Time Out"

Handlung:
Christopher und Serenity sind im Hide Out zum Nichtstun verdammt. Während die Kohärenz ihre Fäden immer dichter spinnt, verlieren sie jeden Mut. Als dann auch noch mit viel Werbeaufwand der Lifehook eingeführt wird - mit dem die Menschen fast ohne Aufwand gedanklich kommunizieren können - ahnt Christopher, dass die Kohärenz zum alles entscheidenden Schlag ausgeholt hat. Doch dann hat er eine Idee, wo die Schwachstelle des globalen Netzwerkes liegen könnte. Gemeinsam mit Serenity macht er sich auf, um das Unmögliche zu wagen.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
***Ich versuche so spoilerfrei wie möglich zu schreiben, aber schon alleine für den Spaß an der Freude sollte man die ersten beiden Teile kennen, bevor man sich mit dem dritten beschäftigt!***

Ich bin eigentlich ziemlich geplättet. Nicht nur von diesem dritten und letzten Teil in der Reihe, sondern von der Gesamtgeschichte, die sich der Autor Andreas Eschbach hier ausgedacht hat.
Es ist wirklich beeindruckend, dass es der Autor - selbst wenn man als Leser eigentlich kaum eine Ahnung von dem ganzen Thema hat - schafft, das Geschehen klar und verständlich zu machen. Die ganzen technischen Details und hochwissenschaftlichen Zusammenhänge, für die meisten wohl ein Buch mit sieben Siegeln, werden hier geradezu logisch dargelegt und plausibel gemacht. Fast jeder von uns sitzt jeden Tag am PC und im Internet, aber hat man sich schonmal gefragt, wie das eigentlich alles funktioniert? Und welche Spuren wir dabei vielleicht hinterlassen?
Wenn man Herrn Eschbach zuhört/"zuliest", bekommt man das Gefühl, nichts ist im digitalen technischen Zeitalter mehr unmöglich. So wird einem hier beschrieben, dass man durchaus die Möglichkeit hätte (irgendwie), an die Handynummer des amerikanischen Präsidenten zu kommen - und diese Erklärung klingt nicht mal vermessen, sondern sogar nachvollziehbar.
Im Prinzip lässt sich zum letzten Teil nichts sagen, das nicht für die beiden vorhergehenden Bände auch schon gelten würde. Atemlose Spannung und Unterhaltung auf hohem Niveau, unglaubliche Gedankenspiele und gar nicht so abwegig erscheinende Technikdetails - alles dabei. Tatsächlich klingen hier nun aber auch viel leisere, persönlichere Töne an, und so kommt endlich Leben in die merkwürdig vertrackte Beziehung zwischen Christopher und Serenity.
Was mir speziell in diesem letzten Teil aber gut gefallen hat, war der leichte Perspektivenwechsel. Die Kohärenz wird hier zweischneidig vorgestellt: einerseits durch den Schrecken, den sie verbreitet, andererseits durch die Möglichkeiten, die sie bietet. Manche Kapitel sind aus der Sicht von Brad erzählt, einem alten Schulfreund und Schwarm von Serenity. Brad lässt sich nach einigem Zögern schließlich ebenfalls einen Chip einpflanzen, und als Leser kann man nun miterleben, wie sich eine Person in der Kohärenz fühlt; man kann ahnen, warum diese Chips so beliebt sind, und warum die Kohärenz wie ein Schwamm um sich greifen kann, ohne gestoppt zu werden.
Das Ende dieses dritten Teils schließlich erscheint im Vergleich zur Gesamthandlung fast ein wenig unspektakulär, zumindest ist es schneller vorbei, als man denkt. Trotzdem ist es ein mehr als würdiges Ende, das der Autor hier für sein (Horror-) Szenario gefunden hat, und das allerletzte Kapitel von "Time Out" zieht einen gleich erneut in eine Denkspirale der Möglichkeiten und "was-wäre-wenn´s". Der Mensch ist halt unverbesserlich.

Fazit:
Die gesamte Buchreihe um die Kohärenz "Black Out - Hide Out - Time Out" hat mich völlig überzeugt. Was man hier zu lesen kriegt, ist nicht nur unglaublich spannend und unglaublich einfallsreich, sondern bringt einen unwillkürlich auch zum Nachdenken. Darüber, wie weit wir mit unserer Technik noch voranschreiten können und vor allem: ob wir das überhaupt sollten. Für diesen tollen Gedankenspaziergang danke ich Herrn Eschbach und gebe natürlich volle Punktzahl.


Ein herzliches Dankeschön an den Arena Verlag für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 9. August 2012

Wow-Cover

Eigentlich finde ich dieses Cover gar nicht soooo wow-ig. (Zur Zeit habe ich eine blöde Neigung zu Wortneuschöpfungen. Tine hab ich neulich schon ein "schaderweise" geliefert, ich glaub, das fand sie interessant...) Zurück zum Cover: wie gesagt, sooo reißerisch finde ich es tatsächlich gar nicht, ist eigentlich doch sogar recht langweilig. Und auch die Inhaltsangabe dieser Anthologie reißt mich nicht direkt vom Hocker, auch wenn sie nicht uninteressant klingt. Was mir aber total gefällt, ist dieser Mondschein, der durch die Buchstaben bzw. an ihnen vorbei hindurchscheint. Sieht toll aus!



Defy the Dark, an all-new anthology edited by Saundra Mitchell. Coming Summer 2013 from HarperTeen!
It features 16 stories by critically-acclaimed and bestselling YA authors as they explore things that can only happen in the dark. Authors include Sarah Rees Brennan, Rachel Hawkins, Carrie Ryan, Aprilynne Pike, Malinda Lo, Courtney Summers, Beth Revis, Sarah Ockler, and more.
Contemporary, genre, these stories will explore every corner of our world- and so many others. What will be the final story that defies the dark? Who will the author be?

"Souvenirs" - David Foenkinos

C.H. Beck Verlag, 2012
17,95 Euro

Handlung:
Der junge Held dieses Romans lebt in einem Zustand "permanenter Unschlüssigkeit", als kurz hintereinander sein Großvater stirbt, seine Großmutter nicht nur ins Altenheim, sondern auch wieder in die Schule, sein Vater in Rente und seine Mutter nach Russland geht. Irgendetwas ist in seine Familie gefahren. Was bleibt ihm anderes übrig, als in den Tiefen der Pariser Nacht seine ruhmreiche Zukunft als Schriftsteller hinter der Rezeption eines kleinen Hotels vorzubereiten? Wenn sich alles verändert, was bisher unverrückbar schien, braucht man schließlich etwas, was einem Halt gibt. Eine Frau zum Beispiel. Doch wo finden? Auf einer Beerdigung etwa? Wohl kaum. Am Ende kommt doch wieder alles anders.

Meine Meinung:

"Wie konnte ich das wissen, ich, der das Leben noch vor sich hatte? Die Liebe, die Eingebungen, die Schönheit, die der Zufall hervorbringt, oder auch die nächste Fußballweltmeisterschaft." (S.25f)

Manchmal, wenn ich in einem Buch auf außergewöhnliche Sätze stoße, die mich beeindrucken oder die mir - aus welchen Gründen auch immer - im Kopf bleiben, reiße ich mir kleine Schnipsel von einem Blatt Papier ab und stecke sie oben ins Buch, um mir die Seite zu markieren. Während sich dieses Ritual bei den meisten Büchern, wenn überhaupt, auf etwa 2 oder 3 Schnipsel beschränkt, sieht mein Buch "Souvenirs" mittlerweile oben völlig ausgebeult aus, weil sich dort die Papierschnipsel häufen.
Der Grund dafür ist einfach: David Foenkinos hat einfach ein unglaubliches Talent, manche Dinge in Worte zu fassen, sie zu Wahrheiten zu machen und sie dem Leser vor Augen zu führen. Das ist mir schon beim ersten Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, "Nathalie küsst", aufgefallen, und auch hier zeigt sich diese Sprachgewandtheit wieder. Dabei wird die Handlung fast nebensächlich, auch wenn ich die Geschichte des Ich-Erzählers, dessen Namen wir leider nicht erfahren, überaus liebenswert fand. Es sind die Souvenirs des Alltags und des Lebens, um die es hier geht. Von einem Tag auf den anderen muss er erfahren, dass sich vieles ändern kann, dass nichts im Leben seinen ewigen Trott geht. Dass der Tod eine ebenso große Rolle spielt wie das plötzliche Verliebtsein. Über einige Jahre begleiten wir ihn dabei, wie er durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht, wobei sich der Hauptteil des Buches zeitlich sehr dicht erzählt - alles passiert innerhalb weniger Tage. Erst zum Ende hin gibt es plötzlich große Zeitsprünge, was ich etwas schade fand, weil dadurch die Atmosphäre ein wenig verloren ging und das ganze nunmehr eher wie eine bloße Erzählung wirkte. Überhaupt kann ich mich mit dem Ende des Buches nicht so ganz anfreunden. Es ist zwar durchaus realistisch und stellvertretend für "das Leben", aber ich hätte dem namenlosen Helden dieser Geschichte eine Spur mehr Glück gewünscht. Aber nun gut, im Leben ist nun nicht immer alles eitel Sonnenschein und letztlich bieten die Geschehnisse auf den letzten Seiten auch Freiraum für eigene Ideen, wie es weitergehen könnte.
Was ich an diesem Buch ganz besonders schön fand, waren die Kapitel, die aus Erinnerungen irgendwelcher Personen bestehen. Nach jedem Kapitel, in dem der Ich-Erzähler zu Wort kommt, gibt es einen kleinen Ausflug in die Erinnerungen, die Souvenirs anderer Menschen, die nur kurz im vorhergehenden Kapitel angesprochen wurden - und die mit der eigentlichen Handlung überhaupt nichts zu tun haben. Aber diese kleinen Souvenirs sind meist so liebenswürdig, so außergewöhnlich, dass sie dem gesamten Buch einen Hauch Kuriosität verleihen und es zu etwas wirklich Besonderem machen. Auf jeden Fall zu einem rundum lesenswerten Buch.

"Aber eigentlich träumte ich davon, dass mir etwas Großes passierte." (S.85)

Fazit:
Ich finds toll, wie David Foenkinos schreiben kann. Und dann verpackt er das Ganze in eine nette Geschichte und würzt sie mit kleinen Anekdoten oder Ideen, die man in anderen Büchern nicht findet. So ging es mir schon bei "Nathalie küsst", jetzt bei "Souvenirs" ist es nicht anders. Definitiv lesenswert!

Ein herzliches Dankeschön an Blogg dein Buch und den C.H. Beck Verlag für das Rezensionsexemplar!


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