Montag, 9. Juli 2012

"Ismael und der Auftritt der Seekühe" - Michael Gerard Bauer

Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011
7,95 Euro

Reihe:
2. "Ismael und der Auftritt der Seekühe"
3. "Ismael: Bereit sein ist alles"


Handlung:
Ismael ist total verliebt in Kelly, Kelly Faulkner mit den eisblauen Augen. Doch sie scheint ihm unerreichbar. In ihrer Nähe verfällt er abwechselnd in wirre Stotterei und qualvolles Schweigen. Als er Kelly auf einer Party wieder trifft, schlägt das Ismael-Leseur-Syndrom wieder voll zu und Tollpatsch Ismael stolpert von einer Peinlichkeit zur nächsten. Doch sein Freund Razza, Quasselstrippe und selbst ernannter Frauenkenner, lässt Ismael nicht so schnell aufgeben und tritt als Kuppler in Aktion -- was alles nur noch schlimmer macht....
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Der namensgeplagte Ismael und seine Freunde sind wieder da. Ebenso wie schon im ersten Buch der Reihe legt Autor Michael Gerard Bauer so viel Liebe und Sorgfalt in seine Figuren und deren pubertären und schulbedingten Sorgen und Nöte, dass man meinen könnte, er spricht aus Erfahrung. Tatsächlich haben es Ismael und Co. wieder einmal nicht so leicht, was Schule, Debattieren und vor allem - Mädchen betrifft. Kelly Faulkner konnten wir ja bereits im Vorgängerbuch kennenlernen, und ich verrate sicher nicht zuviel, wenn ich sage, dass Ismaels leichte Schwärmerei für sie hier eine noch wesentlichere Rolle einnimmt. (Und nicht nur die. Auch die anderen Jungs bleiben von zarten Schmetterlingen im Bauch nicht verschont. Die Verliebtheitswelle greift einmal um sich und lässt selbst den beherrschten und stets vernünftigen Scobie nicht unberührt.)
Die Jungs entdecken ihre Begeisterung fürs Gedichte-Schreiben - allen voran Razza, den ich hier einmal mehr schlicht und einfach umwerfend fand. Er macht nach außen hin nicht den Eindruck, aber in den Tiefen seines frauenverstehenden und coolen Verhaltens ist er einer der besten Freunde, den man sich für sich wünschen könnte. Ismael kann sich somit sehr glücklich schätzen, so außergewöhnliche, schrullige und liebenswerte Gefährten neben sich zu haben, wenn es darum geht, dem "Bradster" die Freundin auszuspannen. (Das war ein Insider für diejenigen, die das Buch schon kennen.)
Mein persönliches Highlight des Buches ist das Gedicht von Ignatius. Als ich es gelesen habe, musste ich unweigerlich lächeln und mir die ganze Zeit denken "Sowas möchte ich auch mal bekommen." Ich werde jetzt nicht weiter darauf eingehen, worum es darin geht, oder warum dieses Gedicht ganz besonders wertvoll für Razza ist - das müsst ihr selber lesen. Was ihr auch tun solltet, denn wie schon dem Vorgänger gebe ich diesem Buch eine klare Leseempfehlung.

Fazit:
Wer Ismael und seine Freunde im ersten Teil in sein Herz geschlossen hat, kommt um die Fortsetzung eh nicht herum. Leider mit nicht mehr ganz so viel Humor und Wortwitz wie im Vorgänger, aber dafür mit viel Gespür für´s Wesentliche schreibt Bauer seinem Ismael und dessen Freunden eine schöne und rundum lesenswerte Fortsetzung auf den Leib. 5 von 6 Bücherstapel.

Freitag, 6. Juli 2012

Freitagsgedanken

Yiiihaaa, eine endlose Woche neigt sich dann doch mal ihrem Ende zu, wenn das kein Grund zum Feiern ist. Die Woche ging EWIG, oder? Ging gar nicht vorbei.
Aber sie war vieles und vielschichtig:

- spanisch: Spanien hat die EM gewonnen, harharhar!!! Ein Grund zur Freude, wie ich finde, und (zumindest meistens) auch verdient für die spanische Nationalmannschaft. Besonders herzig fand ich die Familienszenen, die sich nach dem Sieg bei den Spaniern abspielten: auf einmal hatte jeder irgendwie mindestens 1 Kind im Arm (hoffentlich ihre eigenen, haha...). Scheinen alle sehr kinder- und familienfreundlich zu sein in der "furia roja"... :)

- wissenschaftlich: So langsam nimmt mein Doktorandensein Form an; in dieser Woche ging´s los mit Experimenten und Testversuchen und heute, am Ende dieser Woche, kann ich schon stolz auf klitzekleine Ergebnisse blicken. Zumindest ein Anfang. Und ich habe weiße Kittel mit meinem Namen und Titel drauf (*protz*), die ich anziehen könnte, wenn ich denn wollte. (Will ich aber eigentlich nicht. Ich hab´s nicht so mit Kitteln...)

- kostspielig: Nun, das war die Woche bis heute morgen eigentlich nicht. Hab mir auch noch kein Buch gekauft in den letzten Tagen. Aber heute begann dann der Vorverkauf für die Europatour von Keane, und ist ja logisch, dass ich da zuschlagen muss. Die Jungs besuchen im Herbst einige europäische Städte (wer dabei sein möchte: hier >KLICK<) und 3 davon sind in Deutschland. Da galt es natürlich, direkt den virtuellen Warenkorb zu füllen, und so darf sich eventim jetzt über meine Konzertkartenbestellung freuen, die sich schlussendlich doch tatsächlich im 3stelligen Zahlenbereich bewegte :/ Aber, hey, es sind Keane, und die sind jeden Cent wert.

- leseflautig: In der Tat. Ich hab in dieser Woche eigentlich fast nichts gelesen. "Ismael und der Auftritt der Seekühe" habe ich ausgelesen, da schreib ich auch noch ein paar Zeilen zu. Aber sonst war lesetechnisch bei mir nicht viel los, was einfach daran lag, dass ich keine Zeit zum Lesen hatte. Und wenn man den ganzen Tag auf den PC-Bildschirm starrt (berufsbedingt), hat man auch auf der Heimfahrt in der halben Stunde im Zug keine Lust, schon wieder "mit den Augen zu arbeiten" und zu lesen; stattdessen kommt dann mein iPod zum Einsatz. Angefangen habe ich noch "Verflucht" von Lili St. Crow, und das könnte ein Buch nach meinem (momentanen) Geschmack werden. Ich sag nur: Zombies! Keine Panik, ich entwickele gerade keine Vorliebe für Untote, aber die Story des Buches erinnert mich an "Supernatural", eine meiner Lieblingsserien; und außerdem ist es mal was anderes als die ganzen rosaroten-zuckersüßen Teenie-Geschichten, die ich hier sonst so liegen habe. Mir ist gerade eher nach was blutrünstigem... ^^ Jetzt am Wochenende will ich nur lesen, lesen, lesen.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Top Ten Thursday: LILA!!

Idee von Alice

10 lila Bücher in meinem Bücherregal

Da haben wir´s: ich habe keine 10 lila Bücher in meinen Regalen gefunden. Sind diesmal nur 9 geworden. Oder ich hätte noch tiefer graben müssen... o.O



- Meg Cabot "Vanished"
- Alyxandra Harvey "Haunting Violet"
- Mara Lang "Masken"


- Maurizio Temporin "Ascheträume"
- Shelena Shorts "Zeitenlos"
- Kai Meyer "Arkadien fällt"


- Christoph Marzi "Malfuria"
- Kami Garcia & Margaret Stohl "Beautiful creatures"
- Robin Wasserman "Skinned"

Mittwoch, 4. Juli 2012

"Prinz William, Maximilian Minsky und ich" - Holly-Jane Rahlens

u.a. als Taschenbuch von rororo, 2012
6,99 Euro

Handlung:
Die 13-jährige Nelly lebt mit ihrer amerikanischen Mutter und ihrem deutschen Vater in Berlin und bereitet sich auf ihre Bat-Mizwa-Feier vor -- auf den Tag, an dem sie als erwachsenes Mitglied in die jüdische Gemeinde aufgenommen werden soll. Allerdings interessiert sich die Spitzenschülerin Nelly mehr für Astronomie als für ihre Bat-Mizwa. Bücher und Teleskope sind ihr Lebensinhalt, Sport dagegen hält sie für Zeitverschwendung. Das ändert sich schlagartig, als sie beschließt, sich unsterblich in Prinz William zu verlieben (ja, in den echten, den Sohn von Lady Di!) und mit der Schulmannschaft nach England zu fahren, um ihr Idol leibhaftig zu sehen. Leider hat sie null Ahnung von Basketball. Um ihr Ziel trotzdem zu erreichen, schließt sie einen skurrilen Vertrag mit Maximilian Minsky, unter dessen Gruftioberfläche sich nicht nur ein Basketballgenie, sondern auch ein verlässlicher Kumpel verbirgt.
(Quelle: hier)

Meine Meinung:
Nachdem ich "Everlasting" von Holly-Jane Rahlens gelesen hatte, wollte ich gern auch in weitere Bücher der Autorin reinschnuppern. Meine Wahl fiel auf "Prinz William, Maximilian Minsky und ich", weil die Inhaltszusammenfassung ziemlich nett und irgendwie sympathisch klang.
Total verliebt in Prinz William versucht Nelly alles, um bei einem Schulausflug der Basketballmannschaft nach Eton (Prinz Williams Schule!) dabei sein zu können - zur Not eben auch Basketballspielen lernen, was der völlig unsportlichen Nelly leider alles andere als leicht fällt. Unerwartete Hilfe bekommt sie dabei von Max Minsky, den sie eigentlich nicht besonders leiden kann - oder doch?
Die Story ist damit schnell erzählt, und eigentlich ebenso schnell gelesen. Auf die ganz großen Überraschungen mag der Leser vergeblich warten, dafür bietet das Buch für Teenies, die sich in Nellys Alter befinden (12-14) sicher sehr schöne Unterhaltung. Denn sympathisch geschildert sind Nellys Liebes-Wehwehchen und inneren Qualen durchaus, beispielsweise wenn sie ein Poster von Prinz William abknutscht, das an ihrer Schranktür hängt. Viel reizvoller wird das ganze Geschehen jedoch durch ihre außergewöhnliche Familie und den Menschen, mit denen sie tagtäglich zu tun hat. Die färben die Handlung richtig bunt. Leider bedient sich die Autorin hier diverser Klischees, die das Ganze irgendwie ein wenig überfrachten und mir stets einen Tick zuviel waren.
Nelly muss eben "Nerd Nelly" sein, kein völlig normales Mädchen, sondern eine Außenseiterin mit einer Vorliebe für Astronomie, Teleskopen und eben Prinz William, die keine Freunde hat und recht zerrüttete Familienverhältnisse. Obendrein ist sie Jüdin in Deutschland, was an sich ja schon mal ein recht heikles Thema darstellen mag und hier eben auch stets ausführlich beansprucht wird. Natürlich ist das Thema der deutschen Vergangenheit wichtig, und es ist auch interessant, das in dem Kontext anzusprechen (kurz vor Nellys Bat-Mitzwa); aber gleichzeitig passt es auch wieder nicht, wenn Nelly und Max (12 und 15) schwitzend und lachend vom Basketball zurücklaufen und über die Frage philosophieren, was es heißt, eine Deutsche zu sein. Ebenso Max: er kann auch kein gewöhnlicher Teenie sein, nein, er muss als Jugendlicher rebellieren und bedient damit den Freak-Faktor, indem er mit weiß angemaltem Gesicht, schwarzem Cape und Stachelfrisur herumläuft.
Dann noch einen arbeitslosen und untreuen Vater obendrauf gepackt, eine hysterische eifersüchtige Mutter, die nicht vorhandenen Schulfreunde oder die Peinlichkeiten des jugendlichen Alltags - fertig ist das klischeebeladene Potpurri der 12-jährigen deutsch-amerikanischen Nelly aus Berlin.
Das Übertriebene fand ich ein wenig schade. Andererseits hab ich es irgendwann als das genommen, was es ist: eine nicht ganz ernst zu nehmende Teeniegeschichte über die erste Verliebtheit mit schrägen und exzentrischen Figuren.

Fazit:
"Prinz William, Maximilian Minsky und ich" ist für Jugendliche in Nellys Alter (12-15) sicher sehr schöne und abwechslungsreiche Unterhaltung. Mir sagt Rahlens´ eher für Erwachsene ausgerichtete "Everlasting" mehr zu; ich bin aber dennoch froh, auch mal etwas anderes der Autorin gelesen zu haben. 4 von 6 Bücherstapel.


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