Montag, 13. Juni 2011

"Libri Mortis: Flüsternde Schatten" - Peter Schwindt

cbj Verlag, 2010
8,95 Euro

Handlung:
Rosalie ist schon wegen ihrer verschiedenfarbigen Augen ein ungewöhnliches Mädchen. Und dann hört sie seit ihrem 16. Geburtstag auf einmal Stimmen! In der Schule und zu Hause. Und sie sieht Gestalten, die kein anderer sieht. Als sie im Keller der Schule und ihres Wohnhauses geheime Zugänge zu den gefährlichen Katakomben unter Paris entdeckt, macht sie sich auf die Suche nach dem, das nur sie hören und sehen kann ...

Meine Meinung:
Dieser erste Teil der Trilogie „Libri Mortis“ hat mich derart an seine Seiten gefesselt, dass ich das Buch in Windeseile durchgelesen habe und mir noch während des Lesens gleich Teil 2 "Schlaflose Stimmen" bestellt habe, der zum Glück schon erschienen ist (ebenso wie Teil 3).
Rosalie, die Hauptprotagonistin, ist ein ziemlich interessanter Charakter, der sich zum Glück nicht leicht in eine Schublade pressen lässt. Auf den ersten Seiten war ich noch etwas skeptisch, ob vom Autor Peter Schwindt hier wieder einmal eine klischee-beladene Figur erschaffen wird, wie es in meinen Augen zur Zeit leider so häufig in Büchern der Fall ist: Außenseiter, merkwürdige Interessen, Einzelgänger, schleppt Geheimnisse mit sich rum. Als i-Tüpfelchen noch auffallende äußerliche Merkmale. Nun, tatsächlich treffen alle genannten Punkte auf Rosalie zu: sie ist eine Einzelgängerin, kommt mit ihrem Vater nicht unbedingt blendend aus, ist bestenfalls mittelprächtig in der Schule. Mit ihren schwarz gefärbten Haaren und 2 unterschiedlich gefärbten Augen sorgt sie auch äußerlich für Aufmerksamkeit. Dennoch war sie mir sympathisch, hat mich neugierig aufs weitere Lesen gemacht und spätestens, als der Autor Peter Schwindt sie im Buch eine Platte von der Band Maximo Park in den CD-Player einlegen lässt, hatte das Buch mich für sich gewonnen - MP ist eine meiner eigenen Lieblingsbands, die in meinen Augen leider viel zu wenig bekannt ist, aber das nur am Rande...
Ich bin durch die Geschichte von Rosalie geflogen, was neben dem konstant hohen Spannungsbogen und der flott voran treibenden Handlung nicht zuletzt auch am Setting lag: ich kenne eigentlich kaum Bücher, die in Paris spielen, und das hat mich hier gleich doppelt interessiert. Genau genommen spielt der Großteil der Geschichte unter Paris, denn Rosalie wird in die Geheimnisse und Vergangenheit der Katakomben, die wie eine unterirdische Stadt unter Paris verlaufen, hineingezogen und deckt bald einen mysteriösen Vorfall auf, der sich vor einigen Jahren dort unten zugetragen hat. Schließlich merkt sie, dass auch sie selbst, sowie ihre Mutter, die seit Rosalies Geburt im Koma liegt, in die Vorgänge in den Katakomben verwickelt sind. Zumindest das Ende des ersten Teils „Flüsternde Schatten“ ist recht offen und macht unglaublich neugierig auf die folgenden Teile.

Fazit:
„Flüsternde Schatten“ als Reihenauftakt hat mich voll überzeugt und mir viel Spaß beim Lesen beschert. Ich trommele jetzt schon ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch, weil ich auf Teil 2 warte. Wer sich für Paris im Allgemeinen, die Katakomben im Speziellen und ein tolles spannendes Buch im Besonderen interessiert, dem sei „Flüsternde Schatten“ ans Herz gelegt. 5 von 5 Bücherstapel.

Die Libri Mortis- Reihe:
1. Flüsternde Schatten
2. Schlaflose Stimmen
3. Lauernde Stille

Sonntag, 12. Juni 2011

"Sag´s nicht weiter, Liebling" - Sophie Kinsella

Goldmann Verlag, 2004
8,95 Euro

Handlung:
Emma Corrigan scheint vom Pech verfolgt. Alles in ihrem Leben geht schief, und jetzt auch noch das: Sie sitzt in einem von Turbulenzen geschüttelten Flugzeug und sieht ihr letztes Stündlein gekommen. In Panik legt Emma eine dramatische Lebensbeichte ab: Jedes Geheimnis, jede jemals geäußerte Lüge bricht aus ihr heraus. Zu dumm, dass sich Emmas Sitznachbar ausgerechnet als ihr oberster - und zudem äußerst attraktiver - Chef entpuppt ...
Meine Meinung:
"Sag´s nicht weiter, Liebling" ist genau das richtige, wenn man kurzweilige, unterhaltsame und - in Ermangelung eines besseren Wortes - Frauenliteratur sucht. Manchmal muss es für mich einfach auch sowas sein, da brauche ich etwas seicht-romantisches mit Witz, das sich schnell lesen lässt und einen nicht erst mehrere Tage an die Seiten fesselt.
Emma Corrigan, die Protagonistin des Buches, ist ein liebenswerter chaotischer Charakter, der für meinen Geschmack jedoch leider ein klein wenig zu naiv, zu unbedarft und zu gutgläubig durchs Leben wandert. Zufällig gerät sie in die peinliche Lage, aus der Panik während eines turbulenten Fluges heraus dem Mann neben ihr (der sich kurz darauf als ihr Chef Jack entpuppen soll) so ziemlich alles über sich zu erzählen - tatsächlich alles. Die Punkte ihres Lebens, die hier während der Flugszene erwähnt werden, fand ich wirklich herrlich, und haben mich echt zum Lächeln gebracht. Egal, ob tatsächliche oder gelogene Kleidergröße, Getränkevorlieben, aus Versehen gekillte Haustiere oder die Tatsache, dass sie die Zimmerpflanze ihrer Kollegin mit Orangensaft gießt - aus Emma spudelt alles heraus. Am gelungensten und amüsantesten fand ich jedoch die Anspielungen in den folgenden Kapiteln, die Jack hier und da anderen gegenüber fallen lässt - immer als Verweis darauf, dass er Emmas zahlreiche Geheimnisse kennt.
Natürlich gibt es im Laufe der Geschichte noch zahlreiche Verwicklungen und Verwirrungen und natürlich gibt es ein Happy End - aber seien wir ehrlich: manchmal braucht man das doch einfach...

Fazit:
Schönes Schmökerbuch fürs Wochenende und wenn einem mal wieder hoffnungslos romantisch zumute ist. 4 von 5 Bücherstapel.

Samstag, 11. Juni 2011

In my mailbox...

Diese Woche gab es zwei Neuzugänge. Gestern (beim Arbeiten!!) war mir soo nach lustiger Liebesschnulze, dass ich mir kurzerhand ein Buch von Sophie Kinsella bestellen musste, und siehe da, heute war´s schon in der Post. (Dankeschön amazon. Auf euch ist Verlass.) Ich hab das ein oder andere Buch ihrer Becky-Bloomwood gelesen und fand diese immer ziemlich unterhaltsam. Jetzt brauch ich was lustiges und hoffnungslos romantisches - daher werde ich mir dieses Büchlein auch mal gleich schnappen ;)

Sophie Kinsella: "Sag´s nicht weiter, Liebling"
Emma Corrigan scheint vom Pech verfolgt. Alles in ihrem Leben geht schief, und jetzt auch noch das: Sie sitzt in einem von Turbulenzen geschüttelten Flugzeug und sieht ihr letztes Stündlein gekommen. In Panik legt Emma eine dramatische Lebensbeichte ab: Jedes Geheimnis, jede jemals geäußerte Lüge bricht aus ihr heraus. Zu dumm, dass sich Emmas Sitznachbar ausgerechnet als ihr oberster - und zudem äußerst attraktiver - Chef entpuppt ...

Lucinda Riley: "Das Orchideenhaus"
Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester jede freie Minute bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter, im Gewächshaus von Wharton Park. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Anwesen zurück. Der jetzige Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird ...

Freitag, 10. Juni 2011

"Die Bibliothek der Schatten" - Mikkel Birkegaard

Goldmann Verlag, 2011
9,99 Euro

Handlung:
Dass Bücher mehr vermögen, als nur Geschichten zu erzählen, war Luca Campelli schon lange bewusst. Als er an diesem Abend in seinem Antiquariat zu lesen beginnt, spürt er ihre magische Kraft – wenig später ist er tot. Sein Sohn Jon tritt das Erbe nur widerwillig an, als er Unglaubliches erfährt: Luca Campelli war der Kopf einer geheimen Gesellschaft, die die Macht der Bücher zu nutzen weiß, und er hat sich gefährliche Feinde gemacht ...

Meine Meinung:
Lange lange hatte ich "Die Bibliothek der Schatten" auf meiner Wunschliste stehen, und als es dann als Taschenbuch erschien, hab ich letztlich doch mal zugegriffen. Zwar wurden meine Erwartungen an das Buch nicht völlig erfüllt, dennoch bietet das Buch gute und kurzweilige Unterhaltung.
Der Autor beschreibt hier Menschen mit interessanten Fähigkeiten, die mit dem Lesen zusammenhängen. So gibt es einerseits Sender, die, wenn sie einen Text laut vorlesen, den Zuhörern ganz bestimmte Gefühle und Empfindungen dabei vermitteln und damit verdeckte Beeinflussung ausüben können. Die Empfänger wiederum sind Menschen, die fühlen können, was jemand beim (stillen für sich) Lesen denkt bzw. empfindet und diese Gefühle verstärken oder dämpfen kann - und dem Leser dadurch zu ganz besonderen Leseerlebnissen verleiten kann. Im Prinzip gibt es also Menschen, die nur über das Lesen Macht ausüben und Andere beeinflussen können - nach ihren Vorstellungen. Dass das unschöne Auswirkungen haben kann, muss Jon Campelli am eigenen Leibe erfahren, als sein Vater, Besitzer eines Antiquariates, anscheinend beim Lesen eines Buches stirbt und Jon seinen Laden vermacht bekommt.
So nett ich diese Idee von den "magischen Lesefähigkeiten" vom Autor Birkegaard auch fand, umso mehr denke ich, dass er einfach mehr aus der Idee hätte machen können. Die Handlung plätschert so ein wenig vor sich hin, ohne einen wirklichen Knall oder Höhepunkt zu vermitteln. Natürlich muss das ganze nicht in einen Thriller ausarten, aber ein klein wenig mehr Spannung oder auch eine mysteriöse Verwicklung hier, ein Geheimnis dort - das hätte dem Buch das gewisse Etwas gegeben.
Jon und Katharina als Hauptfiguren sind durchaus sympathische Charaktere, deren Handlungen abwechselnd durch die Geschichte tragen. Dennoch hat mich das "Lesen über das Lesen" merkwürdig kalt gelassen. Jon liest beispielsweise in "Pinocchio" und wenn die dort beschriebene Landschaft aus diesem Buch während des Lesens vor Jons Augen wie aus dem Nichts entsteht und er glaubt, wirklich in der Geschichte zu sein; die dortigen Steine, Bäume etc. direkt vor sich zu sehen - klingt das zwar nett, allerdings ist bei mir merkwürdigerweise der Funke nicht so recht übergesprungen.
Das Ende hat mich dann zugegebenermaßen obendrein etwas verwirrt zurück gelassen und mir sind rückblickend auch diese und jene Begebenheiten und Erklärungen nicht ganz klar bzw. erscheinen mir unlogisch.

Fazit:
"Die Bibliothek der Schatten" ist ein nettes unterhaltendes Buch, das einige interessante Lesestunden garantiert. Ich hätte mir ein wenig mehr Action und mysteriöse Verwicklungen gewünscht - leider hielt sich die Spannung des Buches in meinen Augen immer recht konstant auf einem unteren Level. Ich gebe 3,5 von 5 Bücherstapeln.
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